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Verfasst: 23 Jan 2007, 16:17
von Axel Henrich
Zeppelin hat geschrieben:Ich hätte gern mal gewusst, worim meine vermeintliche Beleidigung bestanden haben soll.
Das [vermeintlich] kannst du getrost weglassen, allein die Tatsache, dass dein hasserfuellter Ausraster hier nicht mehr zu "sehen" ist, sollte dir zu denken geben ... :?
Zeppelin hat geschrieben:Wer mir wiederholt derart dumm kommt, muss dan eben auch das Echo vertragen können.
[...]
Wählt Euch endlich eine hinnehmbare Regierung
[...]
nicht etwa einem KGB-Oberisten, der seine Macht nur auf Furcht und Resignation seiner "Wähler" stützen kann.
... und das von einem "ausgewiesenen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler"?
Vielleicht lebst du ja hier dein "Second Life" aus ...
Zeppelin hat geschrieben:Aber wer so schiefe Dinger dreht - und dadurch gegenüber Dritten vertragsbrüchig wird - bleibt in der Verantwortung und muss halt mit den Konsequenzen leben. Warum sollte man Russland dafür noch trösten, wenn sein politisches Kalkül nicht aufgeht und sich dessen "Geschäftspartner" als "Schurken" erweisen?
??? Hauptsache du verstehst, was du hier schreibst ... ???
Wann wurde die Trasse duch BR gebaut? Die BR-Wirtschaft ist zu ca. 80% auf Russland ausgerichtet. Dass diese Vertraege irgendwann auch mal ueberarbeitet und angepasst werden muessen, solltest selbst du als "ausgewiesener Wirtschaftswissenschaftler" verstehen. Ich gehe mal davon aus, dass Russland nicht erst seit gestern entsprechende Verhandlungen anstrebt und immer auch wieder angemahnt hat - analog dazu die Probleme mit der Ukraine vor ca. einem Jahr. Wenn ueber einen langen Zeitraum nun aber mal kein Ergebniss zustande kommt ...
Heuer holt man nun mal kein Oel mehr fuer 30 Dollar aus dem Boden, von der inzwischen notwendigen Ueberholung und Erneuerung der Technik mal ganz abgesehen. Natuerlich hat auch Minsk gewisse Kosten mit der Trasse, die ja auch unterhalten und repariert sein moechte, aber doch keine 45 Dollar. Russland verlangt "lediglich" und mit Recht Marktuebliche Preise, BR dagegen dreht im doppelten Sinne am Rad ...
Der Fehler von Putin ist sicher mangelnde Kommunikation, aber wir wollen mal nicht unter den Tisch kehren, dass die GUS-Staaten die durch Ihr Land gefuehrte Trasse immer wieder auch als Druckmittel nutzen und sicher auch in Zukunft davon Gebrauch machen werden. Natuerlich auch im Wissen, dass eh wieder Russland dafuer die Dresche bezieht ...
Dass bei alledem von allen Seiten auch politische Ziele verfolgt werden, versteht sich von selbst.
Wofuer ist denn Al Capone verurteilt wurden?
Zeppelin hat geschrieben:[...] halte ich es [...]für rechtwidrig, rückwirkend tatbestandsbegründende Regelungen zu treffen, auf die sich dann ein Urteil letztlich bezieht. Da ist eben auch der Unterschied zu Capone [...]
Thema verfehlt, 5, setzen!
Beide wurden im Prinzip wegen Steuerhinterziehung verurteilt und eben gerade nicht wegen ...
Zeppelin hat geschrieben:Für Dich mag es ein gescheiterter "Zwergenaufstand" sein [...], aber den Anständigen davon gilt meine Solidarität [...]
Chodorkowski ist also nicht gescheitert? Und bitteschoen wer sind in diesem Zusammenhang die Anstaendigen? :?
Zeppelin hat geschrieben:Die Rohstoffe Russlands gehören nicht dem Kreml, sondern dem legalen und legitimen Souverän!
... und wer ist deiner Meinung nach dieses "Souverän"?
Zeppelin hat geschrieben:Substanzlose Polemik ändert ja nichts an den Fakten.
Polemik, wo?

