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Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 17:47
von Dietrich
Berlino10 hat geschrieben:Ja, was glaubst du denn? Dass Regierungen oder gar Völker kleiner Länder selbst bestimmen können und dürfen?
Was Korruption und Gerichtsbarkeit betrifft? Doch, ich glaube da ist jedes Land recht frei in der Ausgestaltung.
Das du es bei finanziellen Dingen nicht so siehst, weiß ich ja. Aber darum ging es in meinem Beitrag nicht, sondern um die Aussage, dass 4 Jahre zu wenig Zeit sind um den Leuten wirtschaftlich genug zu bieten, dass sie bei der Stange bleiben und in 4 Jahren eben nicht wieder die andere Seite unterstützen, die ihnen natürlich dann das Blaue vom Himmel versprechen.
Und da war eben meine Aussage, dass es in den 4 Jahren wirkliche Fortschritte in anderen Bereichen geben muss. In Bereichen bei denen auch in 4 Jahren was geändert werden kann ("Einschnitte" bzw. "einschneidende Veränderungen"). So dass die Leute sehen, es geht voran und es gibt positive Veränderungen.
Genau DAS ist eben nach dem Maidan 1.0 verpasst worden, weil man dachte, man könne auch so weiterwurschteln. Nur eben mit der EU anstatt Russland.
Das es auf Dauer auch wirtschaftlich der bessere Weg ist - da sind wir eben unterschiedlicher Meinung. Ich schaue auf Polen, Tschechien und die baltischen Staaten. Nimmt man "Russland ohne Öl und Gas" als Maßstab, dann sehen sogar die Balten nicht so schlecht aus. Von Polen ganz zu schweigen.
Und das die EU und USA die Ukraine nur "ausplündern" wollen... naja. Was und wieviel sollen sie denn dort plündern, damit sich der ganze Ärger und die Investitionen am Ende überhaupt lohnen? Hört sich zwar ganz nett und verschwörungstheoretisch an... aber das tun die Chemtrails auch.
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 18:02
von Berlino10
Das hat mit Verschwörungstheorie nichts zu tun, das sind die Naturgesetze eines ungezügelten Kapitalismus.
Und die Politiker bei uns sind ohnehin nur noch Erfüllungsgehilfen des Kapitals, oder warum glaubst du stopft Schröder den Maschmeyers die Taschen voll und verarscht das Volk mit Riester-Renten?
Die Plünderung der UKR hat doch schon längst begonnen ... die Oligarchen ungehemmter denn je ... US-Konzerne sichern die Rohstoffquellen ...
du musst doch nur auf RUS der 90er schauen und dann weißt du, wie das abläuft ...
Der auf Dauer wirtschaftlich bessere Weg ist sicher ein europäisch-marktwirtschaftlicher denn ein staatskapitalistischer ... das bestreite ich doch gar nicht,
aufgrund der besonderen Beziehungen mit RUS einer des langsamen Übergangs und beidseitiger Orientierung ...
aber wie bei uns kommt es auch in der UKR darauf an, dass dem agierendem Kapital und ausländischen Einflüssen gerade in solchen Umbruchzeiten
Führung, Kontrolle und Grenzen gesetzt werden, zum Wohle des Volkes, statt die Böcke zu Gärtnern zu machen, die das Volk abermals berauben ...
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 18:12
von Berlino10
Eines noch, was ich für ganz wesentlich halte:
obwohl dezentral marktwirtschaftliche Systeme immer ergiebiger sind als zentralistisch, staatliche Alternativen,
hat etwa der 90er-Kapitalismus in RUS dafür gesorgt, dass es den Menschen OHNE wirtschaftlich und sozial besser geht oder zumindest besser ging als mit Demokratie, Freiheit, Marktwirtschaft ..
gerade in schwachen Umbruchländern bedarf es eben sehr strenger staatlichen Führung und fairen Verteilungen sonst geht es schief und man vergrault die Menschen.
Polen profitiert sicher schon, CZ, die baltischen Staaten, Ungarn nur zT ... andere wie Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Slowenien ... leiden ...
Im Sommer war ich lange u.a. in Kroatien, Slowenien unterwegs .. die Menschen fluchen, ihnen geht es schlechter, keine Krankenversicherung mehr, alles teuer und Bereicherungen ohne Ende ...
Zustände so schlimm wie in Südeuropa ...
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 18:26
von Gunnar
Deine Beschreibung der Russischen Zustände in den 90igern treffen zu, weil DAS der echte Raubtierkapitalismus war.
