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Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 14:41
von arghmage
Jochen hat geschrieben:Der Einstieg findet sich immer! Ich stieg über Zeitarbeit ein (Ing.-Dienstleister)! Interessante Projekte, anspruchsvoll! Solche Zeitfirmen suchen ohne Ende und zahlen auch fair! Nach 1,5 Jahren hatte ich meine ersten Erfahrungen und bewarb mich woanders.
Diese ganze Entwicklung der Zeitarbeit finde ich aber auch eher bedenklich. In vielen Firmen ist mittlerweile schon normal, daß fast nur noch Zeitarbeiter beschäftigt werden. Und eine Stelle, die einmal durch Zeitarbeit besetzt wurde, wird wohl so gut wie nie mehr wieder mit einem "normalen" Angestellten besetzt. Klar schaffen dann Einige den Umstieg in einen "normalen" Job, dazu brauchts aber mehr Glück als Verstand.
Ähnlich mit den 1-Euro-Jobs, die vernichten auch massig reguläre Arbeitsplätze. Wozu jemanden fest einstellen, wenn ich immer neue Billigkräfte vom Arbeitsamt bekomme? Da läuft was grundsätzlich schief am Arbeitsmarkt und man muß wirklich froh sein, daß man nicht in dieser Mühle drinsteckt, weil das Rauskommen ist nicht leicht.
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 14:46
von Jochen
pippie hat geschrieben:
Aber wir können hier weiter diskutieren, wie wir wollen, davon wird die Arbeitsmarktlage in Deutschland nicht besser.
Lassen wir es also einfach, bringt eh nichts.
Kann nicht wohnt meist in der Willnicht-Strasse!
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 14:55
von Jochen
arghmage hat geschrieben:Jochen hat geschrieben:Der Einstieg findet sich immer! Ich stieg über Zeitarbeit ein (Ing.-Dienstleister)! Interessante Projekte, anspruchsvoll! Solche Zeitfirmen suchen ohne Ende und zahlen auch fair! Nach 1,5 Jahren hatte ich meine ersten Erfahrungen und bewarb mich woanders.
Diese ganze Entwicklung der Zeitarbeit finde ich aber auch eher bedenklich. In vielen Firmen ist mittlerweile schon normal, daß fast nur noch Zeitarbeiter beschäftigt werden. Und eine Stelle, die einmal durch Zeitarbeit besetzt wurde, wird wohl so gut wie nie mehr wieder mit einem "normalen" Angestellten besetzt. Klar schaffen dann Einige den Umstieg in einen "normalen" Job, dazu brauchts aber mehr Glück als Verstand.
Ähnlich mit den 1-Euro-Jobs, die vernichten auch massig reguläre Arbeitsplätze. Wozu jemanden fest einstellen, wenn ich immer neue Billigkräfte vom Arbeitsamt bekomme? Da läuft was grundsätzlich schief am Arbeitsmarkt und man muß wirklich froh sein, daß man nicht in dieser Mühle drinsteckt, weil das Rauskommen ist nicht leicht.
Sehe ich anders! Gerade als Absolvent ohne Erfahrung ist Zeitarbeit ein guter Einstieg. Zeitarbeit ist auch nicht Zeitarbeit! Die Ing.-Büros sind professionelle Dienstleister und keine Zuhälter, die Hilfsarbeiter für 5€ verkaufen! Ich konnte nichts schlechtes berichten! Gehalt, Urlaubs, Weihnachtsgeld, Spesen, Hotel, km-Geld alles kein Problem!
Viele Absolventen machen sich auch falsche Vorstellungen! Auch bei Daimler, Bosch und co. gibt es für Absolventen keine 50 Riesen zum Einstieg! Da muss man schon Muttis Heller sein!
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 15:01
von pippie
Jochen hat geschrieben:pippie hat geschrieben:Jochen hat geschrieben:
Aber wir können hier weiter diskutieren, wie wir wollen, davon wird die Arbeitsmarktlage in Deutschland nicht besser.
Lassen wir es also einfach, bringt eh nichts.