-ah-

Verfasst: 03 Feb 2007, 20:23
von Mysh
So, 2008 rückt heran und damit auch die Frage nach der Nachfolge Putins...
Quelle entnommen von http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02 ... 057327.asp
Kein Kronprinz in Sicht
Russlands Präsident Wladimir Putin will nach Ablauf seiner Amtszeit nicht mehr in den Kreml zurück

Von Elke Windisch, Moskau

Sogar dem englischen Simultandolmetscher stockte für einen Moment hörbar der Atem: Eine blauäugige Journalistin aus dem fernöstlichen Wladiwostok redete Russlands Präsidenten Wladimir Putin als „unvergleichlichen Wladimir Wladimirowitsch“ an, bekam Beifall, der nicht ironisch gemeint war und entschuldigte sich dann für ihre Frage zur Korruption. Putin möge das Land endlich von diesem Übel befreien. Am besten dadurch, dass die Pazifikregion der direkten Verwaltung des Präsidenten unterstellt wird.

Putins gestrige Jahrespressekonferenz im Kreml war bereits seine sechste und nach gegenwärtigem Stand auch seine letzte als Präsident. Im März 2008 wird der Chefsessel im Kreml neu vergeben. Putin aber hat mehrfach laut und deutlich kundgetan, dass Verfassungsänderungen, wie sie für seine dritte Kandidatur erforderlich wären, mit ihm nicht zu machen sind. Die Öffentlichkeit wartete daher am Donnerstag vor allem auf eine Art politisches Testament und auf klare Aussagen zur Nachfolge, wurde in beiden Fällen jedoch herb enttäuscht. Putin, im dunklen blaugrauen Anzug und mit schwarzweiß gestreifter Krawatte, signalisierte schon vom Outfit her, dass er nicht in bester Stimmung war. Die mehrfach gestellte Frage über seinen Nachfolger und die eigene politische Zukunft beantwortete er sichtlich gereizt.
Es gäbe keine gezielte Vorbereitung von Erben, bei den Wahlen würden daher keine Nachfolger, sondern nur Kandidaten antreten. Jeder müsse allein entscheiden, für wen er stimme. Er selbst würde seine Vorlieben erst im Wahlkampf kundtun. Auch er sei nur ein Bürger Russlands und erwarte daher wie alle von der Regierung vor allem eine „demokratische Abstimmung und eine objektive Berichterstattung zu den Bewerbern und zu ihren Programmen“. Er strebe „momentan kein hohes Amt an“, eine Rückkehr in den Kreml bei den Wahlen 2012 oder 2016 schloss er aus.

Auch bei anderen Fragen zu Themen wie Nationalismus oder den Entwicklungen in der russischen Energiepolitik blieben die Antworten Putins eher vage. Nationalismus und wachsende Fremdenfeindlichkeit seien dem „ideologischen Vakuum“ nach dem Ende von Sowjetunion und Kommunismus geschuldet und müssten bekämpft werden. Russlands Präsident verwahrte sich auch gegen Unterstellungen, sein Land schwinge die energetische Keule gegenüber seinen Ex-Vasallen. Unternehmen wie Gasprom würden sich an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientieren, Rabatt für die einstigen „Bruderrepubliken“ gäbe es künftig nicht mehr. Fünfzehn Jahre Unabhängigkeit seien genug, um auf eigenen Füßen stehen zu können, sagte Putin in Anspielung auf Moskaus „Energiekriege“ gegen Weißrussland und die Ukraine. Zudem habe er den staatlichen Pipelinemonopolisten Transneft angewiesen, durch die Ostseeleitungen eine Million Barrel mehr Rohöl pro Tag zu transportieren. Auf diese Weise sollten Risiken vermieden werden, die beim Transport des Rohstoffes durch die Nachbarländer auftauchten. Die Idee eines Opec-ähnlichen Zusammenschlusses halte er für „interessant“, sagte Putin. Allerdings sei nicht geplant, ein Kartell ähnlich dem der Erdölexporteure zu schaffen. Über diese Vorschläge habe er auch mit den Vertretern des Iran gesprochen. In beiden Ländern liegen die größten Vorkommen von Erdgas.

Putins trübe Stimmung erklärten hiesige Beobachter mit dem am Vortrag veröffentlichten Jahresbericht von Freedom House, einer amerikanischen Stiftung für das weltweite Monitoring von Demokratie. Russland wird, was bürgerliche Grundrechte anbelangt, in dem Papier in einem Atemzug mit Nordkorea genannt.

