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Verfasst: 19 Apr 2006, 14:34
von Uwe
Dimo,
die Maurer nur für die Mauerergewerke (da wird am Meisten gefuscht). Mir geht es vor allen Dingen um die Verblender und das Fugen. Da haben die das hier nicht so mit sauberen Arbeiten.
Zimmerleute habe ich Gute und auch gute Dachdecker.
Elektrik, Sanitär und Heizung mache ich selbst. Kupferrohr, Eckventile, Unterputzverlegung und Fußbodenheizung sind hier schon ziemliches Neuland und auch unser Baustil ist etwas anders.
Keller macht in Sibirien nicht viel Sinn. Daher Streifenfundamente, Bodenplatte und Ytong und der Rest ebenerdig. Das schaffen zwei Mauer aber locker in 2 Monaten.
Bei guter Organisation ist so ein Ding, vielleicht 140m2 WF + NF, in drei Monaten fertig. Da kann ich den Herbst schon auf der Terasse geniessen.
Gruß
Uwe
Verfasst: 20 Apr 2006, 06:11
von Dimomann
Ja wenn du das, so wie von dir beschrieben durchziehen willst,sollte das schon zu schaffen sein. Das sehe ich auch so. Schade, dies wäre mein Traum auch aber meine Frau will nicht. Na dann auf das,daß Steak auf dem Grill bruzelt und die kühle Schaumbrause beim öffnen leise zzzzztt macht .....im Herbst auf der neuen Terrasse.
Gruß Dimomann
Verfasst: 20 Apr 2006, 08:00
von Uwe
Dimo,
die Russen haben ein gestörtes Verhältniss zum Einfamilienhaus.
Wohnung und Datscha ist in.
Als ich zum ersten Mal, ich habe vorher in meinem Leben noch nie in einer Wohnung sondern immer in eigenen Häusern gelebt, von einem Haus sprach schaute mich alles mitleidig an. Armer Kerl, hat kein Geld und muss billig bauen, war so der durchgängige Tenor.
Inzwischen wird das schon eine kleine Siedlung von Freunden. Wir sind bis jetzt 6 Familien und es kommen noch welche dazu. Die meisten haben Wohnungen in guten Lagen. Wenn diese und die Datschhas verkauft werden, ist das Haus lässig bezahlt.
Schon witzig hier. Aber auch eingefahrenen Gleise kann man biegen.
Gruß
Uwe
Verfasst: 22 Apr 2006, 17:42
von Dimomann
Uwe :
die Russen haben ein gestörtes Verhältniss zum Einfamilienhaus.
Wohnung und Datscha ist in.
Als ich zum ersten Mal, ich habe vorher in meinem Leben noch nie in einer Wohnung sondern immer in eigenen Häusern gelebt, von einem Haus sprach schaute mich alles mitleidig an. Armer Kerl, hat kein Geld und muss billig bauen, war so der durchgängige Tenor.
Das liegt wohl daran das,daß was man in Deutschland ein Haus nennt, man in Russland als Villa bezeichnet und ein Haus auf russisch ebend nur eine Datscha ist mit allem Drum und Dran was da wäre : keine Therme bzw.,keine Heizungsanlage,kein Wasseranschluß und demzufolge auch kein warmes Wasser + keine Dusche oder allg. kein Bad. Ich kann mich noch erinnern als meine Schwiegermutter uns anrief und voller Freude erzählte das sie soebend ein Haus inkl. 800 m2 Grundstück am Stadtrand gekauft hat........und jetzt kommts --- für ganze 300 $ --- ! Ich hab ihr sofort gesagt sie soll den Kauf rückgängig machen aber schnell ehe es zu spät ist. Ich dachte mir sowas wie; das Ding steht mit Sicherheit auf einem unterirdischem See von Altoel oder das Gelände muß nachts nicht beleuchtet werden, weil........es leutet selbständig. Ist ja nicht weit von Tschernobyl nach Vitebsk (~ 500 km). Des Rätsels Lösung war eine andere : Das Ding hatte die Grundfläche von zwei Bushaltestellen, ebenerdig ohne Keller,Boden,Wasseranschluß und wenn man da drin nur eine Kuh mit ihrem Kalb unterbrächte, man würde sich -nach außen hin - nicht dem Verdacht der Zweckentfremdung aussetzen ! Mein Schwiegervater war genauso geschockt über die Kamikaze-aktion Will sagen : die meiste sind darauf aus eine Wohnung zu kaufen, nur wenige können eine Villa bezahlen und keiner spricht davon ein Haus zum Zwecke des Wohnens kaufen oder Bauen zu wollen (außer vielleicht auf dem Land). Das ist wohl in Russland nicht viel anders als in Belarus. Meine Maus sagte immer " dort wohnen nur Pintosse ".

Also bis später
Gruß Dimomann
Verfasst: 22 Apr 2006, 21:20
von Edik
Nun gut, in Deutschland muss man auch jede nur erdenkliche dämliche Steuer zahlen...
