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Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Mosk
Verfasst: 19 Dez 2014, 11:02
von Zejtnot
Jenenser hat geschrieben:Zejtnot hat geschrieben:Wladimir30 hat geschrieben:Werden hier Fragen des Glaubens eigentlich auch diskutiert?
Nun, es gibt hier orthodoxe Putin-Gläubige, reformierte Putin-Gläubige, Teilnehmer, die sich nur zu Weihnachten zu Putin bekennen, und vollkommene Atheisten (vereinzelt auch US-Hampelmänner bezeichnet).
Und zu welcher Gruppe fühlst Du Dich hingezogen, wenn es kein Geheimnis ist?
Ich bin Agnostiker - irgendeine göttliche Kraft muss es in Russland geben, aber ich kann sie nicht deuten oder erklären.
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Mosk
Verfasst: 19 Dez 2014, 11:30
von Wladimir30
Zejtnot hat geschrieben:Wladimir30 hat geschrieben:Werden hier Fragen des Glaubens eigentlich auch diskutiert?
Nun, es gibt hier orthodoxe Putin-Gläubige, reformierte Putin-Gläubige, Teilnehmer, die sich nur zu Weihnachten zu Putin bekennen, und vollkommene Atheisten (vereinzelt auch US-Hampelmänner bezeichnet).
Wow, das Spektrum ist ja breiter, als ich dachte.
Jenenser hat geschrieben: Und zu welcher Gruppe fühlst Du Dich hingezogen, wenn es kein Geheimnis ist?
Für mich habe ich nichts passendes gefunden...
Ich bin russisch orthodox. Bekennend. Gläubig.
Admix hat geschrieben: Manchmal denke ich wirklich, hier werden Glaubensfragen diskutiert. Und da die Politik so irrational behandelt wird, kann es bei der Religion eigentlich kaum besser werden oder?
Meiner Meinung nach eindeutig ja!
Admix hat geschrieben: Für die "Gottlosen" ist die Politik vielleicht auch ein bisschen Religionsersatz?
Es ist immer dasselbe, an irgendwas muß jeder Mensch glauben. Ist wohl sowas wie ein Naturgesetz. Der eine glaubt an die Macht des Geldes, der andere die Macht der Macht an sich (hier sind wir wohl bei der Politik), der andere an was weiß ich. Und wieder andere eben an Gott. Das, woran man am meisten glaubt, wird am zähesten verteidigt, weil es die Grundlage des eigenen Daseins betrifft. Und diesem Einen wird dann alles andere untergeordnet. Und Andersgläubige werden gnadenlos bekämpft. Die schlimmsten Kriege waren immer die Religionskriege. Oder vergleiche eben die plitischen Diskussionen in diesem Forum.
Zejtnot hat geschrieben:Ich bin Agnostiker - irgendeine göttliche Kraft muss es in Russland geben, aber ich kann sie nicht deuten oder erklären.
Die gibt es, eindeutig. Viel viel stärker als z.B. in DE. Die kann man schon fast physisch spüren. Nur ist es eben nicht der Mann mit dem langen Bart, der oben sitzt und alles genau beochtet. Nein, auch nicht Putin (der hat ja keinen Bart...).
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Mosk
Verfasst: 19 Dez 2014, 12:17
von Jenenser
Wladimir30 hat geschrieben: Ich bin russisch orthodox. Bekennend. Gläubig.
Geht doch alles in Ordnung! Zu Religionen hatte ich nie irgendeinen Bezug. Und verspüre auch heute keine Lust, mich damit zu beschäftigen. Menschen bewerte bzw. schätze ich an ihren Eigenschaften. Und wenn mir zum Beispiel ein Mensch sympathisch erscheint und er meint, dass er seine persönlichen Eigenschaften aus einem bestimmten Glauben oder einer Religion bezieht, kann es mir nur recht sein...
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 18 Aug 2015, 20:17
von Gunnar
Gernot Erler:
„Eine Rückkehr zum Business as usual kann es nicht so einfach geben.“
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 55115.html
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 23 Aug 2015, 13:03
von Berlino10
Die alten, unabhängigen und nicht korrumpierbaren Politiker sehen es durchweg anders.
Genscher fordert Neuanfang mit Putin
Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher fordert im Interview mit der SZ, auf Putin zuzugehen.
Er habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "durchaus pragmatisch" erlebt.
Die "alte Politik der Konfrontation" sei unzeitgemäß, sagte er in einem Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Die westlichen Sanktionen gegen Russland hätten nicht die Wirkung gezeigt, die man sich erhofft habe.
Der Westen müsse die völkerrechtswidrige Annexion der Krim nicht akzeptieren, aber mit der anderen Seite reden.
