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Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 20 Nov 2014, 08:17
von Haya
Moin Moin,
Haya, die Frage ist doch: Warum war das Thema Krim die letzten 20 Jahre nie so relevant, aber innerhalb von wenigen Wochen war sie plötzlich "immer Teil Russlands"?
Mag sein, dass Ich diese Frage im Verlauf übersehen habe. Ich bitte um Nachsicht und ggf. um Verweis.

Ansonsten, lieber Zejtnot, stimmt das natürlich nicht!!! Unmittelbar nach dem Bruch der Sowjetunion (ca. 1991) gab es schon ein Referendum auf der Krim bzgl. ihrer Unabhängigkeit.
Fast hätten sie es geschafft. Nur mit politischem Druck konnte es verhindert werden. All das passierte natürlich bevor der Artikel 138 in die Verfassung aufgenommen wurde, denn sein Entstehungsdatum ist 1996.

Warum sie jetzt SO relevant wurde, wurde schon etliche Male hier im Forum beantwortet =Reaktion auf den Putsch.

Gruß
Haya

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 20 Nov 2014, 08:22
von kamensky
@Haya

"Aha, DAS ist also der Grund warum viele Staaten der NATO (Nazi and Terror Organistation) zur Osterweiterung beitrugen.
Wäre es bei Dir zu viel verlangt, wenn Du für diese Staaten, die zur Osterweiterung beitrugen, sowohl die Quelle, als auch die Hintergründe (welche auch immer) nachreichst?"

Die Hintergründe kannst wohl selbst eruieren, oder muss dir Mama beim pinkeln alleweil noch deinen "Schniedelwutz" halten?

"Zugleich gab Putin zu verstehen, dass der Kreml weiterhin den Südosten des Landes für einen Teil der Ukraine hält"

Also anerkennt und akzeptiert doch der Kreml, dass der Südosten des Landes als Teil der Ukraine ist.

" und Kiew dazu aufruft, den Dialog mit der Region wieder aufzunehmen"

Und dies ist eine Aufforderung, oder Wunsch von Seitens des Kremls.

Verdrehen und interpretieren, wie du es stets tust, kann man es letztendlich so lange, bis es der eigenen Denkweise passend ist.

"Oft wird die Nationalflagge auch als Zeichen des Besitzanspruchs über ein Territorium angesehen"

Ist aber kein Beweis der internationalen Anerkennung als Staat.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 20 Nov 2014, 08:56
von Haya
Moin Moin,

Liebes kamensky,
"Aha, DAS ist also der Grund warum viele Staaten der NATO (Nazi and Terror Organistation) zur Osterweiterung beitrugen.
Wäre es bei Dir zu viel verlangt, wenn Du für diese Staaten, die zur Osterweiterung beitrugen, sowohl die Quelle, als auch die Hintergründe (welche auch immer) nachreichst?"

Die Hintergründe kannst wohl selbst eruieren, oder muss dir Mama beim pinkeln alleweil noch deinen "Schniedelwutz" halten?
Ich möchte Dich mal auf Deine eigenen Worte verweisen =
... lediglich die Angelegenheit auf der Gegenseite personifiziert, um sich die eigenen Argumentationslücken zum Scheine auf der persönlichen Ebene zu füllen.
Wie war das da noch mit dem Ober-Troll und den eigenen Grundsätzen? Kannst wohl nicht Deinen eigenen Quark belegen und trittst in Dein eigenes Fettnäpfchen.
Peinlich, Peinlich dieser Schweizer!
"Zugleich gab Putin zu verstehen, dass der Kreml weiterhin den Südosten des Landes für einen Teil der Ukraine hält"

Also anerkennt und akzeptiert doch der Kreml, dass der Südosten des Landes als Teil der Ukraine ist.
Ist es eine Frage oder wolltest Du nur mich wiederholen?
Verdrehen und interpretieren, wie du es stets tust, kann man es letztendlich so lange, bis es der eigenen Denkweise passend ist.
Weise nach, wenn Du mich dessen bezichtigst oder sei einfach ruhig (wäre besser für Dich)
"Oft wird die Nationalflagge auch als Zeichen des Besitzanspruchs über ein Territorium angesehen"

Ist aber kein Beweis der internationalen Anerkennung als Staat.
De facto!!!!!

Gruß
Haya

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 20 Nov 2014, 14:30
von Berlino10
Zejtnot hat geschrieben:Haya, die Frage ist doch: Warum war das Thema Krim die letzten 20 Jahre nie so relevant, aber innerhalb von wenigen Wochen war sie plötzlich "immer Teil Russlands"? Ein Schelm, wer da eine Strategie bezüglich Chaos in der Ukraine vermutet ...

