Hallo Jung's, endlich kommt mal bissel' Leben in die Bude !
1. Dietrich :
Ich war hier in der Zwischenzeit in mehreren "Dispansern" wegen Vid na Shitelstvo etc., in einem Krankenhaus zur Computertomographie, im Traumpunkt in der Nachbarschaft (am Neujahrmorgen, echt super!) und ausserdem in einem Roddom.
Und was erzaehlst du mir jetzt? Das dir DAS lieber ist als eine deutsche Klinik? Du scheinst im schoenen zivilisierten Hagen bereits der nostalgischen Verklaerung zum Opfer gefallen zu sein.
Dietrich, ich bin nicht aus Hagen sondern aus der wunderschönen Stadt "Dresden". Nostalgie ? Ich glaube die meisten Menschen über 40 sind ein wenig nostalgisch veranlagt, vorrausgesetzt, sie hatten vorher auch gelebt. Im Gegensatz zu einem zwanzigjährigen hat man mit über 40 schon ein wenig Lebenserfahrung angesammelt mit denen sich Vergleiche anstellen lassen. Nehmen wir zum Beispiel die moralische Seite :
1. Ich kann mich erinnern, das wir Jungen früher in der Straßenbahn/Bus aufgestanden sind wenn alte Leute einstiegen und keinen Platz fanden. 2. Ich kann mich auch erinnern,das wir vor unserem alten Lehrmeister noch einen "Heiden-Respekt" hatte weil der Hände wie Toilettendeckel besaß und keinen Zweifel hatte,das ein leichter Schlag zur rechten Zeit das Denkvermögen fördere. Andererseits hat er auch ein Auge zugedrückt wenn wir Montagmorgen ohne Schlaf und direkt vom Tanzen in die Werkstatt kamen.Mit 1,8 auf dem Kessel und Augen die man mit der Latte hätte abschlagen können. Ergebnis : Es gab eine Änderung im Programm und wir durften die am Vortag angelieferten 200 Zentner Kohlen in den Keller schaufeln. Für 17-jährige mit noch zarten Händen und trockener Kehle war das wie Sterben auf Raten und der lerneffekt war 100 %. Solches Theater wie heute an den Schulen wäre damals undenkbar- Polizei,Sozialarbeiter,Krisenmanager- es werden dadurch ja ganz neue Berufszweige erfunden (nur mal als Tip wo das Geld hinwandert) und sowas wird auch noch im TV zelebriert. Peinlicher geht's nimmer mehr !!!
3. "Bitte" und "Danke" zu sagen, im Haus zu Grüßen, Lehrer etc. mit "Sie" anzusprechen und nicht mit "Du" sowie der alten Oma mal die Tür aufhalten und die Tasche hochtragen statt sie zu klauen und noch vieles mehr......ja wenn du das meinst bin ich wohl nostalgisch verklärt. Auch das der Arzt früher nicht zuerst nach der Krankenversicherung fragte sonder nach dem Befinden fand ich nicht abschaffungswürdig. Aber in einer Gesellschaft wo viel Geld zu besitzen gleichgesetzt wird mit "Intelligenz ", und wo die nachmitäglichen TV-Talk-Shows beim Zuschauer das letzte Gramm funktionstüchtigen Hirn's ausschalten kann man auch von der Jugend nicht mehr verlangen.Ich kann nur hoffen, das eine Gesellschaft in der es "NORMAL" ist das Nachbarschaftsstreitigkeiten wie :"der Haufen von Nachbars Fiffi vor meiner Türe" bis vor den Bundesgerichtshof ausgetragen werden, nicht zum Vorbild unsere östlichen Nachbarn werden.
Ich kenne die medizinische Versorgung in Weissrussland nicht, aber ich kenne mittlerweile die in Moskau. Und ich glauba kaum dass es hier schlechter ist, als in Weissrussland.
Ich war hier in der Zwischenzeit in mehreren "Dispansern" wegen Vid na Shitelstvo etc., in einem Krankenhaus zur Computertomographie, im Traumpunkt in der Nachbarschaft (am Neujahrmorgen, echt super!) und ausserdem in einem Roddom.
Und was erzaehlst du mir jetzt? Das dir DAS lieber ist als eine deutsche Klinik? Du scheinst im schoenen zivilisierten Hagen bereits der nostalgischen Verklaerung zum Opfer gefallen zu sein.
Die Aerzte sind menschlicher? Vor oder nachdem du ihnen 200 Dollar in die Kitteltasche gesteckt hast?
In Deutschland gibt es den Ausspruch "Was nix kost, taugt nix". Und selten bewahrheitet er sich so wie in diesem Falle.
