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Re: Afghanistan

Verfasst: 11 Dez 2009, 18:39
von Dietrich
bauplan hat geschrieben:Tolle Rambomentalität.
Das hat weniger mit Rambo als mit dem Wesen jeder kriegerischen Auseinandersetzung zu tun.

Auch wenn manche meinen die Amerikaner hätten nach der Vernichtung der Indianer ihre Massenvernichtungswaffen für immer weggeschlossen, so geht es in einem Krieg in dem sich Soldaten gegenüberstehen eben doch "eigentlich" nur darum, wer zuerst soviele Feinde umgebracht hat, dass er zuerst das Land besetzen und zweitens den Gegner zum Aufgeben zwingen kann.
Das mit der Aufgabe durch den Gegner "klappt" zwar bei den "Kriegen gegen den Terror" nicht so richtig, aber das ändert wenig an dem Ziel, die gegnerischen Streitkräfte nach Möglichkeit so weit wie möglich zu dezimieren.
Im Gegenteil.
Wenn ich davon ausgehen kann, dass der Gegner aufgibt, sobald ich sein Gebiet besetzt habe, so werde ich mich auf das Vorrücken konzentrieren und ich kann Gegner verschonen, wenn sie mich nicht daran hindern. Ist aber jeder lebendige Gegner nur eine potentielle Quelle für Anschläge und damit eigene Verluste, so nimmt die Vernichtung der gegnerischen Kämpfer sogar noch eine wichtigere Rolle ein.

Und mal ehrlich: Wer kann es einem Soldaten da unten verübeln, wenn er, um womöglich in Zukunft sein eigenes Leben zu schützen, lieber einmal mit einem zu großen als einem zu kleinen Kaliber draufhält. Zumal sich auch "eigene Verluste" in den heimischen Medien immer schlecht machen.

Oder wer möchte lieber in der Bild-Zeitung lesen:
"Oberst Klein entschied sich, die Tankwagen lieber zurückzuerobern, wobei 15 Bundeswehrsoldaten ums Leben kamen. Der Verteidigungsminister sagte dazu, dass die Rückeroberung der 4000 Euro teuren Benzinlieferung und die Verschonung der Zivilisten es allemal Wert war, die Jungs zu opfern. An die Witwen und Kinder der Soldaten überreichte er Dankschreiben und selbstgebastelte Geschenke der afghanischen Dorfbevölkerung".

Nochmal zur Erinnerung: Ich finde Krieg nicht toll. Im Gegenteil. Ich würde dem ersten Gefühl nach auch unsere Soldaten lieber sofort wieder von dort abziehen. Aber ich bin mir auch bewusst, dass wir in Deutschland unsere Freiheit eben dadurch erhalten haben, dass die Amerikaner vor mehr als 60 Jahren eben nicht so dachten. Und aus diesem Grund sollte man die Sache etwas differentierter betrachten. Und WENN wir schon Soldaten in einen Krieg schicken, dann müssen wir auch akzeptieren, dass sich diese dort verhalten wie es Soldaten in einem Krieg nunmal müssen.

Re: Afghanistan

Verfasst: 11 Dez 2009, 18:59
von bauplan
Tut mir leid, was du da geschrieben hast, kann ich nur als menschenverachtend empfinden.

Der Krieg ist millitärisch nicht zu gewinnen, der ist nur durch Verhandlungen, auch mit den Taliban, zu beenden.

Die Amis haben die Nazis nach dem WKII ja auch in den Aufbau der " Demokratie" mit integriert.

Wenn man nicht vernünftig aufklären kann, ob das nun Zivilisten oder Feinde sind, dann darf man keinen Krieg spielen, sondern muss nach Hause fahren. Das Prinzip lieber einmal mehr draufhalten als zu wenig ist menschenverachtend.

Re: Afghanistan

Verfasst: 11 Dez 2009, 19:12
von zimdriver
Vielleicht werden diese Flugzeuge hier auch nur zur Tarnung als Militärtransporter gebaut? Der eigentliche Zweck ist der Transport von Campingstühlen in die afghanischen Berge, wegen der gesunden Höhenluft. Und wenn sich dann einer der Stühle als Panzer herausstellt, wills wieder keiner gewesen sein. :lol: :lol: :lol:
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C ... googlenews

Es wird was gründlich missverstanden in diesem Krieg. Es ist kein klassischer Verteidigungskrieg für Deutschland. Würde sich die Sache in der öffentlichen Wahrnehmung ändern, wenn der Fall einträte, wie von mir oben erwähnt, durch einen Terroranschlag Deutschland direkt betroffen wäre? Wenn nicht nur die Weisswurst und der Schampus ungeniessbar wären, sondern Angst einsetzt, wenn man auf die Strasse geht?

