Gasprom <-> Weißrussland

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Dave
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Beitrag von Dave »

Dietrich hat geschrieben:
Dave hat geschrieben:Aber wenigstens halten wir an der Atomenergie als Teil der
Energieversorgung fest...
Und wenn es nur ueber Importe von Atomstrom aus dem Rest von Europa ist.....
Ach wass, wir produzieren 40% unserer Energie mit den 5 Kernkraftwerken
und 60% mit Wasserkraftwerken.

Der Import und Export ist rein kaufmännisch zu verstehen: wieso eigene
Energie brauchen, wenn ich meine teurer verkaufen kann, als mich die
fremde kostet... (bezieht sich auf die Energie... :wink: )

Dave
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Hermann Hesse
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Dietrich
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Beitrag von Dietrich »

Ausserdem, wer sagt denn, das Deutschland wirklich am Ausstieg festhaelt.
Vielleicht regiert ja auch in D irgendwann mal wieder (oekonomische) Vernunft und nicht nur Ideologie....
Mysh

Beitrag von Mysh »

http://de.rian.ru/business/20070111/58875126.html :
Kompromisssuche beim Ölstreit: Weißrusslands Premier Sidorski in Moskau eingetroffen

Donnerstag zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Moskau eingetroffen.

Geplant ist sein Treffen mit dem russischen Amtskollegen Michail Fradkow.

Bei einer Sitzung der weißrussischen Regierung am Vortag hatte Sidorski die Hoffnung geäußert, dass bei den Verhandlungen "alle Meinungsdifferenzen und Vorwürfe hinsichtlich der Lieferungen russischen Erdöls in westliche Länder sowie in Bezug auf die Öllieferungen russischer Unternehmen an die weißrussischen Ölraffinerien beseitigt werden".

Weißrussland hatte den Transit russischen Öls nach Europa gestoppt und von der Russischen Föderation Transitzölle in Höhe von 45 Dollar je eine Tonne ab dem 1. Januar 2007 gefordert. Am Mittwoch nahm die weißrussische Seite ihren Beschluss über die Transitzölle zurück.

Sergej Grigorjew, Vizepräsident der russischen Gesellschaft Transneft, teilte am Donnerstagmorgen gegenüber RIA Novosti mit, dass die Lieferungen nach Europa durch die über das Territorium Weißrusslands verlaufende Ölpipeline Druschba in vollem Umfang wiederaufgenommen worden seien.
Bephep

Beitrag von Bephep »

Das Oel laeuft wieder und ich denke das unsere Politiker keine gute Figur gemacht haben.
Der Artikel auf aktuell von Gisbert Mrozek beschreibt die Situation ziemlich gut.
Verlierer ist nicht nur Lukaschenko,ich glaube auch Polen.Denn irgendwem muss ja Belarus die Oelprodukte verkauft haben.

Die Diskussion um die Atomernergie faengt wieder an,Merkel sagt das sie als Kanzlerin wegen der Vereinbarung mit der SPD am Ausstieg festhaelt aber als CDU Vorsitzende den Ausstieg fuer falsch haelt.

Wenn es Nacht ist und kein Wind weht dann ist es nichts mit Sonnen und Windenergie.Dann braucht man Gas,Oel Kohle oder Atom.
Ragnar Schluchtmann

Beitrag von Ragnar Schluchtmann »

da ich mich in letzter Zeit oefter in Weissrussland aufhalte, muss ich mal was dazu sagen.
Die Masse der Leute, mit denen ich mich unterhalte (Zug, Kneipen, Bueros) unterstuezen Lukaschenko und sagen, dass die Wahlen nicht gefaelscht sind.
Lukaschenko wird unterstuetzt.
Um die Bahnhoefe und Flugplaetze ist es weit ordentlicher als in Russland (kommt gleich der Kommentar, dass Gefaengnisse immer gut aufgeraeumt sind).
Was den Oel/Gaspreis angeht, konnte ich noch nicht genau erkennen, ob es sich um eine Preiserhoehung (halte ich fuer niormal) oder um Exportzoll (verstoesst gegen die Zollunion mit Weissrussland) handelt.
Was aber wieder typisch ist, ist Putins Reaktion .. "weiss von nichts, ist Angelegenheit der freien Wirtschaft" .
Mysh

Beitrag von Mysh »

Ragnar Schluchtmann hat geschrieben: Um die Bahnhoefe und Flugplaetze ist es weit ordentlicher als in Russland
Und wie werden diese und andere - nennen wir es mal Sozialleistungen - finanziert?
So was funktioniert halt nur mit ner stabilen Wirtschaft. Und diese kommt (zitiere jetzt der Faulheit mal Wikipedia, habe das jedoch noch in weiteren Quellen gelesen) nun mal nicht von irgendwo, sondern:
Aufgrund sehr guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland (starker Export, verbilligter Rohstoffimport), ist die wirtschaftliche Situation stabil.
Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Weißrussland#Wirtschaft