Lass mich aus meiner Erfahrung das Beispiel nennen, welches mich am meisten bewegt hatte. Roddom.
Die Geburt eines Kindes ist eines der tollsten Erlebnisse fuer eine Mutter. Oder sollte es zumindest sein. Eine Mutter sollte sich im Roddom geborgen fuehlen und das ganze drum und dran als beruhigend und angenehm empfinden. Aber hier? Das Roddom zaehlte angeblich schon zu den Besseren und trotzdem waren die Verhaeltnisse TROTZ "Zuzahlung" von ein paar hundert Dollars - ich bemuehe mal einen deutschen Ausdruck - unter aller Sau!
Das faengt schon vorher bei Pflichtuntersuchungen (man braucht ja die entsprechenden Stempel auf irgendeiner Karte) in der oertlichen Poliklinik an. Das erste was meine Frau (36 Jahre) dort von der Aerztin hoerte war "In dem Alter wollen sie ein Kind kriegen? Das wird doch eh nichts mehr". "Wo haben Sie das Ultraschall machen lassen? Nicht hier? Das geht so aber nicht!" "Wo wollen Sie gebaehren? Wieso nicht da-und-da? Das unterschreibe ich Ihnen aber nicht..." etc.
Dann geht es irgendwann los, die Wehen werden staerker. Krankenwagen? Ein Witz! Lieber an die Strasse stellen und ein Auto anhalten. Wenn man dann als Ehemann im Roddom ankommt (dafuer das man bei der Geburt dabeisein kann hat man ja auch etliche Dollars an den Arzt bezahlt) darf man es sich in der Annahme gemuetlich machen. Der Frau Haendchen halten? Fehlanzeige! Wegen Kaiserschnitt bin ich dann nicht dazu gekommen an der Geburt teilzunehmen, aber das ist wohl in D genauso. Wenn man dann seine Frau kurz sehen darf (im Aufwachraum), dann faellt einem gleich wieder auf was Dimo unter "sanierungsbeduerftig" versteht.
Und danach? Ohne "Zuzahlung" darf der Mann seine Frau ueberhaupt nicht besuchen. Nur am Fenster winken oder per Handy telefonieren. Was er natuerlich darf, ist sein Fresspaket unten abgeben, weil die Versorgung (es ueberhaupt so zu bezeichnen...) sich auf dem Niveau von morgens Kascha, mittags Bruehe, Abends nix abspielt.
Besuch? Verwandte die noch im Krankenhaus gratulieren? Nix!
Fernseher, Waschgelegenheit und Klo nicht auf dem Flur (alles wieder was Dimo unter sanierungsbeduerftig bezeichnet) nur fuer Zuzahlende Patienten! Fuer die auch Zimmer mit weniger als 4-6 Muettern.
Dafuer kann es aber durchaus passieren, dass da eine glueckliche Mutter zusammen auf dem Zimmer mit einer Frau liegt, die bei der Geburt ihr Kind verloren hat. Besonders toll wenn dann das Kind zum Brust geben gebracht wird und die andere Frau fluchtartig das Zimmer verlaesst...
Das,was Du hier beschreibst kommt mir sehr seltsam vor !Ich kann das absolut so nicht bestätigen und ich habe fast ein Jahr mit meiner Frau in Vitebsk gewohnt. Das man zum Arzt schon mal ein "Podarok" mitnimmt ist normal und das zieht sich durch alle Bereiche der Gesellschaft. Ich habe selbst bei der Registration (in Vitebsk) Leute gesehen die mit einer Torte in der Schlange standen und ohne wieder rauskamen. Mann ! Du bist nicht in Deutschland ! Wo liegt das Problem ? Du kannst jederzeit nach Hause fahren wenn's dir nicht gefällt !!! Vielleicht hat das Personal ja auch einen leichten Anflug von Arroganz und deutscher Pinglichkeit in deinem Anlitz bemerkt und deshalb auf stur geschalten? Wäre ja eine Möglichkeit.Sollte das nicht der Fall sein dann kann ich nur sagen das dererlei in Weißrussland mir nicht bekannt ist ! Diese Brutale unfreundliche Art ohne Grund einem Patienten gegenüber passt auch nicht zum Charakter der Menschen in BY. Einzig bei Volltrunkenen die nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Da gibt's keine Gnade von Schwestern und Ärzten. Die werden wirlich behandelt - schlimmer wie ein Hund !
Dann lieber sofort alles gleich selber bezahlen!!
Und ob selbst angeruehrte Naehrloesung immer einer industriell hergestellten vorzuziehen ist?? Besonders wenn sie in sanierungsbeduerftigen Laboren zusammengeruehrt wird!?