Kann nicht wohnt meist in der Willnicht-Strasse!
Ich hatte konkret gefragt, ob es in deinem Stammhaus Stellen für BWL-Absolventen gibt. Darauf habe ich keine Antwort bekommen, statt dessen kamen von dir Meinungsäußerungen a la "wer Arbeit will, findet auch welche".
Zeitarbeit wäre eine Alternative, wenn man da einen Job mit Diplomabschluß bekommen würde.
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 15:14
von Jochen
Was soll ich dir antworten? Sicher gibt es Stellen für Absolventen, wie in jeder anderen größeren Firma auch! Mich nervt nur etwas deine seitenlange negative Stimmung: bekomme nichts, keiner will mich usw.
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 15:57
von pippie
Jochen hat geschrieben:Was soll ich dir antworten? Sicher gibt es Stellen für Absolventen, wie in jeder anderen größeren Firma auch! Mich nervt nur etwas deine seitenlange negative Stimmung: bekomme nichts, keiner will mich usw.
Es geht nicht um mich. Lassen wir es einfach-ok?!
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 16:11
von Jochen
Im Namen Dritter zu klagen ist ja noch unverständlicher!
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 16:15
von Dietrich
Zeitarbeit MUSS für die Unternehmen wesentlich teurer sein, als Mitarbeiter fest einzustellen. Wenn das Unternehmen für einen Zeitarbeiter 150% dessen bezahlt, was ein fester Mitarbeiter kostet, dann kann der Zeitarbeiter 125% bekommen und die Zeitarbeitsfirma die restlichen 25%.
Zeitarbeit soll den Unternehmen Flexibilität bringen. Und Flexibilität ist eben teuer.
Wenn es aber Flexibilität UND Kostenersparnis bringt, selbst wenn die Zeitarbeiter die Festangestellten zu 100% der Zeit ersetzen, so ist am System was faul.
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 16:36
von pippie
Jochen hat geschrieben:Im Namen Dritter zu klagen ist ja noch unverständlicher!
Nicht, wenn es das eigene Kind und deren Freunde sind.
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 16 Jun 2011, 16:37
von Zeppelin
Jochen hat geschrieben:Im Namen Dritter zu klagen ist ja noch unverständlicher!
Schon klar, dass Dir das unverständlich ist - so wie ich die Diskussion hier inzwischen nachgelesen habe.
Akzeptieren kann ich das allerdings nicht - zumal in der Diskussion seitens der 'erfolgreichen' keinerlei biographische und reginonale Faktoren berücksichtigt werden.
Stell Dir mal eine junge Frau aus einer Kleinstadt im nördlichen Brandenburg vor: Jg '81, Abi, dann kaufmännisch-technische Berufsausbildung im mittelständischen Handwerk mit bestem Abschluss, weitere 2 Jahre Berufserfahrung mit Teamleitererfahrung, anschließend privat finanziertes Bachelor-Studium an einer privaten FH (die speziell Nachwuchs für den regionalen Mittelstand ausbildet) kurz vor dem Abschluss, und inzwischen auch eine 2,5-jährige Tochter, zwar nicht verheiratet aber mit festem Lebensgefährten, welcher Vater der Kleinen ist.
Dieser Lebensweg ließ sich nur mit massiver Hilfe von Eltern und Großeltern absolvieren.
Aber wie sehen nun die Job- und Verdienstaussichten aus? Antwort: Einfach grauenhaft!
Jetz komme mir blos keiner mit Flexibilität! Wie soll es denn in der Lage gehen, mal eben so für die Probezeit einige 100 km umzuziehen, sich um die Kinderbetreuung dort zu kümmern und dann noch die erwarteten 50+ Stunden die Woche zu arbeiten, von denen max. 37 bezahlt werden?
Jedenfalls nicht für die max. erreichbaren 2k€ brutto im Monat.
Die Geschichte ist nicht erfunden, sondern die einer meiner Nichten ganz aktuell.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche Leute in ihrer zwar auch anstrengenden aber doch recht erfolgreichen Position den Blick für den Rest verlieren.