Der herrscht auch heute noch in vielen Bereichen in Russland.
Schon mal was von effektivem Mietrechtsschutz oder effektivem Arbeitsrechtsschutz dort gehört? Ich nicht. Das Ausplündern der einfachen Leute gehört bei vielen zum guten Ton.
Wer nicht in einem Jahr die Million gemacht hat ist ein Looser.
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 19:13
von Berlino10
Klar, Gunnar, aber wer hatte das Heft in der Hand damals? Jelzin war die Marionette der Oligarchen und der EUSA - so wie Jaz oder Poro heute in der UKR.
Das Russische Kapital ist nicht böser als das westliche, es war/ist nur weniger kontrolliert
Politik, Medien, Justiz, Verwaltung ... alles gekauft ... und dann raubt das Kapital, es ist seine Bestimmung, sogar verbrecherisch ...
Putin hatte wenigstens den Staat soweit wieder aufgebaut, um den Raubtieren etwas entgegensetzen zu können,
das funktionierte ganz gut, bis der Staat selbst zu übermächtig wurde ... und den jetzt auch niemand kontrolliert
Politik, Medien, Justiz, Verwaltung ... alles embedded ... oder immer noch gekauft
Aber auch bei uns hat das Kapital immer mehr Macht
Politik, Medien embedded ... Justiz, Verwaltung sorgen wenigstens noch für Rechtsstaatlichkeit.
Aber Konzerne zahlen keine Steuern, das Finanzkapital wird subventioniert ... und gepampert ... zu Lasten des Volkes
Und in der UKR trifft das Kapital auf 0 Kontrolle und raubt .. ganz nach seiner natürlichen Bestimmung.
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 19:51
von Saboteur
Berlino10 hat geschrieben:
Putin hatte wenigstens den Staat soweit wieder aufgebaut, um den Raubtieren etwas entgegensetzen zu können,
Bist du der Meinung Putin gehört in Russland nicht zum "Kapital" bzw. zu den Kapitalisten?
Ich bin der Meinung er es in Person ist. Also wirtschaftlich gut in Stellung ist und sein Vermögen kräftig anhäuft.
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 11 Dez 2014, 20:18
von Wladimir30
Saboteur hat geschrieben:Berlino10 hat geschrieben:Putin hatte wenigstens den Staat soweit wieder aufgebaut, um den Raubtieren etwas entgegensetzen zu können,
Bist du der Meinung Putin gehört in Russland nicht zum "Kapital" bzw. zu den Kapitalisten?
Ich bin der Meinung er es in Person ist. Also wirtschaftlich gut in Stellung ist und sein Vermögen kräftig anhäuft.
Anfänglich war Putin sicherlich nicht Teil des Kapitals. Daß er es im Laufe der Zeit wurde ist was anderes.
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 12 Dez 2014, 01:09
von GIN
Berlino10 hat geschrieben:Ja, was glaubst du denn? Dass Regierungen oder gar Völker kleiner Länder selbst bestimmen können und dürfen?
Die Slowakei beweist ja immer wieder das sie selbst entscheidet was sie will.. Siehe Euro Rettung Griechenland, Euronistenunion usw..
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 12 Dez 2014, 01:11
von GIN
Wladimir30 hat geschrieben:Saboteur hat geschrieben:Berlino10 hat geschrieben:Putin hatte wenigstens den Staat soweit wieder aufgebaut, um den Raubtieren etwas entgegensetzen zu können,
Bist du der Meinung Putin gehört in Russland nicht zum "Kapital" bzw. zu den Kapitalisten?
Ich bin der Meinung er es in Person ist. Also wirtschaftlich gut in Stellung ist und sein Vermögen kräftig anhäuft.
Anfänglich war Putin sicherlich nicht Teil des Kapitals. Daß er es im Laufe der Zeit wurde ist was anderes.
Ach mir dir doch nix vor. Er hätte ohne Problem mit einer Vermögensabgabe diese Oligarchen enteignet. Jedes Programm zur Unterstützung der KMU in Russland zeigt doch wie abgehoben der Putin ist. Er hat keine Ahnung von Wirtschaft und auch kein Interesse die reichen 2,3 oder 4 % im Land zu enteignen. Nach meiner Meinung schon lange bitter nötig, da Besitz ergaunert wurde
Re: Was Svoboda und Co wohl darüber denken..
Verfasst: 12 Dez 2014, 02:11
von fugen
Was passiert, egal ob im Land selbst oder in unseren Medien, wenn die 2-4% enteignet werden?