Ich habe leider keine Foto's von dem Labor wo meine Frau arbeitete aber das kann ich dir sagen : So sauber (der Raum ist außerdem neu gefliest) wie's bei meiner Maus im Labor zuging, da könnte sich auch manche hiesige Praxsis eine Scheibe von abschneiden ! Mit sanierungsbedürtig meinte ich die Gänge (z.B. Fussbodenbalg und Farbe müßte mal erneuert werden) und nicht die Arbeitsräume !
Mir auch bei dem Quatsch den zu da behauptest. Aber vielleicht ist es wirklich die nostalgische Verklaerung aus der Jugend.
Komm her, lass dich am Neujahrmorgen im Traumpunkt am Orechovii Bulvar roentgen! (Alles umsonst! und die Mitarbeiter herzlich und voll dabei!!! Besonders der Wachmann, der fleissig Leute an der Warteschlange (3-4 Stunden) vorbeischleuste und fast von den Wartenden verkloppt wurde. Der Arzt schon fast 80, aber mangels ordentlicher Rente immer noch im Einsatz, das Roentgengeraet wurde wahrscheinlich in D in den 60er Jahren irgendwo ausgemustert. Achja, Alles natuerlich etwas sanierungsbeduerftig!!!!
Also komm vorbei und schau es dir an! Und danach wiederhol dein Statement!
Wenn du's so schreibst wird's wohl so stimmen aber verallgemeinern kann man und darf man das nicht !!!!! Und was die ganze Vergleicherei angeht so ging es doch ursprünglich um die Uraine und Weißrussland oder hab ich mich da in den alten Post's verlesen ?
Sportsmann :
Ein bisschen von mir:
in der Ukraine in einem Krankenhaus ist ofiziell auch alles umsonst
(wie früher in der UdSSR und heute in Weissrussland)
nur in der Ukraine sagt man offen, dass im Krankenhaus auf Staatskosten es nichts gibt
und man muss selber für alles bezahlen.
Ja ? Was ist den ein "Staat" für dich, du Witzbold ? Für mich ist es immer noch die Bezeichnung einer Gemeinschaft in der das schwächste Glied genauso geschützt ist wie das stärkste und in dem die Gesetzte dazu verplichten die Gesundheitsversorgung im vollem Umfang für jeden zugänglich zu halten.Wie man sich in der Familie auch beistehen würde nur ebend im Großen. Das ist es was uns vom Tier unterscheidet !Wenn das Geld knapp ist muß man es ebend anders verteilen aber Menschen nur weil sie arm sind zu benachteiligen oder gar wie in der Ukraine fast verecken zu lassen ist das letzte !!!
Und wer sind den die schwächsten ? Die Alten und die Kinder ! Die Alten die dich großgezogen und versorgt haben als du noch ein hilfloses nichts warst und die Kinder die - wenn sie Erwachsen sind - dich einmal versorgen müssen und auf deren Wohlwollen du dann angewiesen bist. Mit deiner Einstellung hätte ich aber gewaltig Angst vor dem, was meine Kinder mit mir machen wenn sie denn mal Erwachsen sind (z.B. wenn ich noch kleine Kinder hätte).
Wenn in Weissrussland in einem Krankenahus die neusten Medikamente,
die Hunderte von Dollar im Westen kosten, umsonst gibt und
alle Ärzte Herz- und Hirnchirungen mit Weltnamen sind,
dann sollen wir keine Sorgen um die Weissrussen mehr haben.
Der Kommunism ist endlich da
(mindestens in einem separat genommenen Land).
Dann wird uns plötzlich klar, warum man im kapitailstischen Westen
das Land so scharf kritisisert.
Wer will schon, dass eigene Bevölkerung Richtung Weissrussland abwandert?
Habt Ihr schon ein Ticket für ein Termin bei der Weissrussischen Botschaft in Berlin bekommen?
Ein Einreisevisum nach Weissrussland mit der Möglichkeit da um Asyl zu betten...
Oder soll man sich an die Schleuserbanden wenden
und illegal ins Land einreisen?
Naja Sportsfreund, ich denke mal ich lasse deine Ausführung für sich selbst sprechen. Da ist jeder Komentar überflüssig.
Kultgrieche :
Deine Satistik hat keine Angaben in welchem Zeitraum sie erhoben wurde deshalb hinkt sie ein wenig und lässt keine Schlußfolgerungen zu.
Das ist ungefähr so als müßtest du einen Dreisatz mit zwei unbekannten lösen. Aber sonst interessant.
Bephep :
Lass nur Werner, beim draufhauen sieht man erst wenn sich der Staub gelegt hat wer noch übrig ist.
Allen einen Gruß
Dimo