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Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 01:37
von Gunnar
Du meinst, Nikolaus der Kreml-Hampelmann? :lol: Denn dort wird schließlich diese schwachsinnige Redewendung ja so gern genutzt.
Selber Granate :D

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 01:53
von GIN
Gunnar hat geschrieben:Ein außerirdischer Beobachter würde Euch sicherlich Recht geben und in den aktuellen Konflikten nüchtern nichts als den Kampf verschiedener Systeme um Ihr Vorherrschaft sehen. NUR, wir sind keine Außerirdischen und haben jeder Interessen, wollen alle sicher und gut leben. Und dabei verhält es sich einfach mal unbestreitbar und von keinem Schlaumeier widerlegbar so, dass es den Bürgern in ihrer breiten Masse, selbst in den schwierigsten Fällen, in den westlichen, demokratisch geführten Ländern ganz erheblich viel besser geht, als allen sonstigen Erdenbewohnern. Manche mögen glaube, das sei dort irgendwie vom Himmel gefallen und habe nichts mit dem vorherrschenden politischen System zu tun, denen ist aber eigentlich nicht zu helfen und sie müssten konsequent die Vorzüge der westlichen Länder ablehnen und nicht für sich Anspruch nehmen. Allen anderen wird aber klar werden, dass es derzeit kein besseres als das westliche Demokratiesystem gibt, mit all seinen eigenen Schwächen.

Man muss ja nur mal in die Länder gucken, die autokratisch wie Russland geführt werden oder schlimmer. Die die dort am Drücker sind leisten sich und ihren Angehörigen stets genau diesen westlichen Lebensstil, den sie öffentlich verteufeln, um die breite Masse aus Eigennutz eben hiervon fernzuzalten. Es ist nichts verlogener als das und deswegen gibt es durchaus moralisch unterschiedlich zu gewichtende Politiksysteme und eine größere Rechtfertigung dafür, die Ukraine dem Westen anzunäheren als sie zu russifizieren. Der Versuch der Russifizierung wird seit Anfang des Jahres mit gezielter Destabilisationspolitik unternommen, der Versuch der Verwestlichung mit Stabilisationspolitik. Schon diese beiden unterschiedlichen Gangarten sprechen jeweils für sich ...
In denke nicht das es ein westlichen Demokratiesystem gibt. Zu unterschiedlich sind die Systeme. Die Analyse zum Wohlstand und Russland teile ich nicht. Seit Putin an der Macht ist hat er den Lebensstandart massiv erhöht. Jegliche Statistik müsste das belegen.
Gerade wegen dem erhöhten Lebensstandard ist er in der Bevölkerung beliebt.
Auch verfluchen diese Putinideologen "Ruskii Mir" nicht den Luxus des Westens und wollen ihre Bevölkerung davon abhalten ´(also schon einmal anders als zu UdSSR Zeiten)sondern kritisieren die Abschaffungspoltik der westlichen Staaten gepaart mit Einmischungspolitik im Namen der Menschenrechte. Ich persönlich sehe übrigens die Ereignisse in der Ukraine als Destabilisierungspolitik erst einmal vom Westen, respektive dem Club der Menschenrechtskrieger. Angefangen hat der ganze Mist als ein von vielen Millionen gewählter Präsisident von mehreren hundert Tausend Menschen aus dem Amt gejagt wurde und man dachte das die Russischsprachigen das einfach ignorieren.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 02:08
von lausi
Gunnar hat geschrieben:... und deswegen gibt es durchaus moralisch unterschiedlich zu gewichtende Politiksysteme und eine größere Rechtfertigung dafür, die Ukraine dem Westen anzunäheren als sie zu russifizieren. ...
Weil wir gerade von der moralischen Gewichtung der Politiksysteme sprechen...
1996 interviewte Lesley Stahl in der CBS-Nachrichtensendung "60 Minutes" Madeleine Albright, die damalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Die erklärte wie üblich, dass sich die Sanktionen bewährt hätten, weil Saddam ja immerhin einige Eingeständnisse hinsichtlich seines Waffenprogramms gemacht und die Unabhängigkeit Kuwaits anerkannt habe (Letzteres allerdings schon 1991, also unmittelbar nach Kriegsende). Auf die Frage, ob das den Tod von einer halben Million Kinder wert sei, lautete Albrights Antwort: "Wir glauben, das ist es wert."
http://www.monde-diplomatique.de/pm/201 ... 0008.idx,0

