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Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 14:53
von Gunnar
Berlino10 hat geschrieben:... Einige Idioten - auch hier - ...
für diese befriedende Äußerung erstmal danke. :roll:

Der Thread hier läuft parallel zu anderen (mehr tagesaktuellen) und bleibt aus meiner Sicht trotzdem interessant.

@Wladimir: Dass die Leute es wissen ist das eine, wenn sie es (eines Tages) mit eigenen Augen sehen, wird es was anderes sein.
So wie auch Du es schilderst finden es die Leute ja nicht gut, sondern schlucken es derzeit eben. Motto: Was kann man dagegen schon machen. Genau so seh ich das auch. Aber wer ständig saure Pillen zu schlucken bekommt wird irgendwann brechen, insbesondere wenn er merkt, dass man sehr wohl was machen kann. Und das ist der Sprengstoff. DAS war ja auch der Sprengstoff, der den Maidan gezündet hat. Die Umfragen sagen, es ging den Leuten an erster Stelle um die Unzufriedenheit mit der landesweiten Korruption. Die Korruption war ja auch Anfang 2012 einer der Hauptgründe für die Demos in Moskau neben der gesampelten Rochade von Medvediev und Putin.

Ich teile daher Dietrichs Einschätzung, dass der ganze Urkrainezirkus und die Destabilierung die wir alle in der Ukraine sehen in erster Linie auf eine innenpolitische Abschreckungswirkung für Russland abzielt und dass das bislang auch bestens funktionert. Wer bitte will in seinem Land sowas erleben wie es die Ukraine durchmachen muss. Putin hat da die volle Punktzahl eingestrichen.

Daher steht die Korruption in Russland und die sagenhafte Bereicherung der Schlüsselfiguren in einen unmittelbaren und direkten Zusammenhang mit den aktuellen außenpolitischen Entwicklungen.

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 15:01
von kamensky
Berlino10 hat geschrieben:
zweistelligen Millionenbereich überschreiten.
Und in und um welche Währung soll es sich dabei dann handeln? Putin selbst empfiehlt doch seinem Volke stets in russchischen Rubel zu sparen. :roll:

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 16:06
von Berlino10
Gunnar hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben:... Einige Idioten - auch hier - ...
für diese befriedende Äußerung erstmal danke. :roll:
Machst du dir etwa den Schwachsinn von manf oder klau auch zu eigen, dass Putin 20 Russische Schlösser und Paläste besäße?
sry, aber wer das behauptet, ist einfach ein Vollidiot.
Gunnar hat geschrieben:...Maidan gezündet hat. Die Umfragen sagen, es ging den Leuten an erster Stelle um die Unzufriedenheit mit der landesweiten Korruption.
Und die hat sich in der UKR seitdem nur verschlimmert.

Wenn Du an RUS denkst, solltest du aber im Gegensatz zur UKR bedenken, dass die Mehrheit mit ihrer wirtschaftlichen Lage nicht unzufrieden war und immer noch nicht ist. Gerechtigkeitsfragen, Korruption, fehlender Rechtsstaat u.ä. werden nicht einmal von 30% der Russen als wichtiges Problem genannt. Sie fokussieren vielmehr auf ihre eigene Lage, zu hohe Preise (über 70%) sind das Hauptproblem, für die aber die Regierung nicht die Verantwortung bekommt. Für die aktuellen Verschlechterungen werden zu 90% dem Westen die Schuld gegeben. In der Tat nutzt der Kreml den Konflikt geschickt, um von eigenem Versagen abzulenken.

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 16:16
von Wladimir30
Berlino10 hat geschrieben: Wenn Du an RUS denkst, solltest du aber... bedenken, dass die Mehrheit mit ihrer wirtschaftlichen Lage nicht unzufrieden war und immer noch nicht ist. Gerechtigkeitsfragen, Korruption, fehlender Rechtsstaat u.ä. werden nicht einmal von 30% der Russen als wichtiges Problem genannt. Sie fokussieren vielmehr auf ihre eigene Lage, zu hohe Preise (über 70%) sind das Hauptproblem, für die aber die Regierung nicht die Verantwortung bekommt. Für die aktuellen Verschlechterungen werden zu 90% dem Westen die Schuld gegeben.
Absolut richtig!

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 16:21
von kamensky
@Berlino
Gerechtigkeitsfragen, Korruption, fehlender Rechtsstaat u.ä. werden nicht einmal von 30% der Russen als wichtiges Problem
Wie viel von den Russen/innen haben überhaupt eine Ahnung was Rechtsstaat in Wirklichkeit für eine Bedeutung hat? Zumal kommt noch dazu, dass, wie du selbst erwähnst die Russen andere Probleme haben und sich für Politik im Allgemeinen nicht so ausgeprägt interessieren. Habe einmal die Mutter (75 jährig) im Beisein von einem Enkelkind (Knabe 25 jährig in Ausbildung zum Polizisten) meiner LP (Enkelkind nicht von meiner LP) nach dem Wort Rechtsstaat gefragt. Antwort der Mutter "Der Staat hat immer Recht" und der Enkel intervenierte und verdeutlichte noch mit "NUR der Staat hat Recht). Dies Alleine beweist schon, was in der Schule den Jugendlichen indoktriniert wird.