Und wenn wir uns schon auf das 17. Jahrhundert beziehen: Wann wird Kaliningrad wieder deutsch?
Du weißt ja selbst, dass es Jahrzehnte keinen Unterschied gemacht hatte, ob RUS oder UKR ...
auch danach in den 20 Jahren war die Krim ja bei Freunden ... die Krim drohte aber jetzt in Feindeshand zu fallen ...
die Gelegenheit schien günstig ... die Krim wollte es ... da griff man zu ...

unabhängig von exakten rechtlichen Fragen - die kaum zu beantworten sind, da Völkerrecht vor allem durch die USA ja ständig eigen interpretiert bzw. offen gebrochen und damit auch verändert wird -
hätte RUS - meiner Meinung und Gefühl nach - das Separations-Gebiet maximal schützen und unterstützen dürfen ... aber nicht in die RF aufnehmen ohne internationale und bilaterale Verhandlungen mit der UKR

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 20 Nov 2014, 15:57
von Jenenser
Zejtnot hat geschrieben:Haya, die Frage ist doch: Warum war das Thema Krim die letzten 20 Jahre nie so relevant, aber innerhalb von wenigen Wochen war sie plötzlich "immer Teil Russlands"? Ein Schelm, wer da eine Strategie bezüglich Chaos in der Ukraine vermutet ...

Und wenn wir uns schon auf das 17. Jahrhundert beziehen: Wann wird Kaliningrad wieder deutsch?
Ich gebe auch meinen Kommentar zur Frage.

Wenn ich in den vergangenen Jahren in DE erzählt habe, ich fahre auf die Krim, kam als Gegenfrage (vor allem in Bayern!) was ich schon wieder in Russland will. Diese Leute sind übrigens heute etwas irritiert, von wegen Ukraine, Russland, Krimkrise...

In Moskau fragte ich einmal den Taxifahrer auf dem Weg zum Pawelezer Bahnhof, was für ihn denn heute die Krim ist. Wir überfuhren gerade die Brücke, die an die Halbinsel erinnert. Er meinte, es ist schön in Jalta, in Sotschi, am Schwarzen Meer...

Auf der Krim sprach ich mit russischen Touristen. Sie argumentierten, wir sind alle ein Volk, die Russen, die Ukrainer, die Weißrussen. Ländergrenzen schienen, ähnlich, wie in der EU für sie keine Rolle mehr zu spielen...

Ukrainer an der Südküste äußerten sich eher skeptisch zu den Krimtataren, die nach der Rückkehr auf die Insel übertriebene Ansprüche hätten. Mit den Russen gebe es keine weiteren Probleme. In Jewpatorija traf ich jedoch auch Ukrainer, die die Arroganz einiger Russen anprangerten. Eine Neid-Disskussion ums liebe Geld...

2005 weilte ich auf der Krim, eher zufällig zum Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24. August. Soll ich erzählen, wie der Tag in Sudak begangen wurde? Mir fiel nichts auf, rein gar nichts...

Die „Hoffnung der Krim“ war im Wahljahr 2010 Viktor Janukowitsch. Plakate mit dem Konterfei waren über die ganze Halbinsel verteilt. Die Leute, mit denen ich sprach, forderten Veränderungen, nach den Chaos-Jahren der „Orangenen Revolution“. Allein beim einfachen Vergleich der Infrastruktur vom Gebiet Sotschi und der Krim stellte sogar ich fest, dass auf der Krim die Zeit scheinbar stehengeblieben war...

Und dann kam in Kiew der 21. Februar 2014. Bei den ums Leben gekommenen Polizisten stammte übrigens ein großer Teil von einer Berkut-Einheit der Krim...

Zum Thema Königsberg/Kaliningrad hat Uwe Niemeier einige Gedanken formuliert. Finde ich interessant:
http://kaliningrad-domizil.ru/portal/in ... gsbergern/

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 21 Nov 2014, 06:54
von Haya
Moin Moin,
Gunnar hat geschrieben:
Haya hat geschrieben:
Gorbatschov wurden Zusicherungen (keine Osterweiterung der NATO) gemacht und auch gebrochen.
Falsch. Gorbi bestätigte jetzt exakt das was auch Hans-Dietrich-Genscher so schon mehrfach beschrieben hat.
Wenn es Dich noch weiterhin interessieren sollte, hier die Worte von Genscher.