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 12:56
von Gunnar
interessanter Artikel der monde diplomatique, lausi, danke.
Das Statement von Albright war natürlich pervers, wenn es so gefallen ist, wie es in dem Artikel dargestellt wird.
Generell ist ja eine Abwägung von Menschenleben im Zusammenhang mit Interessen etwas, das einem zutiefst zu wider ist. Interessant daher, dass zur Zeit sogar der Papst militärisches Vorgehen gegen ISIS unter der Schirmherrschaft der UN für eine erforderliche Möglichkeit hält. Ohne Abwägung geht es manchmal eben doch nicht.

Ich bin insgesamt fern davon, die westliche Welt zu idealisieren. Die Probleme, Schwachstellen und auch Verlogenheiten liegen ja sehr offen. Selbsterkenntnis ist aber stets der erste Schritt zur Besserung, und auch da liegt der Westen mit seinen diversifizierten Institutionen und der Presse doch deutlich vor Terror- oder Unterdrückungsregimen, auch wenn das gerne (hier und woanders) als Hapelmannverhalten bestritten wird.

Wir können hier gerne eine Staatsphilosophische Debatte führen. Ich bin überhaupt froh, dass mal gegensätzliche Auffassungen unaufgeregt ohne persönliche Angriffe ausgetauscht werden, was hier im Forum ja leider auch nicht unüblich ist.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 14:59
von kamensky
Na, dann halt einfach einmal so.

http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/ve ... y/12756374

Und noch Etwas humoristisches:

"Ein Hund läuft aus der Ukraine nach Russland. Man fragt ihn:
- Warum läufst du weg?
- Es gibt nichts zum Fressen hier. Also laufe ich lieber nach Russland.
Ein paar Tage später läuft der Hund in die Ukraine zurück:
- Was ist jetzt passiert?
- Dort gibt's auch nichts zum Fressen. In der Ukraine darf man wenigstens bellen."

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 15:04
von Axel Henrich
Gunnar hat geschrieben:Ich bin insgesamt fern davon, die westliche Welt zu idealisieren.
Du realisierst aber schon noch, was du hier so ablässt, oder auch nicht mehr? :lol:
Btw auch was deine Bemerkung zur Presse betrifft und das nicht erst seit der UA- Krise und Olympia?!
Gunnar hat geschrieben:Ich bin überhaupt froh, dass mal gegensätzliche Auffassungen unaufgeregt ohne persönliche Angriffe ausgetauscht werden, was hier im Forum ja leider auch nicht unüblich ist.
... und du seit deinem aufschlagen hier, immer(!) vorne mit dabei! Siehe nur Thema Nikolaus, dein Wadenbeißen und das obwohl du eigentlich bei jeder Diskussion mit Nikolaus argumentativ abkackst, langweilt zunehmend.
Da hilft auch kein gelegentliches zuruecknehmen ... um ernst genommen zu werden bedarf es Konstanz!

Btw, auch mal darüber nachgedacht, das "gutes Leben" in den verschiedenen Ländern auch unterschiedlich gewichtet wird? Der Westen ist mitnichten - wie du immer wiederkehrend mit:" ja,aber..." so gern argumentierst, das " am meisten ideale" System.

