Europa ist krank

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Sibirier
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Beitrag von Sibirier »

Hi,

also ich bin schon der Meinung, dass auch eine Lehrerin ein Kopftuch tragen kann. Wenn es dabei bleibt, sollte es auch kein Problem sein. Denn es ist ihre eigene Überzeugung und damit schränkt man ihre Überzeugung und Freiheit ein. Es darf nur nicht sein, dass die Lehrerin versucht, den Schülern ihre Religion aufzudrücken.

Gruß

Sibirier
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Glider
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Beitrag von Glider »

Erinnert Ihr Euch noch an den Film "Die Schweizermacher"?

Zugegeben manches war darin überzeichnet, anderes wurde mir von Verwandten, die sich dort einbürgern lassen wollten, bestätigt.

Und nachdem ich bis vor ca. 10 Jahren eigentlich auch eine sehr lockere Einstellung zu diesem Thema hatte, komme ich immer mehr zu dem Ergebnnis, dass es wichtig ist, sich in dem Zielland zu integrieren.

Dazu gehört neben der Spache eben auch das Bewusstein und die Akzeptanz der im Zielland gegebenen (ich sag jetzt einfach mal:) Leitkultur. Diese ist nuneinmal in Deutschland drastisch anders ausgebildet, als am Bospurus. Ich will damit nicht jemandem seine Glaubensfreiheit bestreiten, aber in Westeuropa herrscht nuneinmal ein von christlichen Religionen geprägtes Weltbild. Und diese ist schlicht von jedem Zuwanderer zu akzeptieren.

Vielleicht machen es unsere Schweizer Nachbarn wirklich besser?
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Kultgrieche
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Beitrag von Kultgrieche »

Sibirier hat geschrieben:Hi,

also ich bin schon der Meinung, dass auch eine Lehrerin ein Kopftuch tragen kann. Wenn es dabei bleibt, sollte es auch kein Problem sein. Denn es ist ihre eigene Überzeugung und damit schränkt man ihre Überzeugung und Freiheit ein. Es darf nur nicht sein, dass die Lehrerin versucht, den Schülern ihre Religion aufzudrücken.

Gruß

Sibirier
Und wenn sie in Lack und Leder ohne BH und T-Shirt vor die Schüler treten wollte und man würde dies verbieten? Das würde sie doch auch in ihrer Freiheit einschränken.
Freiheit ist OK, aber bitte in festgelegten Grenzen. Und die haben wir in kultureller Hinsicht. Als Vater erwarte ich, dass zukünftig mein Sohnemann im westlichen Kulturkreis an der Schule geprägt wird und nicht in einem orientalischen.
Das Kopftuch ist keine Klamotte, sondern gelebte Weltanschauung, wo die Frau dem Manne untertan sei. Und gegenüber dieser Intoleranz bin ich bekennend intolerant.
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Dietrich
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Beitrag von Dietrich »

Natuerlich soll niemand seine Kultur "aufgeben". Aber in Bereichen, in denen es einen Konflikt zwischen der Kultur des Auslaenders und der Kultur des Landes gibt, da muss dann halt die Kultur des Landes den Vorrang haben.
Und da sind die beiden Beispiele "Kopftuch" und "Kruzifix" eigentlich gar nicht mal so schlecht:

Kopftuch: Ausdruck der Kultur des Auslaenders, die aber mit der Kultur des Gastlandes in Konflikt steht. Und zwar weil es etliche Deutsche (und auch eingewanderte Griechen) gibt, fuer die es eben nicht nur ein beliebiges Kopftuch, sondern Ausdruck einer Kultur ist, in der die Frau eben nicht die gleichen Rechte hat, wie in der deutschen Kultur. In diesem Fall hat sich die Auslaenderin dann eben nach der "Leitkultur" (noch so ein bloedes Wort) zu richten und entweder ohne Kopftuch zu lehren, oder einen anderen Beruf oder ein anderes Land zu waehlen!

