Saboteur hat geschrieben: Und was sollen wir degegen tun?
erstmal zur Kenntnis nehmen und akzeptieren dass es eben von "deutscher" Seite ein Problem gibt. Das wäre schon eine Hilfe. Es gibt meiner Meinung nach doch Steuerungsmöglichkeiten und Präventionsmöglichkeiten.
das denke ich nicht, da ich nicht aufliste wie ungerechtz das Leben ist, sondern es geht um konkrete Diskriminierungen die ich ständig erlebe bzw. sehe aber gleichzeitzig Leugnung und nicht wahrhaben wollen. Siehe dieser Post.
Ich habe keine Diskriminierungen geleugnet. Aber nicht alles was du so aufgezählt hattest, sind Diskriminierungen, wenn du Diskriminierung als ein Problem verstehst, das nur "von deutscher Seite" zu lösen ist.
Hakenkreuze im Schulheft SIND Diskriminierung. Wenn einzelne Lehrer Fatima trotz guter Leistungen nicht auf das Gymnasium schicken, weil sie eben nicht Nina heisst, dann ist das Diskriminierung.
Wenn Herr Sarrazin ein Buch schreibt in dem er Statistiken auswertet und daraus zum großen teil objektive Schlüsse zieht, dann ist das keine Diskriminierung.
Was ich damit sagen will:
Nicht alles was den Betroffenen irgendwie nicht gefällt, ist auch gleich Diskriminierung.
Saboteur hat geschrieben:Wieso versuchen die Abduls nicht zum Beispiel proaktiv gegen die Vorurteile vorzugehen, indem sie sich eben umso mehr anstrengen? Wieso tauschen sie nicht den Stadtpark gegen die Bibliothek um "es allen zu zeigen"?
weil das eben nicht so einfach geht... Ist eben eher eine Frage der Schicht und des Milieus und nicht der Ethnie.
Nicht jedes Vorurteil ist gleich Diskriminierung. Jeder hat seine Vorurteile, aber viele schaffen es trotzdem diese nicht allzu sehr in ihr Handeln einfließen zu lassen. Aber Vorurteile abzubauen, das geht halt nicht nur von einer Seite. Wenn ich mit dem Vorurteil aufräumen möchte, dass man türkischen Halbwüchsigen Abends in der Innenstadt lieber aus dem Weg gehen sollte, dann geht das nicht nur "von deutscher Seite aus".
Wieso haben wohl sonst asiatische Einwanderer wesentlich weniger Probleme?
Haben Sie glaube ich nicht, sie sind eben nur angepasster wenn due Vietnamesen meinst.
Aber "angepasster" ist doch nichts Schlechtes, oder? Immerhin scheint hier eine gewisse Anpassung nicht zu schaden. Und die kommt doch wohl nicht von "deutscher Seite"?
Aber Jammern ist natürlich erstmal einfacher.
Wenn du Kritik an Diskrininierung und Rassismus als Jammern abtust, was ja eine Wertung ist dann werden wir in 50 Jahren über das gleiche reden.
Tu ich nicht.
Ich lehne nur dieses pauschale "Alle Probleme mit der Migration liegen nur an der Diskriminierung durch die bösen Deutschen, die zum Großteil alles Nazis sind" ab.
Ja, es gibt Diskriminierung in Deutschland. Wie überall auf der Welt. Aber nicht unbedingt mehr als anderswo. (Heisst nicht, das man sich damit abfinden soll!)
Aber das einige Gruppen von Migranten mehr Probleme als andere haben, das liegt eben nicht nur an den Deutschen, sondern zum Teil eben auch an den entsprechenden Gruppen selbst.
Vorurteile sind nicht schön. Sie sind sogar falsch. Aber sie sind eben bei jedem Menschen vorhanden. Und deshalb muss auch jeder Mensch für sich sehen, dass er gegen die Vorurteile aktiv angeht, die andere gegenüber ihm selbst hegen.
Eine Frage: Wenn dein Kind in Russland zur Schule geht und kommt mit Hakenkreuzen im Heft nach Hause welches die Mitschüler reinmalen und die Lehrerin/der Lehrer nennt dich Wurstmacher und du möchtest das nicht und erzählst anderen darüber. Ist das dann auch Jammern?
Nein. Dann ist ganz klar die Lehrerin, bzw. die Schule gefordert.
Natürlich gibt es auch in deutschen Köpfen genug Vorurteile, die absolut unberechtigt sind. Aber eben auch welche, hinter denen ein klein wenig Wahrheit steckt (deshalb sind es natürlich trotzdem Vorurteile!).
Welche Vorurteile sind denn wahr?
Da werde ich jetzt kein Buch darüber schreiben wollen. Aber ich hoffe ich habe die Richtung klar gemacht, in die meine Gedanken gehen.
Ha, wie soll das denn gehen??? Wie sollen Juden dagegen angehen dass 16,6 % der deutschen dem Satz „Juden haben in Deutschland
zu viel Einfluss.“ eher oder voll und ganz zustimmt?
Was meinst du denn, welchen Grund diese 16,6% haben, dieser "These" zuzustimmen? Wieviele davon stimmen nur zu, weil sie das Wort Juden hören und wirklich antisemitisch sind. 50%, 25% oder sogar 75%.
Gegen die Vorurteile dieser Leute ist schwer anzukommen. Weder "von deutscher" noch von "jüdischer Seite".
Aber was ist mit dem Rest? Sind das alles pauschal Antisemiten? Sind das nicht vielleicht auch Leute, die mal irgendwas z.B. über den Zentralrat der Juden gelesen haben, mit dem sie nicht einverstanden waren? Hast du nicht vielleicht auch schon mal gedacht "die Reaktion war vielleicht schon fast übertrieben", wenn der ZdJ sich über irgendetwas gleich tierisch aufgeregt hat, obwohl man es auch anders sehen könnte? Bei dir (oder auch bei mir) reicht das dann nicht gleich zu der obigen Aussage, dass sie "zuviel Einfluss haben". Aber manche sind eben weniger informiert, impulsiver oder einfach weniger tolerant. Und die stimmen dann einer solchen These eben "eher zu".
Das Beispiel ist jetzt vielleicht nicht soo glücklich, aber auch hier könnte der ZdJ durch ein manchmal etwas anderes Auftreten versuchen, aus diesen 16,6% vielleicht nur 10 oder 6 % zu machen.