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Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 17 Okt 2011, 22:58
von andreask020361
da hast du 100% recht und auch noch die anderen Rohstoffe nicht vergessen. hatten wir schon irgendwo hier dass , gerade für Russland stürmische Zeiten bevorstehen. da die preise für Rohstoffe überproportional falllen werden , heisst Russland die Einahmen weg brechen , dadurch der rubel fällt importe Teurer werden und was dass bedeutet wo verhältnis maessig fast alles importiert wird ausser die rohstoffe....
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 17 Okt 2011, 23:11
von andreask020361
ausserdem fehlt hier die soziale Komponente die die Krise lindern könnte. natürlich ist Russland mittendrin, es ist verbunden mit den anderen Wirtschaften, das Hauptproblem wie ich es sehe, es wurde versäumt die abhängigkeit von rohstoffexporten zu reduzieren, eine gerechte vernünftige und durchsichtige steuerstruktur aufzubauen nicht mal im ansatz ist sie zu erkennen., die koruption zu minimieren (das Wort Otkat gibt es wohl nur im rus) und einen guten unterbau zu schaffen meine ausgebildete fachkräfte.
Man hat die vielen rohstoffe dass verleitet aber auch zum geistigen stillstand meine man muss ja nicht unbedingt man hat ja was...
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 00:08
von domizil
andreask020361 hat geschrieben:von der überteuerten wohnung (hier wird es 100% ein platzen der Imobilienblase geben) die kreditfinanziert sind
... die ist eigentlich schon geplatzt. Ich kann zwar nicht für Russland insgesamt sprechen, aber in Kaliningrad sind seit 2008 die Immobilienpreise um ca. 35 Prozent gefallen. In den ganz normalen Jahren (2003 - 2005) sind die Immobilienpreise um jährlich 20-25 Prozent gestiegen, im Jahre 2006 um 62 Prozent ... Zum Glück ist nun der Preisverfall zum Stillstand gekommen und wir haben in diesem Jahr ein ganz kleinen unmerklichen Preisanstieg - lächerliche 10 Prozent (schlagt mich jetzt bitte nicht weil ich die Preissteigerung begrüße - aber das ist nun mal mein Geschäft - die Vermietung.)
Ich kann das Vorhergesagte gut nachvollziehen. Ich bin zwar mit der sozialistischen Planwirtschaft aufgewachsen und habe kräftig mitgeplant, habe aber nach 1990 recht schnell verstanden wie das Leben in der westlichen Marktwirtschaft funktioniert - eben genauso wie es Andreas beschreibt. Und ich bin zu der Überzeugung gekommen (leider ist das Theorie und in der Praxis nicht umsetzbar): So lange wie ein Staat nicht so organisiert ist wie eine Firma und mit seinen Finanzen so arbeiten muß wie eine Firma, so lange wird es langsam aber sicher bergab gehen - mit den Konsequenzen die Andreas beschrieben hat. In den Firmen sitzen i.d.R. hochqualifizierte Fachkräfte und der Chef/Besitzer kontrolliert ganz genau die Einnahmen und Ausgaben. Wenn er und sein Buchhalter das nicht tun wird er irgendwann bankrott anmelden. Wenn der Staat nicht vernünftig arbeitet (und der Rechnungshof liefert jedes Jahr dafür genügend Beispiele) werden eben mal kurz irgendwelche Steuern angehoben oder neue Steuern ausgedacht. Ich als Firmeninhaber kann nicht einfach mal so die Preise anheben wenn bei mir das Geld nicht reicht ...
Uwe Niemeier
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 00:22
von andreask020361
uwe eines ist mir bis heute nicht verständlich warum gibt es in ru 20jahre nach dem kommunismus immer noch ein wohnungsproblem.
habe da mal ein paar VAR ,
in Ru sind die wohnungen zu teuer weil zu viel geschmiert wird man spricht bis zu 60%, die Baufirmen keine finanz Basis haben und nicht vorfinanzieren können. und es gewisse Kräfte gibt die nicht interessiert sind dass sich hier so eine Art sozialer Wohnungsbau etabliert.
theoretisch könnten die Baufirmen in 10-15 Jahren dass ganze wohnungsproblem lösen. Was dass für den imobilien markt bedeutet ist auch klar. Ist ja auch nicht nachvollziehbar eine alte Plattenbauwohnung 55qm in Moskau weg vom Zentrum im spalni rajon , 1500euro miete.
habe auch als var gehört dass die Ausländer Gastarbeiter mit 6-10 mann in solchen Wohnungen leben und die Miete sich teilen .
