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Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 15 Jan 2025, 18:17
von kamensky
Als Herausforderung erkennt "Mann/Frau" die zunehmende Polarisierung in der Politik und das vermehrte Durchsetzen von Partikularinteressen als reine Machtausuebung.

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 15 Jan 2025, 19:31
von Ente
Aber was macht Frau/Mann / Divers :lol: daraus......
ich sage nichts außer das sie sich spalten lassen nach belieben... :cry:

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 00:02
von HJ52
Axel Henrich hat geschrieben: 15 Jan 2025, 16:36
saransk hat geschrieben: 15 Jan 2025, 15:14 Nationalstolz? Brauche ich nicht. Ist nur was für patriotische Psychopaten oder Faschisten.
Boah ey, genau das meinte ich!
Genau. Deswegen bin ich froh, inzwischen auf der "richtigen" Seite zu leben.

Bildung, Medien. Das Ergebnis. Siehe Antwort.

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 00:09
von Andr3
Stolz auf "sein" Land? Wo man geboren wird ist ne scheiss Lotterie. Niemand hat Einfluss darauf. Wie kann man stolz auf so etwas sein? Im Uebrigen ist der arm dran, der sich ueber seine Herkunft definieren muss. Wenn man sonst nix hat...

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 10:45
von paramecium
HJ52 hat geschrieben: 16 Jan 2025, 00:02 Genau. Deswegen bin ich froh, inzwischen auf der "richtigen" Seite zu leben.

Bildung, Medien. Das Ergebnis. Siehe Antwort.
Als ob dieses überspitze Extremposition der Standard "hier" wäre. In Russland findest du solche Extrempositionen (nur in die andere Richtung) auch, gerade in den Medien.

Ich sehe das eher wie Bluewolf:

Nationalstolz, da kann ich nichts mit anfangen. Stolz auf bestimmte Errungenschaften anderer Menschen in Wissenschaft, Technik usw. oder Stolz auf Leistungen innerhalb der Familie, ja. Nationalteams sind mir aber egal.
Patriotismus für die Nation hab ich nicht. Dafür einen großen Lokalpatriotismus für Magdeburg und die Umgebung, der Flecken der für mich Heimat ist. Ich fühle mich halt zuerst als Mensch, dann als Magdeburger ;) und eventuell noch ein wenig als Europäer (inklusive Russland).
"Deutschland" kommt da nur in so weit vor, als dass wir hier mit den Standortfaktoren und der Politik alle in einem Boot sitzen. In meinem Lebensalltag spielt das sonst keine Rolle. Ich arbeite in einem internationalen Unternehmen. 50% meiner Kernfamilie hat jetzt russische Wurzeln. Meine Vorfahren kamen, neben diversen kulturell unterschiedlichen Gebiete die heute Deutschland heißen, in den letzten 300 Jahren auch aus Polen, Tschechien, der Schweiz und Österreich. Wenn ich mit tschechischen Freunden spreche, haben wir oft mehr "Gemeinsamkeiten" bzw. Anknüpfungspunkte als ich hier mit Leuten im Rheinland (unreligiös vs. religiös, Christkind vs. Weihnachtsmann, Hausmannskost von Oma, Filme in der Kindheit...).

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 12:32
von keksonline
paramecium hat geschrieben: 16 Jan 2025, 10:45 Als ob dieses überspitze Extremposition der Standard "hier" wäre. In Russland findest du solche Extrempositionen (nur in die andere Richtung) auch, gerade in den Medien.
Ja, die Verdrehung von Fakten und das gezielte Ausblenden von Informationen beherrschen sowohl die russischen Staatsmedien als auch viele "Alternativmedien" in Deutschland nahezu perfekt. Leider fallen viele Menschen darauf herein. Dies liegt oft an fehlender Medienkompetenz und der mangelnden Fähigkeit, eigenständig zu recherchieren. (Ich meine damit wirkliches Recherchieren – also nicht einfach Seiten wie "Nius" oder andere rechtspopulistische Blogs und YouTube-Kanäle zu besuchen, sondern sich tatsächlich Primärquellen anzusehen.)

