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Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 18:41
von Nikolaus
Nun, nach all den nuechteren, aber eher entmutigenden Beitraegen noch ein Versuch zu etwas Konstruktivem. (Nicht aus eigener Erfahrung - ich habe mein "russisches Leben" ja gleich als Expat in Moskau begonnen, aber mit etwas Einblick in das Verhalten deutscher Firmen in Ru und um den Erwerb russischer Sprachkenntnisse.)
Am wichtigsten waere es ja wohl, sofort und moeglichst intensiv die russische Sprache zu lernen und Kontakte in Krasnojarsk aufzubauen, um die Jobsuche zu vereinfachen. Wenn irgendwie eine Auszeit finanziell moeglich ist, dann wuerde ich mich umgehend bemuehen, einen Russisch-Intensivkurs an einer ordentlichen Sprachschule in Krasnojarsk zu belegen. Mindestens ein halbes Jahr, besser laenger. Klar, das kostet erst mal. Nach meiner Erfahrung muss man aber ins Wasser springen, um Schwimmen zu lernen. Also umso russischer das Leben, umso besser. Gleichzeitig waere so ueber ein humanitaeres Mehrfachvisum auch der lange ununterbrochene Aufenthalt ganz legal abgesichert. Waehrend dieser Zeit koennte man in Ruhe alle mit Heirat, zeitweiliger Aufenthaltserlaubnis und Arbeit zusammenhaengenden Probleme vor Ort konkret klaeren. Deutsche Firmen kann man auch von dort aus kontaktieren. Aber die Bedingungen sind, wie wir ja wissen, z.Z. recht unguenstig. Man muss sehr flexibel und bereit zu beruflicher Veraenderung sein, um in so einer Zeit des Rueckfahrens von Aktivitaeten auch der auslaendischen Firmen in Ru als "Mensch von der Strasse", sorry, doch einzusteigen. Und man ist zweifellos attraktiver fuer solche Firmen, wenn man dann schon russisch kann und vor Ort wohnhaft ist. Und ganz ausgeschlossen ist ja nicht, dass sich die Situation, waehrend Du lernst, wieder etwas verbessert.
Nichts fuer ungut, ich kann natuerlich leicht daherreden; die Entscheidungen treffen und riskieren musst Du. Hals- und Beinbruch!

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 19:06
von bella_b33
Wladimir30 hat geschrieben: Hier bin ich nicht zu 100% einverstanden. Es stimmt, ein "echter Russe" wirst Du nie. Kann ja auch gar. Das heisst aber nicht, dass Du ein Aussenseiter sein musst. Anders ja, aber es gibt durchaus die Möglichkeit der vollständigen Integretation. Jeder Mensch ist anders, und das akzeptieren Russen in der Regel viel mehr als Deutsche es gewöhnlich tun. Das heisst, das Anderssein wird akzeptiert, und Du kannst trotzdem voll integriert sein. Ist aber ein langer Weg dahin. Hier halte ich mich an die Regel When you are in Rome, do as the Romans do.
Ich stimme Dir zu, ich sehe mich hier auch nicht als Aussenseiter mit dem Drang regelmäßig Deutsche treffen zu müssen, damit sich überhaupt irgendwer mit mir abgibt. Ich hab recht viele russische Freunde und fühle mich nie so "man muss den halt auch mal einladen , setz ihn halt da hinten in die Ecke". Hier sind sehr sehr viele Menschen wirklich sehr sehr herzlich und zeigen Dir das auch sofort offen!
Bis auf Deinen letzten Punkt, ich muss nichts nachmachen, ich tu was ich will(natürlich nicht wie ein Rüsseltier im Geschirrgeschäft sondern mit ein wenig Diplomatie) und wer mich mag, der muss mich mögen, so wie ich bin :).
Nikolaus hat geschrieben:Ohne Anfangskapital, ohne Sprachkenntnisse, ohne Fachwissen, ohne Vitamin B im Baugewerbe von NN, ... - alle Achtung, ein ausserordentlich faehiger Mann.
Beziehungen schaden nur dem, der Keine hat :lol: aber wie kommst Du darauf, daß der Mensch ohne Anfangskapital und Fachwissen gewesen sein sollte?

Gruß
Silvio

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 19:18
von Nikolaus
bella_b33 hat geschrieben:... aber wie kommst Du darauf, daß der Mensch ohne Anfangskapital und Fachwissen gewesen sein sollte?
Naja, wenn der erfolgreiche Mann als Vorbild fuer Christian dienen sollte, ...

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 19:33
von Christian4siberia
Gleichzeitig waere so ueber ein humanitaeres Mehrfachvisum auch der lange ununterbrochene Aufenthalt ganz legal abgesichert.
...was ist dieses humanitäre Mehrfachvisum bitte?

