Berlino10 hat geschrieben:
schön?

naja ... So habe ich das bis jetzt noch nicht gehört oder empfunden
Kann es aber auch daran liegen, dass wir beide "schön" etwas anders definieren.
Bei mir hat diese Stadt eben einen ordentlichen u. schönen Eindruck hinterlassen, also insgesamt einen positiven.
Auf der anderen Seiten können die Empfindungen aber auch daher rühren, dass / weil ich auch einen kleinen persönlichen Bezug zur Stadt habe.
Und zwar, noch lange vor der schulischen Erfahrung zur Zeit der SU/Russland, als es ziemlich deutlich "propagiert" wurde diesen Ort zu besuchen (natürlich aufgrund des geschichtlichen Kontextes) , aber wie gesagt nicht nur darum.
- Es ist mittlerweile schon mehr als 40 Jahre her, als mein Alter da in der Armee diente (als wir klein waren, wurde natürlich in der Familie was darüber erzählt, auch die schönen Bilder, welche in der Erinnerung haften geblieben sind – daher wollte man schon immer dahin).
- Dazu kommt es noch, dass ein Teil seiner Vorfahren in den Regionen zwischen Wolgograd u. Saratow lange Zeit als Wolgadeutschen siedelten.
Ich persönlich durfte aber zum aller ersten Mal die Bekanntschaft mit der Stadt erst 2008 machen, und das war zweifelsohne keine so schöne (erste) Erfahrung – nicht nur unerfreuliche, sondern sogar eher eine bedrückende.
Fuhren mit dem Auto Richtung Rostow am Don (u. dann planmäßig runter nach Krasnodar) waren genau am 08.08 in Wolgograd angekommen (Stichwort: Kaukasuskrieg 2008) und es war schon ziemlich spät geworden, als plötzlich wir uns dem Stauende näherten und kurze Zeit danach alle Autos die Straße räumen mussten, um die "ewig lange" Schlange an Militärtechnik vorbeiziehen zu lassen..
Mussten dann etwa 1-1,5 Stunden am Straßenrand ausharren, bis alles vorbei war.
In dem Moment habe ich so ziemlich zum ersten Mal mit eigenen Augen richtig mitbekommen, was es eine "Mobilisierung auf Russisch" zu bedeuten hat. In der Luft schwebte deutlich ein Hauch der Kriegsstimmung und das konnte einen nicht ungerührt lassen, (auch noch bei diesem ununterbrochenen Getöse) jagte gar einen Schrecken ein.
Dann aber auf der Rückreise hatten wir uns viel mehr Zeit für die Stadt gelassen/genommen – waren schön im real,- Markt (als den noch gab) einkaufen

, bevor wir uns der Stadtbesichtigung wendeten ("stürzten").
Als wir dann zum Mamajew-Hügel die Treppen hochstiegen, herrschte auch da schon eine besondere "Atmosphäre" (die Luft schien mit einer gewissen Energie geladen zu sein – würde man in Rus dazu sagen) u. der Anblick dieser riesen Statue ist einfach atemberaubend..
Mittlerweile betrachte ich die Stadt als ein Ort der Aus-/Versöhnung zw. den Völkern und gewiß nicht ausschließlich den "Russen" u. Deutschen - um etwa an Opfer gemeinsamer (versch. Nationalitäten) Völker zu gedenken - als Reise zu empfehlen, sondern allen anderen auch.
...Allee der Helden ... Erinnerungsstätte Mamaev Kurgan, Mutter Heimat... Soldaten-Friedhof...
Allein deshalb lohnt es sich schon die Stadt zu besuchen, und schön, dass Du
Berlino10 die Liste quasi als "Einheimischer" gebracht hast – habe nämlich noch nicht alles durch.
Wer sich für (rus.) Geschichte interessiert ... für den ist Wolgograd natürlich ein Muss
Möchte aber an der Stelle auch gleich die Sorgen unseres Russlandreisenden beseitigen, obwohl ich mich da etwas schwer damit tue, ihm etwas weiter zu empfehlen, wo er sich doch noch nicht geoutet hat, worauf er denn einen besonderen Wert legt bzw. was seine Schwerpunkte sind?? (Denn z.B. architekturmäßig hätte die Stadt gewiß auch was anzubieten) Auch die Angabe zur Jahreszeit bei seinem Vorhaben/Reise fehlt bisher!!
Wenn man aber schon so nen guten Ansprechpartner wie Berino vor Ort zur Seite hat, wird die Reise dahin für Russlandreisenden bestimmt sehr interessant werden!!