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Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 05 Mär 2022, 18:46
von arghmage
lausi hat geschrieben: 05 Mär 2022, 17:03
Nikolaus hat geschrieben: 04 Mär 2022, 20:42 Gibt es denn wirklich keine Ecke an der Kaffeebar, wo man sich ueber den Gasbericht austauschen kann?!
Keiner von Wintershall oder Gasprom hier?! Ok, mit dem Gerhard Schroeder wuerde ich ja auch einen Kaffee trinken, bin doch nicht der Olaf! Meinetwegen auch die Julia ohne Zopf.
:)
Ist doch alles gar nicht so schlimm, sagt Luisa Neubauer.
Drehen wir einfach die Heizung runter...
Aber Neugebauer ist es ernst. Von Fritsch solle mal "die Geisterszenarien von der frierenden Rentnerin im Keller lassen", fährt sie den Ex-Diplomaten an. Man könne ja Häuser dämmen und wenn die Handwerker fehlen, wie Markus Lanz einwirft, Leute umschulen.
Der von Fritsch weiß halbwegs, wovon er redet, der ist immerhin vom Fach.
Die Neubauer ist eine typische Aktivistin, große Fresse und nix dahinter. Immerhin hat sie -im Gegensatz zu ihren Chefs bei den Grünen- sogar ein Studium abgeschlossen. Aber sie kommt aus dem Reemtsma-Dunstkreis, da kann man sich leisten, Aktivist zu sein.
Und der Lanz ... für mich ist das nur ein Hetzer. Der treibt Leute so lange in die Ecke, bis sie das sagen, was er will oder entnervt aufgeben. Er war aber schonmal in Rus und hat dort gedreht, kommt mir aber so vor, als ob er da keine normalen Leute getroffen hat.

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 05 Mär 2022, 23:05
von Axel Henrich
Nikolaus hat geschrieben: 04 Mär 2022, 20:42Gibt es denn wirklich keine Ecke an der Kaffeebar, wo man sich ueber den Gasbericht austauschen kann?!
Na was willst du dazu groß noch sagen ... Was man machen kann, steht alles drinn. Was explizit Deutschland macht, sehen wir in den letzten paar Jahren, Hausaufgaben nicht gemacht, selbst gestellte Aufgaben nicht ansatzweise erfüllt, im Gegenteil, wirksame Maßnahmen werden erschwert, sogar behindert, weil es die Lobbyisten so wollen.

Photovoltaik und Windkraft z.B. sind absichtlich so überreguliert, dass diese Techniken zumindest im individuellen Bereich kaum greifen ...
Siehe nur die 10H Regel (10facher Abstand der Höhe) in Bayern. Wo willst du noch Windkraft, ausser im Norden noch installieren.
Siehe Photovoltaik ... Alte Anlagen, wo die Förderung/Einspeisevergütung ausgelaufen ist, dürfen nicht weiter verwendet werden, völliger Blödsinn, weil die ja auch noch weiter produzieren könnten, wenn auch etwas weniger ..., aber man will ja Neues verkaufen. Balkonkraftwerke dürfen hier nur 600Watt ins Netz einspeisen, im Rest Europas 800 Watt. U.a. inNiederlande dürfen dabei die Zähler auch rückwärts laufen, was hier strengstens verboten ist, sogar als Starftat/Betrug geahndet werden kann. Klar, daß Geschäftsmodell der Energieversorger wird ja so gestört. Das man es anmelden muss, wenn man ins öffentliche Netz einspeisen, kann ich ja verstehen, weil eben auch Schieflasten entstehen, wenn gerade um die Mittagszeit viele Anlagen viel und auf einer Phase einspeisen, mussten Energieversorger das ingwie managen. Aber die Anmeldung führt eben teilweise auch zu riesigen notwendigen Investitionen, wie neue Schaltschränke, Zweirichtungszähler in alten Häusern, die eben die individual-Rechnung ins Minus laufen lassen, weil die Investition viel höher ist als der Ertrag. Diese Regeln sind natürlich von den Energieversorgern erdacht und durch Lobbyisten mit der Politik durchgesetzt.
Auf der anderen Seite läuft auch der Plan, auf alle Neubauten, Fabrik- und Sporthallen Photovoltaikanlagen zu installieren, nicht richtig an. Klar, auch die scheuen alle die Investitionen, wenn Sie sich nicht zeitnah, also 10-15 Jahre, reinvestieren.

Weiter müssten groß Kampanien gestartet werden und die Menschen in ihrem Umfeld abgeholt werden. Im Moment gilt wohl in der EU die 22° Regel für Wohnraum ...schriftlich fixiert wohl eher nicht ... Allein mit 1° weniger würde die EU nach Berechnungen 10Mrd m3 Gas einsparen, Wärmepumpen, weitere Isolierung bis 5 Mrd m3, BioGas würde 2stellige Mill. Einsparungen an Gas bringen, allerdings auch mit wieder neuen Problemen wie Zerstörung der Natur durchMonokultur, Erhöhung der Pacht-Preise für Ackerflächen etc. ...

