Seite 25 von 31
Verfasst: 15 Apr 2006, 18:59
von Xottabych
Edik hat geschrieben:waldmeister hat geschrieben:Bephep hat geschrieben:Die Sanktionen der EU, Luka und ein paar seiner Leute duerfen nicht in die EU Reisen, sind auch laecherlich.Davon wird er sich bestimmt nicht beeindrucken lassen.
Mehr ist aber nicht zu machen (andere Frage aber, was angemessen waere). Finde ich soweit OK.
Auswirkungen sind aber: Luka kann sich jetzt nicht mehr Richtung Westen orientieren, diese tueren sind zugeschlagen. Tja... und nun muss er ganz alleine mit Russland klarkommen.
Was nicht sonderlich schlimm ist für ihn. Sogar noch besser, das Volk wendet sich auch vom Westen ab und ganz nebenbei sind Russen und Weißrussen praktisch Eineiige Zwillinge.

Doch, das ist nicht so gut fuer ihn, denn es macht ihn erpressbar.
Und was das Volk gerne will, das wissen wir leider nicht so genau. Ich glaube gerne, dass sich die Weissrussen mit Russland verbundener fuehlen als mit dem Rest Europas. Aber diese Leute sollten besser nicht erwarten, dass Russland die Loesung aller Probleme bedeutet! Im Denken gerade der Moskowiten sind Laender wie Weissrussland doch nur Satellitenstaaten.
Wenn ich mir das so ueberlege - die Situation ist doch ein bisschen wie mit Oesterreich und Deutschland. Fragst Du die Deutschen, ob nicht beide wie eineiige Zwillinge seien, wuerde die Mehrzeahl wahrscheinlich zustimmen (Oesterreicher sind ethnisch betrachtet tatsaechlich auch Deutsche). Aber frage mal die Oesis - da erntest Du erheblichen Protest!!
Verfasst: 16 Apr 2006, 02:12
von Bephep
Was das Volk will wissen wir nicht,das ist richtig.
Die Nachwirkungen von Tschernobyl,da kam Hilfe nur aus dem Westen.
Die Opposition wird auch nach Westen tendieren,RU hat die Wahlen als fair anerkannt.
Die Menschen die sich noch als Polen fuehlen werden auch nach Westen orientiert sein.
Grosse Teile der Jugend auch.Das wichtigste aber,fuehlen sich die Weissrussen als eigene Nation ??
Verfasst: 16 Apr 2006, 05:51
von Dimomann
Zwei Freundinnen meiner Frau sind sehr National eingestellt (das geht schon fast ins Extreme) aber die Mehrheit interessiert Politik wie eine
polnische Rübenernte. Sicher gilt das nicht für Minsk aber mit Minsk und dem übrigen Weißrussland verhält es sich so wie mit Moskau und dem übrigen Russland. Vielleicht sogar noch etwas grasser. Und was Lukaschenko angeht, der müsste die Wahlen garnicht manipulieren die Leute hätten ihn auch so gewählt. Es müsste schon der Strom und die Heizung gleichzeitig für mindestens 4 Wochen ausfallen + Versorgungsprobleme mit Lebensmittel wie im 2. Weltkrieg, dann könnte ich mir vorstellen das sich was regt. Vorher nicht. Ich glaube nicht das es auf der Welt noch ein Volk gibt was so genügsam und leidensfähig ist wie die Menschen in Weißrussland.
Gruß Dimomann
Verfasst: 16 Apr 2006, 14:13
von Bephep
Dimomann.
>>Zwei Freundinnen meiner Frau sind sehr National eingestellt>> Was heisst das,Weissrussland als eigene Nation.