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 19:59
von Nikolaus
Hm, Russland vergibt je nach Reisezweck unterschiedliche Visaarten mit unterschiedlichen Rechten (Aufenthaltsdauer, Anzahl Reisen, ...). So z.B. touristische Visa (bis zu 30 Tage, einmalige Einreise), Besuchsvisa, Geschaeftsvisa (90 Tage Aufenthalt/180 Tage; mehrfache Einreise), Arbeitsvisa, Spezialistenvisa, ... Und eben auch sogenannte Studienvisa, die fuer Studienaufenthalte erteilt werden und fuer die gesamte Dauer des Kurses gueltig sind, auch laenger als 90 Tage ununterbrochen. So ein Visum erhaelt man ueber die Studieneinrichtung, bei der man sich eingeschrieben hat.
PS. Ich habe mich geirrt, fuer Studienzwecke gibt es sogenannte Studienvisa; die humanitaeren sind fuer andere Zwecke. Ich habe den Text geaendert.
https://russische-botschaft.ru/de/consu ... dienvisum/

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 20:14
von Christian4siberia
Ich habe eine Frage zum Besuchervisa.

Wird das nur für Angehörige erteilt oder auch wenn ich meine Süße nur besuchen möchte?

Und zum Studienvisa. Reicht da eine Bescheinigung, das ich einen Intensivkurs Russisch in Krasnoyarsk gebucht habe?

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 20:18
von bella_b33
Zum Arbeiten reicht ein Besuchsvisa nicht und fürs Besuchsvisa muss AFAIK eine Einladung von Ru aus kommen, welche dort auch amtlich abgesegnet sein muss(um das mal grob zu umschreiben)

Gruß
Silvio

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 20:34
von inorcist
Wladimir30 hat geschrieben:Hier bin ich nicht zu 100% einverstanden. Es stimmt, ein "echter Russe" wirst Du nie. Kann ja auch gar. Das heisst aber nicht, dass Du ein Aussenseiter sein musst.
bella_b33 hat geschrieben:Ich stimme Dir zu, ich sehe mich hier auch nicht als Aussenseiter mit dem Drang regelmäßig Deutsche treffen zu müssen, damit sich überhaupt irgendwer mit mir abgibt.
Ich glaub, da war meine Wortwahl etwas ungeschickt. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass man auch nach Jahren in Russland eben noch leicht als Ausländer erkannt wird, z.B. am Namen, am Akzent, an manchen Angewohnheiten, die man vielleicht nicht ablegen will (Genauigkeit, Pünktlichkeit ;) ). Dementsprechend wird man von dem ein oder anderen Russen doch etwas anders behandelt. Mich selbst stört's nicht, ich kenne aber Leute, die das tierisch nervt.
Andererseits - und da bin ich ehrlich - bin ich politisch und gesellschaftlich äusserest liberal eingestellt. Wenn ich da nicht aufpasse, wie ich Dinge ausdrücke und was ich sage, ecke ich bei meinen russischen Freunden und Kollegen sehr schnell an. Da geh ich dann lieber mit deutschen bzw europäischen Freunden ein Bier trinken. In Moskau geht das ja recht leicht, noch leben hier genügend Ausländer. In Krasnoyarks stelle ich mir das etwas schwieriger vor.

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 20:42
von Nikolaus
Christian, lies am besten mal bisschen auf der Seite der russischen Botschaft, die ich oben verlinkt habe.
Besuchsvisum (Aufenthaltsdauer 90 Tage) kannst Du auf Basis einer offiziellen Einladung bekommen, die Deine Freundin beim oertlichen FMS (Auslaenderbehoerde) beantragen muss, auch wenn ihr nicht verheiratet seid. Das kann ggf. muehevoll sein.
Arbeiten kannst Du offiziell weder mit Besuchsvisum noch mit Studienvisum.
Ist auch nicht empfehlenswert, die Sprache ist anfangs das Wichtigste. Und deshalb ist auch ein nur kurzer Intensivkurs hinausgeworfenes Geld. Meine ich.
Offiziell arbeiten kannst Du, wenn Du Kontakte gefunden hast, die Sprache gelernt hast und eine offizielle Aufenthaltserlaubnis hast, noch genug. Scheint mir.
Vorsicht: Die Russen verstehen in dieser Hinsicht wenig Spass. Illegale Arbeit, ist ein ernster Verstoss gegen Migrationsregeln, wie auch in Deutschland. Nach der zweiten Ordnungsstrafe kann Ausweisung folgen. (Nicht nach zwei einfachen Verkehrsdelikten - das sind nur unter Auslaendern verbreitete Geruechte.)
PS. Vielleicht meldet sich ja noch Zejtnot aus Novosibirsk. Der koennte Dir wohl am ehesten konkreten und kompetenten Rat fuer Krasnojarsk geben.

Re: christian aus nrw

Verfasst: 26 Sep 2015, 21:17
von inorcist
Nikolaus hat geschrieben: Nach der zweiten Ordnungsstrafe kann Ausweisung folgen. (Nicht nach zwei einfachen Verkehrsdelikten - das sind nur unter Auslaendern verbreitete Geruechte.)
MT ist vielleicht nicht die beste Quelle, aber mir scheint, dass in der Tat zwei Ordnungswidrigkeiten ausreichen, um seinen Aufenthaltstitel zu verlieren.
Former Moscow Times Publisher Allowed Back to Russia
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