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Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 30 Jun 2022, 19:17
von Nikolaus
m1009 hat geschrieben: 30 Jun 2022, 18:01
kamensky hat geschrieben: 30 Jun 2022, 14:04
Gazprom-Aktie verlor 30%
Was mit dem überbewerteten Rubel zu tun hat, oder?
Das duerfte ein Faktor sein. Weitere Faktoren besteht wohl im erhoehten Investitionsbedarf, u.a. fuer die Ausweitung der Versorgung des Inlands, ... Und Gazprom wird ja vom Westen schon lange sanktioniert - Zugriff auf den internationalen Kapitalmarkt und auslaendische Investitionen sind begrenzt.
Freilich sind der Dividendenausfall und der Kursverlust besonders fuer die Aktionaere und Investoren unangenehm - der gemeine Russe wird wohl nicht viel davon spueren.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 01 Jul 2022, 16:14
von Fritz
Laut Wiki hält die Mellon Bank New York 27 Prozent an Gazprom. Denen will man offenbar keine Dividende zahlen. Zumal sie diese sicher selbst einsacken würde, statt an die Halter der von ihr ausgegebenen Hinterlegungsscheine (ADRs) auszuzahlen. Diese sind allgemein (nicht nur bei Gazprom) wegen der Sanktionen nicht handelbar, und es gibt auch keine Dividenden. Man versucht die Kleinanleger mit Angeboten zu übertölpeln, die "wertlosen" Scheine für einen Pappenstiel außerbörslich zu verkaufen. Obwohl Mellon eigentlich verpflichtet ist, auf Wunsch Orginalaktien auszuliefern. Bei Wallstreet Online geht es gerade hoch her zu diesem Thema.
Ich oute mich mal: Habe gerade ordentlich Gazprom für 195 RUB eingekauft. Und gebe auch zu, daß ich schon vorher teurer eingekaufte im Depot hatte. Durch Nichtzahlung der Dividende spart sich Gazprom 50 Rubel pro Aktie und sie fällt um 100 - die Logik erschließt sich mir nicht. Ja, ich weiß, Vertrauensverlust, aber das ist nun wirklich übertrieben. Mal schauen, ob das die richtige Entscheidung war.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 01 Jul 2022, 18:14
von paramecium
Fritz hat geschrieben: 01 Jul 2022, 16:14
Laut Wiki hält die Mellon Bank New York 27 Prozent an Gazprom.
Das sind aber 10 Jahre alte Daten. 2020 waren es nur noch 16,7 Prozent den die Mellon Bank hält und als ADRs anbietet.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 03 Jul 2022, 09:18
von Nikolaus
War das der naechste Schritt im Gaskrieg?
https://www.bloomberg.com/news/articles ... n-for-fuel
https://ria.ru/20220703/borba-179985478 ... um=desktop
Der Putinsche Ukas, nach dem Rueckzug von Shell nun Sachalin-2 und den japanischen Sanktionen hinsichtlich Investitionen und Lieferung von Anlagen fuer die russische Erdoel- und Gasindustrie faktisch zu nationalisieren, kuendigt wohl das Ende der guenstigen LNG-Lieferungen nach Japan an. Womit auch Japan mehr Gas auf dem knappen Weltmarkt suchen wird und die Preise dort noch mehr steigen!?
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 03 Jul 2022, 20:05
von Hokuetsu
Die Diskussion ob zusätzlich zu den momentan laufenden drei Reaktoren noch weitere AKWs wieder ans Netz gehen läuft in Japan schon. Nächsten Sonntag ist Oberhauswahl, der oberste Gerichtshof hat TEPCO von der Schuld am Unfall von Fukushima freigesprochen, es ist eine Hitzewelle und Strom wird knapp. Dass Russland nun die Anteile von Mitsui und Mitsubishi beschlagnahmt ist da nur ein weiterer Grund.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 04 Jul 2022, 19:07
von kamensky
Es ist eigentlich interessant, wie sich auf einmal moegliche Tuerchen von Staaten oeffnen, welche sich der EU anbieten, ihre Abhaengigkeit von russischem Gas, schnellstmoeglich zu diversifizieren. Selbst ein Nachbarland vom "Gasguru" Russland schreckt vor einer Zusammenarbeit nicht zurueck. Ob dies letztendlich auch im Sinne Russlands ist und sich fuer den Anbieterstaat konsequenzlos durchfuehren liesse, steht wohl noch in den Sternen. Aber Konkurrenz belebt den Markt ist sicherlich nie falsch.
https://www.cash.ch/news/politik/kasach ... ng-1984036
https://news.mail.ru/economics/52043261/?frommail=1
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 04 Jul 2022, 19:37
von m1009
Meinst Du wirklich, der Kasache macht auch nur einen Schritt, ohne das Ok aus Moskau?
