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Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 14:34
von bauplan
Russlandfan70 hat geschrieben: Noch einmal: das ist technischer Fortschritt und nicht "dünnes Blech" verbauen.
Das dürfte wohl keiner bestreiten, denn vor 50 Jahren waren die Bleche sicher auch noch dicker als jetzt.

Aber ich sehe da immer noch nicht, warum dann die Bleche in Deutschland dicker sein sollen ( weil teurer ) und woanders dünner ( weil billiger ).
Wenn es der technische Fortschritt bringt, warum werden dann in Deutschland nicht die dünneren verbaut??

Mal so mit meiner kindlichen Fantasie gefragt.

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 14:40
von Sibirier
Ich denke, ihr vergesst noch die ganzen Vertriebszentren.... Denn ein Auto gelangt nicht sofort vom Werk zum Händler. Das geht es ins Vertriebslager Nord, von dort evtl. noch in ein Regionallager und erst von dort zum Händler. Und die Lagermitarbeiter sind auch nicht billiger als in Russland.....

Aber was soll's. Morgen ist der Euro billiger.... ;) Dafür Dollar teurer....

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 14:45
von bella_b33
Russlandfan70 hat geschrieben: Noch einmal: das ist technischer Fortschritt und nicht "dünnes Blech" verbauen.
Wenn es technischer Fortschritt, statisch unbedenklich und was weiß ich nicht noch alles ist, warum es in dann in DE anders laufen? Warum teurer produzieren wenn billiger die gleichen Ergebnisse liefert? Bauplan hats schon treffend, kurz über mir formuliert......mit meiner kindlichen Fantasie gefragt ;)

Gruß
Silvio

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 14:50
von Russlandfan70
Sicher wird es in DE auch so gemacht. Nur: die Ersparnis erhöht die Marge und wird nicht an den Kunden weitergegeben. Der Deutsche zahlt es doch! Der Russe aber nicht-also wird die Ersparnis weitergegeben. Dort wo der Kunde bereit ist zu zahlen, fertige ich natürlich auch kostengünstig, streiche die Ersparnis aber in die eigene Tasche ein.

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 15:05
von bauplan
Russlandfan70 hat geschrieben:Dort wo der Kunde bereit ist zu zahlen, fertige ich natürlich auch kostengünstig, streiche die Ersparnis aber in die eigene Tasche ein.
Na bitte, ich denke, genau das haben doch einige versucht hier klarzumachen, auch ich mit meiner kindlichen Fantasie.

Nur hattest du doch am Anfang geschrieben:
Russlandfan70 hat geschrieben:....Die russischen Autopreise sind überhaupt kein Vergleich, da die Autos ausschliesslich für den russischen Markt hergestellt werden. .....es wird gespart am Korrosionsschutz, an der Blechdicke so, dass es noch vertretbar ist ....
Das hatte ich so verstanden, dass da wo die Autos teuer sind dickes Blech verbaut wird und da wo die Autos billiger sind dünnes genommen wird.

Aber mit meiner kindlichen Fantasie wohl falsch verstanden.

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 19:03
von bella_b33
ich hab es anfangs auch so verstanden, daß man in Russland einfach dünneres Blech verwendet! Aber da hat sich Russlandfan70 mittlerweile ja schon selbst widerlegt ;)

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 10 Aug 2009, 22:17
von Ralf
Wen es fachlich interessiert:
BMW Dingolfing arbeitet seit Juli mit einem neuen, innovativen Presshärteverfahren, erstmals in der Automobilindustrie eingesetzt. Höchstfeste Stähle werden zu besonders leichten (dünneren) und hochfesten Karosseriebauteilen mit einer Zinkbeschichtung (Korrosionsschutz) umgeformt. Presshärten heisst: Zuerst kaltgepresst, dann auf 900°C erhitzt und erneut gepresst. Anschließend Aushärtung durch schnelle Abkühlung. Dadurch (und durch Verwendung höchstfester Stähle) erreicht man höhere Festigkeit / verbessertes Crashverhalten bei gleichzeitig dünnerem Blech. Das Verfahren und die geringere Blechdicke führt zu geringeren Presskräften, also weniger Energie bei der Herstellung und geringere Belastung der Pressen und Werkzeuge (die damit auch kostengünstiger gefertigt werden können). Weniger Fahrzeug-Gewicht bedeutet weniger Verbrauch. Die Investition hat 25Mio Euro gekostet und trägt zur Beschäftigungssicherung am Standort Dingolfing bei. Beliefert werden auch die Produktionsstandorte Leipzig, Spartanburg und China.
Aus meiner Sicht wirds nur gefährlich, wenn Karosseriebauteile irgendwo lokal gepresst werden und dazu lokales, nicht so hochfestes Grundmaterial verwendet wird um Materialkosten zu sparen. Dürfte eigentlich nicht passieren, wenn man nach original Hersteller-Dokumentation (und der damit vorgeschriebenen Materialspezifikation) produziert. Aber manche lockt der schnelle Gewinn...

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 11 Aug 2009, 07:56
von Aetschi
Das es immer wieder Änderungen in der Konstruktion und Herstellverfahren gibt ist mehr als normal.

Aber ein Internationaler Herrsteller wird kaum mindere Qualität für ein Land herstellen, das wäre ein viel zu großer Aufwand.
Weil dann wären die Ersatzteile auch nur noch lokal nutzbar.
Wenn gibt es eine reine Ost Version oder China Version.
Die Unterscheiden sich dann aber doch sehr vom Europamodell.
VW Hat andere Modelle in China USA usw wie in Deutschland.
Der Astra als Stufenheck gibt es glaube ich auch nicht in Deutschland.

Wir haben eine zeitlang auch hier produziert, das Ru Produkt war beim Test mindestens so gut wie das aus deutscher Herstellung.

Unsere Bleche waren aber auch bis 150mm dick ;)

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 11 Aug 2009, 12:26
von Ralf
Aetschi hat geschrieben: Wir haben eine zeitlang auch hier produziert, das Ru Produkt war beim Test mindestens so gut wie das aus deutscher Herstellung.

Unsere Bleche waren aber auch bis 150mm dick ;)
Krauss-Maffei oder Rheinmetall-Fahrzeuge? :lol: Aber ernsthaft: Warum produziert ihr jetzt nicht mehr in Russland? Das würde auch dem Rubel nutzen, um den Bogen zum Ausgangsthema zu schlagen...

Re: Geht es bei weiter runter für den Rubel?

Verfasst: 11 Aug 2009, 13:06
von Aetschi
Die Produktion ist schon ein paar jahre zu, leider.

Damals gab es Angebote für Stahlbau dir wir hier nicht halten konnten.
Heute sähe das schon wieder ganz anders aus, dank Osterweiterung der EU.
Krauss-Maffei oder Rheinmetall-Fahrzeuge
Wir versorgen hier die Strassenbauunternehmen mit Maschinen ;)