Dietrich hat geschrieben:Für mich sind sowohl die Radikalen auf Seiten der Ukraine, als auch die Separatisten im Unrecht. Weder die eine noch die andere Seite ist irgendwie "besser". Nur waren die ukrainischen Nationalisten nur eine Begleiterscheinung des Maidan, auch wenn sie durch den Gewalteinsatz des durch die russische Regierung "beratenen" Janukovich am Ende leider etwas überproportional in den Mittelpunkt gerückt wurden.
Bei der ganzen Debatte, sei es hier oder sonstwo in den Medien, wird immer wieder die jüngste Geschichte vergessen!
Das dämliche Assoziierungsabkommen wurde ja nicht von der EU fertig angeboten, sondern ausgehandelt, nachdem Janukowitsch seine Augen nach Westen wendete. Dann fand er es kurz vor Unterzeichnung mal gerade besser, sich von Putin mit Milliardenversprechen einlullen zu lassen.
OK, die EU mit dem Timoschenko-Debakel und der Entweder-Oder-Politik trifft da einwandfrei eine Mitschuld, aber den Ausschlag gab ja der versprochene Rubel-Segen.
Dann ging das prowestlich gesinnte Volk auf den Maidan und zwar recht geordnet und überraschend friedlich. Ziemlich dumm was es, sich wegen dem ostukrainer Janukowitsch sich auch gleich mit allen seinen Nachbarn zu überwerfen.
Ein Volk, das etwas bestimmen will, das ist unmöglich, da waren sich Janukowitsch und Putin völlig einig. Das könnte Kreise schlagen, also räumten die Ordnungskräfte ordentlich auf. Ukrainer lassen sich ungern auf die Füße treten, also stellten sie sich quer, bis es brenzelig wurde. Immerhin waren bis dahin schon viele Wochen Euromaidan incl. netter, friedlicher Weihnachtsfeier vergangen. Der Westen lächelte zufrieden und Putin übte für Olympia.
Die Ultrarechten meinten, dass sie nun mal zeigen können, wo der Hase lang läuft und marschierten zweckmäßig kostümiert mit ihren Waffen zu einem verlängerten und deutlich lauter werdenden Neujahrsfeuerwerk auf. Nun erst schaukelte es sich hoch, denn logisch, irgendwann muss auch die Regierung mal auf die Pauke hauen. Zufällig waren ein paar hilfsbereite Freunde in der Nähe, die Berkut unterstützen konnten. Wo die her kamen, wird immer noch als Rätsel gehandelt. Egal, auf einmal waren die ursprünglichen Akteure vergessen, der 2. Akt des Dramas begann und Klitschko fuchtelte hilflos mit seinen imponierenden Fäusten -- vergeblich, sein Wort wurde übertönt.
Jetzt stank es nach verbrannten Reifen und schlechte Luft mag Herr Präsident überhaupt nicht. Zur Schonung seines Teints und der angeschlagenen Nerven setzte er sich ab gen Russland.
Das nutzte die inzwischen etwas merkwürdig aufgestellte Opposition und regierte sich und die Ukraine neu. Leider so schwach und hilflos, dass das Trauerspiel nun erst richtig los ging. Den Rest via Krim nach heute spare ich mir mal, ist ja noch ziemlich aktuell. Inzwischen ist das Chaos perfekt!
Leider werden genau die Wahlen, die jetzt die "richtige" Proportionalität wieder herstellen könnten, von Russland und den Separatisten mit leibeskräften torpediert.
Was dabei gerne übersehen wird, ist die immer noch bevorzugte Idee des Westens, eine einheitliche Gesamtukraine zu schaffen.
Und Russland erkennt das auch noch an.....
Ja was denn sonst? Das genau führt doch zum vorgegebenen Ziel.