Verfasst: 23 Apr 2006, 01:26
von Bephep
Hallo Uwe.
Das wuerde mich interessieren wie man in Nowo Sibirsk baut.
Hier haben wir eine Klimazone bis 12 Minus und neue Haeuser muessen ein K Faktor von 0.4 haben.Da kann man eine Fussbodenheizung einbauen und die Wasser- Themperatur ist niedrig und der Boden nicht zu warm.
Wenn man hier eine Fussbodenheizung ohne Keller einbaut dann muss der
Boden gut isoliert werden.
Nur mal eben ueberschlagen.500 2Dach und Wand,140 2gegen Erde.
50 Zentimeter Ytong Mauer,Doppelte Thermopane Fenster,50 Zemtimeter Glaswolle zum Dach und 50 oder mehr Styropor im Boden.
Verfasst: 23 Apr 2006, 16:55
von Uwe
Hallo bephep,
ich bin Norddeutscher und hier baut man nicht anders als bei uns.
Bewehrte Streifenfundamente, wo bei an den Ecken noch zusätzliche Ständer gebohrt werden, die natürlich auch bewehrt sind. Dann Sockel und Bodenplatte.
Außenschale Ytong und Außenisolierung-Luftschicht-Verblender. Man kann das Isolieren natürlich auch übertreiben, macht damit die Dampfdiffusion kaputt und hat ein recht ungesundes Raumklima.
Ich baue im Bungalowstil mit ausgebautem Dachboden und gehobeltem, sichtbarem Balkenwerk nach unten. Da eben die Zwischendecke entsprechend isolieren und als Dach Styroporplatten aufs Gebälk, dann Folie, Lattung und normale Dachpfannen. Wir bauen direkt am OB-Stausee und da ist es oft sehr windig.
Als Fußboden im Untergeschoß schwimmender Estrich mit entsprechend dicker Isolierung zur Bodenplatte und dazwischen die Fußbodenheizung und oben drauf Fliesen.
Als Fenster nimmt man hier wegen des Klimas immer dreifache Thermopenverglasung und Außenrolläden. Da meine Wohnzimmerfenster sehr groß werden, habe ich davor noch einmal einen gläsernen Wintergarten, den ich im Winter beheize. Sozusagen als zusätzlicher Wäremepuffer. Im Somer ist dieser Wintergarten offen. Die Sommer sind hier sehr warm und gehen teilweise über +40°.
Eine Klimaanlage kommt mir aber nicht ins Haus. Ich hasse diese Dinger, weil man davon sehr schnell chronisch erkältet ist. Hier ist die Klimaanlage ein Statussymbol, das ich aber nicht benötige.
Die Russen igeln sich ein um ihr Haus gegen eine Armee verteidigen zu können. Grenzabstand 3 m und dann eine 3 m hohe Mauer auf der Grenze, Gitter vor den Fenster und dicke Schlösser. Man kommt sich vor wie im Knast.
Also im Ganzen eigentlich nicht viel, was man besonders beachten müßte.
Gruß
Uwe
Russische Aussenpolitik
Verfasst: 28 Jun 2006, 15:44
von Bephep
Nach den Bericht in aktuell das Russland die Iraker und Amerikaner fuer den Tod Ihrer Diplomaten verantwortlich denke ich was ist das fuer eine Aussenpolitik.
Die Entfuehrer haben gefordert das Russland in Tscheschenien auf Ihre Forderungen eingeht.
Da kann man doch von Realitaetsverlust sprechen.Jeder,ob Iraker oder Auslaender ist dort gefaerdet,wieso denken die Russen sie haetten nichts zu befuerchten.
Die El Kaida macht keinen Unterschied zwischen Russen ,Europaer ober Amerikanern,fuer die sind wir alle Unglaeubige.
Re: Russische Aussenpolitik
Verfasst: 28 Jun 2006, 17:16
von Paul
@ Bephep:
Die Äußerungen des russischen Außenministeriums sind weniger von Realitätsverlust gekennzeichnet, sondern vielmehr Teil des üblichen politisch-diplomatischen Spiels. Zur Verdeutlichung einige völkerrechtliche Normen:
Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen von 1961 hat geschrieben: Art. 22
1. Die Räumlichkeiten der Mission sind unverletzlich. Vertreter des Empfangsstaats dürfen sie nur mit Zustimmung des Missionschefs betreten.
2. Der Empfangsstaat hat die besondere Pflicht, alle geeigneten Massnahmen zu treffen, um die Räumlichkeiten der Mission vor jedem Eindringen und jeder Beschädigung zu schützen und um zu verhindern, dass der Friede der Mission gestört oder ihre Würde beeinträchtigt wird.
3. Die Räumlichkeiten der Mission, ihre Einrichtung und die sonstigen darin befindlichen Gegenstände sowie die Beförderungsmittel der Mission geniessen Immunität von jeder Durchsuchung, Beschlagnahme, Pfändung oder Vollstreckung.
