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Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 06 Apr 2014, 19:37
von harald63
Tuersteher Ivan hat geschrieben:
harald63 hat geschrieben:Welche Leute auf dem Bild sind hochrangige Regierungspolitiker?
Auf dem Bild sind die nicht zu sehen. Aber die nehmen immer Teil.
Also wie von Dir zu erwarten war: Bildchen posten, in falsche Zusammenhänge bringen und irgendwelche Propaganda verblubbern. Kennt man von Dir ja auch fast nicht anders.
Als, dann nochmal: Welche hochrangigen lettischen und litauischen Regierungspolitiker nehmen immer an SS-Veteranentreffen teil?

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 06 Apr 2014, 22:54
von klaupe
Jurij hat geschrieben:Würde dich Russland so behandeln, wie es z.B. Lettland mit der russischspachigen Bevölkerung macht, dann würdest du doch in Bezug auf Russland sofort von Diktatur und dem 3. Reich schreiben.
Wo kommen denn solche absurden Weisheiten her? Im Süden Lettlands, z.B. Großraum Daugavpils leben überwiegend ethnische Russen, natürlich auch russische Staatsbürger und relativ wenig russischsprachige Staatenlose.
Das Wiki-Zitat ist als Argument total ungeeignet. Staatenlose haben auch in anderen Ländern mit erheblichen Einschränkungen zu leben. Vielleicht ist Russland für sie das Paradies, das kann ich nicht beurteilen.
Russische Staatsbürger sind schlicht Ausländer, obwohl sie neben Polen, Weißrussen, Litauern häufiger vertreten sind.
Neben den Letten sind ethnischen Russen mit lettischem Pass in der Mehrzahl. Sie leben und unterhalten sich wie Russen, lesen die russischsprachige Lokalzeitung oder hören russischsprachige, lokale Sender.
Allerdings ist Lettisch in der Schule Pflichtfach, der Abschluss wird in Lettisch gemacht, bis auf wenige Ausnahmen können die in Behörden auch Russisch, aber zeigen es nur "zur Not". Extrem stur ist das Konsulat in Berlin, die verstehen nur Lettisch und Deutsch -- aus Prinzip.
Bei der Berufswahl hat man ohne Lettischkenntnisse schlechte Chancen auf einen höherqualifizierten Job und im gehobenen Staatsdienst ist Lettisch Pflicht.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 06 Apr 2014, 23:03
von m1009
bis auf wenige Ausnahmen können die in Behörden auch Russisch
"Eigene" Quellen?

Kann ich fuer Daugavplis und Rezneke nicht bestaetigen.... Aemter sind zweisprachig, Amtliche Bekanntmachungen ebenfalls... ;)

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 06 Apr 2014, 23:24
von klaupe
m1009 hat geschrieben:Aemter sind zweisprachig, Amtliche Bekanntmachungen ebenfalls... ;)
Na das meinte ich doch. Aber im Norden gibt es wohl einige Kreisverwaltungen, die einsprachig sind (nicht erlebt, aber gehört). Verstehen tun sie es auf jeden Fall, da ältere Personaldokumente ja auch in Russisch abgefasst sind.
Auch bei Bewerbungen gibt es wohl keine Probleme mit russischsprachigen Zeugnissen, auch wenn Lettisch als Sprache verlangt wird.
"Eigene" Quellen?
Leibeigenschaft kenne ich nicht, aber die Quelle schläft normalerweise neben mir.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 08 Apr 2014, 07:45
von Norbert
Ich halte es als normal, dass man für den Staatsdienst die Staatsbürgerschaft haben muss. Die Frage ist, ob diese irgendwelchen Einwohnern vorbehalten wird. Denn das wäre ja der Skandal.

