Folter im Nordkaukasus

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Tuersteher Ivan
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von Tuersteher Ivan »

manuchka hat geschrieben:Dass irgendwas schiefläuft mit der Politik für die Nordkaukasus-Republiken und dass die Finanzierung scheinbar nicht da ankommt, wo sie hin soll, ist eine Sache.
Es ist kaum moeglich in der heutigen Situation anders zu handeln. Kremlpartei will ihre "146%" der Stimmen aus dieser Region weiter bekommen und die Eliten von dort drohen Kreml mit Terrorgefahr falls der Geldhahn zugedreht wird. Deswegen sage ich immer wieder: WEG MIT DEM KAUKASUS! ХВАТИТ КОРМИТЬ КАВКАЗ!
Wieviele Kaukasier kennst du denn?
Viel genug um solche "Pauschalverurteilungen" abzugeben.
pippie

Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von pippie »

manuchka hat geschrieben: ...Oder ist das in Europa groß anders? Wer will schon lernen, wer will schon arbeiten, wenn man auf Kosten anderer auch recht gut leben kann? :lol:
Jeder, der sich selbst etwas wert ist.
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manuchka
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von manuchka »

Genau, pippie. Ich glaub, das ist im Kaukasus aber nicht anders...
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manuchka
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von manuchka »

Tuersteher Ivan hat geschrieben:
manuchka hat geschrieben:Dass irgendwas schiefläuft mit der Politik für die Nordkaukasus-Republiken und dass die Finanzierung scheinbar nicht da ankommt, wo sie hin soll, ist eine Sache.
Es ist kaum moeglich in der heutigen Situation anders zu handeln. Kremlpartei will ihre "146%" der Stimmen aus dieser Region weiter bekommen und die Eliten von dort drohen Kreml mit Terrorgefahr falls der Geldhahn zugedreht wird.
Na dann sollte man die Schuld aber nicht bei DEN Kaukasiern suchen, sondern bei 1. "den Eliten" in Moskau (Stichwort Kremlpartei), die ihre Günstlinge mit staatlichen Geldern füttern und 2. "den Eliten" im Kaukasus, die drohen und sich die Gelder aus Moskau unter den Nagel reißen. Du hast nur bestätigt, was Axel schon sagte:
Bildung, Beschaeftigung und Aufklaerung, einfach ein lebenswertes Leben, nimmt den Extremisten den Nachschub!
- aber soweit kommt es nicht, weil eben nicht diese Dinge aus Moskau finanziert werden, sondern irgendwelche anderen "Projekte", so dass die Grundzufriedenheit der breiten Bevölkerungsmassen nicht wächst und somit weiter immer schön Nachwuchs für möglichen Terror gezüchtet werden kann.
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Dietrich
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von Dietrich »

manuchka hat geschrieben:Du hast nur bestätigt, was Axel schon sagte:
Bildung, Beschaeftigung und Aufklaerung, einfach ein lebenswertes Leben, nimmt den Extremisten den Nachschub!
- aber soweit kommt es nicht, weil eben nicht diese Dinge aus Moskau finanziert werden, sondern irgendwelche anderen "Projekte", so dass die Grundzufriedenheit der breiten Bevölkerungsmassen nicht wächst und somit weiter immer schön Nachwuchs für möglichen Terror gezüchtet werden kann.
Es ist aber im Endeffekt "billiger", einige wenige "Eliten" da zu füttern, als wenn man versucht durch Bildung, Beschäftigung und Aufklärung die große Masse zu erreichen. Und auch effektiver. Denn wie man Irak, in Afghanistan, etc. sieht, wird derartige Hilfe und Versuche zu Bildung und Aufklärung nicht immer angenommen, wenn sie von außen kommen.

Also lieber "einen von denen" für die Drecksarbeit vor Ort fürstlich entlohnen und ansonsten die Augen fest zudrücken, solange der nur effektiv arbeitet. Darum steht Russland ja auch weiterhin nicht eindeutig gegen Assad.
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
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bauplan
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von bauplan »

Dietrich hat geschrieben:....
Also lieber "einen von denen" für die Drecksarbeit vor Ort fürstlich entlohnen und ansonsten die Augen fest zudrücken, solange der nur effektiv arbeitet. Darum steht Russland ja auch weiterhin nicht eindeutig gegen Assad.
Aus dem Grund hatte ein britischer General auch im Zusammenhang mit dem Irakkrieg gesagt:
Der Irakkrieg ist nicht in Griff zu bekommen. Es wäre besser, wieder einen lenkbaren, bzw. uns freundlichen Diktator zu installieren, der wieder für Ordnung im Irak sorgt.

