Seite 7 von 8
Verfasst: 04 Feb 2007, 22:10
von Axel Henrich
MpaK hat geschrieben: По словам Кудрина, бюджет в состоянии обеспечить выполнение обязательств по выплате этих пособий, начиная с 2010 года, так как "мы ежегодно нарастаем по объему доходов". Для этого не потребуется "распечатывать" Стибилизационный фонд, уточнил он, "денег на эту программу хватит".
Ok, die "Problematik" bestand ja so aehnlich auch hier in Deutschland ueber den Jahreswechsel mit dem Elterngeld, rueckwirkend ist nicht ...
Folgende Regel finde ich aber etwas ungewoehnlich:
Воспользоваться деньгами женщины смогут только по достижении ребенком трехлетнего возраста.
Der Hintergrund dazu wuerde mich mal interessieren ..., ich konnte nix finden.
-ah-
Verfasst: 05 Feb 2007, 10:00
von Dietrich
Axel Henrich hat geschrieben:
Folgende Regel finde ich aber etwas ungewoehnlich:
Воспользоваться деньгами женщины смогут только по достижении ребенком трехлетнего возраста.
Der Hintergrund dazu wuerde mich mal interessieren ..., ich konnte nix finden.
Damit das Geld nicht gleich verprasst und das Kind dann ins Heim abgeschoben wird. Denn vielleicht ist die Chance groesser, dass man das Kind schon ein wenig liebgewonnen hat in den ersten drei Jahren. Bzw. das die, die nur auf das Geld aus sind, eh nicht so lange durchhalten.
Verfasst: 05 Feb 2007, 14:15
von MpaK
Dietrich hat geschrieben:Axel Henrich hat geschrieben:
Folgende Regel finde ich aber etwas ungewoehnlich:
Воспользоваться деньгами женщины смогут только по достижении ребенком трехлетнего возраста.
Der Hintergrund dazu wuerde mich mal interessieren ..., ich konnte nix finden.
Damit das Geld nicht gleich verprasst und das Kind dann ins Heim abgeschoben wird. Denn vielleicht ist die Chance groesser, dass man das Kind schon ein wenig liebgewonnen hat in den ersten drei Jahren. Bzw. das die, die nur auf das Geld aus sind, eh nicht so lange durchhalten.
Ich bin mit Dietrich einverstanden. Obwohl es vielleicht zu hart klingt, dass man eigene Kinder liebgewinnen muss, ist diese dreijährige Frist ein staatlicher Mechanismus zur Selbstsicherung. Eine sofortige Auszahlung des Muttergeldes könnte einige Frauen (Familien) dazu bewegen so mehr wie möglich Kinder in die Welt zu setzen und diese dann in die Heime abzugeben, wobei die Verantwortung weider auf den Staat übertragen worden wäre. Meiner Meinung nach ist diese Frist auf dieser Einführungsetappe des Mutterkapitals auch dafür notwendig, dass das Budget nicht zu belastet wird, wie der Finanzminister andeutete, und zum anderen damit man auch bessere Übersicht für die Plannung der zukünftigen Budgets hat. Denn aufgrund der vorhandenen Geburtsstatistik kann man leicht feststellen wieviel Geld man demnächst Auszahlen muss. Das sind meine subkjektiven Gedanken, die ich leider mit keiner anderen Quelle bestätigen kann.
Verfasst: 05 Feb 2007, 16:24
von Zeppelin
Gleichwohl möchte ich auf die - für mich - nachvollziehbaren Argumente in dem Artikel aus der Berliner Zeitung verweisen.
Eine ganz wesentliche Frage in der Familieförderung ist nun einmal die Verfügbarkeit eines halbwegs angesessenen Wohnraums und die enge Zweckbindung des Fördergeldes stellt ja u.a. auch darauf ab.
Das finde ich auch völlig in Ordnung.
Doch in dem Artikel weisen ja die Interviewpartner genau darauf hin, dass es herzlich wenig bringt, diesen Wohnraumzuschuss erst nach drei Jahren zu gewähren.
Es mögen ja viel kaum glauben, aber es soll doch tatsächlich eine große Mehrheit verantwortungsvoller Eltern in RUS geben, denen es in aller erster Linie nur darum geht, ihren Kindern eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen und dabei eben auch das erforderliche Einkommen zu erarbeiten.
Daher eben auch die Hinweise auf ausreichend (erreichbare) Kitaplätze - wie sie ja offenbar in Moskau geschaffen werden sollen (lt. Zeitungsbericht von Frau Tichomirowa).
Ferner bestünde durchaus die Möglichkeit der Rückforderung der ausgereichten Fördermittel, sofern sich später zeigen sollte, dass diese nur zeitweilig zweckgebunden verwendet wurden.
Die Debatte haben wir doch hier in D mit dem Kindergeld und inzwischen mit dem Elterngeld auch. Klar gibt es dabei Missbrauch, aber dies nur durch eine verschwindende Minderheit. Wer schafft sich schon Kinder an, um mehr Kindergeld zu bekommen? Aber ohne das Kindergeld würden sich viele Familien zwangsläufig dazu entscheiden müssen, keine (weiteren) in die Welt zu setzen, weil die Einkommen es einfach nicht erlauben.
Wenn es einem Staat halt ernst damit ist - und nicht nur ein fragwürdiges Versprechen kurz vor einer bevorstehenden Präsidentschaftswahl - familien- und bevolkerungspolitisch etwas zu tun, dann sollte er dies auch praktikabel gestalten.
Gar so übel kann es um die rusischen Staatsfinanzen einerseits nicht bestellt sein und andererseits muss die Finanzierbarkeit politischer Programme im Vorfeld geklärt werden.