Das hat nichts mit pauschaler Verurteilung Andersfarbiger, Andersgläubiger, Andersdenkender und -sprechender zu tun! Mir ist es eben lieber, wenn ein Problem im Ansatz bekämpft wird, wenn es als solches gemeinschaftlich erkannt wird. Es war zur Zeit des Kalten Krieges für Deutsche beider Seiten bequem zu wissen, dass der grosse Bruder/ der atlantische Partner das Problem schon lösen würde. Nun sind eben auch mal Verpflochtungen einzulösen, die damals eingegangen wurden. So ist das im Leben.

Irgendwie gibt´s keine Lösung für diese Frage, denke ich. Die einen wollen gute Menschen sein, die anderen sind Pazifisten, die dritten sind Realisten, die vierten interessiert's erst dann, wenn der Berliner Hauptbahnhof und der Reichstag durch Selbstmordattentäter Schutt sind.
Ich habe mehrere Jahre in Zentralasien gelebt, ganz nahe an Afghanistan, habe mit Afghanen und Iranern sehr gute Geschäftskontakte gehabt. Den Koran kenne ich ein wenig, die islamischen Feiertage ganz gut. Ich muss demnächst auch auf Geschäftsreise nach Kabul gehen. Ob die dann wissen, dass ich zu den Guten gehöre, weil Deutsch? Ich traue mich nicht, dies zu glauben und schiebe den fälligen Besuch vor mir her, solange es irgendwie geht.

Re: Afghanistan

Verfasst: 11 Dez 2009, 19:15
von zimdriver
bauplan hat geschrieben:Tut mir leid, was du da geschrieben hast, kann ich nur als menschenverachtend empfinden.
......
Wenn man nicht vernünftig aufklären kann, ob das nun Zivilisten oder Feinde sind, dann darf man keinen Krieg spielen, sondern muss nach Hause fahren. Das Prinzip lieber einmal mehr draufhalten als zu wenig ist menschenverachtend.
Nur gut, dass oben auf den Tankwagen schnell Aufkleber aufgebracht wurden, die besagten, dass der Sprit für die deutschen Rasenmäher und die japanischen Mopeds der afghanischen Dorfjugend gebraucht wird und nicht für kleine hässliche Bomben.
Tanklaster im Krieg klauen und nicht ahnen, dass das heiss werden könnte?

Re: Afghanistan

Verfasst: 11 Dez 2009, 19:23
von bauplan
zimdriver hat geschrieben: Nur gut, dass oben auf den Tankwagen schnell Aufkleber aufgebracht wurden, die besagten, dass der Sprit für die deutschen Rasenmäher und die japanischen Mopeds der afghanischen Dorfjugend gebraucht wird und nicht für kleine hässliche Bomben.
Tanklaster im Krieg klauen und nicht ahnen, dass das heiss werden könnte?

Wie ich bereits schrieb, wenn man nicht richtig aufklären kann, sollte man zu Hause bleiben.
Wenn man dann noch nichtmal auf den "Großen Bruder" hört, dann hat man seinen Job verfehlt.

Wie wäre es denn mit Flächenbombadierungen? Da wird man sicher auch genug treffen, die es "verdient" haben.

In Deutschland wird kein Soldat gezwungen diesen Beruf zu wählen. Wenn ich ihn dann wähle, kann ich mich nicht hinstellen und sagen, ich baller lieber einen Haufen Unschuldiger ab, bevor mir was passiert.

Re: Afghanistan

Verfasst: 12 Dez 2009, 01:50
von zimdriver
bauplan hat geschrieben:
zimdriver hat geschrieben: Nur gut, dass oben auf den Tankwagen schnell Aufkleber aufgebracht wurden, die besagten, dass der Sprit für die deutschen Rasenmäher und die japanischen Mopeds der afghanischen Dorfjugend gebraucht wird und nicht für kleine hässliche Bomben.
Tanklaster im Krieg klauen und nicht ahnen, dass das heiss werden könnte?

