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Verfasst: 09 Okt 2006, 00:00
von Edik
waldmeister hat geschrieben:A propos Berichte darüber in Deutschland. Gestern in der Halbzeitpause im heute-Journal mal wieder eine völlig einseitige Darstellung. :roll: Aber das kennt man ja bereits.

BTW: Armes Georgien. Leider schon wieder eins auf den Deckel bekommen... :?
Also mal wieder die bösen Russen und das gute Georgien... :(
Mich würde wirklich interessieren, was passieren würde, sollte Russland Georgier als Spione verhaften. Was hätte das wohl für einen Skandal gegeben? Was hätte sich heute journal darüber gefreut...

Meiner Meinung nach sollte der Kreml eine Linie ziehen:

Auf der einen Seite sind die Georgier, die schon seit Sowjetzeiten in der Russischen Föderation leben und mit den Vorkommen in Georgien nichts am Hut haben. Ich habe selbst gute Bekannte georgischen Ursprungs in St.Petersburg; wenn sie zu Schaden kommen, finde ich das argh dumm von Putin.
Auf der anderen Seite sind die Georgier, die in Georgien. Und sie müssen nun mal die Verantwortung für das Vorgehen ihres Präsidenten tragen. Denn wie es hier im Forum schon mal gesagt wurde: so wie sie damals aufstanden um Schewardnadze abzusetzen, so sollten sie jetzt aufstehen, um ihrer Regierung zumindest zu sagen, dass sie da etwas falsch macht. Ich meine, wir sind uns hier doch größtenteils einig, dass Sakaschwilli falsch agiert, oder? Ein Präsident, der bei der Einweihung einer Strasse von sich gibt: "solche Strassen gibt es nich nicht in Russland. Auch das Krankenhaus, was neulich fertiggestellt wurde, gibt es auch nicht in Russland. Und auch die Schule..."

Die Vorgänge in Karellien, so traurig sie sind, haben nun nichts mit diesem Konflikt zu tun, daher bitte keine Verweise. Bei dem Konflikt mit Georgien handelt es sich ganz sicher nicht um Ausländerfeindlichkeit, das soll doch mal klargestellt werden.

Finnland ist übrigens ein gutes Beispiel. Die UdSSR hat diesem Land übel mitgespielt und dennoch hat Finnland seinen berechtigten Groll begraben und die beiden Länder hatten in den Siebzigern gute Beziehungen, sowohl auf politischer als auch auf zwischenmenschlicher Basis. Eigentlich könnten sich alle Beteiligten, sowohl Russen, Balten, Georgier und Ukrainer etwas von der Skandinavischen Gelassenheit abschauen.

Meine Hoffnung ist, dass nach Bush ein vernünftiger Demokrat im Sinne Klintons kommt und etwas objektiver agiert. Vielleicht werden sich dann auch die Balten, Ukrainer und Georgier mäßigen.

Verfasst: 09 Okt 2006, 08:22
von Kultgrieche
Estland, Lettland, Georgien etc. - Kleine Töpfe kochen gerne über.
Und die kleinen Töpfe brauchen nun mal Verbündete.
@Waldmeister: Ist doch korrekt, dass Russland anderen Ländern Waffen verkauft. Russland stationiert aber keine Streitkräftein diesen ländern. die USa haben in der Türkei Militärbasen, in Georgien schon Soldaten, na, ein Schelm, wer darin nur friedliche Absichten sieht.
Ich betone es nochmals: Georgien sollte sich in bilateralen beziehungen zu Russland Finnland zum Vorbild nehmen. Dann mus in wenigen Wochen nicht Omas Schrank verheizt werden.

Verfasst: 09 Okt 2006, 11:59
von Xottabych
Edik hat geschrieben:Die Vorgänge in Karellien, so traurig sie sind, haben nun nichts mit diesem Konflikt zu tun, daher bitte keine Verweise.
Guter Hinweis, Edik. Sehe ich genauso.

