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Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 12:27
von Zejtnot
Axel Henrich hat geschrieben:Ausser dem letzten Punkt laeuft es doch in D nicht wirklich anders.
Also wenn in Deutschland der Chef von EON auf der Gegenfahrbahn das Auto von zwei Hebammen rammt, wird dieses Verhalten nicht von der Polizei vertuscht und Merkel muss auch nicht auf den Tisch hauen, damit der Vorstandsvorsitzende dafür zur Verantwortung gezogen wird. Und genau darin sehe ich schon noch einen gewaltigen Unterschied.
Ansonsten hast Du natürlich Recht - zwischen Pikaljovo und Rüsselsheim besteht kein wirklicher Unterschied. Obwohl, in Russland wird der Oligarch vom Staat gezwungen, dass Werk bestehen zu lassen. In Deutschland zwingt der Oligarch den Staat.
Achtung, die gesamte weitere Diskussion zu Autounfällen in Russland und Deutschland habe ich ausgekoppelt: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=3&t=10910. Zejtnot
Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 12:43
von Axel Henrich
Zejtnot hat geschrieben:Also wenn in Deutschland der Chef von EON auf der Gegenfahrbahn das Auto von zwei Hebammen rammt [...]
... auch wenn ich so etwas jetzt gerade nicht meinte, gibt es zu diesem Thema sicher auch Beispiele in D, wo irgend ein hoeher Gestellter versucht eine Straftat zu vertuschen und erst auf oeffentlichen Druck hin ...
Mir ging es speziell um Volksnaehe ...
-ah-
Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 14:46
von Sibirier
Politik ganz einfach:
Der kleine Sohn geht zum Vater und fragt ihn, ob er ihm erklären könne, was Politik sei. Der Vater meinte: "Natürlich kann ich Dir das erklären."
"Nehmen wir zum Beispiel mal unsere Familie:
Ich bringe das Geld nach Hause, also nennen wir mich Kapitalismus.
Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir sie die Regierung.
Wir beide kümmern uns fast ausschließlich um Dein Wohl, also bist Du das Volk.
Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und Dein Bruder, der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft.
Hast Du das verstanden?
Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst einmal darüber schlafen.
In der Nacht erwacht er, weil sein kleiner Bruder in die Windeln gemacht hat und nun schreit.
Er steht auf und klopft am Elternschlafzimmer, doch seine Mutter liegt im Tiefschlaf und lässt sich nicht wecken. Also geht er zum Dienstmädchen und findet dort seinen Vater bei ihr im Bett. Doch auch auf sein mehrmaliges Klopfen hin lassen die beiden sich nicht stören. So geht er halt wieder ins Bett und schläft weiter.
Am Morgen fragt ihn der Vater, ob er nun wisse, was Politik wäre und es mit seinen eigenen Worten erklären könne.
Der Sohn antwortet: "Ja, jetzt weiß ich es. Der Kapitalismus missbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird total ignoriert und die Zukunft ist voll scheiße.
Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 15:32
von Axel Henrich
Sibirier hat geschrieben:Politik ganz einfach:[...]
Niedlich

, wo haste den her?
-ah-
Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 15:35
von Sibirier
Aus einem Funforum....
Re: Tag der Wut
Verfasst: 25 Mär 2010, 20:32
von Cookie
Zeppelin hat geschrieben:bauplan hat geschrieben:Nun würde ich Chodorkowski noch nicht als sozial-liberal bezeichnen.
Das ist in der Tat schwer einzuschätzen.
bauplan hat geschrieben:Auch wenn er eine Wandlung vom kriminellen Mafiosi dann zum Neoliberalen und jetzt, ..., in Richtung sozial-liberal bewegt.
Da kann ich aber auch nicht so ganz mitgehen.
Eher bin ich der Ansicht, dass er nachträglich kriminalisiert wurde, weil er politisch zu viel Gewicht gewonnen hatte.
Andernfalls müsste RUS konsequent alle zur Verantwortung ziehen, die sich in der Jelzin-Ära die Taschen nicht minder vollgestopft hatten.
In den Himmel loben will ich Chodorkowski nun auch nicht. Aber er ist aus meiner Sicht ein Unternehmer vom Typus wie etwa ein Alfred Krupp oder Henry Ford bzw. aktueller auch Bill Gates - alle weder selbstlos noch unangefochten.