Manchmal lieber ein Diktator als grenzenloses Chaos.
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Dietrich
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von Dietrich »

bauplan hat geschrieben:Manchmal lieber ein Diktator als grenzenloses Chaos.
Aus dem Chaos kann sich aber auch etwas Sinnvolles formen lassen. Das ist zwar schwierig und teuer, aber wenn es denn gelingt, dann lohnt es sich. Wenn es auch in Libyen zur Zeit noch nicht so aussieht, so scheint Ägypten tatsächlich schon einen Schritt weiter in die Richtung zu sein. zumindest haben dort nun die Moslambrüder ihr wahres Gesicht zeigen können und es formiert sich Widerstand. Leider haben in Syrien Russland und China entscheidend dazu beigetragen, dass sich im Chaos jetzt erstmal Kräfte formieren konnten, die leider den Weg vom Chaos zu etwas Sinnvollen nur weiter und schwieriger machen. Trotzdem ist es nicht wert, deshalb einem Diktator in die Karten zu spielen.
Assad hatte seine Chance, rechtzeitig auf das Volk zu hören und politische Reformen einzuleiten. Auch wenn es ihn um sein Amt gebracht hätte. Aber genau wie Putin (obwohl ich die beiden ansonsten nicht direkt vergleichen möchte), wählte er den Weg über Repressionen und nicht über den Dialog. In Russland ist das zur Zeit noch möglich, da hier noch keine Waffengewalt gegen Demonstranten notwendig ist und auch die Repressionen längst nicht so weit gehen.
Viele von den russischen Amtsträgern haben mittlerweile über Korruption und Mißbrauch des Rechtssystems so viel Dreck am Stecken, dass sie bei einer Aufgabe der Macht mit beiden Beinen im Gefängnis stehen. Diese Leute haben nur eine Möglichkeit, nämlich die Macht mit allen Mitteln zu verteidigen. Das tun sie und das werden sie tun, bis zum bitteren Ende. Nur so können derartige Gesetze zustande kommen, wie wir es in den letzten Wochen und Monaten in Russland gesehen haben.

Ob Putin bei der Sache der eigentliche "Macher" ist, oder auch nur von anderen Kräften getrieben wird.... da bleiben für mich immer noch Zweifel. Einerseits tritt er immer als der große Entscheider auf, andererseits unterschreibt er dann aber so ein Adoptionsverbot, ohne seine vorher angekündigte "genaue Prüfung" auch nur irgendwie öffentlich zu zeigen und zu erklären.

Ist eigentlich der Türsteher jetzt für dich (und auch für Axel) eigentlich auch ein unmöglicher Rechtsradikaler? Irgendwie habe ich in Erninnerung, dass eine gleichlautende Äußerung Navalnies ihn bereits für alle Zeiten disqualifiziert hatte....
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von Dietrich »

Ich habe gerade übrigens ein sehr interessantes Interview gelesen, das sich auch mit der Problematik beschäftigt:

http://www.spiegel.de/politik/ausland/i ... 79319.html
Der Arabische Frühling war lediglich eine Antwort auf autokratische Systeme und Despotismus, also auf die Gründe, die die arabische Welt in Dunkelheit haben versinken lassen. Die Proteste waren aber kein Verlangen einer kulturellen oder wissenschaftlichen Renaissance. Daher kann man keine großen Veränderungen erwarten. Eine wirkliche Befreiung wird es nur geben, wenn auf politische Veränderungen ein kultureller Wandel und eine Veränderung von Einstellungen folgt.
Im unteren Teil des Interviews wird er dann noch deutlicher....
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von bauplan »