Verfasst: 09 Okt 2006, 12:17
von Xottabych
Aber wegen NATO: Eigentlich wäre die NATO sehr gut damit beraten, Georgien nicht aufzunehmen, denn was passiert eigentlich, wenn die russischen Truppen in Georgien in irgendwelche Gefechte verwickelt werden sollten? Verteidigungsfall? Und dann...?

Oder müsste die russische Armee vor dem NATO-Beitritt das Land verlassen?

Verfasst: 09 Okt 2006, 16:24
von Sportsfreund
waldmeister hat geschrieben:Aber wegen NATO:
Eigentlich wäre die NATO sehr gut damit beraten,
Georgien nicht aufzunehmen, denn was passiert eigentlich,
wenn die russischen Truppen in Georgien in irgendwelche Gefechte verwickelt werden sollten?
Verteidigungsfall? Und dann...?

Oder müsste die russische Armee vor dem NATO-Beitritt das Land verlassen?

Sag was machen die russischen Truppen in Georgien?
dasselbe was Amerikaner im Irak?

Warum wäre es sooooo schlimm sie daraus abzuziehen?

Verfasst: 09 Okt 2006, 16:28
von Sportsfreund
Finnland...
es ist typisch sowjetischer Blickwinkel, dass die UdSSR den Krieg 1939-1940 gewonnen hat...
die Finnen sind anderer Meinung...
Wenn ich mich nicht irre, war Finnland im Zarenreich bis 1917.
Stalin hat bis 1940 geschafft alle ehemaligen "Vassalen" zurück ins Reich zu holen,
ausser Finnland...
Und Finnland soll 1939-1940 den Arsch versohlen bekommen?

Verfasst: 09 Okt 2006, 16:39
von Kultgrieche
Na ja, unter dem Strich haben sie ja den Krieg verloren, mussten Karelien und Petsamo abtreten. 10% der finnischen Bevölkerung musste umgesiedelt werden.
Aber: Fnnland hat es als einziges Land westlich von Russland geschafft, sich NICHTbesetzen zu lassen. In Somussalmi haben die Russen sogar ihr Stalingrad erlebt. Auf einen gefallenen Finnen kamen 40 tote russische Soldaten. Also, man kann sagen, die UdSSR hat einen Pyrrhus-Sieg errungen, aber Finnland nicht okkupiert. Dies ist ihr nicht gelungen.

Verfasst: 09 Okt 2006, 16:39
von Kultgrieche
Sportsfreund hat geschrieben:Sag was machen die russischen Truppen in Georgien?
dasselbe was Amerikaner im Irak?

Warum wäre es sooooo schlimm sie daraus abzuziehen?
Vielleicht wollen die Amis in Georgien eine Demokratie a la Irak installieren?

Verfasst: 09 Okt 2006, 16:59
von Sportsfreund
ehe wollen die Russen da "Afganistan 1980" errichten

Verfasst: 09 Okt 2006, 18:02
von Edik
Sportsfreund hat geschrieben:ehe wollen die Russen da "Afganistan 1980" errichten
Das ist doch völliger Blödsinn. Obwohl ich auch der Meinung bin, dass Russland da nichts verloren hat. Das ist genauso eine heikle Geschichte, wie der Einsatz deutscher Soldaten zwischen Palistinänsern und Israelis. Man sollte nicht kein Öl ins Feuer gießen.

Was Finnland angeht, so war es selbstverständlich ein Pyrrhus-Sieg, wie auch der im Zweiten Weltkrieg. Ich wette, dass Finnland nicht zur Achse gehört hätte, wäre nicht der Angriff der UdSSR vorangegangen. Folglich hätte dieser Krieg der Sowjetunion mehr Verluste gebracht, als die 100.000 toten Soldaten.

Im Übrigen hatte sich Finnland kurz vor dem sowjetischen Einmarsch mit Zugeständnissen bereit erklärt. Sie wollten die beanspruchten Teretorien sogar abgeben. Das Problem ist nur, wenn für einen Angriff nur noch das Startsignal fehlt, dann ist der Krieg unausweichlich und womöglich wollte Stalin eine Kraftdemonstration bringen...
Für Bush gab es Februar und März 2003 auch kein Zurück mehr.