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Verfasst: 12 Feb 2007, 20:00
von manuchka
MpaK hat geschrieben:
Manuchka hat geschrieben:Befreier waren also wohl die Russen.
Ich hoffe er hat etwas verwechselt. Die Befreiung, wie auch alle Beschuldigungen, würde ich auf den sowietischen und nicht nur russischen Schultern ruhen lassen, unabhängig davon, dass Russland rechtlicher Nachfolger der UdSSR ist.
Mpak Ich hoffe auch auf eine Verwechslung von Z. Ansonsten stimme ich zu: sowjetisch trifft es in diesem Fall genauer.

Verfasst: 12 Feb 2007, 20:10
von Zeppelin
manuchka hat geschrieben:Mein lieber Zeppelin, hast du da nicht etwas verwechselt? Wer hat die Tschechen von den Nazis befreit? Meiner historischen Kenntnisse nach trafen sich die Westmächte mit den Russen in Berlin und nicht in Prag... Befreier waren also wohl die Russen. Und mich wird es nicht wundern, wenn bei solchen Äußerungen ein Aufschrei wegen "Verzerrung der Geschichte und der Ergebnisse des 2. WK" kommt.
Jepp Manuchka. Deine Geschichtskenntnisse in allen Ehren. Die sind vermutlich nicht falsch, aber scheinbar etwas unvollständig.

Um es mal klar zustellen - für alle, die meine älteren Beiträge hier nicht gelesen haben: Ich weiß sehr wohl was während des Naziregimes in Osteuropa angerichtet wurde - und nicht nur dort.
Ebenfalls weiß ich die Leistungen der Sowjetarmee und deren Opfer sehr wohl zu würdigen.

Doch ohne die verspätete, aber massive Invasion der Westallierten, ohne die französische Resitence, ohne den tschechischen Widerstand, ohne die jugoslavischen Partisanen und den zivilen Ungehorsam in Italien - den Widerstand der wackeren Norweger nicht zu vergessen - wäre der WK II längst nicht zu dem Zeitpunkt beendet worden...
Man sollte auch Jalta nicht vergessen.

Ferner: Warum hätte Prag für die Kapitualation Nazideutschlands vor den Siegermächten herhalten sollen? Das ist doch nun völlig absurd.

Und dass die Tschechen mit der "glorreichen Befreiung" durch die rote Armee vom Nazi-Regen in die Stalin-Traufe gespült wurden, wussen manche schon davor, andere erst als vollendete Tatsachen geschaffen worden waren.

Kurzum: In Mittel-, Südost- und Nordosteuropa sind die Sypathien für neostalinistische Tendenzen und vergleichbare Töne aus RUS denkbar gering - vom klassischen "Westen" ganz zu schweigen.

Zu der durchaus problematischen Rolle Polens habe ich mich weiter oben schon ausgelassen.

Aber noch etwas für alle:
Ich las hier öfter Wortbruch des Status' um 1990? Die NATO ist nicht gen Osten expandiert, sondern einige Staaten sind gemäß des NATO-Statuts dem Bündnis beigetreten.
Das könnte RUS ja auch, wenn es wollte.
Damit - und vor allem damit - wäre nämlich auch ein massives Interventions- bzw. Vetorecht verbunden, was militärische Fragen außerhalb des eigentlichen NATO-Territoriums anbelangt.

Aber eigentlich ist es mir auch Wurscht. Mag RUS tun was es will. Die aktive Suche nach Freunden und Feinden ist scließlich Frage der staatlichen Souveränität (nicht der des Volkes).

Bei der Sympathie für RUS spielen leider auch so aktuelle Themen eine Rolle, wie Importzölle der Russischen Föderation auf nichtkommerzielle Hilfslieferungen für Bedürftigen aus "Dem Westen" u.v.a.m.
Das ist keine "Verzerrung durch westliche Medien", sondern ein Faktum - wie vieles andere auch.

Aus der Kombination der Elemente leitet sich das entsprechende Ergebnis ab.