Kruzifix: Ausdruck der (historischen?) Kultur des Landes. Besonders in Gegenden (wie Bayern) in denen die Leute nicht ganz so gottlos sind wie anderswo :wink: Die Kreuze haengen schon seit Jahrzehnten dort und vielen einheimischen Christen ist dies wichtig.
Mir persoenlich ist das eigentlich relativ egal, ich finde es nur nicht richtig das jetzt ploetzlich Leute kommen die entweder aus der Kirche ausgetreten sind (wahrscheinlich um die Kirchensteuer zu sparen, oder weil es gerade mal modern ist ein atheist zu sein) oder einer anderen Religion angehoeren, und verlangen die Kreuze abzuhaengen. Die Kreuze gehoeren, wie die christliche Kirche, zur deutschen Kultur und stehen nicht im Gegensatz zur allgemeinen Kultur des Landes. Und deshalb sehe ich ueberhaupt keinen Grund, diese abzuhaengen. Denn es wird in der Schule ja keiner gezwungen z.B. jeden Morgen davorzustehen und zu beten o.ae.

Dietrich
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CSB_Wolf
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Beitrag von CSB_Wolf »

Hallo, guten Tag

Im Prinzip hat Dietrich vollkommen recht. Es geht ja nicht nur allein um das Kopftuch oder das Kreuz, sonder um die Weltanschauung zwischen Islam und Christentum und auch darum, dass sich viele Islamisten ob nun aus der Türkei oder sonst woher gar nicht Integrieren wollen. Es beginnt schon mit dem Besuch eines Kindergartens. Aus der Sicht der Moslems darf es nur ein Kindergarten sein, der die Kinder nach islamistischer Lehre und Glauben und nur durch islamistische Lehrer/innen erzieht und gerade im kleinen fangen die Probleme schon an.

@ Glider
Erinnert Ihr Euch noch an den Film "Die Schweizermacher"?
Sehr gut, ich habe eine Zeit lang in der Schweiz gelebt, der Film war nicht uebertrieben und ich habe selber einiges davon erlebt. Ich bin sogar von der Ausslaenderbehoerde der Schweiz ueberwacht worden, dass ging sowei dass mir, wenn ich mit dem Auto weggefahren bin, nachgefahren wurde :roll:

Gruss
Wolf

@ waldmeister
Macht man ja auch nicht...
Bild Raumpatroullie - Raumschiff Orion 3 DVD's der Kultserie aus den 60ern, hat mich wieder mal an meine Jugend erinnert.
Glider
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Beitrag von Glider »

Bei den Schweizermachern fand ich zwar auch weniger Lustig, dass den Probanden hinterhergeschnüffelt wurde, doch ich muss sagen die Anforderung der Eidgenossen an die Leute, sich um die Sprache (sog. schweizer Mundart) und um die Kenntnis der sozielen Zusammenhänge zu bemühen, fand ich sehr bemerkenswert im positiven Sinne.

Leider habe ich von Dave lange nichts mehr gelesen. Sein Input wäre bestimmt ganz interessant.
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CSB_Wolf
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Beitrag von CSB_Wolf »

@ Glider

Hallo Glider

Also dass mit dem erlernen der Schweizer Mundart, dass war im Film sowie auch in der Relitaet natuerlich nur ein Scherz, so eine Auflage gibt es fuer Ausslaender in der Schweiz nicht 8)

Gruss
Wolf
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Sibirier
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Beitrag von Sibirier »

Also ich persönlich finde es besser, eine Lehrerin die wegen ihrer religiösen Überzeugung ein Kopftuch trägt, als eine Lehrerin (ca. 55 Jahre) die im Bikini-Oberteil, Shorts und im Schneidersitz auf dem Pult sitzt und ihren Unterricht abgibt. Sie war Deutsche - Religion unbekannt -. Habe ich selber erlebt.....
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willi

Beitrag von willi »

ehh Sibirier, finde ich schon ein wenig eckelig mit was du da wieder daherkommst...

Und dann geb ich vielleicht noch meine Beitrag zu dieser Diskussion ab...

Habe mir die letzten 28 Jahre regelmässig einen 6-wöchigen Fernurlaub gegönnt plus Auslandssemester etc., mich vorher und zwischendrin recht intensiv mit Land, Leuten, Kultur und Sprache beschäftigt und gehöre wahrscheinlich zu den wenigen die so quasi keine negativen Erfahrungen gemacht haben, nie beklaut worden, selten übers Ohr gehauen worden, keinen übertriebenen Stress beim Grenzübertritt,...- wahrscheinlich weil ich mich angepasst habe.