So oder so die utopischen Preise sind nur möglich da es nicht genügend wohnraum gibt oder bezahlbaren
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 00:24
von andreask020361
h habe bewusst dass thema qualitaet ausgeklammert
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 00:56
von domizil
andreask020361 hat geschrieben:uwe eines ist mir bis heute nicht verständlich warum gibt es in ru 20jahre nach dem kommunismus immer noch ein wohnungsproblem.
Ich würde das Wohnungsproblem nicht mit einer Gesellschaftsordnung (Kommunismus/Kapitalismus) verknüpfen wollen. In der sozialistischen DDR gab es ein riesiges Wohnungsbauprogramm. Stand jahrzehntelang immer an erster Stelle und die Hauptaufgabe bestand daran das "... das Wohnungsproblem als soziales Problem bis zum Jahre 1990 zu lösen..." ist. Und trotzdem gebaut wurde "wie irre und verrückt" verringerten sich die Wartezeiten auf eine Wohnung nicht - ein für mich bis heute unverständliches Phänomen. Nach 1990 hatten wir dann mit einem mal riesigen Leerstand, so einen Leerstand das sogar Häuser wieder abgerissen wurden (gut, es gab Abwanderungen - aber so viele?).
Was nun Russland anbelangt. Hier wurde auch viel gebaut, aber ebenfalls - wie in der DDR - zu wenig getan um die bestehende Substanz zu erhalten. Die damals noch positive demographische Tendenz tat dann noch ein übriges das trotz vieler Neubauten die dazugewonnene Fläche nicht ausreichte. Speziell in Kaliningrad wurde in den Jahren 1990 - 1998 so gut wie gar nichts neu gebaut. Erst ab ca. 2001 fing der Bauboom an. Und mit dem Bauboom stiegen die Preise und es begann die Immobilienspekulation, d.h. Leute die Geld hatten kauften noch in der Bauphase Wohnungen in der Hoffnung (berechtigten Hoffnung) das noch während des Bauprozesses die Preise steigen. Dann hätte man die Wohnungen weiterverkaufen können (Gewinne von 50 - 100 Prozent innerhalb von 2 Jahren ganz normal). Dadurch wurden die Preise auf dem Zweitmarkt nach oben getrieben. Steigen die Preise auf dem Zweitmarkt ziehen natürlich die Preise für Neubauten auch an - also ein ganz einfacher Kreislauf. Der wurde nun durch die Krise unterbrochen. Bei den Baufirmen - egal welche - ist niemand interessiert für "nen Appel und nen Ei" sich abzurackern. Deshalb werden die Preise künstlich oben gehalten. Wie künstlich? Ganz einfach in dem man weniger baut und die angefangenen Bauprojekte in der Abnahme hinauszögert. Dadurch entsteht dann wieder ein Defizit auf den Neubaumarkt, die Preise steigen, demzufolge auch wieder die Preise auf dem Zweitmarkt und so weiter und so weiter.
Die Bauindustrie ist mindestens so profitabel wie die Erdölindustrie - nach meinem Kenntnisstand. Und eine Deckung des Bedarfes wird es NIE geben. Daran ist NIEMAND interessiert. Denn wenn ein Bedarf gedeckt ist braucht ja nichts mehr gebaut werden. Und wie wollen dann die bisherigen Baufirmen Geld verdienen? Nur durch instandsetzung. Das bringt nicht "det Jelbe von det Ei".
Was die Unterbringung der Bauarbeiter anbelangt: Da hast Du noch ein gutes Beispiel angeführt. Massenunterkünfte sind der ganz normale Zustand. Oftmals werden irgendwelche Bruchbuden, Keller, Rohbauten mit zugenagelten Fensterhöhlen durch die Baufirmen angemietet und den Bauarbeitern zur Verfügung gestellt. Die Bauarbeiter sind oftmals "Gastarbeiter" -keine Familie vor Ort. Die können (und wollen!!!) 12-15 Stunden am Tag arbeiten um möglichst viel Geld zu verdienen und dieses dann den Familien nach Hause zu schicken - die oftmals irgendwo unten im Süden sitzen und "hungern".
Was das "schmieren" im Wohnungsbau anbelangt. Ja, davon habe ich auch gehört. Es geht dabei um begehrte Grundstücke die man erhalten will zum bebauen, um das umschreiben der Grundstückskategorie (um z.B. aus landwirtschaftlicher Nutzfläche ein Grundstück für Wohnungsbau zu machen), um nachträglich Baugenehmigungen zu verändern (genehmigt ein Haus mit 5 Etagen, jetzt werden 10 Etagen gebaut) ... nun und diese Kosten werden natürlich umgelegt auf die Käufer. Ein großes Problem - zumindest bei uns in Kaliningrad - sind die sogenannten "betrogenen Anteilseigner" - bekanntlich treten die meisten Immobilienkäufer in Vorkasse und dann wird der Bau nicht beendet weil die Baufirma pleite gegangen ist - gut, aber das ist sicher ein gesondertes Thema.