Zeppelin

Verfasst: 12 Feb 2007, 21:00
von Xottabych
Danke für diesen interessanten Vortrag darüber, wie "der Westen" Tschechiern von den Nazis befreit hat. Das zeigt mal wieder deutlich, wie breit der Interpretationsspielraum bei der Auslegung der Geschichte sein kann.
Zeppelin hat geschrieben:Bei der Sympathie für RUS spielen leider auch so aktuelle Themen eine Rolle, wie Importzölle der Russischen Föderation auf nichtkommerzielle Hilfslieferungen für Bedürftigen aus "Dem Westen" u.v.a.m.
Das ist keine "Verzerrung durch westliche Medien", sondern ein Faktum - wie vieles andere auch.
Aus der Kombination der Elemente leitet sich das entsprechende Ergebnis ab.
Ich "kombiniere die Elemente" Deiner Aussagen: Russland zeigt neostalinistische Tendenzen und ist Dir unsympathisch, darum brauchen wir eine neue Rüstungsrunde.
Kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe keine Ahnung, was Importzölle mit Raketenabwehr zu tun haben.

Ich habe nicht vor, die russische Außenpolitik zu verherrlichen, aber führe Dir doch selber einfach die Fakten vor Augen: Die Amerikaner haben eine neue Rüstungsrunde begonnen. Das ist alles. Und nun behaupten Leute wie Gates scheinheilig, Russland sei daran schuld.

Verfasst: 12 Feb 2007, 21:20
von Zeppelin
waldmeister hat geschrieben: Kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe keine Ahnung, was Importzölle mit Raketenabwehr zu tun haben.
Das merkt man. Wo habe ich eine neue Rüstungsrunde befürwortet?
Das ich dem massiv widerspreche hast Du wohl geflissentlich überlegen.
waldmeister hat geschrieben: Ich habe nicht vor, die russische Außenpolitik zu verherrlichen, aber führe Dir doch selber einfach die Fakten vor Augen: Die Amerikaner haben eine neue Rüstungsrunde begonnen. Das ist alles.
Also ist die angekündigte Aufstellung neuer russ. Interkontinentalraketen eine "westliche" Propagandalüge?

Man erkläre mir bitte, weshalb RUS die Definitionsmacht internationaler Handels- und Sicherheitspolitik zustehen sollte.

Z.

PS: Ach so: Welche Erfolge haben denn Freiburger Aktivisten bei der Einführung eines zivilen Wehrersatzdienstes in RUS zu verzeichnen? Oder ist das "vom Westen" infam übersehene gängige Praxis in RUS?

Verfasst: 12 Feb 2007, 22:08
von MpaK
Zeppelin hat geschrieben:Ich las hier öfter Wortbruch des Status' um 1990? Die NATO ist nicht gen Osten expandiert, sondern einige Staaten sind gemäß des NATO-Statuts dem Bündnis beigetreten.
Ach so, und was ist das hier:
Auf Anregung von NGO- und IPPNW Vertretern fügte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bei einem Treffen im Juli 1996 in Stockholm einen Passus in ihre Abschlußerklärung ein, in dem die Einrichtung atomwaffenfreier Zonen in Europa befürwortet wird. Erst durch Initiativen dieser Art war es möglich, daß die NATO während des OSZE-Gipfels vom Dezember 1996 in Lissabon ihren Verzicht auf die Stationierung von Atomwaffen in den neuen Mitgliedsstaaten erklärte.
quelle
Zeppelin hat geschrieben:Also ist die angekündigte Aufstellung neuer russ. Interkontinentalraketen eine "westliche" Propagandalüge?
Neue Raketen werden bis 2015 möglicherweise in Kaliningradskaja Oblast stationiert. quelle. Das sind aber zunäschst keine Interkontinentalraketen, die Reichweite beträgt 300 km. Ist noch ein Beweis, dass diese Maßnahme nur eine Antwort auf Stationierung der NATO-Raketen in Polen ist. Die neuen Topol-M, mit der Reichweite von 11 000 km, gegen die alle Radare bis jetzt sinnlos sind, werden bis dahin die alten Raketen ablösen. Die alte "Satana" mit der Reichweite bis zu 16 000 km müssen nicht umstationiert werden.

