Hallo alle zusammen
Tja ich bin wieder zurück in der Schweiz, nach 15 Tagen, die sehr aufregend, spannend und die gute Nerven verlangten. Davon aber später mehr.
Wo soll ich also anfangen, am besten beim Flug, der Hinflug über Wien, Moskau und endlich Novosibirsk verlief relativ stresslos. Nach knapp 14h auf den Beinen landerte ich in Novosibirsk wo ich von meinem Schatz und ihren beiden besten Freunden abgeholt wurde. Der Koffer war schnell in meinem Besitz und wir konnten uns auf den Weg nach Berdsk machen, dieses Mal ohne Schnee, dafür lernte ich die zahllosen Schlaglöcher können, die wohl keinen so richtig interessieren.
Ich kam ja an einem Samstagmorgen an und so hatten wir erst einmal Zeit für uns an diesem Wochenende, als wir in ihrer Wohnung ankamen genoss ich erst einmal die Ruhe wieder bei ihr zu sein. Ihr ging es genauso wie mir. Leider war diese Ruhe nicht allzulang, denn etwa eine halbe Stunde später erwachte ihr 5 jähriger Sohn Yuri, der mit uns hier leben wird.
Sie erklärte mir nun, was nun alles geplant ist, zunächst einmal die Eröffnung des zweiten Geschäftes, dass sie für die Sicherheit ihres älteren Sohnes aufbauen möchte. Montags dann nach Novosibirsk auf`s Standesamt um den Hochzeitstermin zu bestellen und für den kommenden Samstag war schon einmal das 1. Hochtzeitsfest mit all ihren Freunden, Kollegen und Familie zu planen. Insgesamt waren wir an diesem Fest etwa 26 Erwachsene und einige Kinder...davon später mehr..
Das Wochenende verlief schnell und es war Montag und wir fuhren auf das Standesamt. Im Gepäck hatte ich den besprochenen Remy Martin und schweizer Schokolade. Wir trafen uns dann mit der Standesbeamtin und dann kam es gleich, wir konnten in den nächsten Tagen, wie wir geplant hatten, nicht heiraten!!!! Wir dachten, es wäre möglich, denn wir planten ja eigentlich, dass wir dann mit den Unterlagen gemeinsam nach Moskau zu fahren um dort die Unterlagen bei der schweizer Botschaft abzugeben. Wurde also nichts draus....Ich überreichte dann "unter" dem Tisch das "Paket" und plötzlich doch einen Termin für uns, allerdings erst am 29.5.09!!! Nun war klar, dass wir nicht gemeinsam nach Moskau fahren konnte, aber wenigtens hatten wir unseren Termin Mittags um 14h!!!!!
So fuhren wir also nach unserem Termin zurück nach Berdsk. Noch eine kurze Randbemerkung zum Wetter, in der ersten Woche war es eher bewölkt und ich erlebte einmal, dass es innerhalb einer halben Stunde sich die Strasse in eine Wasserstrasse verwandelt hat...einfach für uns, unglaublich.....
Diese regnerische Woche verging schnell, denn die Planungen für unser 1. Fest war neben dem täglichen Arbeiten meines Schatzes voll im Gang. Der Samstag kam und das Fest fand statt, Aussentemperaturen waren mittlerweile auf 5-8 Grad Temperatur gesunken, aber hält das eine russische Gesellschaft ab, ein Fest zu feiern...

? mit genügende Wodka wohl nicht!!!! Also ging es Mittags in einer Freizeitanlage langsam los und die Stimmung kam immer mehr in Fahrt mit zunehmenden leeren Wodka Flaschen smile...Meine Kleine und ich hielten uns allerdings sehr zurück. Für unsere Freunde, die ich auch jetzt so nennen darf, legten wir unsere Ringe für sie an, es war ein wirklich schöner Moment, endlich "meine" Frau gefunden zu haben und in der unendlichkeit der Ringe immer für sie da zu sein. Es war trotz dem kalten, nassen Wetter ein schönes Fest und wenn ich die Bilder mir immer wieder ansehe, dann erinnere ich mich sehr gerne zurück. Am späten Abend fuhren wir dann endlich glücklich nach Hause mit den schönen Eindrücken im Gedächtniss.
Die zweite Woche verging wie im Flug, dass Wetter wurde schöner, viel Sonne und warme Temperaturen und ich konnte endlich auch einmal die warmen Temperaturen von Sibirien geniessen. Wie gesagt, plötzlich war Freitag 29.5.09 und wir machten uns auf den Weg nach Novosibirsk. Der Morgen war sehr anstrengend....nicht für mich!!! Meine Braut hatte einen unglaublichen Stress, schnell noch ins Geschäft, dann Friseur, Maniküre und dann ging es schon los, mit unseren Trauzeugen. Trotz Stau kamen wir pünklich dort an..
Die ersten Photos wurden gemacht, die ersten Unterschriften wurden getätigt und nach einigen Minuten später standen wir vor der Standesbeamtin in einem unglaublich schönen Saal und nach ein paar Minuten, hielt ich die russische Heiratsurkunde in meinen Händen. Ich war unglaublich stolz und glücklich in diesem Moment. Eine kleine Randbemerkung" in diesem Standesamt werden "täglich" zwischen 60 und 120 Ehen geschlossen". Der helle Wahnsinn.
Anschliessend ging der Stress weiter, wir mussten durch die halbe Stadt zum Übersetzungsbüro damit die Unterlagen noch übersetzt und ich sie noch mitnehmen konnte um meine Frau hier in der Schweiz schon einmal vorsorglich anzumelden. Wir haben das noch alles kurz vor dem Weekend geschafft. Als wir dann zurück in Berdsk waren, ging es zusammen ins Reisebüro um für sie einen Flug nach Moskau zu buchen, damit sie allein nun die Unterlagen in Moskau abgegen kann. Nun fliegt sie am Montag 8.6. leider ohne mich und ich hoffe die Zeit die wir jetzt noch getrennt sind, wird nicht mehr allzu lang sein. Jetzt heisst es einfach Geduld zu haben, Zeitraum sagte man uns bis zu 8 Wochen, bis sie ihr Visum bekommt und einreisen darf.
Mein Abflugttag war der reinste Stress, wir kamen viel zu spät am Flughafen in Novosibirsk an, die Trennung war kurz und stressvoll, denn ich musste meinen Koffer mit ins Flugzeug nehmen, das ist mir auch noch nie passiert. So war ich und mein Koffer in der Ural Air und ich war auf der einen Seite glücklich ( dass ich die Maschine noch bekam) und unglücklich, dass der Abschied und die ganzen Umstände so kurz und voller Stress war.
Das Frühstück habe ich in dieser Maschine ausfallen lassen ich hätte mir sonst irgend etwas geholt, dass habe ich dann auf dem Flughafen in Moskau nachgeholt, feiner Kaffee und warme Brötchen und Gipfeli...
Der Rückflug war aber trotzdem das stressvollste was ich bisher gemacht habe. Nach insgesamt 18h auf den Beinen über Moskau, Wien und Zürich war ich dann endlich zu Hause, völlig erledigt, und allein!!!!
Nun ist fast eine Woche vergangen, die Normalität das alltägliche hat uns wieder, telefonieren, mailen und smslen ist das was uns für die nächsten Wochen verbindent. Natürlich auch "den" Ring den ich an meiner linken Hand trage.
Tja meine lieben....nun heisst es noch ein paar Wochen Geduld aufbringen....aber das tut man ja gerne für eine "Russin" smile
liebe Grüsse
blauhai