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Verfasst: 13 Okt 2006, 22:51
von Xottabych
Edik hat geschrieben:
miwka hat geschrieben:das einzig Schlimme an der ganzen Sache, für meine Begriffe, ist, dass inzwischen jeder davon oder darüber redet und auch noch versucht zu urteilen...
Dito. :blumen2:
Warum?

Verfasst: 14 Okt 2006, 01:15
von Edik
waldmeister hat geschrieben:
Edik hat geschrieben:
miwka hat geschrieben:das einzig Schlimme an der ganzen Sache, für meine Begriffe, ist, dass inzwischen jeder davon oder darüber redet und auch noch versucht zu urteilen...
Dito. :blumen2:
Warum?
Weil zum Urteilen Fakten notwendig sind. Und die hat hier niemand, wie ich bereits geschrieben habe. Stattdessen werden hier alle möglichen Hypothesen aufgestellt. Die einen stellen sie als Unschuldslamm dar die anderen als die Übeltäterin überhaupt.
Andere versuchen mit allen Mitteln Putin zu belasten, die anderen sehen die Oligarchen, wieder andere Duma-Abgeordnete als Täter...

Verfasst: 14 Okt 2006, 01:22
von barthez
miwka hat geschrieben:das einzig Schlimme an der ganzen Sache, für meine Begriffe, ist, dass inzwischen jeder davon oder darüber redet und auch noch versucht zu urteilen...
Stimmt! Sorry dafür! :D

Habe kurzfristig außer acht gelassen, dass solche Verbrechen besser ohne darüber zu Reden und ohne jegliche Berichterstattung in der Versenkung zu verschwinden haben.
So ein blöder Mord an einer Journalistin geht ja auch keinen was an. Ich persönlich versteh echt nicht, warum das in Zeitungen steht und im Fernseh läuft. Sowas sollte doch zumindest vom Staat ein wenig kontrolliert werden.
Wo kommen wir denn hin, wenn am Ende wirklich jeder allen Mist einfach veröffentlichen kann, und dementsprechend jeder Depp, der gar nicht dabei oder beteiligt war, sich ein Urteil erlauben kann, oder ganz dreist sogar, eine eigen Meinug dazu bilden kann.
Pfui!
:reiter:

Verfasst: 14 Okt 2006, 03:13
von Stefan
barthez hat geschrieben:
miwka hat geschrieben:das einzig Schlimme an der ganzen Sache, für meine Begriffe, ist, dass inzwischen jeder davon oder darüber redet und auch noch versucht zu urteilen...
Stimmt! Sorry dafür! :D

Habe kurzfristig außer acht gelassen, dass solche Verbrechen besser ohne darüber zu Reden und ohne jegliche Berichterstattung in der Versenkung zu verschwinden haben.
So ein blöder Mord an einer Journalistin geht ja auch keinen was an. Ich persönlich versteh echt nicht, warum das in Zeitungen steht und im Fernseh läuft. Sowas sollte doch zumindest vom Staat ein wenig kontrolliert werden.
Wo kommen wir denn hin, wenn am Ende wirklich jeder allen Mist einfach veröffentlichen kann, und dementsprechend jeder Depp, der gar nicht dabei oder beteiligt war, sich ein Urteil erlauben kann, oder ganz dreist sogar, eine eigen Meinug dazu bilden kann.
Pfui!
:reiter:
Ohhhhhh, dafür wird es sicher wieder Schellte geben......

Verfasst: 14 Okt 2006, 11:56
von Xottabych
Edik hat geschrieben:
waldmeister hat geschrieben:
Edik hat geschrieben: Dito. :blumen2:
Warum?
Weil zum Urteilen Fakten notwendig sind. Und die hat hier niemand, wie ich bereits geschrieben habe. Stattdessen werden hier alle möglichen Hypothesen aufgestellt. Die einen stellen sie als Unschuldslamm dar die anderen als die Übeltäterin überhaupt.
Andere versuchen mit allen Mitteln Putin zu belasten, die anderen sehen die Oligarchen, wieder andere Duma-Abgeordnete als Täter...
Über unvollständiges Wissen zu verfügen ist aber der Normalzustand. Wenn jeder nur noch zu den Fragen urteilen düfte, in denen er ein Spezialist ist, dann erübrigen sich nahezu alle Diskussionen.