Aber ich denke mal bis 2030 stehen die Zeichen eigentlich noch für Russisches Gas. Dieses Jahr laufen Verträge aus und der Rest mit Gasprom 2030. Bis dahin muss die EU sich kümmern. Bis jetzt haben sie laut dem Gasbericht die Hälfte des benötigten Gases aus Russland ersetzt, dafür müssen Sie aber die im Bericht erwähnten Aufgaben erfüllen, mit allen dazu nötigen Investitionen. Nicht unmöglich, aber sehr ambitioniert ...

Naja und wenn Sie jetzt, in diesem Jahr, sofort auf russisches Gas verzichten wollen, kostet das, wie ich kürzlich las, 70 Mrd Euro. Also 58 Mrd.mehr, als die momentane Abhängigkeit von Russland. Eingerechnet ist da auch die komplette LNG - Thematik, die wohl jetzt so, oder so floriert ...

-ah-

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 06 Mär 2022, 13:07
von Nikolaus
Axel Henrich hat geschrieben: 05 Mär 2022, 23:05 Balkonkraftwerke ...
"Schnell" und "rentabel" ist wohl nichts in Sicht. Und sehr eingeschraenkt einsetzbar. Amortisation nach 6-9 Jahren der reinen Anschaffungskosten, exkl. Handwerker, Messungen, Reparaturen, ... Ok, wenn man selbst bastelt ... Mehr so Loesung fuer den "Garten".
https://www.verbraucherzentrale.de/wiss ... dose-44715
Allein mit 1° weniger würde die EU nach Berechnungen 10Mrd m3 Gas einsparen, Wärmepumpen, weitere Isolierung bis 5 Mrd m3, BioGas würde 2stellige Mill. Einsparungen an Gas bringen, allerdings auch mit wieder neuen Problemen wie Zerstörung der Natur durchMonokultur, Erhöhung der Pacht-Preise für Ackerflächen etc. ...
Diese Information habe ich auch gelesen. Weisst Du vielleicht, wo ich die Berechnungen finden kann. Ich habe riesige Zweifel an deren Korrektheit.
Naja und wenn Sie jetzt, in diesem Jahr, sofort auf russisches Gas verzichten wollen, kostet das, wie ich kürzlich las, 70 Mrd Euro. Also 58 Mrd.mehr, als die momentane Abhängigkeit von Russland. Eingerechnet ist da auch die komplette LNG - Thematik, die wohl jetzt so, oder so floriert ...
Auch hierzu habe ich noch nie die eigentliche Berechnung gesehen. Ich befuerchte auch, dass es jetzt bei Krieg und Sanktionen in Wirklichkeit um ganz andere Groessenordnungen geht. Da geht vieles in der Welt den Bach hinunter, was niemand absehen kann. Domino-Effekt! Siehe Boersen.
Letztlich sagt der IEA-Bericht ja, dass ohne Weiterbetrieb von AKW und Kohlekraftwerken nichts geht. Und der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg auf Zeit (fuer wie lange) wird wohl sehr teuer.

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 06 Mär 2022, 14:02
von Axel Henrich
Habe ich aus einem Podcast von Steve%Julian, die sich mit Elektromobilität Umweltschutz etc beschäftigen:

https://www.bruegel.org/2022/02/prepari ... ssian-gas/

Und hier noch Focus (ja Sorry ... ;) ) zur LNG Thematik:

https://amp.focus.de/finanzen/news/lng- ... 65904.html

-ah-

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 06 Mär 2022, 16:29
von Nikolaus
Danke, ich habe aber auf Anhieb da nicht die Antworten auf meine Unklarheiten hinsichtlich der Berechnung der obigen Zahlen gefunden. Ok, wenn ich wieder irgendwo in den naechsten Tagen warten muss, schau ich mir das alles noch mal genauer an.

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 06 Mär 2022, 16:56
von Axel Henrich
Stimmt, ne Berechnung gibbets da nicht, eben nur die Ansage, wieviel bei welcher Maßnahme gespeichert werden könnte und was evtl. erstmal Investitionen kosten würden. . Um eben in der Summe sich unabhängig von Russland zu machen.

-ah-

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 07 Mär 2022, 19:22
von Nikolaus
Gas - 3.800 USD. Oel - 140. Kohle? Titan? Duengemittel?
Nun geht es wohl los. Die Propaganda-Maschine ist angeworfen. Lindner, Habeck und der gruene Wirtschaftsstaatssekretaer, ... stimmten "ihr" Volk heute nun schon auf die unausweichliche gewaltige Teuerungswelle ein - Sparen, Sparen, Sparen. Bezahlen, Bezahlen, Bezahlen, ...
Selbst die Tagesschau ist voll entsprechender Meldungen, Meinungen und "Analysen". Und noch liefern die Russen,
Sch... :twisted:

