Re: Die Vergiftung von Alexey Navalny
Verfasst: 28 Jan 2021, 12:43
Erst in den Weinkeller und dann Eishockey spielen...
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Solche Aussagen kommen mir bekannt vor. Es muss so im Frühjahr 1990 gewesen sein, als ich so was das erste Mal hörte. Ich kann Dir aber nicht sagen, ob das von Willy Brandt oder Norbert Blüm bei uns auf dem Marktplatz vorgetragen wurde.kamensky hat geschrieben: 26 Jan 2021, 12:59 Toleranz, Respekt, Mitsprache, Mitbestimmung und die Anwendung und das Eingestehen von Kompromissen sind massgebliche Indikatoren um eine 2 Klassengemeinschaft moeglichst zu verhindern. Hingegen koennen Voelker, welche stets unter einem diktatorischen Politsystem gelebt haben, sich keine Meinung bilden, wie ein Leben auf demokratischer Basis sein koennte, wenn man ihnen jegliche politische Freiheit verbietet. Zu was dies fuehrt, bzw. mit kleinen Ausnahmen gefuehrt hat ist seit Jahren offensichtlich und auch bestaetigt. Rueckstand, mangelnde Aus- und Weiterbildung fuehren zur wirtschaftlichen Stagnation.
In Eburg kenne ich nun auch ein paar бизнесмены, nichts großes, aber insgesamt sind sie mit ihrer Situation zufrieden. Sie akzeptieren Putin als Kopf des Landes. Betonen jedoch, dass ihre Eigeninitiative sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Sie nehmen sogar den Satz in den Mund: „Wir leben in einem freien Land!“.kamensky hat geschrieben: 26 Jan 2021, 18:41 Eburg ist wohl eine Millionenstadt in RU, in welcher Putin und sein System am wenigsten beliebt ist und auch am meisten dagegen aufbegehrt wird.
Du sprichst sicherlich die turbulenten Zeiten des "Platzspitz" und des "grossen und kleinen Letten" an mit der damalig offenen Drogenszene.Jenenser hat geschrieben: 28 Jan 2021, 14:19
In den Sinn kamen mir solche Sätze jedoch, als ich erstmalig 1990 in der Schweiz bei entfernten Verwandten weilte. Es gab in der Familie große Probleme, Stichwort Bahnhof Zürich.
Auch mir sind solche Geschaeftsleute Bestens bekannt. Allerdings, den mit dem „Wir leben in einem freien Land!“ ist mir bis dato noch nie zu Ohren gekommen. Viel eher den Einwand, als Bsp., dass es der amtierende Gouvernator es nicht fuer wichtig genug haelt, den Buergermeister durch die Bevoelkerung waehlen zu lassen, obschon ein rechtsgueltiges Referendum bestand. Das vermutliche Verneinen einer freien Wahl, erfolgt mit grosser Wahrscheinlichkeit auf Druck von Moskau.Jenenser hat geschrieben: 28 Jan 2021, 14:19
In Eburg kenne ich nun auch ein paar бизнесмены, nichts großes, aber insgesamt sind sie mit ihrer Situation zufrieden. Sie akzeptieren Putin als Kopf des Landes. Betonen jedoch, dass ihre Eigeninitiative sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Sie nehmen sogar den Satz in den Mund: „Wir leben in einem freien Land!“.
Lenenslauf? Dieser besteht eher aus mindestens 3 A4 Seiten. Es handelt sich lediglich um eine Antwort, Begruendung weshalb ich in RU gelandet bin und was mich zum Verlassen bewegen wuerde.