Auch in Deutschland nimmt das Interesse an Parteien,Politik und Wahlen ab.
Ein paar Tage keine Heizung das ist schon einmal gewesen.Und das kann wieder passieren.
Ich bin einmal mit dem Bus durch BY gefahren Wald ohne Ende und da frage ich mich warum nutzen die kein Holz zur Energiegewinnung.
Verfasst: 16 Apr 2006, 16:39
von Dimomann
Bephep :
Ich bin einmal mit dem Bus durch BY gefahren Wald ohne Ende und da frage ich mich warum nutzen die kein Holz zur Energiegewinnung.
Du meinst privat ? Ganz einfach, es gibt dort keine Öfen. Wie in der ehemaligen Sovjetunion wohnen die meisten in Plattenbauten anno 1946.
Es gibt auch welche neueren Datums aber alle werden durch Fernwärme gespeist. Ich habe es selbst schon erlebt das für 2 Tage die Heizung und
eine Woche das Warmwasser weg war. Das regt dort niemanden groß auf. Ich sag ja, so heißblütig wie in der Ukraine ist dort niemand. Außerdem müsste man - um den Wald zu nutzen - ihn auch kultivieren.
Lukaschenko hat aber den ganzen Tag nicht anderes zu tun als neue Gesetze zu schreiben. Wenn du in der Wohnung den Wasserhahn aufdrehst kommt es entweder braun oder schneeweiß (vom Chlor).
Alles ist uralt und nicht mehr reparabel. Sämtliche Medien (Gas,Wasser,Strom) müssten normalerweise erneuert werden. Das ist ja das Problem alle schauen nur auf Minsk aber Minsk ist so wie damals in der DDR Berlin. Da sollten auch alle auf Berlin schauen und danach denken " ach wie gut haben es die Leute hier in der DDR). Ein großer Trugschluß ! Weißrussland als eigene Nation

Was würdest du sagen wenn in Deutschland 30 % Schweizer,20 % Östereicher, 10 Holländer und 40 % Deutsche wohnen ? Eigene Nation ? In Vitebsk habe ich nichts davon mitbekommen. Zu keiner Zeit. In Vitebsk sprechen alle nur russisch !
Gruß Dimomann
Verfasst: 16 Apr 2006, 20:06
von Xottabych
Bephep hat geschrieben:Ich bin einmal mit dem Bus durch BY gefahren Wald ohne Ende und da frage ich mich warum nutzen die kein Holz zur Energiegewinnung.
Wird ganz sicher zur Energiegewinnung genutzt! Sind aber auf dem Lande ausschliesslich (ineffiziente) Kuechenherde. Fuer moderne (kommunale) Heizanlagen, also Bioenergie muss man erst einmal investieren, und daran scheitern diese Vorhaben.
Aber Holz energetisch zu Nutzen wird natuerlich mit der Verteuerung fossiler Brennstoffe attraktiver und beinhaltet zweifellos auch eine Chance fuer die Forstwirtschaft nicht nur in BY. Problem ist heute meistens, dass eine Bereitstellung von Waldholz zur Energieerzeugung nicht oekonomisch ist.
Verfasst: 29 Apr 2006, 02:40
von Bephep
Das habe ich heute bei Nowosti gelesen.Interessant sind mehrer Abschnitte aber dieser besonders.
>>Putin antwortete, es sei für ihn erfreulich zu hören, dass Lukaschenko zu einer konstruktiven Arbeit mit allen bereit ist<<
Die ganze Meldung.
ST. PETERSBURG, 28. April (RIA Novosti). Russland rechnet damit, dass alle Teilnehmer an der jüngsten Wahlkampagne in Weißrussland der Entwicklung des eigenen Landes und kreativen Aktivitäten in diesem Bereich zunehmende Aufmerksamkeit schenken werden.
Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Freitag bei einem Treffen mit Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko im Konstantin-Palast bei St. Petersburg. "St. Petersburg ist ein guter Ort für Treffen dieser Art. Hier ist es ruhig und es gibt alles für ein informelles Gespräch über bilaterale Beziehungen und darüber, was uns als Ganzes und in der Region bewegt", sagte Putin.
"Ich bin sicher, dass die von uns früher konzipierten Pläne zur Herstellung besonderer Bündnisbeziehungen realisiert werden." Zugleich hob der russische Staatschef hervor, dass bei der Umsetzung früher erzielter Vereinbarungen viele Probleme aufgetaucht waren. "Unter Berücksichtigung der politischen Stabilisierung (in Weißrussland) gehen wir davon aus, dass diese Probleme gelöst werden", so Putin.
Lukaschenko sagte seinerseits, dass die Zeit der Emotionen vorbei sei. "Es ist an der Zeit, Pläne zu realisieren. Und wir sehen, dass Europa und die Amerikaner trotz des jüngsten Rummels doch noch positiv gesinnt sind." "Wir arbeiten ruhig, und lassen uns von keinen Stürmen stören."
Die jüngste Wahlkampagne sei ruhig verlaufen. Russland brauche sich nicht zu genieren, wenn es Minsk unterstütze, sagte Lukaschenko.
Putin frage seinen Gesprächspartner, ob es ihm gelingen werde, die politischen Kräfte zur Lösung der Entwicklungsprobleme in Weißrussland zu konsolidieren. Sein Gast erwiderte, die Situation sei in Weißrussland eine andere als in Russland, wo es auf die Konsolidierung der politischen Kräfte ankommt. Für den Präsidenten (Weißrusslands) habe fast die gesamte Bevölkerung und ein Teil der Opposition gestimmt, sagte Lukaschenko.
Putin antwortete, es sei für ihn erfreulich zu hören, dass Lukaschenko zu einer konstruktiven Arbeit mit allen bereit ist.
"Die Situation im Lande ist normal wie vor den Wahlen, die Wirtschaft funktioniert, die Menschen arbeiten. Demnächst beenden wir die Frühjahrsbestellung." Lukaschenko sagte ferner, dass er in der 30-Kilometer-Zone um das Atomkraftwerk Tschernobyl geweilt hatte, um an den Trauerfeierlichkeiten anlässlich des 20. Jahrestages der schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte teilzunehmen. Er versprach Putin, ihn von der Entwicklung vor Ort in Kenntnis zu setzen.
Verfasst: 29 Apr 2006, 04:10
von Edik
Bephep hat geschrieben:(...)
Also an dieser Stelle müsste ich wirklich mal Kritk an Putin üben. Das eine ist, sich nicht sonderlich zu den Vorfällen in Weißrussland zu äußern. Das andere sich mit Lukaschenko zu treffen und ihn dafür zu loben...

