_RGP_ hat geschrieben:
So ein Bild macht natürlich nachdenklich. Aber die Sache ist die: Ich will auch nicht auf so einer Krim leben! Und ich will da bestimmt auch keinen Urlaub machen.
Den hier schon zitierten letzten
Artikel von Klußmann bei SPON fand ich wiederum sehr lesenswert und objektiv: "Versöhnung im Land und die Entwaffnung rechtsextremer Milizen - das hat die Übergangsregierung der Ukraine in ihrem Abkommen mit den drei EU-Außenministern versprochen. Doch Kiew setzte wichtige Teile des Vertrags nicht um. Das sorgte maßgeblich für die Eskalation der Lage." Wiederum spannend finde ich den Kommentar darauf: "Herr Klußmann, das ist jetzt aber extrem Kreml-nah, was Sie da schreiben. An einem völkerrechtswidrigen Einmarsch soll ein Land selbst Schuld haben, weil es Politiker ernannt hat, die dem Nachbarland nicht gefallen? Sind Sie sicher?" Wobei ich mir hier bei der Formulierung "ernannt" nicht sicher wäre.
Heute kam mir noch die Frage in den Sinn ... hätte Putin dem Kompromiss auf dem Maidan zugestimmt, wenn nicht gerade die Olympiade in Sotschi gewesen wäre?
Dietrich hat geschrieben:Norbert hat geschrieben:Gedankenkonstrukt: [...] Sarah Wagenknecht [wird] zur neuen Kanzerlin auszurufen. Die Antifa wird als De-Facto-Polizei akzeptiert und der linke Pöbel beginnt, sich des Landes zu ermächtigen. Dabei werden auch die transatlantischen Beziehungen im Allgemeinen in Frage gestellt und die US-Kasernen in Wiesbaden im Konkreten bedroht. [...]
Glaubst Du wirklich, dass sich in so einem Fall die US-Streitkräfte nur auf den Schutz der vereinbarten Militärgelände beschränken würden?
Bevor ich den Anschein erwecke, drumherumzureden, direkt die Antwort: Ja.
Solange keine amerikanische Kaserne aktiv angegriffen wird, solange würde die Amerikaner wohl auch in diesem Fall erst einmal auf Provokationen ihrerseits verzichten.
Ich denke da zeigt die Geschichte, dass Du die Weltpolitik falsch einschätzt. Wenn im direkten Einflussbereich der Amerikaner nur falsche Regierungen gewählt wurden, kam es wiederholt zu direkten oder indirekten Interventionen, vor allem in Südamerika. Ich mag mich irren, meine aber, die USA würde in keinem Fall eine von Russland gesteuerte Regierung in einem NATO-Staat mit US-Militärbasen akzeptieren. Allenfalls würden sie es etwas delikater angehen.
Dass die sogenannte Opposition von Europa hofiert wird, ist offensichtlich - siehe die Körpersprache von Klitschko und Steinmeier bei der Unterzeichnung des Vertrags oder die sofortigen Telefonate von Merkel und Timoschenko.
Und der Vergleich des Sturzes von Lenin-Denkmälern mit der aktiven Bedrohung von amerikanischen Kasernen erscheint mir auch etwas weit hergeholt. Mich wundert ehrlich gesagt, dass es von den Denkmälern überhaupt noch welche gab....
Das war ein Missverständnis bezüglich meiner Worte. Ich habe auf die Schnelle kein Gleichnis "Bedeutung der ukrainischen Lenin-Denkmäler für Russland" und "Bedeutung der deutschen ... für Amerika" gefunden.
Eine konkrete Gefahr für den Fortbestand der russischen Militärbasen auf Krim unter der neuen nationalistischen Regierung in Kiew war in meinen Augen offensichtlich. Ganz unabhängig von den Lenin-Denkmälern.
Aber dies macht die Besetzung der Krim durch russische Truppen doch in keiner Art und Weise irgendwie gerechtfertigt, oder?
Nein. Und ich hoffe weiterhin, dass sich Russland auf einen reinen Schutz der Krim vor Nationalisten beschränkt, wie die letzten Tage zum Glück.