Wie ich bereits schrieb, wenn man nicht richtig aufklären kann, sollte man zu Hause bleiben..........
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
Deshalb bist Du auch zu Hause.

Re: Afghanistan

Verfasst: 12 Dez 2009, 06:48
von bauplan
zimdriver hat geschrieben: Deshalb bist Du auch zu Hause.

Richtig, deswegen bin ich kein Soldat geworden.

Ich hasse es nämlich auf unschuldige Menschen zu schießen oder dabei helfen zu müssen. Cowboy und Indianerspiele habe ich als Kind gemacht, als Erwachsener hatte ich das nicht mehr nötig.

Zu meiner potentiellen Soldatenzeit versuchte man uns noch einzureden, die BRD hat nur eine Verteidigungsarmee ( gegen die bösen Kommunisten ) und wird nie im Ausland eingesetzt.

Re: Afghanistan

Verfasst: 12 Dez 2009, 12:48
von Kultgrieche
Meine Meinung ist: Raus aus Afghanistan. Es war ein Fehler, dort einzumarschieren. Das Ziel einer Demokratisierung mit militärischen Mitteln ist menschenverachtend. Ein jedes Land soll seinen Weg alleine gehen, ohne dass es durch andere auf den für andere richtigen Weg gebombt wird.

Karzai, der mit dem Teppichumhang, hat ein korruptes Regieme aufgebaut, dessen Macht nur um Kabul heruas reicht. Die letzte von der NATO gepuschte Wahl in Afghaistan war sowas von gefälscht, da sind russische Wahlen dagegen ein Hort der Demokratie.

Mir als Deutschen haben die Taliban nichts getan, dehalb würde ich auch nie einen Krieg gegen sie führen. Was die Taliban in Afghanistan machen ist Sache des afghanischen Volkes, es soll seinen Weg selber gehen.

Die NATO-Mission ist zum Scheitern verurteilt, das Ziel einer Demokratisierung und Stabilisierung Afghansitsans wird nie erreicht werden. Bis sich diese Erkenntnins endlich in den BEtonköpfen der westlichen Politikern durchsetzt, werden noch Afghanen und Soldaten der ISAF ihr Leben lassen. Und dieser sinnlose Tod ist für den Arsch.

Re: Afghanistan

Verfasst: 12 Dez 2009, 17:34
von CSB_Wolf
Kultgrieche hat geschrieben:Meine Meinung ist: Raus aus Afghanistan.
Das ist auch meine Meinung. Wenn schon dann richtig, mit einem sehr grossem Kontigent, ab 50000 Mann aufwärts und mit allem was auch dazugehört. Luftwaffe nicht nur zum Aufklären, Leo-II Panzer und Kampfhubschrauber und als erstes mal sämtliche Mohnfelder von der Luft aus mit Napalm abfackeln. Da dass nicht möglich ist, sofort raus ohne wenn und aber, da war schon unter den Engländern immer Krieg und da wird auch in Zukunft immer Krieg sein. Die 4000 Mann dort ist doch lächerlich, 90% sitzen im Lager und 10% Fahren Streife :roll:

Gruss
wolf

Re: Afghanistan

Verfasst: 12 Dez 2009, 17:55
von Schwabe
Kultgrieche hat geschrieben:Die NATO-Mission ist zum Scheitern verurteilt, das Ziel einer Demokratisierung und Stabilisierung Afghansitsans wird nie erreicht werden. Bis sich diese Erkenntnins endlich in den BEtonköpfen der westlichen Politikern durchsetzt, werden noch Afghanen und Soldaten der ISAF ihr Leben lassen. Und dieser sinnlose Tod ist für den Arsch.
Wieviel Afghanen werden wohl in diesem Moment, die Hände zum Himmel reißen und frei nach russischer Tradition schreien:

"Woina kapuuuuuuuuuuuuuut!"

Solange es Politiker gibt, gibt es auch Krieg: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik unter Einbeziehung anderer Mittel” (von Clausewitz: Vom Kriege I, 1, 24).

Hat eigentlich jemand von Euch Bekannte, die als Soldaten dort unten sind? Ich kenne einen, er war 2003-2004 dort unten.