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Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 13 Jul 2007, 15:44
von Kultgrieche
Dietrich hat geschrieben:In diesem Fall hat man allerdings von den Russen auch kein Wort des Protestes gehoert (bis auf einiger Ehemaenner russischer Frauen) ;-)
Ja, weil daheim die Ehefrauen auch nörgeln und sich über den diskiminierenden mist, der in Berlin verzapft wird, aufregen.
Dietrich hat geschrieben:Aber bei den Tuerken kam das mittlerweile bis zur Perfektion eingeuebte Beleidigs-Sein und alles auf die Islamfeindlichkeit schiebende Verhalten natuerlich sofort.
Die argumentieren fast wie die Polen - mit viel Pathos, Herz-Schmerz, Gejammer, Klagweibern und schwulstigen Sprüchen.

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 13 Jul 2007, 15:56
von Dietrich
Also ist den Russen und den Tuerken bereits geholfen, wenn die Amis und so auch einen Sprachnachweis bringen muessen. Richtig?

Oder wo ist sonst die "Diskriminierung"?

Denn gegen den Sprachnachweis protestiert irgendwie keiner....

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 13 Jul 2007, 16:26
von Bephep
Kultgrieche
Will sie aber Sozialleistungen sehen, so kann man dann die Gewährung eben jener an Deutschkenntnissen festmachen.

Es sollen ja Deutschkenntnisse von Migranten gefordert werden,wer nicht lernen will soll eine Geldstrafe bezahlen.
Was haben denn das Zuwanderungsgesetz und die Deutschkenntnisse von z.B. Türken und Russen mit radikalen Islamisten zu tun?
Weil sie kein Deutsch können informieren sich die Türken,aber auch Russland deutsche über das Fernsehen und Zeitungen aus Ihren Herkunftsländern.
Das was in Deutschland passiert erfahren sie nicht über Deutsche Medien ,daher sind sie schlecht und sogar falsch informiert.
Was die Türken am meisten erbittert,Sozialhilfe Empfänger bekommen keinen Familiennachzug gestattet.
Die paar Deutschen Worte für russische Ehepartner sind nichts gegen die Probleme die in Deutschland immer grösser werden.

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 14 Jul 2007, 10:40
von m1009
Zejtnot_ hat geschrieben:"Richtig so, wenn ich in einem Land leben will, sollte ich deren Sprache sprechen."
genau so ist das.. nicht anders... punkt... meine meinung...

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 18 Jul 2007, 02:14
von Relativ
m1009 hat geschrieben:
Zejtnot_ hat geschrieben:"Richtig so, wenn ich in einem Land leben will, sollte ich deren Sprache sprechen."
genau so ist das.. nicht anders... punkt... meine meinung...
auch meinen Punkt dazu mache!
Die 5-Jahresregelung ist zwar gut und schön - aber eindeutig zu viel Schonfrist. Wenn man in Deutschland mit deutschem Ehepartner lebt, sollte man doch viel schneller und mehr lernen. Einfach aus dem Alltag heraus - es sei denn der russisch (bzw. nicht deutsch sprechende) Ehepartner bleibt abgeschottet vom Alltag. Learning by doing! Lieber schlecht und anfangs falsch sprechen, als garnicht anfangen. Und wenn nach 3 Jahren der 1. Sprachtest (mit der Option auf 2 Durchfaller ohne Konsequenz)erfolgen sollte, gehen mit Sicherheit die ersten 2 Jahre (mindestens) ungenutzt ins Land. Ist ja noch Zeit ...

Relativ

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 18 Jul 2007, 11:24
von Dietrich
Relativ hat geschrieben:Und wenn nach 3 Jahren der 1. Sprachtest (mit der Option auf 2 Durchfaller ohne Konsequenz)erfolgen sollte, gehen mit Sicherheit die ersten 2 Jahre (mindestens) ungenutzt ins Land. Ist ja noch Zeit ...
Du darfst nicht davon ausgehen, dass es sich immer um gebildete 20-jaehrige handelt, die in der Schule bereits eine Fremdsprache gelernt haben und noch wissen, was Akkusativ, Genitiv, ..., Verben, Substantive,.... etc. ist.

