manuchka hat geschrieben:Mein lieber Zeppelin, hast du da nicht etwas verwechselt? Wer hat die Tschechen von den Nazis befreit? Meiner historischen Kenntnisse nach trafen sich die Westmächte mit den Russen in Berlin und nicht in Prag... Befreier waren also wohl die Russen. Und mich wird es nicht wundern, wenn bei solchen Äußerungen ein Aufschrei wegen "Verzerrung der Geschichte und der Ergebnisse des 2. WK" kommt.
Jepp Manuchka. Deine Geschichtskenntnisse in allen Ehren. Die sind vermutlich nicht falsch, aber scheinbar etwas unvollständig.
Um es mal klar zustellen - für alle, die meine älteren Beiträge hier nicht gelesen haben: Ich weiß sehr wohl was während des Naziregimes in Osteuropa angerichtet wurde - und nicht nur dort.
Ebenfalls weiß ich die Leistungen der Sowjetarmee und deren Opfer sehr wohl zu würdigen.
Doch ohne die verspätete, aber massive Invasion der Westallierten, ohne die französische Resitence, ohne den tschechischen Widerstand, ohne die jugoslavischen Partisanen und den zivilen Ungehorsam in Italien - den Widerstand der wackeren Norweger nicht zu vergessen - wäre der WK II längst nicht zu dem Zeitpunkt beendet worden...
Man sollte auch Jalta nicht vergessen.
Ferner: Warum hätte Prag für die Kapitualation Nazideutschlands vor den Siegermächten herhalten sollen? Das ist doch nun völlig absurd.
Und dass die Tschechen mit der "glorreichen Befreiung" durch die rote Armee vom Nazi-Regen in die Stalin-Traufe gespült wurden, wussen manche schon davor, andere erst als vollendete Tatsachen geschaffen worden waren.
Kurzum: In Mittel-, Südost- und Nordosteuropa sind die Sypathien für neostalinistische Tendenzen und vergleichbare Töne aus RUS denkbar gering - vom klassischen "Westen" ganz zu schweigen.
Zu der durchaus problematischen Rolle Polens habe ich mich weiter oben schon ausgelassen.
Aber noch etwas für alle:
Ich las hier öfter
Wortbruch des Status' um 1990? Die NATO ist nicht gen Osten expandiert, sondern einige Staaten sind gemäß des NATO-Statuts dem Bündnis beigetreten.
Das könnte RUS ja auch, wenn es wollte.
Damit - und vor allem damit - wäre nämlich auch ein massives Interventions- bzw. Vetorecht verbunden, was militärische Fragen außerhalb des eigentlichen NATO-Territoriums anbelangt.
Aber eigentlich ist es mir auch Wurscht. Mag RUS tun was es will. Die aktive Suche nach Freunden und Feinden ist scließlich Frage der staatlichen Souveränität (nicht der des Volkes).
Bei der Sympathie für RUS spielen leider auch so aktuelle Themen eine Rolle, wie Importzölle der Russischen Föderation auf nichtkommerzielle Hilfslieferungen für Bedürftigen aus "Dem Westen" u.v.a.m.
Das ist keine "Verzerrung durch westliche Medien", sondern ein Faktum - wie vieles andere auch.
Aus der Kombination der Elemente leitet sich das entsprechende Ergebnis ab.
Zeppelin