Ein aktuelles Beispiel dafür ist das Ende der Erdgasdurchleitung durch die Ukraine. Unsere Verwandten haben uns letzte Woche allen Ernstes gefragt, ob wir im Notfall auch mit Holz heizen könnten, da Gas in Europa ja jetzt teurer werde und möglicherweise ganz ausgehe. Wenn man sich jedoch die aktuellen Gaspreise in Deutschland anschaut, sieht man, dass sie weiterhin unter dem Niveau vor dem Krieg liegen. Dieses Thema hat in den letzten Wochen in den russischen Nachrichtensendungen sehr viel Aufmerksamkeit erhalten. Dabei wurde immer hauptsächlich betont, dass der Ukraine wichtige Einnahmen entgehen und sich die Versorgungslage in Europa verschlechtern würde. Dass Gazprom dadurch (zumindest kurzfristig) ebenfalls massive Einnahmeverluste erleidet, wurde hingegen natürlich gekonnt verschwiegen.

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 12:40
von bella_b33
paramecium hat geschrieben: 16 Jan 2025, 10:45 Nationalstolz, da kann ich nichts mit anfangen.
+1
fremdschämen kann ich dafür ziemlich gut :lol:

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 16 Jan 2025, 20:30
von Wladimir30
Irgendwie fehlt mir bei der ganzen Diskussion hier eine Definition der zentralen Begriffe, wie Nationalstolz, Patriotismus usw. Jeder verwendet sie, und der allgemeine Tenor scheint zu sein, dass beides irgendwie abgelehnt wird.

Nun gut. Meine Sicht ist jedenfalls eine andere.

Mir als Wessi wurde jeglicher Stolz darauf, dass ich ein Deutscher bin, im Keime erstickt. Das war für mich einfach so. Der Begriff Patriotismus wurde immer dann hervorgeholt, wenn es um den Dienst in der Bundeswehr oder um internationale Sportereignisse ging. Die deutsche Fussballnationalmannschaft war schon immer etwas, wo ich mitgefiebert habe, weil eben doch Deutsche gegen den Rest der Welt antraten. Das ging gut bis 1974, wo das Spiel BRD gegen die DDR stattfand, auch noch bei einer WM, und dann noch in Hamburg (wenn ich mich recht erinnere). Waren "wir" die guten Deutschen und Sparwasser und Co. nun die schlechten Deutschen? Ein komisches Gefühl, wer soll denn nun gewinnen? Ich glaube, da haben es die Ossis irgendwie einfacher gehabt, wie ich das so empfinde.

Aber Deutshchland ist ja nicht nur Fußball, auch Literatur, Musik, Kunst allgemein, ist auch etwas, was mich mit dem Deutschsein identifizieren lässt.

Dann kamen Fußballer in die Nationalschaft, die nicht unbedingt Deuteche waren, die aber einen deutschen Pass hatten, aber wo die Grenze, ob es nun Deutsche (wie ich eben auch) sind, zu verschwimmen begann. M. Özil hat das sehr spitz und auch provokativ thematisiert. Sind er und E.Can, Gündogan etc. noch Identifikationsfiguren für mich als Deutschen? Zumindest kann man an diesen Fällen seine eigenen Grenzen definieren, und dann eine fundierte Diskussion führen. Ich bin jedenfalls stolz darauf, wenn ich im Ausland lobende Worte über die deutsche Literatur oder Musik höre. Das sehe ich nicht als verwerflich an.