Ob diese Aufrüstung aber wirklich nötig ist, daran zweifle ich.

Verfasst: 12 Feb 2007, 22:43
von Xottabych
Zeppelin hat geschrieben: Kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe keine Ahnung, was Importzölle mit Raketenabwehr zu tun haben.

Das merkt man. Wo habe ich eine neue Rüstungsrunde befürwortet?
Das ich dem massiv widerspreche hast Du wohl geflissentlich überlegen.
Du bist höchstens massiv gegen eine Nachrüstung seitens Russlands. Dass die Amerikaner hingegen den ABM-Vertrag aufgekündigt und mit der Raketenabwehr den Anfang gemacht haben, das verteidigst Du mit Hinweis auf Russlands Außenpolitik. Oder wie soll man Deine obigen Ausführungen ("neostalinistische Tendenzen" etc.) sonst deuten?

Verfasst: 13 Feb 2007, 09:30
von Kultgrieche
Zeppelin hat geschrieben:PS: Ach so: Welche Erfolge haben denn Freiburger Aktivisten bei der Einführung eines zivilen Wehrersatzdienstes in RUS zu verzeichnen? Oder ist das "vom Westen" infam übersehene gängige Praxis in RUS?
Zeppelin, Dein Diskussionsstil ist ein Graus, Du hüpft wie ein Rumpelstilzchen von einem Thema zum anderen. Was hat ein Zivildienst in Russland mit der Thematik des neuen kalten Krieges zu tun?

Verfasst: 13 Feb 2007, 09:38
von Kultgrieche
Zeppelin hat geschrieben:Und dass die Tschechen mit der "glorreichen Befreiung" durch die rote Armee vom Nazi-Regen in die Stalin-Traufe gespült wurden, wussen manche schon davor, andere erst als vollendete Tatsachen geschaffen worden waren.
Ich kotze bei so einem Geschichtsverständnis - unter den Deutschen hätten die Tschechen weiter in ihrem Protektorat-Ghetto gehaust und wären wohl früher oder später - weil "slawische Untermenschen" - zu Seife verarbeitet worden. Zwischen der Nazi-Rassenideologie und der kommunistioschen Ideologie gibt es doch einige feine Unterschiede. Kommt nicht Dein Frau aus Tatarstan? Hätte Stalin genauso getickt wir Adolf, wäre deine Frau samt Sippe auch ein Fall für KZ-Seife und U-Boot-Filzsstiefel gewesen. Mache Dir das mal bewußt.
Zeppelin hat geschrieben:Kurzum: In Mittel-, Südost- und Nordosteuropa sind die Sypathien für neostalinistische Tendenzen und vergleichbare Töne aus RUS denkbar gering - vom klassischen "Westen" ganz zu schweigen.
Da lache ich, in Griechenland hegt man höchste Sympathien für Russland, weil sich endlich wieder ein Gegenpol zum einseitigen Hegemonialstreben der USA herausbildet.

Außerdem: Neostalinistische Tendenzen gibt es in den USA. Gulag = Guantanamo. Alles klar?

Verfasst: 13 Feb 2007, 15:18
von Xottabych
Kultgrieche hat geschrieben:Was hat ein Zivildienst in Russland mit der Thematik des neuen kalten Krieges zu tun?
Er versucht, sein persönliches Engagement herauszustellen, um so die Ansicht des vermeintlich weniger verdienten Gegenübers abzuwerten.

Verfasst: 13 Feb 2007, 15:22
von Kultgrieche
Ach so, wenn also einer wie ich bekennender Zivildienstverweigerer ist, dann ist die Ansicht nix mehr wert (Scheint mir so ne spießige 68er Denke aus vergangenen Tagen zu sein).
Heul, Schluchz, Schnief, macht mich das fertig.