Verfasst: 03 Feb 2007, 21:07
von Zeppelin
Mysh hat geschrieben:So, 2008 rückt heran und damit auch die Frage nach der Nachfolge Putins...
Quelle entnommen von http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/02 ... 057327.asp
Naja, nun dürfte inetwa das passieren, was so vehement vermieden werden sollte: Quasi-Weimarer Verhältnisse.
Schon Bismark hatte dafür gesorgt, die politische Konkurrenz auszuschalten und hinterließ nach seiner Abdankung eine Karstlandschaft mit den bekannten Folgen.
(Nachzulesen in Weber, Max: Gesammelte Politische Schriften, Abschnitt: "Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland -> Das Erbe Bismacrks" UTB, Stuttgart; Auflage: 5., Aufl. Januar 1988,
ISBN-13: 978-3825214913)

Was macht schon ein zentralistisches Staatswesen ohne mehrheitsfähige zentrale Figur? - Es dürfte ihm ein ziemliches Gemetzel zwischen konkurrierenden Nachfolgern aus der zweiten Reihe bevorstehen. :reiter: :duell: :pirat: :box:
Aber malen wir den Diabolo mal nicht an die Wand.
Kann ja sein, dass die 'gefestigte' palamentarische Demokratie in der Russischen Föderation Fortschritte gemacht hat.
Es soll ja noch Wunder geben...

Grüße,
Zeppelin

Verfasst: 03 Feb 2007, 22:09
von MpaK
Kein Kronprinz in Sicht
Ach, das fängt schon wieder so amüsant an. Die Überschrift passt genau zum diskutierten Thema.
Eine blauäugige Journalistin aus dem fernöstlichen Wladiwostok redete Russlands Präsidenten Wladimir Putin als „unvergleichlichen Wladimir Wladimirowitsch“ an, bekam Beifall, der nicht ironisch gemeint war und entschuldigte sich dann für ihre Frage zur Korruption.
Das passt wiederum zum Titel des Artikels. Der Zar wird von seinen Untertanen gelobt und gewürdigt. Der deutsche Leser wird beim Lesen solcher Passagen vor Empörung zusammenzucken. Unglaublich, für die Fragen über Korruption muss man sich beim Zaren auch noch entschuldigen?
In Wirklichkeit hat die Frau sich dafür entschuldigt, dass sie Putin als einzigartig bezeichnet hat, und damit ihn in Verlegenheit brachte. Denn das Wort "несравненный" kann sowohl als unvergleichlich, als auch als einzigartig übersetzt werden. Aber einzigartig passt ja nicht zum Image des Zaren.
Putin, im dunklen blaugrauen Anzug und mit schwarzweiß gestreifter Krawatte, signalisierte schon vom Outfit her, dass er nicht in bester Stimmung war. Die mehrfach gestellte Frage über seinen Nachfolger und die eigene politische Zukunft beantwortete er sichtlich gereizt.
Es geht brav weiter in Richtung Dunkelheit. Das Bild eines bösen Herrschers wird immer deutlicher und die Kanten seiner Persönlichkeit immer schärfer. Frau Windisch ist auf dem richtigen Weg und hat auch eine gute Strategie ausgewählt.
Nun, ich habe die Konferenz auch geguckt, Putin war ganz normal bekleidet wie immer, und schlecht belaunt oder gereizt war er auch nicht.
Er scherzte sogar.
Falls noch jemand die Konferenz gesehen hat, dann mag er seine Meinung dazu auch sagen. Ansonsten müsst ihr euch dem Interpretierungsvermögen der Frau Windisch anvertrauen.
Auch bei anderen Fragen zu Themen wie Nationalismus oder den Entwicklungen in der russischen Energiepolitik blieben die Antworten Putins eher vage.
An dieser Passage gefällt mir das Wort "vage". Es soll zeitgen wie überlegen dieser KGB-Agent sein soll. Vielleicht liegt dieses "Vage" am Verständnis der russischen Sprache von Frau Windisch? Das können wir leicht feststellen:
Nationalismus und wachsende Fremdenfeindlichkeit seien dem „ideologischen Vakuum“ nach dem Ende von Sowjetunion und Kommunismus geschuldet und müssten bekämpft werden.
Das glaubt Frau Windisch verstanden zu haben.
Und das hat Putin gesagt:
Но если говорить о причинах, то одна из них, конечно, заключается в том, что, несмотря на развал Советского Союза, границы у нас остались открытыми. Все бывшие республики Советского Союза стали независимыми государствами, а вопросы, скажем, на рынке труда далеко не всегда до сих пор решались в пользу коренного населения России, в пользу граждан Российской Федерации. И вот эта неурегулированность, о которой должна была бы подумать власть заблаговременно, обеспечив интересы как иностранцев, так и граждан Российской Федерации (а ведь иностранцы, которые в России работают часто - и мы об этом знаем с вами хорошо, и средства массовой информации об этом часто говорят - оказываются в совершенно бесправном положении), - вот эта неурегулированность наносит ущерб всем: и иностранцам, и гражданам Российской Федерации.
Sieh mal da! Vom Kommunismus ist gar nicht die Rede. Und der Zerfall der UdSSR wird nur als Zeitpunkt erwähnt und nicht als Grund. Frau Windisch versucht Putin als Gefangenen der Vergangenheit darzustellen, obwohl er selbst von aktuellen Ereignissen spricht, wobei er den Staat dafür verantwortlich (schuldig) macht.
Putins trübe Stimmung erklärten hiesige Beobachter mit dem am Vortrag veröffentlichten Jahresbericht von Freedom House, einer amerikanischen Stiftung für das weltweite Monitoring von Demokratie. Russland wird, was bürgerliche Grundrechte anbelangt, in dem Papier in einem Atemzug mit Nordkorea genannt.
Das logische Finale, das alles erklärt. Das Bild ist komplett und scheint auch genug grausam zu sein. Was kann noch schlimmer sein, als mit Nordkorea verglichen werden? Und das noch von irgendeiner amerikanischen Stiftung! Die, in den USA (God bless America), wissen ja natürlich was Demokratie ist.
Aufzeichnung der Konferenz