Was die Mieten anbelangt. Eigentlich genau wie in Deutschland. Die Immobilie kostet eine Summe "X" und die Amortisierungserwartung des Vermieters beläuft sich in Deutschland auf ca. 20 - 25 Jahre. Danach will er sein Geld wieder NETTO in der Tasche haben. Genau so ist es in Russland auch - nur mit einem kleinen Unterschied: Die Amortisierungserwartung liegt in Russland unter 10 Jahre. Für die Masse der Vermieter die schwarz vermieten ist dies ein realer Zeitraum (keine Steuern, keine Versicherung, keine Kundenbetreuung, Manipulierung der komm. DL und und und - ich will nicht zu sehr aus dem Nähkästchen plaudern...) Für unsere Wohnungsverwaltung kamen all diese Dinge nicht in Frage. Deshalb haben wir auch zum jetzigen Zeitpunkt einen nicht ganz leichten Stand in Kaliningrad - aber! Wir haben Stehvermögen.
Ich hoffe kurz auf Deine Fragen geantwortet zu haben? Ausreichend und verständlich?
Gruss Uwe
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 12:43
von Jochen
In der DDR gab es ein Wohnungsproblem, aber es war nicht riesig. Eine junge Familie wohnte beengt, ja. Aber zB. Kommunalkas, in denen 2,3 Familien auf engstem Raum hausten und noch heute hausen, gab es in der DDR nicht!
Auch gibt es in Russland nicht das System der Wohnungsbaugesellschaften mit ihren Mietwohnungen. Wahrscheinlich aus Angst vor Mietausfällen. Also wird entweder gekauft oder vom Eigner gemietet
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 13:06
von domizil
Jochen hat geschrieben:In der DDR gab es ein Wohnungsproblem, aber es war nicht riesig.
... richtig Jochen, im Vergleich zur Sowjetunion lebten wir in der DDR wie im "Kommunismus" - wohnungstechnisch (Zwischeneinwurf bevor die Kommentare kommen: Wir DDR-Bürger wußten damals noch nicht alle das man NOCH BESSER leben kann - wohnungstechnisch). Deshalb habe ich auch nicht von einem riesigen Wohnungsproblem geschrieben sondern von einem riesigen Wohnungsbauprogramm geschrieben.
Jochen hat geschrieben:Auch gibt es in Russland nicht das System der Wohnungsbaugesellschaften mit ihren Mietwohnungen
... ja, das ist leider eine Tatsache und für diejenigen die eine Wohnung benötigen leider eine traurige Tatsache. Der russische Staat möchte gerne jedem Russen seine eigene Eigentumswohnung geben. Das ist natürlich wünschenswert, bleibt aber in der Praxis eine Theorie. Egal wie reich ein Land ist und wie gut es den Bürgern geht - nicht alle können sich Immobilieneigentum leisten und vor allem es wollen sicher auch nicht alle Immobilieneigentum. Vor wenigen Wochen ist Putin auch ganz kurz zu diesem Thema aufgetreten und sieht auch die Lösung des Wohnungsproblems in Russland mehr in Richtung "Mietwohnung". Um diese erschwinglich zu machen müssen große Investoren ran die diese Wohnungen zu tausenden und zehntausenden schaffen und den "Freien Vermietern" (wie z.B. unserer Wohnungsverwaltungsgesellschaft) Konkurrenz machen.
Uwe Niemeier
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 13:09
von Dietrich
domizil hat geschrieben:Zum Glück ist nun der Preisverfall zum Stillstand gekommen und wir haben in diesem Jahr ein ganz kleinen unmerklichen Preisanstieg - lächerliche 10 Prozent (schlagt mich jetzt bitte nicht weil ich die Preissteigerung begrüße - aber das ist nun mal mein Geschäft - die Vermietung.)
Aber mal ehrlich: Die Preise mögen ja mittlerweile wieder stabil sein, aber werden denn zur Zeit überhaupt Wohnungen ver/gekauft?
Oder ist der markt nicht vielmehr immer noch eigentlich als "tot" zu bezeichnen?
Bei Mietwohnungen wohl nicht, denn irgendwo müssen die Leute ja wohnen...
Re: Deutschland: Reich oder nicht?
Verfasst: 18 Okt 2011, 14:28
von Jochen
domizil hat geschrieben:Jochen hat geschrieben:Deshalb habe ich auch nicht von einem riesigen Wohnungsproblem geschrieben sondern von einem riesigen Wohnungsbauprogramm geschrieben.
Ich habs überlesen! Zu viel Text und auf dem Smartphone sind die Buchstaben immer so klein!
