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Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 01:03
von Naila
Oberhammer! Besonders das mit dem Lukas.
@Zeppelin Ich bin mit vielem, was Du geschrieben hast, einverstanden. Ja, ich wollte auch keinen Vergleich zu Rußland und habe russische Kinder bewußt nicht erwähnt, auch wenn einige hier versucht haben, es mir zu unterstellen. Ich kenne modernes Rußland zu wenig, weil ich da zu selten und zu kurz bin. Und daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern. Meine Gegenwart findet in Deutschland statt, ich möchte hier auch besser zurechkommen. Da ist doch nichts verkehrt daran, oder? Und deswegen versuche ich gewisse Dinge einfach besser zu verstehen, da braucht auch keiner sich beleidigt oder angegriffen zu fühlen. Und das mit den Kindern hat mich einfach frustriert. Natürlich gibt es wohl erzogene Kinder, wollte ich auch gar nicht abstreiten, nur diese gestörten gibt es einfach zu viele. Auf der anderen Seite mag ich Pädagogik, und ich kann nichts so gut wie das.
Ich bereite mich gerade auf meine Hochzeit vor und informiere mich über dies und jenes. Stellt Euch vor, es gibt einen neuen Trend: wenn man heiratet und bereits ein etwas größeres Kind hat, kann man statt 2 drei Ringe kaufen, damit auch das Kind einen Ring bekommt. Das soll die Geburt einer richtigen Familie symbolisieren. Wie gestört ist das denn?! Es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Kind aus seiner natürlichen Position in eine Position bringen, mit der es normalerweise nichts anfangen kann.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 02:35
von Dave
Naila hat geschrieben:...Es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Kind aus seiner natürlichen Position in eine Position bringen, mit der es normalerweise nichts anfangen kann.
Wie z.B Kinder die Hunger leiden, Kinder die geschlagen werden, Kinder die missbraucht werden,
Kinder die kein Obdach haben... Auch das gibt es sowohl in DE, in RUS, wie auch in der ganzen
Welt - das ist "gestört" liebe Naila und mit solchen Problemen sollte man sich auseinandersetzen
und diese zu beheben helfen! Da ist die Energie weitaus besser investiert.
Dave
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 13:24
von Naila
Das ist hier absolut fehl am Platze, auch wenn es das tatsächlich gibt. Ich habe mein Thema klar definiert und dabei möchte ich auch bleiben. Ich bin keine Sozialarbeiterin oder gar Mutter Theresa, sondern freiberufliche Lehrkraft und ich möchte meine Arbeit einfach in Ruhe tun können und nicht jedesmal meine psychische und physische Gesundheit aufs Spiel setzen. Meine Energie brauche ich für ein langes und gesundes Leben.

Für obdachlose und hungernde Kinder spende ich regelmäßig was in der Kirche und zahle auch meine Kirchensteuer.
Mit meiner Bemerkung vorher habe ich nur gemeint, daß kleine Kinder heute Entscheidungen fällen dürfen und sogar müssen, wo es nichts zu ihrer Selbstständigkeit beiträgt, sondern sie nur verwirrt. Wenn ein Kind geschlagen wird, ist es keine Kleinigkeit.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 14:05
von bella_b33
Dave hat geschrieben:
Kinder die kein Obdach haben... Auch das gibt es sowohl in DE, in RUS, wie auch in der ganzen
Welt - das ist "gestört" liebe Naila und mit solchen Problemen sollte man sich auseinandersetzen
und diese zu beheben helfen! Da ist die Energie weitaus besser investiert.
Dave
Und? Was will man machen? Irgendwelchen Hilfsorganisationen Geld in den Rachen schmeissen, damit die sich davon wahrscheinlich neue Firmenwagen und Computer kaufen?? Vieles von dem Geld kommt wahrscheinlich eh nie dort an wofür man es spendet :(
Gruß
Silvio
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 20:06
von minsk-by
Aber bei den tuerkischen Mitbuergern funktioniert die Kindererziehung aber doch recht gut, die respektieren ihre Eltern. Werden aber auch nicht mehr oder weniger geschlagen als andere Kinder.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 20:53
von Mysh
Es geht ja auch nicht darum, Kinder zu schlagen, sondern konsequenter zu sein.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 22:03
von Zeppelin
Naila hat geschrieben:... nur diese gestörten gibt es einfach zu viele. Auf der anderen Seite mag ich Pädagogik, und ich kann nichts so gut wie das. ...
Wer wen für gestört hält, ist in diesem Zusammenhang recht relativ.
Und pädagogische Fähigkeiten beweisen sich in der Realität nun mal daran, inwieweit man sich bei den kleinen 'Monstern' Gehör und Respekt verschaffen kann, ohne der Illusion aufzusitzen, dass man per Definition von denen anerkannt wird oder da mit übermäßiger Gewalt etwas ausrichten zu können.
Um es mal mit anderen Worten zu sagen: Du kannst Dir ja gern in der Tram Deinen Abschluss um den Hals hängen und von den Kindern aufgrund dessen verlangen, dass die Dir oder anderen Platz machen.
Einfacher wird das aber mit Sicherheit, wenn man erst mal verhandelt. Kinder haben es schließlich sehr gern, auch mal großzügig sein zu können. Dann machen sie auch gern Platz.
Einfach so einer Erwartung zu folgen, ist schließlich kein Erfolg. Sich gegenüber Fremden und Eltern Anerkennung zu verschaffen, weil man einfach nett ist, ist dies aber durchaus.
M.a.W. Mit der Nummer "Du bist klein, deswegen dumm und hast zu gehorchen..." wird man hier kaum Erfolg haben. Da erntet man bestenfalls einen hochgestreckten Mittelfinger.
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 13 Feb 2009, 23:16
von Naila
Ich habe keine Illusionen, und ich arbeite jeden Tag mit diesen "Monstern", bin übrigens sehr beliebt bei Eltern, Kindern und Kollegen, hier hält auch niemand Kinder für dumm, nur für ungezogen. Dabei wunderte es mich, warum die Kinder von heute sich oft (nicht immer) nicht benehmen können, nicht nur im Unterricht, sondern überhaupt. Ich weiß nicht, wie es bei Dir ist, ich fahre mit der Bahn zur Arbeit. Und dann steigen diese Kinder zu Hunderten ein, belästigen Fahrgäste (nicht mich), drehen ihre Musik laut auf, randalieren und schreien, schreien, schreien!!! Und du darfst in Deutschland sie nicht ermahnen, weil du nicht erziehungsberechtigt bist. Neulich hat ein Balg meinen Verlobten in der Bahn an den Haaren gezogen, und als mein Verlobter sich lautstark gewehrt hat, wurde er auch noch vom Vater des Kindes zusammengeschissen. Und das stört mich. Und ich frage mich, warum das überhaupt so sein muß

Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 14 Feb 2009, 03:15
von Axel Henrich
Naila hat geschrieben:ich fahre mit der Bahn zur Arbeit. Und dann steigen diese Kinder zu Hunderten ein, belästigen Fahrgäste (nicht mich), drehen ihre Musik laut auf, randalieren und schreien
Im Prinzip kann ich dein Problem irgendwo auch verstehen, aber hier bringst du mal ein Beispiel ...
Ich fahre auch mit Bus und Bahn, kann die Krabben aber verstehen wenn Sie ein paar Stunden ruhig sein mussten und nun endlich wieder Kind sein koennen. Und mal ehrlich, wenn eine Gruppe Rentner einsteigt, sind die nicht wirklich leiser. Was mich allerdings auch stoert sind diese zu lauten Ohrstecker, wo du bloss best. Frequenzen mithoeren musst, die Dinger nerven wirklich - was mich wieder nicht stoert, sind Handys, mit denen sich die Krabben gegenseitig kleine Clips vorspielen, wie den Checker, oder das Eichhoernchen, etc.
Naila hat geschrieben:Und du darfst in Deutschland sie nicht ermahnen, weil du nicht erziehungsberechtigt bist.
Das ist doch aber nicht nur in Deutschland so. Mal davon ab, dass es taktisch unklug ist ein Kind aus der Masse ermahnen zu wollen, ist es denn nicht sehr viel erbaulicher sich an der kindlichen Unbeschwertheit zu erfreuen?
Ich habe meine Kinder in Bus und Bahn nie vom Sitz hochgejagt wenn Aeltere rein kamen, sondern bin selber aufgestanden und habe meinen Platz angeboten. Ich rede auch im Wartezimmer, oder im ÖPNV nicht uebermaessig laut um andere nicht zu stoeren. Das alles sehen die Krabben und werden sich eher daran orientieren was wir Erwachsenen Ihnen vorleben - Harald hat das ja auch schon gut und richtig geschrieben.
Hallo, das sind Kinder, erwartest du nicht vlt. etwas zu viel?
aus einem anderen Post:
daß kleine Kinder heute Entscheidungen fällen dürfen und sogar müssen, wo es nichts zu ihrer Selbstständigkeit beiträgt, sondern sie nur verwirrt.
Genau das ist ein Problem der antiautoritaeren Erziehung. Kinder sind mit dem selbststaendigen Ergruenden des richtigen Verhaltens und der soz. Regeln ueberfordert. Wurde hier ja auch schon geschrieben, Sie brauchen Grenzen innerhalb derer Sie halbwegs frei entscheiden und waehlen koennen.
Ein sehr interessantes Thema was du da angeschnitten hast.
-ah-
Re: Kindererziehung in Deutschland
Verfasst: 14 Feb 2009, 15:11
von Magdeburg-Moskva
Naila hat geschrieben:Und du darfst in Deutschland sie nicht ermahnen, weil du nicht erziehungsberechtigt bist. Neulich hat ein Balg meinen Verlobten in der Bahn an den Haaren gezogen, und als mein Verlobter sich lautstark gewehrt hat, wurde er auch noch vom Vater des Kindes zusammengeschissen. Und das stört mich. Und ich frage mich, warum das überhaupt so sein muß

Leider hat man dann oft nicht die Frechheit, Unverfrorenheit oder wie auch immer man das nennen mag, den Vater gleich noch zusätzlich zusammenzuniesen. Vielleicht sind diese Eltern und Kinder wirklich eine Art verlorene Generation.