Ich höre schon die Aufschreie, aber ich konnte lange nichts damit anfangen, dass "die Russen" (man verzeihe mir diese Verallgemeinerung) nun wirklich stolz sind auf ihr Land. Ja ja, ich weiß, es gibt viele, die wegfallen, und die werden immer zitiert und als leuchtende Gegenbeispiele angeführt. Aber die vielen stummen Russen, die sich nicht öffentlich äußern (und deshalb auch nicht wahrgenommen werden), die einfach stolz sind auf ihr Land? Brauchen sie das (wie hier geäußert wurde), um sich an etwas festzuklammern, weil sie sonst nichts haben? Eine Erklärung, die meiner Meinung nach viel zu kurz greift. Sind sie einfach von der Propaganda geblendet und sind zu dumm, um sich eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden? Weil sie zudem auch keinen Zugang zu objektiven Berichten haben? Oder weil sie nur Angst haben, eine der offiziellen Position widersprechede Meinung zu äußern? Wer so pauschal über die Leute denkt, hat sich nicht eingehend mit ihnen auseinander gesetzt. Mal ernsthaft versucht, ihren Standpunkt zu hinterfragen und zu verstehen (beachtet bitte, dass ich schrieb "zu verstehen" und nicht "zu akzeptieren").

Kurzum, ich habe inzwischen den Begriff des Nationalstolzes für mich als etwas Schönes erkannt, wobei ich weit entfernt bin von einem Hurrapatriotismus.

Hugh.

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 17 Jan 2025, 09:48
von bella_b33
Wladimir30 hat geschrieben: 16 Jan 2025, 20:30 Sind sie einfach von der Propaganda geblendet und sind zu dumm, um sich eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden?
Oder mögen sie Ihr Leben und Ihr Umfeld einfach und sind damit zufrieden ;)

Re: AfD u. DIE Russlanddeutschen

Verfasst: 17 Jan 2025, 13:18
von Axel Henrich
bella_b33 hat geschrieben: 17 Jan 2025, 09:48Oder mögen sie Ihr Leben und Ihr Umfeld einfach und sind damit zufrieden ;)
Genau so und das, wie auch ich, auch ohne Fahne am Fenster zu Hause, oder mit Elchgeweih am Auto ... ;)
Aber selbst die kann man doch nicht, von der unterirdischen Verrohung der Diskussionskultur dabei mal abgesehen, alle pauschal als psychopathische Faschisten bezeichnen. Man stelle sich mal vor, die Amis stehen bei Sport- oder anderen Veranstaltungen mit der Hand auf der Brust und trällern ihre Nationalhymne und jetzt kommt von einem übermoralisierten Deutschen ein solcher Spruch ... :roll:
Ich verstehe überhaupt nicht, warum hier in Deutschland der Begriff "Nationalstolz" so negativ konnotiert ist?! Zum einen ist der Stolz auf seine Nation kein deutsches Ding, das hat jede Nation mehr, oder weniger ausgeprägt. Das Alleinstellungsmerkmal der Deutschen ist aber vermutlich Ihr Selbsthass.
Hier mal Danke an Wladimir für seinen Beitrag, TOP!
Ich wüsste jetzt auch nicht gleich, wann ich mal so bewusst Nationalstolz empfunden habe. Man lebt in seinem Land, arbeitet, verdient gutes Geld, kann somit anständig leben, engagiert sich bei verschiedenen Themen und gestaltet damit sein Umfeld, seine Stadt (Lokalpatriotismus ;) ) und damit sein Land und ist auch ein bisschen Stolz auf das erreichte. Auch das verbinde ich mit Nationalstolz.
Naja ... und wenn ich dann z.B. so an Eishockey denke, Russen gegen, Tschechen, Amis, oder Canada ... ;) Auch, oder gerade weil solche Sachen damals auch politisch aufgeladen waren, habe ich wohl sowas wie Nationalstolz empfunden, hier ebend für die Russen.

Was aber aufhören sollte, über alles, was sich vom eigenen Standpunkt unterscheidet, wer anders denkt, anders aussieht, what ever, sofort diese braune Brühe zu schütten, als Krank, oder Ossi abzutun!

-ah-