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Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 22:21
von Sibirier
Steinmeier laedt morgen "zum grossen runden Tisch" ein in der Ukraine, aber ohne die Seperatisten. Will vor allen Dingen die Praesidantschaftswahl regeln, der Uebergangspraesident ist bei der EU. Mit wem will er da reden, und ohne die Ostukraine schafft erkeine komplette Praesidentschaftswahl. Also nur verschwendete Steuergelder und wahrscheinlich mehr Sanktionen...

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 13 Mai 2014, 22:47
von klaupe
Sibirier hat geschrieben:Steinmeier laedt morgen "zum grossen runden Tisch" ein in der Ukraine, aber ohne die Seperatisten. Will vor allen Dingen die Praesidantschaftswahl regeln, der Uebergangspraesident ist bei der EU. Mit wem will er da reden, und ohne die Ostukraine schafft erkeine komplette Praesidentschaftswahl. Also nur verschwendete Steuergelder und wahrscheinlich mehr Sanktionen...
Das wird eher ein halbrunder Tisch. Ich hoffe er schafft es, auch mal den Westukrainern heftig auf die Füße zu treten und gründlich den Kopf zu waschen. Falls nicht, sollte er lieber in Berlin bleiben oder in seinem Wahlkreis hier zum Spargelfest gehen.
Einen runden Tisch kann ich mir nur unter streng neutraler Leitung vorstellen. Gregor Gysi hatte schon Kofi Annan vorgeschlagen und sicherlich gibt es auch noch andere geeignete Vermittler, die von allen Seiten respektiert werden.

Es ist ja nicht nur ein Konflikt der Ukraine, sondern inzwischen zwischen Russland und (fast) dem Rest der Welt, wenigstens der EU/USA-Welt. Wie soll einer von denen zu einem neutralen, ausgewogenen Ergebnis kommen?

Mal abgesehen davon, aber ich würde an meinem runden Tisch auch keine Kriminellen dulden, weder als Separatisten noch als proukrainische Haudegen verkleidet. Es werden ja auch keine Knast-Insassen eingeladen, nur weil sie zufällig Staatsbürger sind und eine Gruppe Gesetzesloser repräsentieren. Auch die Ostukraine hat immer noch legitime Volksvertreter, die sicherlich schon unbequem genug sind.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 00:26
von Alex KA
Sibirier hat geschrieben:Steinmeier laedt morgen "zum grossen runden Tisch" ein in der Ukraine, aber ohne die Seperatisten. Will vor allen Dingen die Praesidantschaftswahl regeln, der Uebergangspraesident ist bei der EU. Mit wem will er da reden, und ohne die Ostukraine schafft erkeine komplette Praesidentschaftswahl. Also nur verschwendete Steuergelder und wahrscheinlich mehr Sanktionen...
Er kann versuchen Jazenuk und seine Gefolge zu sich nach Deutschland anzulocken, zum Beispiel Bürgerschaft anbieten und 300 000 Euro aufs Konto.. vielleicht es ist genau was sie wollen..

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 00:35
von Dietrich
klaupe hat geschrieben:Auch die Ostukraine hat immer noch legitime Volksvertreter, die sicherlich schon unbequem genug sind.
Die würde Kiew garantiert einladen, wenn sie erstens dort noch was zu sagen hätten und zweitens noch alle auffindbar wären, da etliche schon geflohen sind oder sich gerade irgendwo im Wald in Waldboden umwandeln.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 09:11
von Nikolaus
Alex KA hat geschrieben:
Nikolaus hat geschrieben:Himmel, da versucht doch die NZZ, mit der beliebten "Kleinkind-Mathematik" den eindeutigen Willen der Bevoelkerung zu diffamieren. :lol:
http://www.nzz.ch/aktuell/international ... 1.18300884
Und da haben die "Journalisten-Mathematiker", wohl im Bestreben unbedingt ihre Aufgabe zu erfuellen, aber schoenen Mist verzapft. Vielleicht haetten sie mal besser einen Viertklaessler als Konsultanten hinzuziehen sollen; der haette sie sicherlich darauf hingewiesen, dass es natuerlich umwerfend erheiternd falsch ist, fuer die "Plausibilaetsberechnung" in Mariupol die MITTLERE Wahlbeteiligung im ganzen Donbass heranzuziehen.
Ok, man kann sich ja verrechnen. Aber der Anspruch einer ernstzunehmenden Gazette sollte einen NZZ-Mitarbeiter eigentlich dazu bringen zu beruecksichtigen, dass in Mariupol natuerlich aufgrund des Einsatzes der Nationalgarde unmittelbar vor der Wahl mit Toten unter der Zivilbevoelkerung die Wahlbeteiligung sicherlich weit unter dem Durchschnitt lag, auch weil eben viele Wahllokale nicht oeffnen konnten (wollten).
Was aber die Bevoelkerung wohl wollte, zeigten die kilometerlangen Schlangen eindrucksvoll. Ich wuerde jedenfalls nicht "einfach so" durch die halbe Stadt fahren und dann ein paar Stunden in der Schlange warten, nur um etwa Frau Merkel abzuwaehlen, dafuer braeuchte es schon gewichtige Motive ... :)
Tscha, die NZZ gibt eben auch den US-hoerigen Hampelmaennern viel Raum, aber das war bissel sehr grob ...

