Nicht eingeloggt Bephep hat geschrieben:Ich stelle die Frage einmal anders.Was muss man in Moskau verdienen wenn man den ungefaehr gleichen Lebensstandard haben will wie in Deutsachland und zusaetzlich noch das Geld fuer eine Soziale Absicherung in Deutschland.
In einem anderenThread wuerde schon geschrieben das man in Moskau mindestens 800 Ruro verdienen muss.
Das ist uebrigens eine sehr interessante Frage!
Ich wuerde behaupten, dass man hier mindestens 2500 Euro Netto verdienen muss um annaehernd einen Lebensstandard eines Handwerkers in Deutschland zu haben.
Warum so viel? Weil alleine um eine Wohnung westlichen Standards (also keinen Plattenbau) mit 3 oder 4 Zimmern zu mieten, braucht man schon so zwischen 1000 und 1500 Dollar im Monat. Dazu kommen dann noch 400-500 Euro fuer Rente im Monat, 250 Euro um sich ein 13. Gehalt anzusparen (wegen Weihnachts- Urlaubsgeld etc), 250 Euro monatlich auf der hohen Kante um sich eine einigermassen westliche Krankenversorgung leisten zu koennen etc. etc. etc. Kindergeld kommt u. U. auch noch dazu!
Man kann hier aber auch mit wesentlich weniger leben. Dann muss man aber eben Abstriche machen. Ich moechte mal eine durchschnittliche Wohnung, die hier fuer 400-500 Dollar im Monat vermietet wird mit denen vergleichen, die in Deutschland vom Sozialamt bezahlt werden. Bei der Haelfte der Wohnungen hier wuerden sich die Hartzler wahrscheinlich weigern dort einzuziehen. Und mit 5 Leuten in einer 2-Zimmerwohnung wohnt in D auch kein Hartzler. Hier ist das teilweise noch normal!
Und ausserdem sollte man nicht die Lebensbedingungen eines deutschen Arbeitslosen mit denen eines Russen vergleichen, der seine 40-50 in der Woche arbeitet, sondern mit denen eines russischen Arfbeitslosen. Und da liegt der Unterschied bei ca. 100%!
Ich empfinde es als "sozial", wenn in Deutschland keiner verhungert. Aber von den Anderen laut schreiend ein "menschenwuerdiges Leben" zu verlangen wenn man selber nicht die Bohne bereit ist etwas fuer die Gemeinschaft zu tun, dann ist das fuer mich Schmarotzertum.
Natuerlich soll der Staat Leuten helfen die zeitweise ohne Arbeit sind. Aber in der Zeit koennen die Leute wohl 30 Stunden die Woche eine der Gemeinschaft nuetzliche Arbeit tun. Und die 10-20 Stunden die sie damit weniger arbeiten als die Anderen sollen sie nutzen um sich eine Arbeit zu suchen. Und wenn man nach einem halben Jahr eingesehen hat das man an seinem WOhnort in "seinem Beruf" keine Chance hat, dann muss man entweder umziehen oder sich beruflich neu orientieren.
Ich lerne auch nicht Hufschmied weil es mein Traumberuf ist und wenn ich ploetzlich feststelle das kaum noch Pferde auf den Strassen unterwegs sind, dann setze ich mich in meine Schmollecke und erwarte das jetzt die Allgemeinheit mir ein 'menschenwuerdiges Leben' finanziert.
Ich finde die Sozialabgaben sollten nicht irgendwo in der Staatskassen verschwinden, sondern sollten direkt von den Arbeitern an die Leute abgegeben werden. Ein Hartzler, der z.B. 400 Euro im Monat bekommt wuerde dann halt im Monat zu 4 Arbeitern gehen und von denen Bar seine jeweils 100 Euro ausgezahlt bekommen. Natuerlich waeren die Arbeiter verpflichtet ihre Sozialabgaben zu verteilen. Aber es waere doch schoen wenn sie auf diese Art und Weise ein wenig fuer die Not der Leute sensibilisiert werden. So wuessten sie wenigstens was mit ihrem Geld passiert und koennten sich durch Fragen ein Bild davon verschaffen, warum ein Mensch zum Beispiel keine Arbeit mehr findet. Oder wie anstrengend es fuer manche ist schon vormittags aufzustehen...
O.K. ich werde sarkastisch... ich hoere lieber auf!
Dietrich