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 07 Mär 2022, 23:46
von Axel Henrich
Nikolaus hat geschrieben: 06 Mär 2022, 13:07Balkonkraftwerke ...
"Schnell" und "rentabel" ist wohl nichts in Sicht. Und sehr eingeschraenkt einsetzbar. Amortisation nach 6-9 Jahren der reinen Anschaffungskosten, exkl. Handwerker, Messungen, Reparaturen, ... Ok, wenn man selbst bastelt ... Mehr so Loesung fuer den "Garten".
Na das Thema Photovoltaik und schnell, schließt sich sowieso aus, da geht es immer um Jahre, aber rentabel ... kommt auf das Ziel an, wss man sich steckt, oder verfolgt. Gute Rendite erfordert schon auch großes Denken, also Holland-Modell.
Deshalb sollte man ImHO die kleinen Schritte nicht links liegen lassen, weil die in der Summe schon auch wirken.
Ich hatte voriges Jahr 1,2 Kw auf dem SchuppenDach liegen + 3 Wechselrichter für Balkonkraftwerke. Kosten ca. 1000 Euro. 500Kwh brauche ich, also eingespart 150 Euro, ergo 7 Jahre. Klar, DIY ...

Danke für den Link, jetzt brauche ich in den einschlägigen Foren nicht mehr so viel schreiben, sondern poste nur noch den Link. ;)
Weisst Du vielleicht, wo ich die Berechnungen finden kann. Ich habe riesige Zweifel an deren Korrektheit.
Klar, jeder hat seine Zahlen ... So wie man weiß, dass es roundabout 14000 Tankstellen in Deutschland gibt, wird man sicher auch die Anzahl der Häuser/Wohnungen parat haben.
Aber hier geht der Zoff schon los. Im Normalfall geht man davon aus, dass 1 Grad geringere Raumtemperatur, 6% Energie einspart. Dabei geht man von 19 Grad Raumtemperatur und 0 Grad Außentemperatur aus. Im Normalfall ist aber die Raumtemperatur bei 21 Grad und das sind schon Unterschiede von 20%, die Einsparung läge also bei 12% ...
Letztlich sagt der IEA-Bericht ja, dass ohne Weiterbetrieb von AKW und Kohlekraftwerken nichts geht. Und der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg auf Zeit (fuer wie lange) wird wohl sehr teuer.
Ja, wenn die komplette Absage an russ. Rohstoffen wirklich ansteht, wird es heftig, hüben, wie drüben ... schaun mer Mal, wer sich durchsetzt ...

-ah-

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 08 Mär 2022, 10:41
von Nikolaus
Axel Henrich hat geschrieben: 07 Mär 2022, 23:46 Ja, wenn die komplette Absage an russ. Rohstoffen wirklich ansteht, wird es heftig, hüben, wie drüben ... schaun mer Mal, wer sich durchsetzt ...
Naja, hier in D passt eben die Situation bestens, um die Probleme aus der verfehlten Energiepolitik den Russen zuzuschieben.
Es knirscht ja schon jetzt in allen Bereichen, obwohl es noch gar keinen Stopp von Rohstofflieferungen seitens Russlands gibt. Alle noch Denkfaehigen kapieren mittlerweile, dass irgendwann mal die Reaktion von Ru kommt. Entweder als Gegensanktionen oder schlimmer, weil die NATO doch in den Krieg gegen Ru eintritt (Ein Vorwand findet sich ja immer!) Und auch deshalb steigen ja wohl die Preise der Energietraeger so rasant, und die Boersen sausen weltweit nach unten. Es betrifft, wie ich gelesen habe, sogar Weizen, davon liefert ja Russland viel, viel mehr als etwa die Ukraine in die EU.

Und dazu kommt noch die allgemeine irrationale Ukraine-Hysterie - "ungehoerte Verbrechen gegen die Zivilbevoelkerung", "voellig zerstoerte Staedte, ... - "10 Mio Fluechtende". Andererseits konnte man gestern selbst im MDR (am Rande) hoeren, dass nach Aussagen der UN auch jetzt die Toten bei 400 liegen sollen. Sicherlich sind es mehr, und jeder ist fuer sich natuerlich schlimm, aber es zeugt schon von einem keineswegs auf die Bevoelkerung abzielenden Vernichtungskrieg, von dem Zelenski spricht. Jeder entsinnt sich ja an die Zahlen in Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen, Jugoslawien, ...
(Natuerlich bleibt der ueberwiegende Teil der Fluechtlinge fuer immer in der EU - jetzt als schwere Milliarden-Last; in Zukunft kann es vielleicht helfen, den Arbeitskraeftemangel in D zu beheben - das sind ja Leute, die ueberwiegend eine Ausbildung haben und sich wohl relativ leicht integrieren werden.)

Insgesamt sieht es ziemlich truebe fuer unseren Wohlstand aus, einzige Alternative - die Lasten mittels Schulden auf die naechsten Generationen zu verlagern.
Scheint mir.

Re: Gas - Wie geht es weiter?

Verfasst: 08 Mär 2022, 10:58
von m1009
Nikolaus hat geschrieben: 08 Mär 2022, 10:41 die Lasten mittels Schulden auf die naechsten Generationen zu verlagern.
Scheint mir.
Dazu gibt es vom Pispers sehr hörenswerte Beiträge.