Hallo Uwe,
Ich finde den Vergleich zwischen der Art und Weise, wie
1945 bis 1989 Sowjetrussland (…tschuldigung für die unkorrekte Bezeichnung), den ostelbischen Deutschen „erfolgreich“ seine politische Meinung diktiert"
hat und der Resolution des Bundestages - sagen wir mal - sehr ungerecht.
Diese Resolution keine gewaltsam durchgesetzte Ordnung (wie in der DDR), ja noch nicht mal eine Drohung. Es ist ein Hinweis unter Freunden, dass man sich über die Entwicklung bzw, das Verhalten des Freundes Sorgen macht. Und in diesem Falle sogar ernsthafte Sorgen. Dieser Hinweis ist für einen Hinweis schon recht deutlich formuliert, aber das unterstreicht nur, wie ernsthaft die Sorgen mittlerweile sind.
Wenn die Russen diesen Hinweis als Begründung nehmen, wie du es sagst
eben weil die Russen nicht mehr mit ihm sprechen wollen.
dann ist das sehr schade. Aber wenn ein vermeintlicher Freund auf derart vorgetragene Sorgen gleich so eingeschnappt reagiert, dann sagt das leider sehr viel über den wirklichen Grad der Freundschaft von dessen Seite aus. Sehr viel Schlechtes.
Du sagst
Schade um ungenutzte Chancen im Deutsch-Russischen-Verhältnis und schade um die filigrane Arbeit, die sich die deutschen Diplomaten in den Botschaften und Konsulaten in Russland machen, um das Klima auf gutem Niveau zu halten.
Ich sage, gerade wegen des guten Deutsch-Russischen Verhältnisses ist Deutschland dazu verpflichtet, die Sorgen auch zu kommunizieren und nicht nur des guten Verhältnisses willen zu schweigen, bis es vielleicht zu spät ist.
Also mir ist ein guter Freund lieber, der mir auch mal kritisch seine Meinung sagt, als einer der immer freundlich nickt und mir bei der erstbesten Gelegenheit in den Rücken fällt.
Ja, "die Gedanken sind frei", aber man muss sie nicht immer für sich behalten. Manchmal ist es sogar schädlich, dies zu tun.