Gruß
Haya

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 24 Nov 2014, 07:24
von Haya
Moin Moin,

wusste nicht genau wohin damit:
EU drängt Serbien zur Abkehr von Russland
Klingt irgendwie nach Erpressung - wenn ihr nicht auf dem Karussel der Sanktionen mitdreht, gibt es keine EU für euch

Gruß
Haya

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 24 Nov 2014, 08:21
von Zejtnot
Haya hat geschrieben: Klingt irgendwie nach Erpressung - wenn ihr nicht auf dem Karussel der Sanktionen mitdreht, gibt es keine EU für euch
Das ist aber ganz gewöhnliche Politik. "Willst Du mein Freund werden? Dann spiel nicht mit den Schmuddelkindern ..."

Genau dasselbe hat ja Russland mit der Ukraine im Herbst gemacht - Ihr wollt günstig unser Gas, dann spielt nicht mit Europa.

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 25 Nov 2014, 19:13
von Haya
Moin Moin,
Zejtnot hat geschrieben:
Haya hat geschrieben: Klingt irgendwie nach Erpressung - wenn ihr nicht auf dem Karussel der Sanktionen mitdreht, gibt es keine EU für euch
Das ist aber ganz gewöhnliche Politik. "Willst Du mein Freund werden? Dann spiel nicht mit den Schmuddelkindern ..."

Genau dasselbe hat ja Russland mit der Ukraine im Herbst gemacht - Ihr wollt günstig unser Gas, dann spielt nicht mit Europa.
Ist das so?
Dachte der Deal kam eher zu Stande, weil Russland gerade das Geld aus der EU akzeptiert hatte und somit Gas lieferte.
Du hast Quellen, die etwas anderes behaupten und ähnliche Druckbedingungen stellen, wie die EU an den souveränen Staat Serbien?

Gruß
Haya

Re: Das Gorbatschowsche Dilemma

Verfasst: 27 Nov 2014, 08:49
von Zejtnot
Haya hat geschrieben:
Genau dasselbe hat ja Russland mit der Ukraine im Herbst gemacht - Ihr wollt günstig unser Gas, dann spielt nicht mit Europa.
Ist das so?
Dachte der Deal kam eher zu Stande, weil Russland gerade das Geld aus der EU akzeptiert hatte und somit Gas lieferte.
Du hast Quellen, die etwas anderes behaupten und ähnliche Druckbedingungen stellen, wie die EU an den souveränen Staat Serbien?
Ich denke die Reaktionen Russlands auf das drohende Assoziierungsabkommen im vergangenen Jahr waren sogar deutlich aggressiver:
In der zweiten Jahreshälfte verschärfte Russland wieder den Ton und erließ Handelssanktionen gegenüber der Ukraine, die diesmal noch härter waren als ein Jahr zuvor. Im Hochsommer hat Russland die Vereinbarung über ein Einfuhrkontingent für zollfreie Rohre aus der Ukraine nicht verlängert und Lieferungen des ukrainischen Süßwarenherstellers »Roschen« angehalten. Das traf vor allem die ukrainischen Oligarchen Viktor Pintschuk und Petro Poroschenko. Den Höhepunkt erreichte dieser »Handelskrieg« im August: Eine Woche lang wurden sämtliche Importe aus der Ukraine gestoppt, weil das russische Zollamt die Kontrolle für ukrainische Waren verstärkte. Die Aktion wurde Ende Oktober wiederholt, allerdings mit einer anderen Begründung. Am 28. Oktober führte der russische Zoll unerwartet neue Bestimmungen für den Warentransit durch die Zollunion (Russland, Belarus und Kasachstan) ein, so dass sich viele Lastwagen an der russisch-ukrainischen Grenze stauten. Darüber hinaus setzte Russland Ende Oktober die Importe von Fleisch und Waggons aus der Ukraine aus. Der »Handelskrieg« sollte der Ukraine zeigen, was sie im Falle der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit der EU erwartet. So drohte Sergei Glasjew, Putins Berater und vorher Geschäftsführender Sekretär der Zollunion, unmittelbar nach dem August-Handelsembargo, die Ukraine aus der GUS-Freihandelszone auszuschließen, falls sie das EU-Freihandelsabkommen unterzeichnet.
Quelle: http://www.laender-analysen.de/russland ... sen267.pdf, Seite 2 bis 5.

Wenn Serbien nun mit Russland kuschelt, so wäre es ja absurd, sie in die EU aufzunehmen. Warum sollte man?