heino hat geschrieben:Hallo,
Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren und wie kommt es dazu ?
Russland hat doch mehr als genug eigene Fachkräfte, die die Arbeit sicher nötiger haben ?
Was machen die Deutschen dort überhaupt ?
VG
Heino
Hallo Heino.
Um auf deine Frage einzugehen. Z.B. im Bereich Landwirtschaft sieht es wie folgt aus.
Nur ein Beispiel von vielen. Bei der Ernte von Zuckerrüben werden Rübenroder eingesetzt. Die durchschnittliche Arbeitsleistung eines Rübenroders
in 24 Std. liegt bei 20 ha. Ein Ha bringt einen Ertrag von ca. 1500 USD. Die s.g. Fachkräfte, also Direktoren in den Betrieben wundern sich, warum aber großen Teils die durchschnittliche Leistung nur bei 8 bis 10 Ha liegt. Und ganz schlimm sogar nur bei 2 Ha am Tag. Dieser Direktor meldet dann an seinen Chef, wir brauchen mehr Rübenroder um unsere Ernte einzufahren. Dieser Chef, auch eine Fachkraft

bestellt einen oder 2 Rübenroder. Kostenpunkt jeweils ca. 400.000 Euro. Klasse für den Hersteller aus Deutschland. Nur leider Ziel verfehlt.
Kommt eine Fachkraft aus Deutschland, übrigens nicht ich, und schaut sich das mal an und stellt fest. Die Fahrer der Roder arbeiten 24 Std. Dann haben sie 24 Std frei. Wer selber mal auf so einem Teil gesessan hat wird verstehen, dass funktioniert nicht. Und ich rede nicht von Pinkelpausen.
Die deutsche Fachkraft schlägt vor, der Direktor soll 3 Fahrer auf dem Roder beschäftigen. Immer 8 Std Schichten.
Antwort vom Direktor, nein, das ist zu teuer, denn dann muss er ja noch einen Fahrer einstellen. Kostet rund 10.000 Rubel im Monat.
Das mache nur Sinn bei einem neuen Roder, wieder 2 Leute einzustellen.........
Auf die Zusammenrechnung der Kosten und Erträge verzichte ich hier. Ich glaube es versteht jeder, der das kleine Einmaleinz gelernt hat.
Es gibt sicherlich viele gut ausgebildete Hochschulabsolventen. Nur leider haben die keine Erfahrung, und werden direkt in den Betrieben so in die Hirachien gesetzt, dass Kreativität sofort oder in kurzer Zeit erlischt. Der deutsche Mitarbeiter hat aber die Möglichkeit, direkt ganz oben auf die Mißstände aufmerksam zu machen, da er meistens dem Firmeninhaber oder aber ganz oben angesiedelt ist.
Die Probleme sind Hausgemacht, und es werden ausländische Berater benötigt um den ganzen alten Filz zu erkennen. Ich kenne einige diese Fachleute, und ich kann nur eins sagen. Den Job möchte ich nicht machen.