Gunnar hat geschrieben:Ich fand das Interview einfach nur Panne [...] Und was daran so toll sein soll, dass Putin [...] die Durchsuchungen zB der Friedrich-Ebert-Stiftung nun ausgerechnet mit amerikanischen Gesetzen aus den 20iger Jahren zu legitimieren [...]
Na zumindest der Anfang des Interviews lief ziemlich aus dem Ruder, wobei Schoenenborn IMHO eigentlich kaum eine Chance hatte, da was zu aendern. Ich habe Putin selten so aufgeregt gesehen.
Er hatte sich ja bei den Fragen immer reichlich frueh die Kopfhoerer abgenommen und hatte so vermutlich den Vorwurf Schoenenborns nicht korrekt verstanden. Schoenenborn sagte, dass er noch nix von Hausdurchsuchungen in Amerika gehoert hat und Putin hat das wohl flasch , bzw . nicht vollstaendig mitbekommen und hat nun zeigen wollen, dass sehr wohl auch die Amis ein solches Gesetz haben - FARA / Foreign Agents Registration Act, von 1938 - und es auch heuer und um einiges verschaerft(er), Anwendung findet. Der Fragenkatalog und Auflagen mit denen russische Organisationen (AFAIR am Beispiel "Voice of Russia" / Голос россии) in Amerika aktuell konfrontiert werden, wurde in den russ. Medien veroeffentlicht. Putin wollte nun, dass Schoenenborn sich anschaut, wer fuer das Dokument verantwortlich zeichnet ...
Naja ... auch fuer meinen Geschmack, wenn auch verstaendlich, etwas too much.
Aber wie schon gesagt, ich finde es gut, richtig und wichtig, dass die Russen schauen, was 650 Organisationen mit den 1 Millarden Dollar in Russland anstellen.
So souveraen wie WW meist wirkt, da geht auch manches ziemlich daneben. War ja damals z.B. mit dem Antisemitismusvorwurf gegen Woina aehnlich ...
Aber um mal nicht von der Kritik gegen die Amis abzukommen ...

, erinnere dich mal an die Zeit unter Schroeder, als die Amis ziemlich oft kritisiert worden, reagierten auch diese mit der Zeit zunehmend angepisster ...
P.S.
Erste "Agenten" sollen zahlen
Moskau macht Ernst: Die erste NGO soll zahlen, weil sie sich nicht als "ausländischer Agent" registrieren ließ. Das könnte teuer werden für die Wahlbeobachter von Golos.
Bis zu 500.000 Rubel, umgerechnet etwa 12.500 Euro, sollen die Wahlhelfer von Golos (russisch: "Stimme") zahlen. Erstmals will die russische Justiz eine Nichtregierungsorganisation (NGO) wegen Verstoßes gegen das umstrittene "Agentengesetz" bestrafen.
Das Justizministerium in Moskau begründet das Vorgehen damit, dass sich die im Jahr 2000 gegründete russische Organisation Golos nicht wie gesetzlich vorgeschrieben als "ausländischer Agent" registrieren lässt, obwohl sie finanzielle Hilfe aus dem Ausland erhalte. Golos widersprach dem Vorwurf.
-ah-