Dazu einfach das von GIN geschriebene nochmal ganz in Ruhe lesen:
Seit Putin an der Macht ist hat er den Lebensstandart massiv erhöht. Jegliche Statistik müsste das belegen.
Gerade wegen dem erhöhten Lebensstandard ist er in der Bevölkerung beliebt.
Auch verfluchen diese Putinideologen "Ruskii Mir" nicht den Luxus des Westens und wollen ihre Bevölkerung davon abhalten ´(also schon einmal anders als zu UdSSR Zeiten)sondern kritisieren die Abschaffungspoltik der westlichen Staaten gepaart mit Einmischungspolitik im Namen der Menschenrechte.
-ah-

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 15:15
von Gunnar
jo, musste unbedingt mal wieder gesagt werden.
Könnte ja jetzt jemand mitlesen, der Deine wertvollen Beiträge noch nicht kennt :lol:

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 16:02
von Axel Henrich
Gunnar hat geschrieben:jo, musste unbedingt mal wieder gesagt werden.
Neben dem Topic auch mal ne kleine Spitze einbauen ist ja OK, aber nur persönliches? Schwache Kür!

Dabei hättest du uns doch aktuell am Beispiel Ferguson mal herleiten können können, wie weit die Amis ihre sozialen Probleme im Griff haben und wie weit sie den Rassenhass hinter sich gelassen haben. Wenn Janukowitsch die aktuellen Maßnahmen zur Beruhigung der Massen damals schon hätte sehen können, hätten wir heuer einen Brennpunkt weniger ... :roll:

Soviel zum Thema:
dass es den Bürgern in ihrer breiten Masse, selbst in den schwierigsten Fällen, in den westlichen, demokratisch geführten Ländern ganz erheblich viel besser geht
[...]
da liegt der Westen mit seinen diversifizierten Institutionen und der Presse doch deutlich vor Terror- oder Unterdrückungsregimen
So als Beweis vlt. auch ein kleines Foto ...Wie wäre es mit dem Staatsdiener, der auf einer Obdachlosen kniend mit Fäusten auf Sie einschlägt ... wohlgemerkt aus 2014(!).
Guantanamo existiert noch?
Mit u.a. ein paar Skandaelchen aus dem europäischen Baugewerbe, oder ..., laesst sich dann sicher auch noch die moralische Überlegenheit des Westens hervorheben ...

-ah-

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 16:40
von Gunnar
wen willst Du jetzt mit diesen Gebetsmühlen von Guantanamo, Rassenhass usw. überzeugen? Hat glaube ich in Deutschland niemand ernsthaft für gut befunden. Naja, was solls, immer wenn Dir und Deinen Gesinnungsgenossen nix einfällt müssen halt die USA ran und wir sind dann alle deren Speichellecker :roll:

Ich jedenfalls würde mich z.B. als Journalist ehrlich gesagt lieber in Ferguson festnehmen lassen als in Russland oder gar von der ISIS, wo einem dann irgendwann der Kopf abgeschnitten wird, wie wir heute alle gelesen haben.

Deine Argumente werden einfach alle auf gleiche Größe aufgeblasen bis man sie dann als angeblich gleichschlimm allem anderen gegenüberstellen kann. Strukturelle Unterscheidungen finden gleich gar nicht statt.

Re: Gedankengang zur Situation RU-EU-USA

Verfasst: 20 Aug 2014, 20:24
von GIN
Gunnar hat geschrieben:wen willst Du jetzt mit diesen Gebetsmühlen von Guantanamo, Rassenhass usw. überzeugen? Hat glaube ich in Deutschland niemand ernsthaft für gut befunden. Naja, was solls, immer wenn Dir und Deinen Gesinnungsgenossen nix einfällt müssen halt die USA ran und wir sind dann alle deren Speichellecker :roll:

Ich jedenfalls würde mich z.B. als Journalist ehrlich gesagt lieber in Ferguson festnehmen lassen als in Russland oder gar von der ISIS, wo einem dann irgendwann der Kopf abgeschnitten wird, wie wir heute alle gelesen haben.

Deine Argumente werden einfach alle auf gleiche Größe aufgeblasen bis man sie dann als angeblich gleichschlimm allem anderen gegenüberstellen kann. Strukturelle Unterscheidungen finden gleich gar nicht statt.
am Rande: Am bedenklichsten finde ich das der Journalist von einer Person enthauptet wurde die einen englischen Akzent hatte und der Kameramann wohl aus Australien stammte.