Wer dürfte Deiner Meinung nach überhaupt über sie reden?

Außerdem: Es gibt eine ganze Menge "Fakten".
- Sie war eine honoriierte Journalistin und ein Symbol für Zivilcourage für viele engagierte Menschen in Russland im Bereich der Zivilgesellschaft (das sind leider sehr wenige, ja; aber so ist es).
- Sie hat zu einem viel Teil dazu beigetragen, dass Kriegsverbrechern der prozess gemacht wurde, die sonst ungeschoren davongekommen wären
- Sie hat das Russlandbild im Ausland stark geprägt
- In Russland war sie unbeliebt
- Sie wurde höchstwahrscheinlich von einem Auftragsmörder aufgrund ihrer journalistischen Tätigkeit umgebracht
- Dies schadet zur Zeit Kadyrow und Putin und nützt ihren Gegnern

Übrigens: Reden wir von einem Urteil über die Frau, oder von einem Urteil über die Verdächtigten?

Verfasst: 14 Okt 2006, 13:00
von Kultgrieche
waldmeister hat geschrieben: - Sie hat das Russlandbild im Ausland stark geprägt
- In Russland war sie unbeliebt
Immer wieder das Gleiche - außen hui, innen pfui. Wer Rusland brav kritisiert, ist im Westen der Held, in Russland verschrien.
Es gibt einfache Fakten hierzu:
- Sie war Journalistin, die sich auf gefährlichem Terrain bewegt hat. Ihre Ermordung war ein Berufsrisiko. Damit musste sie ffast zwangsläufig rechnen in diesemgefährlichen Umfeld. Zu Bedauern sind Ihre Familienangehörigen, die sie hinterlässt.
- Wer sie umgebracht hat, wird wohl wie die Ermordung Kennedys im Reich der Spekulationen anzusiedeln sein. Putin deshalb als Mörder zu bezeichnen ist hirnamputiert. Nix ist bewiesen, vieles nur Vermutung.
- Was heißt denn eigentlich "Zivilgesellschaft". Was bedeutet dieser nebulöse Ausdruck? Derzeit ist die sog. Zivilgesellschaft eine Minderheit in Rusland. Also nicht repräsentativ.

was ich eigentlich sagen wollte...

Verfasst: 14 Okt 2006, 13:26
von miwka
Was ich eigentlich meinte ist, dass ich diese ganze Diskussion ein wenig überflüssig, übertrieben und künstlich finde. Eigentlich hatte ich nicht vor, mich daran zu beteiligen, aber irgendwie führt wohl kein Weg mehr vorbei.
Mord ist Mord, das ist klar, es ist schlimm und traurig, aber es macht diesen Mord nicht mehr oder weniger schlimm als andere Morde auch, über die mehr oder weniger berichtet wird. Ich finde es schlimm dass sich dadurch ein ganzer Berufsstand wieder einmal zu Moralaposteln erhebt und mit dem Finger und ihrer Tinte auf mögliche Gegner einer (wie natürlich alle Journalisten) moralisch integeren Vertreterin ihrer Zunft zeigen. Ich finde es schlimm dass ein Thomas Roth, von dem ich bis dahin nicht die schlechteste Meinung hatte, einem Staatsoberhaupt dreimal hintereinander ins Wort fällt, um ihn möglichst zu einer bestimmten Aussage zu drängen. Und ich finde es dumm, sich in meiner Heimatstadt vor Putin mit Mörder-PLakaten zu stellen, genauso anmaßend ist das Fernbleiben von bestimmten "sauberen" Politikern in München vom Staatsempfang. Ich möchte jetzt auch nicht hier als absoluter Putin-Freund abgestempelt werden, doch man sollte die Dinge etwas differenzierter sehen. Dazu gehört ein Blick in die Vergangenheit von Russland, was hat sich seit dem geändert und auch ein Blick in die Zukunft von Deutschland, kann man so mit einem starken Russland umgehen, oder schneidet man sich da eventuell selber ins eigene Fleisch. Meinungsfreiheit hin oder her...

Re: was ich eigentlich sagen wollte...