Zeppelin
Verfasst: 05 Feb 2007, 16:57
von Dietrich
Ganz davon abgesehen, dass die 7000 Euro zur Zeit vielleicht gerade mal fuer 2qm Wohnflaeche am Stadtrand reichen....
Aber ich fand es in diesem Bericht schon witzig, wie sich die Eltern beschweren, dass sie das Geld erst in 3 Jahren bekommen, um dann aus ihrer 3-Zimmer-Wohnung(!!!) in was Groesseres zu ziehen.
Eine Freundin meiner Frau lebt in einer 2-Zimmer-Wohnung. In ihrem Zimmer lebt noch eine Famile mit einer 5-jaehrigen Tochter. Im anderen Zimmer drei andere Leute......
Die wuerde fuer 3 Zimmer ihre Mutter verkaufen!
Verfasst: 05 Feb 2007, 18:28
von Axel Henrich
Воспользоваться деньгами женщины смогут только по достижении ребенком трехлетнего возраста.
Dietrich hat geschrieben:Damit das Geld nicht gleich verprasst und das Kind dann ins Heim abgeschoben wird.
Ok, ist (d)eine Meinung, aber ich glaube ein Staat denkt in groesseren Dimensionen ...
Zumal man das selbe, oder gar bessere, weil Praxisgerechtere, Ergebniss haette, wenn man die Auszahlung staffeln wuerde. Also so wie eine Anschubfinanzierung fuer die jeweilige Situation - Geburt/Aussteuer/evtl. Sondernahrung, Krippe etc.
Und fuer die anderen beiden Sachen kann man ja den Missbrauch insofern schon unterbinden, indem man die Mittel fuer Bildung und die Rentenanwartschaft Bargeldlos regelt.
Ist schon alles ein bischen sesam, selbst - fuer russ. Verhaeltnisse gesehen - die Hoehe der Summe ...
-ah-
Verfasst: 05 Feb 2007, 18:28
von Axel Henrich
MpaK hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist diese Frist auf dieser Einführungsetappe des Mutterkapitals auch dafür notwendig, dass das Budget nicht zu belastet wird, wie der Finanzminister andeutete, und zum anderen damit man auch bessere Übersicht für die Plannung der zukünftigen Budgets hat. Denn aufgrund der vorhandenen Geburtsstatistik kann man leicht feststellen wieviel Geld man demnächst Auszahlen muss.
Da der Beginn dieser Aktion bereits terminiert ist, wirft das jede Statistik ueber den Haufen. Die Geburtenzahlen werden momentan zurueckgehen, um dann ab 2010 ...
-ah-
Verfasst: 05 Feb 2007, 19:00
von harald63
Axel Henrich hat geschrieben:MpaK hat geschrieben:Meiner Meinung nach ist diese Frist auf dieser Einführungsetappe des Mutterkapitals auch dafür notwendig, dass das Budget nicht zu belastet wird, wie der Finanzminister andeutete, und zum anderen damit man auch bessere Übersicht für die Plannung der zukünftigen Budgets hat. Denn aufgrund der vorhandenen Geburtsstatistik kann man leicht feststellen wieviel Geld man demnächst Auszahlen muss.
Da der Beginn dieser Aktion bereits terminiert ist, wirft das jede Statistik ueber den Haufen. Die Geburtenzahlen werden momentan zurueckgehen, um dann ab 2010 ...
-ah-
Wieso? Wenn die Leute 2010 kassieren wollen, müssen sie jetzt die Kinder kriegen.
Ich stimme aber mit dem allgemeinen Tenor überein: Die Entscheidung für oder gegen ein Kind ist vor allem eine Frage der Infrastruktur. In Russland scheint das zuallererst einmal Wohnraum zu sein. Dann wohl auch Kindergartenplätze. Und was ich so von Bekannten, die nicht in der Großstadt wohnen und nicht zur Mittel-oder Oberschicht gehören, über Kinderärzte/-kliniken so höre, macht einem Angst davor, mit einem kranken Kind auf sowas angewiesen zu sein...
Verfasst: 05 Feb 2007, 19:02
von Zeppelin
Dietrich hat geschrieben:Ganz davon abgesehen, dass die 7000 Euro zur Zeit vielleicht gerade mal fuer 2qm Wohnflaeche am Stadtrand reichen....
Aber ich fand es in diesem Bericht schon witzig, wie sich die Eltern beschweren, dass sie das Geld erst in 3 Jahren bekommen, um dann aus ihrer 3-Zimmer-Wohnung(!!!) in was Groesseres zu ziehen.
Eine Freundin meiner Frau lebt in einer 2-Zimmer-Wohnung. In ihrem Zimmer lebt noch eine Famile mit einer 5-jaehrigen Tochter. Im anderen Zimmer drei andere Leute......
Die wuerde fuer 3 Zimmer ihre Mutter verkaufen!
Ich habe auch mal gehört von jemandem der gehört hat, der gehört hat...
Verstehe ich richtig, dass Du den Wusch nach angemessenem Wohnraum als illiegitim betrachtest?
Verfasst: 05 Feb 2007, 19:06
von Zeppelin
harald63 hat geschrieben:...
Und was ich so von Bekannten, die nicht in der Großstadt wohnen und nicht zur Mittel-oder Oberschicht gehören, über Kinderärzte/-kliniken so höre, macht einem Angst davor, mit einem kranken Kind auf sowas angewiesen zu sein...
Und genau das ist auch meine ganz persönliche Erfahrung aus dem Kreise von Familie und Freunden in RUS.