Ist es denn ein Wunder, dass Russland die Preise erhöht, wenn Weißrussland durch den Weiterverkauf des zum Vorzugspreis erhaltenen Öls saftige Gewinne einfährt?
Zeppelin
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Beitrag von Zeppelin »

Mysh hat geschrieben:... Ist es denn ein Wunder, dass Russland die Preise erhöht, wenn Weißrussland durch den Weiterverkauf des zum Vorzugspreis erhaltenen Öls saftige Gewinne einfährt?
Zumindest für mich ist es das nicht, wie ich ja weiter vorn im Thread schon geschrieben habe.
Irgendwie haben aber beide Seiten Schuld an dem ganzen Problem; und nicht zu knapp.
RUS hat in sofern selbst erhebliche Mitschuld, als es eine politische Mauschelei (um das Wort Bestechung zu vermeiden) begangen und damit den (ich nenne es einfach mal.) Subventionsbetrug durch Weissrussland erst ermöglicht hat.
Ich frage mich nur, wie man so dämlich sein kann, in den Lieferverträgen keine drastische Sanktionsklausel und auch keine klare Zweckbindung der gelieferten Rohstoffe vorsehen. Das ist aber auch nur eine schlecht überprüf- und durchsetzbare Lösung bzw. Vermeidung des Problems.
Selbst bei besten bilateralen Beziehungen hält man sich an die elementarsten kaufmännischen Grundregeln: Lieferung gegen Geld und/oder klar quantifizierbare geldeswerte Leistung. Dann können beide Seiten damit machen, was sie eben wollen/können.
Dazu gehört dann eben im hier konkreten Falle auch eine Garantie Weissrusslands für die Durchleitung der Lieferungen für andere Abnehmer.
(Den Fall der Ausnahme durch Einflüsse 'höherer Gewalt' natürlich inbegriffen.)

So wird es gegenwärtig übrigens zwischen D, PL, BR und RUS im Einsenbahntransportwesen verhandelt. (Leider darf ich die Quellen dazu nicht angeben, da sie noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Aber ich hatte kürzlich den Vertragsentwurf und die Stellungnahmen der jeweiligen Länder dazu in der Hand. Aber das tut ja auch nichts zur Sache.)
Relevant ist hier nur, das RUS auch hier schon wieder versucht, sich eine 'Extrawurst' aus allerlei Sonderkonditionen und Privilegien zu braten, was natürlich absolut indiskutabel ist.
Sollte das Abkommen daran scheitern, das RUS mal wieder die Muskeln spielen lässt, braucht es sich für sein Image weder wundern, noch beschweren.
M.W. hat Weissrussland in diesem Zusammenhang bereits zähneknirschend akzeptiert, dass es seine Nadelörposition besser nicht zu sehr beanspruchen sollte. (Das ist aber nur eine Hausnummer.)

Grüße,
Zeppelin
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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Xottabych
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Beitrag von Xottabych »

Zeppelin hat geschrieben:Relevant ist hier nur, das RUS auch hier schon wieder versucht, sich eine 'Extrawurst' aus allerlei Sonderkonditionen und Privilegien zu braten, was natürlich absolut indiskutabel ist.
Warum soll das inakzeptabel sein? Bei Verhandlungen versucht doch jede Seite, das beste für sich herauszuholen. Ist doch normal.
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Beitrag von Zeppelin »

waldmeister hat geschrieben: Warum soll das inakzeptabel sein? Bei Verhandlungen versucht doch jede Seite, das beste für sich herauszuholen. Ist doch normal.
Versuchen kann man es ja, aber es müssen eben auch die anderen Vertragspartner 'mitspielen'. Das machen die aber nur, wenn sich Aufwand und Gegenleistung die Waage halten.
Bei dem Eisenbahnabkommen ist es aber - grob geschätzt - so, dass eine gemeinsame Gesellschaft als Tochter der beteiligten Eisenbahnen gegründet werden soll, bei der RUS 51% der Anteile bei schlappen 20-26% des eingebrachten Aufwandes für sich beansprucht.
Und da kommen dann halt so Sprüche wie: "Na mal sehen, wie Sie Ihre Lieferverpflichtungen erfüllen, wenn Sie das nicht akzeptieren..."
(gemeint ist natürlich die Anspielung auf Konventionalstrafen)

Mega-Vorausetzungen für eine Aufnahme in die WTO. :twisted:
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Bephep

Beitrag von Bephep »

Russland hat schnell gelernt ,von den Amerikanern,wie man als Wirtschaftsmacht Verhandlungen fuehrt.

Jahrzehnte lang haben U.S amerikanische Gesellschaften mit Ihrer Wirtschaftsmacht Mittel und Suedamerika dominiert.

Jetzt aendert sich in den Laendern die Politik, weg von den USA.

Das haben die Russen wie es aussieht noch nicht begriffen,beide Seiten muessen nach Ende der Gespraeche zufrieden sein.

Das gilt allerdings nicht fuer Belarus,die haben so viele Vorteile, auch finanzielle, von RU gehabt.Und sich masslos selbst ueberschaetzt.Man beisst die Hand nicht die fuettert,den Spruch haette Lukaschanko beherzigen sollen.
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