Manchmal kommen auch ueber 50-jaehrige Ehepartner nach D, die vielleicht in ihrem Leben noch nie eine Fremdsprache gelernt haben.

Und ausserdem: Hast du eine Ahnung wieviel Zeit z.B. eine Mutter mit 2 kleinen Kindern "nebenbei" hat um Deutsch zu lernen, wenn der Mann den ganzen Tag arbeitet?!

Ganz davon abgesehen dass es sich bei dieser 3+2-Geschichte nur um einen Vorschlag von mir handelt, finde ich 3 Jahre auf jeden Fall angebracht!

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 18 Jul 2007, 13:05
von Zeppelin
Ja Dietrich,
Deine Einwände sind schon irgendwo berechtigt, wenn es um Extremfälle geht.

Und so ganz ohne Sanktionen ist auch die bisherige Praxis nicht, denn ohne Sprachkenntnisse auf mindestens B1-Niveau gibt es für dt.-Verheiratete nicht die begehrte Niederlassungserlaubnis (NE) nach drei Jahren und schon gar keine Einbürgerung.
Es bliebe dann bei einer immer wieder zu erneuernden Aufenthaltserlaubnis (AE), die eine wesentlich unsicherere Rechtsstellung bedeutet.

Ich sehe das ganze aber auch als eine Sanktion gegen jene dt. Ehepartner, die bisher meinten, sich einen ausländischen Ehepartner hierher holen zu konnen, der / die schon deshalb "pflegeleicht" (sprich ausbeutbar und abhängig) bleibt, weil er / sie nicht selbständig mit der sozialen Umgebung kommunizieren können.

Für mich ist es zumindest eines meiner vornehmsten Ziele gewesen, meiner Frau hier so schnell wie möglich zur Selbstständigkeit zu verhelfen und dzu gehören ja nicht nur Wortschatz, Aussprache und Rechtschreibung (letzteres kann sie eh besser als ich), sondern auch die Deutung von Informationsstrukturen, Symbolen, Orientierungsstrategien etc.
Und das dabei gemeinsam Erlebte hat durchaus den Stoff für Geschichten geliefert, die wir mal unseren Enkeln erzählen werden. :D

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 18 Jul 2007, 13:40
von Bephep
Zeppelin schreibt
Ich sehe das ganze aber auch als eine Sanktion gegen jene dt. Ehepartner, die bisher meinten, sich einen ausländischen Ehepartner hierher holen zu konnen, der / die schon deshalb "pflegeleicht" (sprich ausbeutbar und abhängig) bleibt, weil er / sie nicht selbständig mit der sozialen Umgebung kommunizieren können.
Das ist auch meine Meinung.

Dietrich
In dem VHS Russisch-Kursus ist eine Frau von 75 und lernt russisch.Die ist besser als ich ( na, ja dazu gehört nicht viel ).Nein,ohne Scherz in dem Kursus sind viele Ältere über 65 meist Frauen.

Wenn der Mann etwas mithilft kann auch eine Frau schnell deutsch lernen.

Ob das Gesetz vor Gericht bestand hat kann noch niemand Wissen aber Frankreich bekommt auch ein änliches Gesetz und Europa wird konservativer und die Bevölkerung hat immer mehr gegen Ausländer.
Ich sehe das so,entweder ändern die Regierungen die Gesetze oder der Wähler die Regierungen.