Verfasst: 14 Okt 2006, 13:47
von barthez
miwka hat geschrieben:Was ich eigentlich meinte ist, dass ich diese ganze Diskussion ein wenig überflüssig, übertrieben und künstlich finde. Eigentlich hatte ich nicht vor, mich daran zu beteiligen, aber irgendwie führt wohl kein Weg mehr vorbei.
Mord ist Mord, das ist klar, es ist schlimm und traurig, aber es macht diesen Mord nicht mehr oder weniger schlimm als andere Morde auch, über die mehr oder weniger berichtet wird. Ich finde es schlimm dass sich dadurch ein ganzer Berufsstand wieder einmal zu Moralaposteln erhebt und mit dem Finger und ihrer Tinte auf mögliche Gegner einer (wie natürlich alle Journalisten) moralisch integeren Vertreterin ihrer Zunft zeigen. Ich finde es schlimm dass ein Thomas Roth, von dem ich bis dahin nicht die schlechteste Meinung hatte, einem Staatsoberhaupt dreimal hintereinander ins Wort fällt, um ihn möglichst zu einer bestimmten Aussage zu drängen. Und ich finde es dumm, sich in meiner Heimatstadt vor Putin mit Mörder-PLakaten zu stellen, genauso anmaßend ist das Fernbleiben von bestimmten "sauberen" Politikern in München vom Staatsempfang. Ich möchte jetzt auch nicht hier als absoluter Putin-Freund abgestempelt werden, doch man sollte die Dinge etwas differenzierter sehen. Dazu gehört ein Blick in die Vergangenheit von Russland, was hat sich seit dem geändert und auch ein Blick in die Zukunft von Deutschland, kann man so mit einem starken Russland umgehen, oder schneidet man sich da eventuell selber ins eigene Fleisch. Meinungsfreiheit hin oder her...
Ok, das hört sich doch schon ganz anderes an und hier stimme ich sogar mit dir überein.

Verfasst: 14 Okt 2006, 14:03
von Xottabych
Kultgrieche hat geschrieben:Derzeit ist die sog. Zivilgesellschaft eine Minderheit in Rusland. Also nicht repräsentativ.
Das habe ich auch nicht behauptet, im Gegenteil.
Ich hab eigentlich keine Lust, nun eine Grundsatzdiskussion über die Relevanz einer Zivilgesellschaft zu führen, zumal diese allseits sogar in internationalen Abkommen anerkannt wurde.

Nur kurz: Ein Staat "funktioniert" in der Praxis oft nicht so, wie er sollte. Stimmt doch, oder? Korrupte Beamte, Gesetze werden nicht eingehalten (z.B. im Bereich des Umweltschutzes), oder die Armee tötet im Kapf gegen Terrorismus Unschuldige etc. (ich rede natürlich nicht nur von Russland). Eine Zivilgesellschaft hilft dabei, diese Missstände zu beheben.

Aber dazu braucht man mutige Menschen, und Politkowskaja war ein solcher Mensch (unabhängig vom Ergebnis ihrer Arbeit). Deshalb ist der Mord an ihr zwar aus dem moralischen Blickwinkel nicht "schlimmer" als andere (das hatten wir doch erst kürzlich), aber er hat eben eine politische Dimension.

Und darum wird er dikutiert, und das ist auch völlig ok.

Re: was ich eigentlich sagen wollte...

Verfasst: 14 Okt 2006, 17:53
von Edik
miwka hat geschrieben:(...)
Das hast du sehr schön gesagt! Könntest doch mal öfter etwas schreiben! :wink:

Diese Moralaposteln, wie ich sie hasse. Und davon gibt es wirklich viel zu viele.

@Waldmeister: Bei anderen Themen gibt es weit aus mehr Fakten. Hier ist doch fast garnichts bekannt oder von dem einen oder anderen Sender in die falsche Richtung interpretiert und im falschen Sinne verarbeitet.

So, und um mich mal wieder etwas zu beruhigen, von diesem ganzen westlichen Belehrungsscheiß, werde ich nächste Woche weder dieses Forum besuchen, noch Nachrichten schauen (wenn die ich das Gesicht von Klaus Kleber oder dieser Slomka sehe!!!), sonst hält meine Psyche dem nicht stand.