saransk hat geschrieben:
Mit dem "die" und "wir" habe ich immer so meine Probleme. Habe halt keine Lust auf Fremdschämen. Ist ja auch eigentlich egal, auf welcher Seite man steht.
Besser wär's wahrscheinlich
saransk hat geschrieben:Wer so einseitig berichtet, ist für mich kein richtiger Journalist. An diese Menschen stelle ich immer noch den Anspruch, der absoluten Gewissenhaftigkeit. Dazu gehört neben einer sorgfältigen Recherche auch eine ausgewogene Berichterstattung, welche auch beide Seiten beleuchtet. Viele von diesen "Schmierfinken" wissen einfach nicht, welche Macht sie, trotz Internet auf die gesellschaftliche Basis, mit ihren Artikeln oder Kommentaren haben.
Und zu solch einem Beruf gehört auch der Mut, unbequeme Sachen zu veröffentlichen oder der eigenen Regierung oder auch lokalen Größen in den Rücken zu fallen, wenn es nötig ist. Aber dieses "Rückgrat" wird leider immer wieder dem wirtschaftlichen/beruflichen Druck, aber auch der eigenen Bequemlichkeit geopfert.
Leider fallen darunter fast sämtliche (ehemaligen) Journalisten der Leitmedien. Sie sind in bestimmten Fragen zu reinen Propagandisten geworden. Im Wesentlichen mache ich dafür den systemischen Druck verantwortlich. Erstens ist es natürlich bequemer, karrierefördernder und zweitens oft aber auch rein wirtschaftlich gar existentiell nötig, mit dem verordneten Strom zu schwimmen. Oder den Job zu wechseln. Für Journalisten etwa, die wahrheitsgemäß und ausgewogen über RUS berichten wollen, gibt es in DEU keine Aufträge mehr. Nur noch für Hetzer und Propagandisten a la Atai, Lielischkies, Dobbert, Hebbel ..
saransk hat geschrieben:
Da ein Journalist auch nur ein Mensch ist, lässt sich eine gewisse Einflußnahme durch seine persönliche Sicht und Erfahrungen nicht ganz ausschließen.
Auch da müsste man eben breit streuen ... bei deren Biographien, aber auch bei den eigenen Erfahrungen und Informationsquellen. Die sog. Journalisten von heute holen sich ihre Informationen doch nur von der einen Seite, der sie nahe stehen. Oder war Atai mal bei den Rebellen in der Ost-Ukraine? Dabei sollten sie keiner Seite nahestehen. Für diese "Journalisten" gilt leider nicht mehr der berühmte Satz von Hanns Joachim Friedrichs:
"Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache - auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört."
Dass sie ausgerechnet einer der einseitigsten und schlimmsten Nicht-Journalisten wie Atai den Hanns Joachim Friedrichs Preis geben, zeigt die Degenerierung des ehemaligen ÖR-Journalismus, der heutigen Regierungs- bzw. Staatspropaganda.
saransk hat geschrieben:
Auch weiß ich natürlich, das einige Zeitungen bewusst gewissen politischen Richtungen zugeordnet werden müssen. das kann man aber beim Lesen ja durchaus herausfiltern oder überlesen. Wenn aber vor kurzem bei einer Umfrage unter Journalisten in der Schweiz (in D. ist es aber bestimmt nicht besser)fast alle angaben, politisch und gesellschaftlich links zu denken und zu handeln, kann ich einfach nicht mehr von einer ausgewogenen Berichterstattung ausgehen.
In der Schweiz? Wer ist bzw. handelt da links?

Die NZZ?
Ok, gesellschaftspolitisch haben wir in DEU einen starken Linksruck erlebt, Homo-Ehe, Atomkraft, Asyl- und Flüchtlingspolitik, das ganze Genderzeug ... aber sowohl friedens- als auch sozial- und wirtschaftlich-politisch ist das ganze Land, die ganze Presselandschaft extrem und eindeutig nach rechts gerückt, ja marschiert.
Links? Es gibt in DEU keine nennenswerte linke Zeitung/Magazin mehr ...
Weit über 90% der in DEU verkauften Zeitungen gehören 5 großen Medienkonzernen. Der SPIEGEL etwa wird jetzt von Bertelsmann/Random House, dem grössten US-Medienkonzern, dominiert, Frankfurter Rundschau wurde von FAZ übernommen, ... u.v.m
Die Folge ist neoliberale und transatlantische Einheits-Propaganda aus allen Rohren. Die taz etwa ist neben den Goebbels-Springer-Blättern dabei gar der militanteste Kriegstreiber... (Kritik im ÖR gibt's fast nur noch in der Satire.)
Und sie alle schießen gegen Kritiker wie Wagenknecht, A. Müller, Ganser, Jebsen & Co. mit ekelhaften Schmutz-Kampagnen "Querfront, VT, FakeNews".
saransk hat geschrieben:Gilt aber auch für Russland, wo jemand, der nicht patriotisch denkt und schreibt, schnell als Nestbeschmutzer oder ausländischer Agent abgestempelt wird.
Also ich finde ja manchen Opositionellen patriotischer als die meisten Mitläufer-Putinisten
Aber ja, das Spektrum der "erlaubten", akzeptierten Meinungen ist AUCH in RUS zu eng. Und allzu schnell und leicht stempeln sie einen gar als Schädling ab...