Aber gemeinsam ist diesen, das sie zweifellos einen Teil des zusammengerafften Kapitals am Staat vorbei in soziale, kommunale und kulturelle Projekte reinvestiert haben.
Und genau das ist es, was die Moskauer Zentrale um keinen Preis ertragen mag.
Entschuldigung aber der “Menschenfreund” als den du den Michael da stellst war er nie. Außer den Verstößen bei der Privatisierung und den Steuerhinterziehungen gab es da ja noch Morde an Politikern die der Sicherheitschef von Yukos organisiert hatte. Und diese hat der Sicherheitschef ganz bestimmt nicht aus Nächstenliebe zu Michael begangen. Denn die jeweiligen Politiker hatten ja Yukos dazu aufgefordert die Steuern endlich zu zahlen. Und als der Michael in den Bau ging hat er nicht nur die besten Anwälte angeheuert sondern einige PR-Firmen die daraufhin Russland mit Dreck begossen haben und dies immer noch tun.
Re: Tag der Wut
Verfasst: 26 Mär 2010, 09:22
von Zejtnot
Sorry, ich habe ein wenig aufgeräumt. Das Gestänker zwischen Zeppelin und Cookie ist nun in der Kaffeebar zu finden:
http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=28&t=10911
Die Diskussion um die Rechtssprechung bei Autounfällen ist hier:
http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=3&t=10910
In diesem Thread können wir nun in aller Ruhe weiter das Erstarken oder Verschwinden der russischen Zivilgesellschaft diskutieren.
Re: Tag der Wut
Verfasst: 26 Mär 2010, 13:04
von Spätzleskosake
ich hoffe nur, dass es in der Kaffeebar kein Blutbad gibt.
Re: Tag der Wut
Verfasst: 08 Apr 2010, 15:58
von GIN
Nein + für mich ist Interessant was das für Gruppen sind. Da demonstrieren Monarchisten, Nazis,Sozialdemokraten, Liberale und andere APOs gegen das System. Für was stehen die selber? kann eine Apfel-Partei sich mit Monarchisten, Nazis und Links-Kommunisten einigen? Ist so als ob W. Brand mit Hitler zusammen gegen Brünning demonstriert hätten.
Re: Tag der Wut
Verfasst: 11 Feb 2011, 23:41
von pippie
Cookie hat geschrieben:Zeppelin hat geschrieben:bauplan hat geschrieben:Nun würde ich Chodorkowski noch nicht als sozial-liberal bezeichnen.
Das ist in der Tat schwer einzuschätzen.
bauplan hat geschrieben:Auch wenn er eine Wandlung vom kriminellen Mafiosi dann zum Neoliberalen und jetzt, ..., in Richtung sozial-liberal bewegt.
Da kann ich aber auch nicht so ganz mitgehen.
Eher bin ich der Ansicht, dass er nachträglich kriminalisiert wurde, weil er politisch zu viel Gewicht gewonnen hatte.
Andernfalls müsste RUS konsequent alle zur Verantwortung ziehen, die sich in der Jelzin-Ära die Taschen nicht minder vollgestopft hatten.
In den Himmel loben will ich Chodorkowski nun auch nicht. Aber er ist aus meiner Sicht ein Unternehmer vom Typus wie etwa ein Alfred Krupp oder Henry Ford bzw. aktueller auch Bill Gates - alle weder selbstlos noch unangefochten.
Aber gemeinsam ist diesen, das sie zweifellos einen Teil des zusammengerafften Kapitals am Staat vorbei in soziale, kommunale und kulturelle Projekte reinvestiert haben.
Und genau das ist es, was die Moskauer Zentrale um keinen Preis ertragen mag.
Entschuldigung aber der “Menschenfreund” als den du den Michael da stellst war er nie. Außer den Verstößen bei der Privatisierung und den Steuerhinterziehungen gab es da ja noch Morde an Politikern die der Sicherheitschef von Yukos organisiert hatte. Und diese hat der Sicherheitschef ganz bestimmt nicht aus Nächstenliebe zu Michael begangen. Denn die jeweiligen Politiker hatten ja Yukos dazu aufgefordert die Steuern endlich zu zahlen. Und als der Michael in den Bau ging hat er nicht nur die besten Anwälte angeheuert sondern einige PR-Firmen die daraufhin Russland mit Dreck begossen haben und dies immer noch tun.
RusslandAnalysen214.pdf