In meine jungen Jahren habe ich in Summe mehr als 2 Jahre in der Türkei gelebt und gearbeitet, soweit die Sprache gelernt dass ich mich vernünftig unterhalten kann, also nicht nur Bier bestellen.
Damals war ich vorallem Kultur interessiert.
Eigentlich immer die selbe Situation, was man in einem Land, Stadt, Firma,... vermisst findet man an einem anderen Ort, z.B. ersetzen wir Familie und Freunde durch ein finanziertes Versicherungssystem, andernseits kein Familienzwang, was nun besser ist,- kann man sich streiten drüber.

Später im Beruf als Führungskraft einer von den 2% Deutschen in meiner Abteilung. Anfangs alles Türken, dann kamen irgendwann die Russen und Kasachen dazu. Auch weiter kein Problem. Wie überall sonst auch gibt es 50% die man gern hat und 50% die man am liebsten erschiessen würde.
Tja und heute bin ich selber Ausländer und fühle mich nicht schlecht dabei.

Was mein Toleranzlevel anbetrifft hat sich inzwischen einiges geändert, auch das Interesse ist in vielem deutlich zurückgegangen, die Freunde aus anderen Kulturkreisen haben dazu einiges beigetragen.
Mittlerweile fühle ich mich in meiner Heimatstadt belästigt von Kopftüchern, Sommermänteln und schwarzen Burkas.

Bin selber nie auf die Idee gekommen im Muscle shirt im Orient rumzulaufen weil sich die Einheimische dran stören, gleiches erwarte ich auch von denen die sich bei uns ansiedeln wollen. Wollen sie ja nicht, reden ja die ganze Zeit davon dass sie wieder heim wollen, aber warum gehen sie dann nicht? Warum machen die Türken mittlerweile Urlaub sonstwo auf der welt und fahren nicht mehr wie früher in endlosen Konvois gen Osten? Na einfach weil sie keine Böcke haben jedes Jahr zuhause ihren Obulus abzuliefern, sich dafür zu entschuldigen dass sie in Deutschland leben und ihre bucklige Verwandtschaft durchzufüttern.

Aber sind wir doch mal ehrlich, - wie hoch ist der Prozentsatz unserer eigenen Landsleute mit denen wir eigentlich nichts zu tun haben wollen? Ich denke da zum Beispiel nur mal an Fussball...
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Sibirier
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Beitrag von Sibirier »

Also noch einmal:

Ich meine Deutschland ist mit ein "Vorzeigeland" in Sachen Demokratie. In unserer Verfassung steht "Religionsfreiheit". D. h. für mich, jeder kann seine Konfession selbst entscheiden (sobald er/sie 14 Jahre ist) und auch danach leben, sobald es nicht gegen unsere Verfassung stößt. In der Verfassung steht m. E. nicht, der Mensch darf keine Kopftücher etc. tragen. Also bin ich damit einverstanden und sie sollen es tun.

Mit der Anpassung gebe ich Dir recht. Aber warum können wir uns nicht anpassen, dass die Menschheit nicht nur aus Christentum besteht...? Was habt ihr dagegen, wenn eine Frau Kopftuch trägt? Das muss nicht gleich unterordnen bedeuten und wenn sie sich unterordnet, vielleicht macht sie es freiwillig und ist glücklich dabei?

Ich muss mich auch meiner Partnerin öfters unterordnen, d. h. auf mein Wunsch evtl. verzichten und ihre Meinung annehmen. Ich mache es jedoch gerne, weil ich sie liebe. Willst Du mich jetzt zwingen, mich nicht ihr unterordnen und dadurch Streit zwischen mir und meine Partnerin hervorrufen?

Ich finde das ganze um die Kleidung bisschen albern? Was war noch in den 60er und 70er Jahren? Die Eltern wollten nicht, dass die Kinder Jeans tragen, sie sollten sich anpassen und Stoffhosen/Röcke tragen. Es gab den Aufruhr der Jugend! Es wurde Jeans - Miniröcke usw. getragen. Demonstrationen fingen an. Wenn heute jemand wie diese Eltern das sagen würden, würde man doch nur lächeln.....
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