Ragnar Schluchtmann hat geschrieben:Ich gebe dir vollkommen recht, mit der Erfahrung weiterer 10 Jahre. Heute bin ich auch soweit, dass ich es nicht zulasse.
Danke. Ich war echt etwas schockiert von Deiner Schilderung.
Zeppelin hat geschrieben:Allerdings werde ich die Arroganz der eifrigen Karriereplaner nie vergessen, die uns liberale Demokraten nur belächelt haben , dass wir uns nicht mit dem System arrangieren wollten und entsprechend nicht an die Unis kamen: "Was? Du arbeitest auf dem Bau? Mein Mann studiert an der Militärakademie. Wie naiv bist Du eigentlich?..."
Und jetzt stell Dir vor, ein überzeugter Sozialist tut das gleiche heute in der BRD: Da gibts auch genug Leute, die so etwas völlig lächerlich fänden.
Ich finde es aber etwas schade, dass das thema sich nun so auf die politischen Aspekte verlagert. Aber gut, vielleicht gibts dazu auch gar nicht mehr zu sagen.
Es ist einfach
fürchterlich, dass durch die modernen Anforderungen der Gesellschaft an das Individuum (im freiheitlichen markwirtschaftlichen System höchstwahrscheinlich noch viel mehr, als im Sozialismus) ständig Lebensgemeinschaften zerbrochen werden! Ständig musst Du mobil sein, 700 km von Sachsen nach BW pendeln, immer bereit zum Absprung, wirst jahrelang nicht sesshaft, hast immer nur +/- gute Bekannte, kannst Dich auf nichts verlassen (außer de Familie)...
Und andererseits kriegst Du dogmatisch immer erzählt, immer wieder, bis Du es glaubst, wie wahnsinnig toll es doch ist, dass wir so individualistisch sind. Dass sich jeder selbstverwirklichen kann, wie es ihm/ihr passt. Dass es normal sei, dass Beziehungen nie länger als 1-3 jahre dauern, dass man von "Lebensabschnittsgefähten" spricht, dass man in einer Beziehung immer damit rechnen muss, dass der Partner eine(n) andere(n) findet...
So etwas macht den Menschen doch kaputt.
Und da wundert man sich über Geburtenrückgang?!
Natürlich werden immer wieder Partnerschaften zerbrechen. Aber, um den Bogen zum eigentlichen Thema zu schlagen, durch Umstände, wie die oben beschriebenen (also auch langfristiges Getrenntsein, und die damit verbundenen Belastungen) wird doch das doch krass forciert.