Du hast ja schon Einiges selbst aufgezaehlt. Was ich selbst bemaengle, ist der schlechte obererdige oeffentliche Verkehr und oft die Arbeitszeiten von jenem. Wen eine Millionenstadt schon mit immensen Verkehrsproblemen kaempft, oder zu kaempfen hat, dann sollten zumindest waehrend der Winterzeit und in den vom Staate verabschiedeten Weihnachtsferien, oeffentliche Verkehrsmittel (Tram, O-Bus, Marschrutki) auch nach 24 Uhr Personenbefoerderung betreiben. Ueberhaupt, ist der obererdige oeffentliche Verkehr in Eburg nicht wirklich das, was man sich als fortschrittlich und bequem darunter vorstellen kann. Dies haelt sehr viele Angestellte, welche aus umliegenden Regionen anreisen davon ab, den, oder die Oeffentlichen zu benutzen ganz zur Unfreude der Asthmatiker und Umweltschuetzer und natuerlich auch der Gesundheit Aller, welche an Hauptachsen wohnhaft sind. Betreffend Treppenhaeuser: Kann ich mich persoenlich nicht beklagen, doch erinnert mich das an ein Erlebnis, als in noch in Kamensk wohnhaft war und wir 2 Personen beim urinieren im Treppenhaus ungewollt ueberrascht haben.Jenenser hat geschrieben: 28 Jan 2021, 14:19
Was nervt denn viele Russen in Eburg? Gegenüber mir geben sie zu: ziemlich schlechte Infrastruktur in der Stadt, dazu zählt u.a. die Organisation des Öffentlichen Nahverkehrs, die Fußwege sind zum größten Teil in schlechtem Zustand, vor allem außerhalb des Zentrums. Insgesamt bemängeln sie die Sauberkeit im Rayon. Sie schämen sich vor mir für ihre herunter gekommenen Treppenhäuser…
Legt doch zusammen. Dann sind auch die Treffen die nächsten Jahre gesichertWladimir30 hat geschrieben: 28 Jan 2021, 11:25Ähm, also ich könnte in solch einem Bau schon ne Menge Spaß haben..... Allein der Weinkeller.....
Oh, mir sehr oft. Und durchaus oft in dem Zusammenhang: "Das was ihr unter Freiheit versteht, brauchen wir hier nicht." Und im nächsten Satz wird man ausgelacht, dass man in Deutschland im Wald nicht einmal ein Lagerfeuer machen darf oder gerade im Moment der Lockdown wirklich ernstgenommen wird.kamensky hat geschrieben: 28 Jan 2021, 15:42Auch mir sind solche Geschaeftsleute Bestens bekannt. Allerdings, den mit dem „Wir leben in einem freien Land!“ ist mir bis dato noch nie zu Ohren gekommen.Jenenser hat geschrieben: 28 Jan 2021, 14:19In Eburg kenne ich nun auch ein paar бизнесмены, nichts großes, aber insgesamt sind sie mit ihrer Situation zufrieden. Sie akzeptieren Putin als Kopf des Landes. Betonen jedoch, dass ihre Eigeninitiative sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Sie nehmen sogar den Satz in den Mund: „Wir leben in einem freien Land!“.
100% einverstanden, das Verständnis dessen, was als Freiheit angesehen und erstrebt wird, unterscheidet sich grundsätzlich. Das ist ein erheblicher Teil dessen, was auch etwas allgemein mit der unterschiedlichen Mentalität meinte.Norbert hat geschrieben: 28 Jan 2021, 17:27 "Das was ihr unter Freiheit versteht, brauchen wir hier nicht." Und im nächsten Satz wird man ausgelacht, dass man in Deutschland im Wald nicht einmal ein Lagerfeuer machen darf oder gerade im Moment der Lockdown wirklich ernstgenommen wird.
Das hatte mich anfangs stark abgeschreckt, als ich selber unternehmerisch tätig wurde. Aber es läuft ja dennoch. Ein weites Feld für Diskussionen, aber das ginge nun wirklich weit am Thema vorbei.Lustigerweise sind halt die Regeln in Russland selten weniger streng, gerade in Sachen Bürokratie. Brandschutz, Arbeitsschutz, Kündigungsschutz ... als Unternehmer ist es theoretisch richtig übel.
Auch, aber nicht nur. Es kommt darauf an, ob man einen Kompromiss finden kann, was in Russland wesentlich einfacher geht als in Deutschland, wo es oftmals nicht möglich ist.ABER der alte Spruch: Die Härte der russischen Gesetze wird durch ihre Nichtbeachtung kompensiert.
Das ist die andere Seite. Hier kommt es darauf an, dass der o.g. Kompromiss möglichst weiträumig abgesichert ist. Knifflige Sache, aber durchaus spannend.(Was leider wieder dazu führt, dass ein Jeder immer angreifbar ist, weil sich so oder so immer ein Gesetzesverstoß finden lassen wird, wenn für irgendwen mit Einfluss hilfreich.)