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 16:30
von Wladimir30
kamensky hat geschrieben: "Der Staat hat immer Recht" und der Enkel intervenierte und verdeutlichte noch mit "NUR der Staat hat Recht). Dies Alleine beweist schon, was in der Schule den Jugendlichen indoktriniert wird.
Nicht nur in der Schule, nein, nicht nur in der Schule...

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 16:31
von Dietrich
Berlino10 hat geschrieben:Und die hat sich in der UKR seitdem nur verschlimmert.
Dafür, dass sie sich verschlimmert hat, hast du doch mit Sicherheit Beweise, oder? Ich meine so richtige. Haya-feste Beweise. (Kein RT, LieNews, DWN oder Sputnik).

Das es in der Ukraine keine Korruption mehr gibt würde niemand behaupten. Das die Ukraine da noch einen sehr weiten Weg vor sich hat, niemand abstreiten. Das der politische Wille dazu in der Ukraine im Moment größer ist als in Russland, ist immerhin anzunehmen.

Zum Thema "die Diskussion ist müßig":
Solange es keine handfesten Beweise gibt, sondern nur die Aussage Browders, ist eine Diskussion darüber sinnlos. Das es vom Ausmaß der Korruption in Russland her prinzipiell gut möglich ist, dass Putin reicher ist als Bill Gates wird allen einleuchten, die nicht gerade mit ihrer roten Bommelmütze über den Augen durch die Gegend rennen. Das es für Putin durchaus Sinn machen würde, sich einen solchen Diktatoren-Notgroschen anzulegen, hat er gerade wieder an Yanukovich gesehen, der Gerüchten zufolge davon auch einen Teil des Krieges in Novorussia finanziert.
Also die reine Spekulation darüber ist nichts, was einen irgendwie überraschen sollte.

Eine potentielle Bombe wäre es nur dann, wenn die Beweise so eindeutig wären, dass es auch dem normalen russischen Bürger durch die Firewall aus Propaganda ins Gehirn dringen würde.
Also fast so eindeutig, dass auch Haya dazu nix mehr einfallen würde. Fast.

Re: Wie stehts um Putins Vermögensverhältnisse

Verfasst: 19 Feb 2015, 17:24
von klaupe
Gunnar hat geschrieben:ich finde die Diskussion gar nicht so überflüssig, da sie den innenpolitischen Sprengstoff enthält, den Putin sehr genau kennt und fürchtet und der daher Teil seiner Gesamterwägungen und Verhaltensweise in seiner Geopolitik sein dürfte.
Genau da liegt der Hase im Pfeffer! Er stellt sich doch gerne in der Öffentlichkeit so dar, als würde er als führender Staatsbeamter nur sein Gehalt erhalten und selbstlos dem Volk dienen.
Das er dabei auch das Volk und seine Ressourcen ausplündert und kräftig in die eigene Tasche wirtschaftet, scheint kein Thema im Inland zu sein.
Logisch, das gäbe böses Blut.
Da war doch auch schon mal in Deutschland so ein Räuber, der vorzugsweise üppig auf dem Obersalzberg residierte. Verglichen mit den Domizilen und Vermögen, die man Putin nachsagt, war der aber nur ein bescheidenes Würmchen, selbst wenn man die damalige Kaufkraft auf aktuelle Werte umrechnet.
Zu sagen, es gäbe derzeit schlimmeres als seine Vermögensverhältnisse ist faktisch natürlich richtig.
Würde das Volk im Wohlstand schwimmen (ich meine alle, nicht nur die Privilegierten), dürfte er durchaus ein paar Kopeken mehr als der Durchschnitt anhäufen. Gute Arbeit ist gutes Geld wert. Da dürfte er sich meinethalben sogar seinen Frühstücks-Hüttenkäse mit Blattgold veredeln, bis er Nuggets scheißt.
Auch von der Krim redet keiner derzeit ernsthaft weil er dreist genug weitergegangen ist, so dass die damaligen Vorgänge im Direktvergleich harmlos, weitweg und irgendwie weichgezeichnet wirken. Eine Technik die auf die Trägheit und die Bereitschaft des Vergessen setzt.
Man muss es eigentlich nur lautstark weitertreiben, um von den 'historischen' Ereignissen abzulenken. Es kann ja immer noch schlimmer kommen Fliegen erst mal paar Atomraketen gen NATO-Land, wird man nur noch über die Ukraine-Debakel schmunzeln.

Es ist aber wirklich müßig, nur die Klunkern von Zar Wladimir aufs Korn zu nehmen. Zumindest ein Vergleich mit den führenden "Hungerleidern" der Ukraine wäre angebracht, um den Proporz zu wahren.