Eine Konferenz soll nach dem Willen Genschers einen Neuanfang in den Ost-West-Beziehungen ermöglichen.
SZ 20.8.15
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 02 Sep 2015, 00:32
von GIN
Berlino10 hat geschrieben:Die alten, unabhängigen und nicht korrumpierbaren Politiker sehen es durchweg anders.
Genscher fordert Neuanfang mit Putin
Der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher fordert im Interview mit der SZ, auf Putin zuzugehen.
Er habe den russischen Präsidenten Wladimir Putin als "durchaus pragmatisch" erlebt.
Die "alte Politik der Konfrontation" sei unzeitgemäß, sagte er in einem Gespräch mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Die westlichen Sanktionen gegen Russland hätten nicht die Wirkung gezeigt, die man sich erhofft habe.
Der Westen müsse die völkerrechtswidrige Annexion der Krim nicht akzeptieren, aber mit der anderen Seite reden.
Eine Konferenz soll nach dem Willen Genschers einen Neuanfang in den Ost-West-Beziehungen ermöglichen.
SZ 20.8.15
Die alten Politiker kannten auch noch die Bombennächte in Deutschland. Ein Ehrler kennt das nicht, lernt auch nicht aus Geschichte und kann nicht verstehen was der Kern einer Friedenspolitik ist.
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 02 Sep 2015, 11:11
von Gunnar
Die alten Politiker wie Genscher, Schmidt, Kissinger oder Bahr haben Poltik dafür gemacht, dass der Westen seine Ruhe hat... und zwar auch auf Kosten der DDR. Kann man alles auch heute so machen, wenn man ambitionslos ist und sich sagt, dass die Russen doch mit und in der Ukraine machen sollen was sie wollen. Uns geht das nix an und wir wollen unsere Ruhe. Diese Logik war vielleicht im kalten Krieg richtig, ist es aber im Rahmen einer strategischen Partnerschaft nicht mehr. Da kann und darf man mehr erwarten und fordern. Brandt und Bahr waren damals eindeutig bereit, die DDR um des lieben Friedens Willen endgültig aufzugeben. Meine Verwandtschaft im Osten hat Bahr damalsfür seine Anbiederei in Moskau gehasst. Dass dann die Sowjetunion zusammengebrochen und die DDR mit der BRD doch noch zusammengefunden hat, war von diesen Politikern nicht beabsichtigt worden. Ein Lafontain hat sogar bis zum Schluss die Wiedervereinigung verhindern wollen.
Dass jetzt selbst einer wie der Erler ratlos geworden ist belegt jedenfalls sehr eindrucksvoll, dass die deutsche Altherrenriege nicht mehr in der Realität steht. Ist ja auch ein typisches Verhaltensmuster ab einem gewissen Alter. Damals war alles besser und ist vorallem alles richtig gemacht worden

Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 02 Sep 2015, 16:33
von GIN
"Die alten Politiker wie Genscher, Schmidt, Kissinger oder Bahr haben Poltik dafür gemacht, dass der Westen seine Ruhe hat... "
Goldene Worte. Mir ist diese Politik viel lieber als dieses ewige in den Krieg ziehen für die Menschenrechte.
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 02 Sep 2015, 16:57
von Gunnar
GIN hat geschrieben:
Goldene Worte. Mir ist diese Politik viel lieber als dieses ewige in den Krieg ziehen für die Menschenrechte.
Mag sein, aber wir sehen ja derzeit dass die Probleme kurzerhand zu uns kommen wenn wir nicht hingehen. Die heutige Welt ist klein und vernetzt, da kannst Du vielleicht noch Abtauchen wenn Du Kanada heißt oder Neuseeland oder wenn Du unattraktiv bist wie Russland oder China, aber hier in Mitteleuropa als erfolgreiche Wirtschafts macht? Keine Chance (mehr).
Re: Neuer Russland-Koordinator #Erler: Liebesgrüße nach Moskau
Verfasst: 02 Sep 2015, 17:55
von Berlino10
Gunnar hat geschrieben:GIN hat geschrieben:
Goldene Worte. Mir ist diese Politik viel lieber als dieses ewige in den Krieg ziehen für die Menschenrechte.
Mag sein, aber wir sehen ja derzeit dass die Probleme kurzerhand zu uns kommen wenn wir nicht hingehen.
Nein. Wir haben diese Probleme, eben weil wir bzw. unserer Ober-Verbündeter hingegangen sind.
Ohne den Irak-Krieg und die Millionen entmachteter und entlassener Sunniten gäbe weder die Flüchtlinge von dort noch einen solch starken IS.
Und das ist nur ein Beispiel der katastrophalen westlichen Einmischungen und Regime-Changes.