In Russland darf man als Nichtrusse (im staatsbürgerlichen Sinne) nicht einmal Blut spenden.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 08 Apr 2014, 08:45
von klaupe
Norbert hat geschrieben:Ich halte es als normal, dass man für den Staatsdienst die Staatsbürgerschaft haben muss. Die Frage ist, ob diese irgendwelchen Einwohnern vorbehalten wird. Denn das wäre ja der Skandal.
Die lettische Staatsbürgerschaft kann im Prinzip jeder erwerben. Vermutlich gibt es Hürden für Mafiabosse oder andere unerwünschte Personen, aber da hat wohl jeder Staat seine Grenzen.
Für den gehobenen Staatsdienst reicht die Staatsbürgerschaft noch nicht aus, da muss man sich auch in Lettisch unterhalten können.
Aber auch in Deutschland kenne ich keine Beamten, die kein Deutsch können -- ich kenne aber nicht alle :(
In Russland darf man als Nichtrusse (im staatsbürgerlichen Sinne) nicht einmal Blut spenden.
Keine Ahnung, wie die Letten das Blut betrachten. Hier kann meine russische Frau mit lettischen Pass maximal 1/2 Liter spenden pro Quartal -- genau so, wie alle anderen "Eingeborenen". Kleiner Unterschied: In Lettland gibt es 20 Lat cash (jetzt wohl ca. 28 €), hier gibt es (beim DRK) einen Imbiss und manchmal ein unbrauchbares Präsent.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 08 Apr 2014, 20:25
von Jurij
klaupe hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben:Würde dich Russland so behandeln, wie es z.B. Lettland mit der russischspachigen Bevölkerung macht, dann würdest du doch in Bezug auf Russland sofort von Diktatur und dem 3. Reich schreiben.
Wo kommen denn solche absurden Weisheiten her? Im Süden Lettlands, z.B. Großraum Daugavpils leben überwiegend ethnische Russen, natürlich auch russische Staatsbürger und relativ wenig russischsprachige Staatenlose.
Das Wiki-Zitat ist als Argument total ungeeignet. Staatenlose haben auch in anderen Ländern mit erheblichen Einschränkungen zu leben. Vielleicht ist Russland für sie das Paradies, das kann ich nicht beurteilen.
Russische Staatsbürger sind schlicht Ausländer, obwohl sie neben Polen, Weißrussen, Litauern häufiger vertreten sind.
Neben den Letten sind ethnischen Russen mit lettischem Pass in der Mehrzahl. Sie leben und unterhalten sich wie Russen, lesen die russischsprachige Lokalzeitung oder hören russischsprachige, lokale Sender.
Allerdings ist Lettisch in der Schule Pflichtfach, der Abschluss wird in Lettisch gemacht, bis auf wenige Ausnahmen können die in Behörden auch Russisch, aber zeigen es nur "zur Not". Extrem stur ist das Konsulat in Berlin, die verstehen nur Lettisch und Deutsch -- aus Prinzip.
Bei der Berufswahl hat man ohne Lettischkenntnisse schlechte Chancen auf einen höherqualifizierten Job und im gehobenen Staatsdienst ist Lettisch Pflicht.
Es gibt unter den Russen etwa 65% Staatenlose in Lettland. Alles Mafiosis natürlich, wie du denkst. Scheinst eh ein Problem mit Russen zu haben bei dem Schwachsinn, den du hier im Forum hin und wieder schreibst. Die lettische Staatsbürgerschaft bekommen nur die Russen, die schon vor dem 2. Weltkrieg in Lettland gelebt haben. Jedenfalls ist so eine ungleiche Behandlung unter der Bevölkerung für jeden normalen Menschenrechtler ein apartheidähnliches Verbrechen.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 08 Apr 2014, 21:38
von klaupe
Jurij hat geschrieben:Es gibt unter den Russen etwa 65% Staatenlose in Lettland.
Wer lesen kann ist im Vorteil! Wer Zahlen lesen und rechnen kann, hat schon gewonnen. Ich weiß, manchmal ist es schwierig, wenn dann die Ergebnisse nicht mehr mit dem übereinstimmen, was mal loswerden will.
  1. Lettland unterscheidet Staatenlose (bezvalstnieki) und Nichtbürger (nepilsoņi)
  2. In Lettland leben (per 1.1.14) 586.052 (ca. 27%) etnische Russen, davon gelten 185.741als Nichtbürger, 41.212 sind russische Staatsbürger (http://www.pmlp.gov.lv/lv/assets/010720 ... TB_VPD.pdf). Da wird es mit der Prozentrechnung schon ziemlich eng. Ich komme auf ca. 31% statt 65%.
  3. Unter den Nichtbürgern sind die etnischen Russen mit ca. 65% am stärksten vertreten. Also haben wir die Zahl auch an richtiger Stelle untergebracht!
Scheinst eh ein Problem mit Russen zu haben bei dem Schwachsinn, den du hier im Forum hin und wieder schreibst
Ein nettes Beispiel "Schwachsinn" hast Du gerade demonstriert! Also erst denken, dann loslegen.
Die lettische Staatsbürgerschaft bekommen nur die Russen, die schon vor dem 2. Weltkrieg in Lettland gelebt haben
Oh, hast Du gerade gestern das Staatsbürgerschaftsgesetz geändert? Ich habe noch die Version von 1994 mit Änderung 1998. Da dürfte also nach Deiner Fassung meine ganze angeheiratete ethnisch-russische Sippschaft, die aus Leningrad/Sankt Petersburg stammt und seit 1966 in Lettland lebt (der Vater=Sowjetsoldat wurde in die Provinz versetzt) mit gefälschten lettischen Pässen herumlaufen (da steht Staatsbürgerschaft Lettland), und nicht nur die, von der Sorte kenne ich in deren Dunstkreis noch einige mehr. Ich bin erschüttert! Muss ich mich jetzt scheiden lassen oder ist bei gefälschten Dokumenten die Ehe ungültig? Schade, sie ist eigentlich sehr nett trotz Russenproblem und Schwachsinn :(
Jedenfalls ist so eine ungleiche Behandlung unter der Bevölkerung für jeden normalen Menschenrechtler ein apartheidähnliches Verbrechen
Ja, bei solchen Konstruktionen ist das ein Skandal. Noch schlimmer ist, dass viele Letten und in Lettland Hausende ihre Statistiken und Gesetze nicht kennen.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 09 Apr 2014, 08:04
von Norbert
Um den Streit mal abzubrechen das Zitat aus der Wikipedia:
Aus der geschichtlichen Entwicklung zwischen 1940 und 1990 ist auch die Regelung der Staatsbürgerschaft seit der Unabhängigkeit Lettlands zu erklären, nach welcher bei der Unabhängigkeit nur diejenigen die lettische Staatsbürgerschaft erhielten, die entweder vor 1940 auf lettischem Boden geboren worden waren oder direkte Nachkommen solcher Personen sind. Das für alle Übrigen seit 1. Februar 1995 gültige Einbürgerungsverfahren („Naturalisierung“) besteht zudem aus einem Sprachtest sowie einem Examen in lettischer Geschichte und Verfassungskunde. Somit müssen diejenigen, die die Einbürgerung beantragen, die Landessprache sprechen und über Kenntnisse der Kultur und Geschichte des Landes verfügen. Dieses Verfahren findet auch bei Personen Anwendung, die seit Jahrzehnten in Lettland leben oder bereits dort geboren wurden.