Ich habe gehört das in Donezk man könnte wirklich mehrere Stimmen abgeben, zum Beispiel für sich, Frau und Kinder, Hauptsache man hat alle Pässe dabei..
Aber es ist auch verständlich, man will nicht unbedingt ganze Familie mitnehmen wenn überall Scharfschützen lauern..
Naja, es wird zwar etliche Staedte geben, wo es wegen der Faschisten von der Nationalgarde nicht ganz ungefaehrlich war, an dem Referendum teilzunehmen, aber dort, wo westliche Journalisten sich aufgehalten haben, bestand offenbar kein sonderliches Risiko. :) Natuerlich ist es moeglich, dass hier und da durch die Finger gesehen wurde.
Mich entsetzt an dem NZZ-Artikel der Versuch, mittels kindhafter Scheinmathematik auf primitivste Art zu versuchen, die hohe Wahlbeteiligung in Frage zu stellen. Man muss aber schon ein Mensch mit PISA-Kenntnissen oder ein Langzeitstudent sein, um auf solchen Dummenfang hereinzufallen. In dem Artikel hat man sich furchtbar abgestrampelt hat, um zu belegen, dass die DURCHSCHNITTLICHE Wahlbeteiligung im Donbass niedriger als veroeffentlich sein muss, da ja die Wahlbeteiligung in Mariupol unter dem Durchschnitt gelegen haben muss; und das ist eben einfach elementarer unlogischer Schwachsinn ... :lol:
Ok, fuer US-Hampelmaenner mit PISA-Faehigkeiten ist es natuerlich einleuchtend. :lol:

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 09:33
von klaupe
Dietrich hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben:Auch die Ostukraine hat immer noch legitime Volksvertreter, die sicherlich schon unbequem genug sind.
Die würde Kiew garantiert einladen, wenn sie erstens dort noch was zu sagen hätten und zweitens noch alle auffindbar wären, da etliche schon geflohen sind oder sich gerade irgendwo im Wald in Waldboden umwandeln.
Man sollte es trotzdem versuchen. Damit hätte man zumindest den mal halbwegs "rechtmäßigen" Teil der Volksvertreter zusammen und wäre den Makel los, dass die Ostukrainer übergangen werden.
Ich würde dazu sogar Janukowitsch ganz offiziell einladen, auch wenn er dabei eher destruktiv wirkt. Aber es wäre doch eine tolle Gelegenheit für ihn, sich total lächerlich zu machen ... oder seine ehrenhaften Prinzipien zu verteidigen.

Ein "Runder Tisch" nur mit bequemen Teilnehmern ist doch eine nahezu wertlose Plapperrunde zur Selbstbeweihräucherung.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 09:36
von klaupe
Nikolaus hat geschrieben:Ok, fuer US-Hampelmaenner mit PISA-Faehigkeiten ist es natuerlich einleuchtend. :lol:
Wir wissen das enorme Glück zu schätzen, dass ein "Nikolaus" allen Medienschaffenden genial überlegen ist und uns aufklärt. Danke :blumen2:

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 11:23
von Gunnar
klaupe hat geschrieben:
Nikolaus hat geschrieben:Ok, fuer US-Hampelmaenner mit PISA-Faehigkeiten ist es natuerlich einleuchtend. :lol:
Wir wissen das enorme Glück zu schätzen, dass ein "Nikolaus" allen Medienschaffenden genial überlegen ist und uns aufklärt. Danke :blumen2:
Was unseren Nikolaus auszeichnet ist einfach diese unnachahmliche Art, Argumente und Belege kurzerhand durch schlichte Behauptungen zu ersetzen, wie z.B. :
... die hohe Wahlbeteiligung
Aha.
Dass es freilich in besagtem NZZ Artikel gerade um eben die Frage geht, ob diese schlichte Behauptung überhaupt der Denklogik standhalten kann, übersieht er irgendwie.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 11:50
von klaupe
Gunnar hat geschrieben:... um eben die Frage geht, ob diese schlichte Behauptung überhaupt der Denklogik standhalten kann, übersieht er irgendwie.
das passt aber ziemlich genau zur Denklogik, mit der neuerdings der Welt solche Referenden verkauft werden. Mathematische oder bevölkerungs-statistische Überlegungen sind nicht vorgesehen und logische Denkansätze werden von linientreuen Gläubigen zerrissen.

Was die Bevölkerung wirklich will und denkt ist doch total irrelevant, so lange ein paar 100 oder 1000 Gehirnamputierte nur laut genug jubeln.

Re: Referendum Donezk

Verfasst: 14 Mai 2014, 15:26
von Dietrich
Nikolaus hat geschrieben:Ok, fuer US-Hampelmaenner mit PISA-Faehigkeiten ist es natuerlich einleuchtend. :lol:
Und wieder habe ich in Erwartung die Luft angehalten... und wurde wieder enttäuscht.

Taschenrechner immer noch kaputt?