Dietrich hat geschrieben:
bauplan hat geschrieben:Manchmal lieber ein Diktator als grenzenloses Chaos.
Aus dem Chaos kann sich aber auch etwas Sinnvolles formen lassen.
Ich halte es für vermessen zu glauben, dass unser Demokratieverständnis universal auf alle Kulturbereiche anzuwenden ist.
Viele Arabienkenner haben davor gewarnt. Das nun die Al-Quaida schon in westlichen Medien als Freiheitskämpfer dargestellt wird, nur weil sie gegen Assad Krieg führen, ist dann schon absurd.
Jeder der gegen Staaten kämpft, die den USA aus irgendwelchen Gründen nicht passen kämpft für die Freiheit.
Angefangen von Afghanistan, wo Bin Laden von den Amis unterstützt wurde um gegen die UdSSR zu kämpfen bis zu den "Arabischen Revoluionen".
Oder Demonstranten in den ehemalgen Sowjetstaaten.
Dietrich hat geschrieben: Ist eigentlich der Türsteher jetzt für dich (und auch für Axel) eigentlich auch ein unmöglicher Rechtsradikaler? Irgendwie habe ich in Erninnerung, dass eine gleichlautende Äußerung Navalnies ihn bereits für alle Zeiten disqualifiziert hatte....
Wenn einer dazu aufruft die Kaukasier müssten umgebracht werden, also Völkermord befürwortet und dazu aufruft, dann ist das faschistisches Gedankengut, egal ob von Nawalny oder irgendjemanden.
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Dietrich
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Re: Folter im Nordkaukasus

Beitrag von Dietrich »

bauplan hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:
bauplan hat geschrieben:Manchmal lieber ein Diktator als grenzenloses Chaos.
Aus dem Chaos kann sich aber auch etwas Sinnvolles formen lassen.
Ich halte es für vermessen zu glauben, dass unser Demokratieverständnis universal auf alle Kulturbereiche anzuwenden ist.
Ich habe von "etwas Sinnvollem" geschrieben. Nix von Demokratieverständnis und Kulturbereichen.
Sinnvoll ist für mich ein Staat dann, wenn die Menschenrechte geachtet werden, jeder vor dem Gesetz gleich ist und der Staat dafür da ist, insgesamt den Bürgern das Leben so gut wie möglich zu gestalten. Ich sehe dies in der jüngeren Geschichte aber in den meisten Fällen nur in Demokratien gewährleistet. Auch in Demokratien ist nicht immer alles perfekt, aber doch um Längen besser als in diversen anderen Staatsformen.
Und erst recht besser als in Diktaturen.

Das gerade mit der Unterstützung Bin Ladens Fehler gemacht wurden, streitet wohl niemand ab. Aber das waren auch andere Zeiten und "der Feind" zu der Zeit war eben die UdSSR und nicht Bin Laden. Die UdSSR hätte zu dem Zeitpunkt genau das Gleiche gemacht, wäre es anders rum gewesen.

Und auch in Syrien wird die Al-Quaida in den westlichen Medien NICHT als Freiheitskämpfer dargestellt, denn es ist nicht nur die Al-Quaida, die gegen Assad Krieg führt. Die Gegner Assads jetzt nur noch als Al-Quaida zu bezeichnen ist ja wohl zynisch. Wäre der Konflikt rechtzeitig beendet worden (vielleicht sogar diplomatisch, wenn sich Russland und China rechtzeitig gegen Assad gestellt hätten!) dann hätte die Al-Quaida dort erst gar nicht so einen hohen Stellenwert bekommen. Und ob dann dort nach den Erfahrungen aus Ägypten auch die Moslembrüder oder eine andere religiöse Fanatikergruppe an die Macht gekommen wäre, ist noch nicht sicher.
Und selbst wenn.... vielleicht müssen auch die Syrer diese Erfahrung selber machen.
Jetzt wird es eben noch blutiger und langwieriger, bis dort irgendwann wieder etwas Sinnvolles entstehen kann. Aber DAS ist dann doch eher Russland und China zuzuschreiben.

Und für was kämpften deiner Meinung nach die Demonstranten in den ehemaligen Sowjetstaaten?
Nicht für eine in ihren Augen bessere Staatsform? Für mehr Demokratie? Für Mitbestimmung?

Ach nee, die demonstrierten ja alle nur, weil sie von den USA dafür bezahlt wurden!
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