Teils wegen der als anspruchsvoll empfundenen Sprachtests und anderen Prüfungen, teils aus Desinteresse, teils aber auch aus Widerwillen und Opposition haben sich viele russischsprachige Bevölkerungsgruppen (neben Russen auch Weißrussen, Ukrainer, russischstämmige Juden oder Tataren) bis heute nicht einbürgern lassen. Bis heute sind etwa 283.000 Menschen sogenannte Nichtbürger.

Sie erhalten dennoch eigene Pässe, die ihnen uneingeschränktes Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Lettland zusichern, ihnen jedoch kein Wahlrecht zugestehen. Bis 2007 benötigten die Nicht-Staatsbürger für Reisen in die übrige EU ein Visum, erst dann wurden sie für Einreisen in die anderen EU-Länder den Letten gleichgestellt. Auch sie können sich nunmehr 90 Tage ohne Visum in anderen EU-Staaten aufhalten.
Sprich: Ohne Zutun wurden nur "Ureinwohner" Letten. Alle anderen müssen Sprach- und Landeskenntnisse nachweisen, um sich als Letten anerkennen lassen. Es ist also keinesfalls so, dass Russen nicht die Chance haben, die volle lettische Staatsbürgerschaft zu bekommen. Ob die Forderung nach Sprachkenntnissen dabei fair ist, ist diskutierbar - aber Apartheid kann man das wohl kaum nennen.

Re: Diffamiert als " #Russlandversteher "

Verfasst: 09 Apr 2014, 10:41
von Dietrich
Norbert hat geschrieben: Ob die Forderung nach Sprachkenntnissen dabei fair ist, ist diskutierbar - aber Apartheid kann man das wohl kaum nennen.
Wobei an dieser Stelle natürlich interessant wäre, welches Niveau da (von wem) an Sprachkenntnissen gefordert wird.
Von einer 75-jährigen zu verlangen, dass sie in einer Fremdsprache C1-Niveau erlangt wäre dann schon unnötig hart. Während man für eine Einbürgerung von einem 30-jährigen A2 oder B1 durchaus vorrausssetzen dürfte.