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 04 Jul 2022, 19:51
von kamensky
m1009 hat geschrieben: 04 Jul 2022, 19:37
Meinst Du wirklich, der Kasache macht auch nur einen Schritt, ohne das Ok aus Moskau?
Schwer vorstellbar, doch im Anbetracht der Aussage des Praesidenten betreffend der Nichtanerkennung von Luhansk, Donezk und moeglicherweise einmal Taiwan als unabhaengige Staaten wuerde ich es auchnicht zu 100% verneinen. Kasachstan will bei international politischen Entscheidungsfindungen moeglichst unabhaengig sein. Auch national ist dies gut zu erkennen. Als Bsp. der Wechsel von kyrillischen Vokabeln zugunsten lateinischer.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 04 Jul 2022, 21:47
von m1009
kamensky hat geschrieben: 04 Jul 2022, 19:51
Schwer vorstellbar
Kasachstan will bei international politischen Entscheidungsfindungen moeglichst unabhaengig sein.
Die beiden Aussagen beissen sich....
Auch national ist dies gut zu erkennen.
Absolut.
Ich hab heute einen Mitarbeiter eingestellt. Russe. Ist, mit seiner Frau, vor 4 Jahren aus Almaty gekommen. Warum? Ganz einfach, Rassismus.
ABBA. Vielleicht ist das Programm? Ihr (KAZ) macht was "wir" wollen, dafuer bekommt Ihr Eure "Eigenstaendigkeit" und wir nehmen Euch die unwilligen Russen ab.
Re: Gas - wie geht es weiter?
Verfasst: 05 Jul 2022, 09:02
von Nikolaus
Obwohl ja Sommer ist, und es noch keinen russischen Gaslieferstopp gibt, kriselt es nun schon maechtig in der deutschen Gasversorgung. Die "klugen" Ersatzlieferungen, die unsere "weisen" Politiker veranlasst haben, sind so teuer und so knapp, dass die ersten Versorger vor dem Aus stehen und die ersten Grossverbraucher trotz Notfallplaenen die Produktionseinstellung planen.
Hart getroffen ist offensichtlich nun der Grossversorger Uniper.
Und ganz bitter auch fuer den Vorzeigekonzern BASF. Schon jetzt ein Absturz an der Boerse seit Jahresbeginn um ueber 30%, und jetzt die Mitteilung des Vorstandsvorsitzenden, dass Ludwigshafen geschlossen werden muss, wenn nicht mindestens 50% der normalen Gasversorgung bestehen bleibt.
Und unsere unfaehige Regierung greift nun schon zum letzten Mittel - Finanzierung der notleidenden Versorger aus Steuergeldern (bzw. weitere Schuldenaufnahme durch den Staat).
Die Folgen sind klar - u.a. noch mehr Inflation.
Bei Schliessung von Ludwigshafen ist der Dominoeffekt dann wohl los - schliesslich bricht u.a. die Duengerproduktion Deutschlands zusammen, mit kolossalen Auswirkungen auf die Landwirtschaft, wie ja selbst unser dilettantischer Landwirtschaftsminister mittlerweile begriffen hat.
Und dann sind eklatante Lebensmittelpreise wohl fuer Jahre zementiert. Bisher "ueben" wir ja nur das Wachstum dieser Preise weit ueber dem allgemeinen Inflationsniveau (nach meinem Gefuehl Anstieg bisher um ca. 30%). Selbstredend ziehen auch die anderen Lebensbereiche nach.
Sch...e!
Nein, ich brauche keine Politiker, die einen solchen Krieg durch ihre Arroganz und transatlantische Orientierung erst nicht verhindern und dann diesen bis zum "Endsieg" weiterfuehren wollen. Die damit u.a. auch ihre verfehlte Energiepolitik vertuschen wollen. Auf Kosten meines Wohlstandes, zum Nutzen fremder Staaten.
Und - es geht ums das Jetzt! Was soll der Schnulli von "Kasachstan, ..." - da geht es ggf. um kuenftige Moeglichkeiten, in einem Jahrzehnt vielleicht ...
Und jetzt streikt man in der Gas- und Erdoelindustrie Norwegens, fuer eigene Interessen selbstredend - fuer unsere skrupelllosen Schoenschwaetzer aber auch ein kleiner Schlag ins Kontor ...
Sch...e!