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 18 Jul 2007, 21:27
von Relativ
Dietrich hat geschrieben:
Relativ hat geschrieben:Und wenn nach 3 Jahren der 1. Sprachtest (mit der Option auf 2 Durchfaller ohne Konsequenz)erfolgen sollte, gehen mit Sicherheit die ersten 2 Jahre (mindestens) ungenutzt ins Land. Ist ja noch Zeit ...
Dietrich hat geschrieben:Du darfst nicht davon ausgehen, dass es sich immer um gebildete 20-jaehrige handelt, die in der Schule bereits eine Fremdsprache gelernt haben und noch wissen, was Akkusativ, Genitiv, ..., Verben, Substantive,.... etc. ist.

Manchmal kommen auch ueber 50-jaehrige Ehepartner nach D, die vielleicht in ihrem Leben noch nie eine Fremdsprache gelernt haben.
Nein, davon gehe ich nicht aus - aber ich finde nicht, dass das eine Art "Freibrief" ist. Fälle, Verben, Substantive gibt es in jeder Sprache. In meiner Familie gibt es eine fast 73 jährige Moskauerin - verbandelt mit meinem Onkel seit 3-4 Jahren. Wahnsinn, welch gutes Deutsch Tante Lidusch (nicht hochqualifiziert) spricht. Und das sag ich nicht nur, weil ihre Piroggen und Pelmeni die Besten sind.
Dietrich hat geschrieben:Und ausserdem: Hast du eine Ahnung wieviel Zeit z.B. eine Mutter mit 2 kleinen Kindern "nebenbei" hat um Deutsch zu lernen, wenn der Mann den ganzen Tag arbeitet?!
Ja, das hab ich. Und die zwei kleinen Kindern werden doch auch Deutsch lernen, wenn sie in Deutschland leben. Und mal so nebenbei gesagt, bevor die kleinen Kinderchen (im Normalfall) kommen, lebt man ja schon im Land des Partners bzw. bei Umzug kann man sich darauf vorbereiten.
Und für jedes Kind gibt es in Deutschland den Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte, was ich gut finde, da es die Kommunikationsfähigkeit (auch Sprache, Beziehungen, Persönlichkeit, Kritikfähigkeit etc.) der Kinder fördert.
Dietrich hat geschrieben:Ganz davon abgesehen dass es sich bei dieser 3+2-Geschichte nur um einen Vorschlag von mir handelt, finde ich 3 Jahre auf jeden Fall angebracht!
Deinen Vorschlag find ich nicht schlecht an sich (hab ich mich wirklich so daneben ausgedrückt *grübel*), aber die Geschichte 3 + 2 ist mir zu lang. Es sagt ja auch keiner, dass die Ehepartner gleich perfekt sein sollen. "Was du heut kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen". Jeden Tag ein Wort das macht 356 Wörter im Jahr und das find ich annehmbar.Unsere Kinder lernen in der Schule beim Erlernen der Fremdsprachen schätzungsweise mehr als 2-3 fache (pro Sprache).
Und es ging doch dabei um Alltagssprache.

Ich sehe das ähnlich wie Zeppelin :
"Ich sehe das ganze aber auch als eine Sanktion gegen jene dt. Ehepartner, die bisher meinten, sich einen ausländischen Ehepartner hierher holen zu konnen, der / die schon deshalb "pflegeleicht" (sprich ausbeutbar und abhängig) bleibt, weil er / sie nicht selbständig mit der sozialen Umgebung kommunizieren können."

Gruß Relativ

Re: Zuwanderungsgesetz verabschiedet

Verfasst: 19 Jul 2007, 00:19
von Bephep
Dietrich
Du schreibst 3+2 und das ist bestimmt gut und human gemeint.
Aber leider nicht praktikabel.
Stell Dir vor man heiratet eine Frau aus RU mit einem Kind von sechs Jahren.Dann kommt die Frau nach DE und das Kind geht in die Schule.
Nach fünf Jahren besteht die Frau den Test immer noch nicht und muss nach RU zurück. Dann muss die Mutter nach RU zurück und was ist wenn sie hier noch Kinder bekommen hat.
DAS waere eine menschliche Katastrophe.