Verfasst: 29 Apr 2006, 09:29
von Dimomann
Die Opposition ist massiv vom Westen geschmiert worde und das seit vielen Jahren, außerdem sind da noch ganz andere Dinge am laufen die in keiner Zeitung stehen. Putin hat kein Interesse an einem destabilisiertem Weißrussland wo über kurz oder lang die Nato einzieht, und die Amis ihre ausgedienten Waffensysteme samt Wartungsverträgen für teure Dollar den Weißrussen verhökern und die Entwicklung des Landes beeinflussen werden. Polen + Ukraine ist das beste Beispiel !
Das kann Putin nicht brauchen und ich kann das nachvollziehen. Wäre mal interessant zu wissen wie die Amis reagieren würden wenn die Staaten im Norden Südamerikas nach einer politischen Wende von Russland ingleicher Weise unterwandert würden

Da würdest du die Donats aber kotzen sehen ! Glaubst du die würden dann auch so ruhig bleiben wie Russland ? Na was denkst du ? Das was der Ami niemals tolerieren würde läuft seit geraumer Zeit vor Russlands Toren ab.
Ich finde Putin kümmert sich zu recht um Russland's Interessensphären.
Wenn du gegen Amerikanische Interessen handelst bist du sofort ein böser Verbrecher und wenn du dann den Wink mit dem Zaunspfahl immer noch nicht verstanden hast wird gebombt, selbst wenn der Grund eine Lüge ist (Irak) ! Wenn ich einen Ami von Demokratie und Freiheit reden höre wird mir übel.
Gruß Dimomann
Verfasst: 29 Apr 2006, 12:59
von Bephep
Ich lese das vielleicht anders.
Putin hat Luka kommen lassen damit er sich bei Aktionen gegen die Opposition ein bischen zurueck haelt.Und er hat Luka auch nicht nur gelobt sondern Ihn auch zur Zusammenarbeit mit der Opposition aufgefoerdert.Ich wuerde Putin in diesem Fall nicht kritisieren denn es ist legitim russische Interessen zu vertreten.