Verfasst: 03 Feb 2007, 23:28
von Zeppelin
MpaK hat geschrieben: Ach, das fängt schon wieder so amüsant an. Die Überschrift passt genau zum diskutierten Thema...
Und: Was sagt Deine Tirade nun aus???

Verfasst: 04 Feb 2007, 01:57
von Mysh
MpaK hat geschrieben: Но если говорить о причинах, то одна из них, конечно, заключается в том, что, несмотря на развал Советского Союза, границы у нас остались открытыми. Все бывшие республики Советского Союза стали независимыми государствами, а вопросы, скажем, на рынке труда далеко не всегда до сих пор решались в пользу коренного населения России, в пользу граждан Российской Федерации. И вот эта неурегулированность, о которой должна была бы подумать власть заблаговременно, обеспечив интересы как иностранцев, так и граждан Российской Федерации (а ведь иностранцы, которые в России работают часто - и мы об этом знаем с вами хорошо, и средства массовой информации об этом часто говорят - оказываются в совершенно бесправном положении), - вот эта неурегулированность наносит ущерб всем: и иностранцам, и гражданам Российской Федерации.
Leider bin ich des russischen nicht mächtig. Und da ich - ganz allgemein - den Ton des von mir zitierten Artikels nicht mag und gerne wissen würde, was denn nun wirklich gesagt wurde - könnte das jemand übersetzen?

Verfasst: 04 Feb 2007, 03:11
von Axel Henrich
Zeppelin hat geschrieben:Was sagt Deine Tirade nun aus???
Vielleicht, dass sich dieser Tagesschau-Artikel gut auch im Thread Was man schon immer über Russland wissen wollte... einreihen koennte ...

Dazu muesste du natuerlich verstehen wollen?
Hast du das Original gesehen? Warum dann "Tirade"?

-ah-

Verfasst: 04 Feb 2007, 13:25
von Zeppelin
Axel Henrich hat geschrieben:... dass sich dieser Tagesschau-Artikel gut auch im Thread ....

Dazu muesste du natuerlich verstehen wollen?
Hast du das Original gesehen? Warum dann "Tirade"?

-ah-
Zu dumm nur, dass es sich um einen Artikel aus dem TAGESSPIEGEL handelt. Aber über so geringfügige Unterschiede kann man ja mal großzügig hinwegsehen, nicht wahr?
Was soll's an den Zuständen in RUS sind natürlich nur "DIE westlichen Medien" schuld - und wenn die z.B. schreiben, dass die Angara ein Fluss ist, wäre das vermutlich auch eine verleumdnerische Denuziation Russlands...

Es hat keinen Sinn sich darüber weiter auszulassen.

Z.

Verfasst: 04 Feb 2007, 13:37
von Mysh
Erschienen ist der Artikel übrigens in der PNN.

Verfasst: 04 Feb 2007, 14:01
von Zeppelin
Mysh hat geschrieben:Erschienen ist der Artikel übrigens in der PNN.
Ist ja der gleiche Laden. Daher auch das gemeinsame Archiv.

Mich würde aber wirklich viel mehr mal interessieren, was andere über die weitere Entwicklung der Regierung Russlands und das gesamte politische Gefüge dort denken.
Außer "Kritik" an der Berichterstattung darüber zu üben, fällt dazu offenbar keinem etwas ein oder man mag es zumindest nicht äußern.

Hast Du den folgenden Artikel in der BLZ gelesen? Kampagne Kinderglück

Zeppelin