Soeben im UA-Forum noch einen hochinteressanten Bericht gelesen, hier ist er:
Hallo zusammen, ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil ich den Bericht von Pedro gelesen habe und mir ebenso von der Polizei am Grenzübergang bei Charkiv das Geld aus der Tasche gezogen wurde.
Ich war vom 04.07.2019 bis zum 09.07.2019 in der Ukraine. Ich bin quer durch das ganze Land bis Mariupol gefahren, ohne irgendwelche größeren Kontrollen und Vorkommnisse.
Überall begegnete mir die Bevölkerung, sowie das Militär höflich, zuvorkommend und korrekt. Eigentlich wollte ich von Mariupol aus über die Grenze nach Taganrog nach Russland weiterreisen.
Da der Grenzübergang derzeit nur mit Sondergenehmigung passierbar ist musste ich nach Charkiv ausweichen.
Ich fuhr dann am 09.07., morgens um 9 Uhr, von Charkiv aus in Richtung Grenze. Auf dem Weg dorthin wurde ich von einem Polizeifahrzeug überholt und dann direkt vor der Grenze an der dortigen Polizeistation angehalten.
Ich musste meine Fahrzeugpapiere und meinen Pass vorzeigen und wurde gefragt, ob ich Medikamente oder Alkohol zu mir genommen habe. Als ich dies verneinte wurde ich gebeten mit in die Polizeistation zu kommen.
Mein Motorrad habe ich vor der Polizeistation stehen lassen und bin dann mit in die Polizeistation gegangen. Da ich mir keines Fehlverhaltens schuldig war und auch seit längerer Zeit keinen Alkohol getrunken hatte, dachte
ich mir nichts weiter dabei und ging mit. In der Polizeistation wurde dann ein Alkoholtest durchgeführt, der 0,28 Promille anzeigte. Mir wurde nun erklärt, dass ich jetzt ein Problem habe. Dann wurde mir ein Schreiben vorgelegt,
indem stand, dass dies mit 1400 Euro geahndet werden würde.
Ich entgegnete, dass ich nicht so viel Geld bei mir habe und mir auch keiner Schuld bewusst bin. Im weiteren Verlauf wurde ich immer weiter eingeschüchtert. Mir wurde erklärt, dass mein Motorrad sichergestellt und beschlagnahmt werden würde und ich
solange ich nicht bezahlt habe festgehalten werde. Auf Nachfrage, wieviel Bargeld ich bei mir habe, habe ich dann 550 Euro, welche ich in meinem Brustbeutel hatte herausgenommen und auf den Tisch gelegt.
Anschließend wurde ich noch nach Kreditkarten gefragt. Als ich sagte, ich kann heute mit meiner Kreditkarte nichts mehr abheben, wurde das Geld unter eine Mappe geschoben und mir gesagt, dass ich jetzt gehen kann. Es wurde keinerlei Protokoll aufgenommen und jeder kann sich denken, wohin das Geld verschwunden ist. Da ich kein ukrainisch oder russisch spreche, kann mir keiner sagen, dass ich in dieser Situation anders reagieren hätte sollen. Ich wollte nur zu meinem Motorrad, welches mit vollem Gepäck vor der Polizeistation stand und dann nichts wie weg.
Nach all dem, was ich bis jetzt gelesen habe ist dies anscheinend immer noch die gängige Praxis mit fingierten Alkomaten ahnungslosen Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen.
QUELLE: https://forum.ukraine-nachrichten.de/ko ... ml#p141727
Übermäßiger Gebrauch von grellroter Schrift in Verbindung mit Fettdruck über mehrere Absätze hinweg sollten vermieden werden
Wladimir30, Glob.Mod
Ich gehe mal davon aus, daß die hier geschilderten Dinge den Tatsachen entsprechen; nichtsdestotrotz drängt sich mir die Frage auf, wie man so naiv + blauäugig sein kann? - Warum hat der Motorradfahrer nicht den Polizeichef verlangt, warum hat er nicht die Botschaft angerufen?
Warum hat er keine medizinische Blutprobe verlangt?
Wie kann man so gutgläubig sein, und das ganze Bargeld auf den Tisch legen . . . ?
Ich bin jetzt 3 Tg in der UA - bis jetzt bestanden meine Polizeikontakte ausschließlich darin, daß ich selbst an den noch vorhandenen GAI- oder DAI-Punkten angehalten habe und mich nach dem besten Weg erkundigte - das wird die Polizei ja am besten wissen.
Sie waren immer nett + freundlich, zu einem Plausch aufgelegt, fragten nach dem Woher und dem Wohin und dann: Vielen Dank + Auf Wiedersehen.
Ich kann es einfach nicht verstehen, wie sich manche Menschen verhalten . . .!