Art. 26
Vorbehaltlich seiner Gesetze und anderen Rechtsvorschriften über Zonen, deren Betreten aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten oder geregelt ist, gewährleistet der Empfangsstaat allen Mitgliedern der Mission volle Bewegungs- und Reisefreiheit in seinem Hoheitsgebiet.
Art. 27
1. Der Empfangsstaat gestattet und schützt den freien Verkehr der Mission für alle amtlichen Zwecke. Die Mission kann sich im Verkehr mit der Regierung, den anderen Missionen und den Konsulaten des Entsendestaats, wo immer sie sich befinden, aller geeigneten Mittel einschliesslich diplomatischer Kuriere und verschlüsselter Nachrichten bedienen. Das Errichten und Betreiben einer Funksendeanlage ist der Mission jedoch nur mit Zustimmung des Empfangsstaats gestattet. [...]
Art. 29
Die Person des diplomatischen Vertreters ist unverletzlich. Er unterliegt keiner Festnahme oder Haft irgendwelcher Art. Der Empfangsstaat behandelt ihn mit gebührender Achtung und trifft alle geeigneten Massnahmen, um jeden Angriff auf seine Person, seine Freiheit oder seine Würde zu verhindern.
Übereinkommen über die Verhütung, Verfolgung und Bestrafung von Straftaten gegen völkerrechtlich geschützte Personen, einschließlich Diplomaten von 1973 hat geschrieben:Art. 1
Im Sinne dieses Übereinkommens
1. bedeutet der Ausdruck "völkerrechtlich geschützte Person"
a) ein Staatsoberhaupt, einschließlich eines jeden Mitglieds eines Kollegialorgans, das nach der Verfassung des betreffenden Staates die Aufgaben eines Staatsoberhaupts wahrnimmt, einen Regierungschef oder einen Außenminister, wenn sie sich in einem fremden Staat aufhalten, sowie die sie begleitenden Familienmitglieder;
b) jeden Vertreter oder jede Amtsperson eines Staates oder jeden Beamten oder sonstigen Beauftragten einer zwischenstaatlichen Organisation, die zu der Zeit und an dem Ort der Begehung der gegen sie, ihre Diensträume, ihre Privatwohnung oder ihre Beförderungsmittel gerichteten Straftat nach dem Völkerrecht Anspruch auf besonderen Schutz gegen jeden Angriff auf ihre Person, Freiheit oder Würde haben, sowie die mit ihnen im gemeinsamen Haushalt lebenden Familienmitglieder; [...]
Art. 2
1. Die vorsätzliche Begehung
a) einer Tötung, einer Entführung oder eines sonstigen Angriffs auf die Person oder Freiheit einer völkerrechtlich geschützten Person;
b) eines gewaltsamen Angriffs auf die Diensträume, die Privatwohnung oder die Beförderungsmittel einer völkerrechtlich geschützten Person, der geeignet ist, deren Person oder Freiheit zu gefährden;
c) einer Bedrohung mit einem solchen Angriff;
d) eines Versuches eines solchen Angriffs und
e) einer Teilnahmehandlung an einem solchen Angriff
wird von jedem Vertragsstaat nach innerstaatlichem Recht mit Strafe bedroht.
2. Jeder Vertragsstaat bedroht diese Straftaten mit angemessenen Strafen, welche die Schwere der Tat berücksichtigen.
3. Die Absätze 1 und 2 berühren nicht die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Vertragsstaaten, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um sonstige Angriffe auf die Person, Freiheit oder Würde einer völkerrechtlich geschützten Person zu verhindern.
Es besteht also die völkerrechtliche Pflicht des Empfangsstaates (hier: Irak, und, da man berechtigte Zweifel an seiner Souveränität haben kann, auch die "Schutzmächte" USA etc.), für den Schutz des diplomatischen Personals zu sorgen. Nach russischer Auffassung hat es im vorliegenden Fall genau daran gefehlt. Von mir vermutetes Ziel des russischen Einwandes könnte das Erreichen einer Entschädigung sein.
Verfasst: 28 Jun 2006, 19:21
von Bephep
Alles schoen und gut,aber der Irak ist ein Buergerkriegsstaat.
Dieser Staat kann sich und auch seine Buerger und andere die dort sind nicht schuetzen.
Der Russische Staaat konnte auch einige Diplomaten nicht vor seiner Polizei schuetzen.
Wenn in Afganistan so etwas passiert,wird dann die Nato,oder in dem Gebiet wo Deutsche Soldaten sind,verantwortlich gemacht.

Russland weiss auch das Bagdad eine sehr gefaehrliche Stadt ist,ohne Begleitschutz kann dort kein Auslaender sein.
Es besteht auch die voelkerrechtliche Verpflichtung das ein Staat einen anderen nicht bedrohen darf,Iran-Israel.Und diesem Staat liefert Russland Waffen.
Russlands Aussenpolitik im arabischen Raum ist in einer schwierigen Lage.
Im eigenen Land Probleme mit den Fundamentalisten,gleichzeitig aber Beziehungen zu Staaten die diese Fundamentalisten tolerieren.