Berlino10 hat geschrieben:Und deshalb kann man auch nicht von einem aufkeimenden, gefährlichen Nationalismus in RUS sprechen,
der nach Expansion strebt oder nach Wiederherstellung der Sowjetunion oder ähnlichen kriegstreiberischen Müll, der in westlichen Medien verbreitet wird,
sondern von einem gesunden Patriotismus aus Freude an Krim/RUS.
Also erstmal finde ich derartigen, auf staatlichen Lügen basierenden Patriotismus nicht "gesund", sondern durchaus gefährlich.
Demnach wäre ja auch der meiste deutsche Patriotismus zur Nazizeit ein "gesunder", denn die Leute waren ja genau so durch staatliche Propaganda verblendet, wie dies zur Zeit in Russland geschieht. Was daraus werden kann, wissen wir ja!
Und zumindest was die Regierung betrifft, so sind die ja nun nicht durch die Propaganda geblendet und durchaus im Bilde, was da "na samom dele" gelaufen ist. Wieso ist das denn dann bitte kein "nach Expansion strebender Nationalismus", von Seiten Putins, Rogosins etc.?
Die eklatanten Lügen und Übertreibungen im staatlichen russischen Fernsehen mögen den Nationalismus des normalen Bürgers vielleicht ein wenig positiver erscheinen lassen, aber den "Besteller" dieser Propaganda lassen sie doch eher noch schlechter aussehen.
Welchen "kriegstreiberischen Müll" meinst du eigentlich in den westlichen Medien? Also die einzigen militärischen Aktionen auf der Krim kamen bisher von Seiten Russlands.
Im Westen war immer nur von nicht-militärischen Antworten die Rede. Was ist daran bitte kriegstreiberisch?
Du tust so, als wenn Europa die Ukraine ermuntern würde, militärisch gegen die Okkupation der Krim vorzugehen. Das Gegenteil ist wohl eher der Fall.
Und das Europa/USA auf die Verletzung des Völkerrechts antworten muss, um nicht den allerletzten Rest an Glaubwürdigkeit zu verlieren... das sollte klar sein.
Berlino10 hat geschrieben:Und die gestrigen Versuche von der Bühne des Roten Platzes aus, die 100.000 für "Russia/Krim/Putin" zu begeistern, sind kläglich gescheitert.
Die allermeisten Russen mögen ihn für seinen Krim-Kurs unterstützen (70-80%), feiern oder lieben tun sie deswegen noch lange nicht.
Das musst du mir jetzt näher erklären. Für was ließen sich die 100.000 nicht begeistern? Haben die nicht "Russia, Russia" gerufen? Wieso, wenn nicht zum Feiern waren die denn überhaupt gekommen?
Wieso sind deutsche Fähnchen an den Autos während der WM "ganz fieser Nationalismus" (für einige Linke,
ohne Dir persönlich was zu unterstellen), eine durch Propaganda von der Rechtmäßigkeit "überzeugte" feiernde Masse die eine völkerrechtswidrige Okkupation/Annektion eines Teil eines fremden Staates feiert, aber "kein Problem" oder sogar "gesunder Patriotismus"?
(Richtet sich nicht gegen Dich (da ich deine Meinung zu deutschem Patriotismus nicht kenne), sondern gegen die Sichtweise der deutschen Linken zur Zeit)