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Re: Investitionsklima am Beispiel Sedelmayer

Verfasst: 16 Mär 2015, 22:53
von klaupe
tecis hat geschrieben:In welcher Branche bist du taetig? Unternehmer, Selbst., Angesteller?.
Ist bei NSA und ФСБ hinreichend bekannt.
Zu Europa: Den Lebensstandard einer Region mit aus Schulden finanziertem Sozialsystem zu verschiedenen Regionen ohne Sozialsystem (und entsprechend uneinbringlichen Schulden) zu vergleichen, finde ich etwas schwierig.
Schwierig ist es, die makroökonomischen Zusammenhänge mit ein paar Sätzen zu erklären. Aber auch mit gepumptem Geld kann man stramm verdienen, wenn man es klug einsetzt. In D hat das unter dem Strich seit 1945 sehr gut geklappt und sogar große Krisen überlebt. Die Griechen z.B. haben das geliehene Geld eher verplempert und stehen nun schlimm da.
Zu Russland: Ja, die Betriebsleiter werden dann sicher Chinesen, Taiwanesen oder Koreaner sein und die sind nicht halb so nett wie die deutschen (dazu passend meine Einlassung zum Thema Mittelstand).
Ich kann mich über die Schlitzaugen nicht beschweren. An Freundlichkeit/Höflichkeit überbieten sie und oft. Man muss allerdings die etwas andere Denkweise verstehen, sonst knirscht es bald im Getriebe.
Zu notleidend: Das kommt sicher immer auf die Branche an. Tatsache ist, dass viele Branchen und entsprechende Arbeitsplaetze in Europa einfach nicht mehr bestehen werden, zudem ist die Steuerbelastung des Mittelstands jenseits von gut und boese.
Die Steuerbelastung finde ich nicht mal so dramatisch. Immerhin fördert die staatlich finanzierte Infrastruktur auch die Produktionsmöglichkeiten. Schlimm ist allenfalls, dass die Großverdiener trickreich das Geld am Fiskus vorbei schleusen können. das landet dann in Ländern/Steuerparadiesen, in denen sie niemals so effektiv produzieren könnten
In RU ins Geschaeft zu kommen scheint auch nicht so leicht zu sein, einfach weil es dort diese Konsenskultur im Geschaeftsleben wie bei uns (leben und leben lassen) offenbar nicht gibt.
Das kann ich nicht kompetent beurteilen. Aber trotz günstiger Steuersätze wollte ich dort nicht investieren und produzieren. Schon das raffinierte System wettbewerbswidriger Absprachen zum gegenseitigen Nutzen passt nicht in meinen Kopf.
Bild

Re: Investitionsklima am Beispiel Sedelmayer

Verfasst: 18 Mär 2015, 01:39
von tecis
Zu NSA: Etwas genauer waere besser, Schwafeleien aller Art sind so gar nicht meins.PN geht auch.

Zu Europa: Wenn einfache Dinge mit vielen Worten erklaert werden muessen, ist das eindeutig ein Zeichen von Mittelmaessigkeit. Soll von J.W. von Goethe sein. Du vermischst da schuldenbasierte Privatwirtschaft (dein Bezug) und oeffentliche Schuldengelder (mein Bezug) bzw. Wirtschaftszweige, die ohne oeffentliche Gelder (welche beim Steuerzahler zwangsweise nebst permanenter Staatsaufschuldung entnommen werden) nie existieren wuerden.

Das Ding mit Griechenland (Spanien, Portugal) und dem dortig zwangslaeufig der EUR-Einfuehrung folgendem Desaster ist ganz simpel erklaerbar:

1. Die hatten vor EUR-Einfuehrung keine richtige Industrie
2. Die hatten ploetzlich keine Abwertungsmoeglichkeit ihrer Waehrung, um die schwindende Wettbewerbsfaehigkeit ihrer Industrie abzufangen
3. Die hatten erstmals niedrige bzw. negative Realzinssaetze (nach Abzug tatsaechlicher Inflation)
4. Die hatten erstmals unlimitierte Aufschuldungsmoeglichkeit, staatlich wie privat
5. Die hatten keine Verantwortung auf privater und staatlicher Ebene zu tragen.

Mit der Situation in WEST-DE nach 1945 ist das null Vergleichbar.

Zu Russland: Ja, das sehe ich genau so.

Zu notleidend: Die Infrastruktur im Westen broeckelt ueberall, Schiersteiner Bruecke zu Mainz war der Gipfel. Der Mittelstand zahlt in der Regel 50 % Abgaben + Mwst.. Wo bleibt das Geld?

Zu RU + ins Geschaeft kommen: Meine Kontakte beziehen sich auf RU-Businessmen im Ausland. Summa summarum eine einzige Katastrophe, nur Gemache und Getue und riesen Selbstdarstellung (inkl. Transportmittel), aber kein Ergebnis.

Re: Investitionsklima am Beispiel Sedelmayer

Verfasst: 18 Mär 2015, 11:38
von klaupe
tecis hat geschrieben:Zu Russland: Ja, das sehe ich genau so.
... und alles Andere weicht nun doch zu sehr vom Thema ab, dass es in einen anderen Thread gehört.
Mea culpa, denn ich habe ja auch mit den Ausschweifungen angefangen. :?

Re: Investitionsklima am Beispiel Sedelmayer

Verfasst: 19 Mär 2015, 03:52
von GIN
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Re: Investitionsklima am Beispiel Sedelmayer

Verfasst: 19 Mär 2015, 03:59
von GIN
klaupe hat geschrieben:
GIN hat geschrieben:Schweden, Dänen, deutschsprachige Juden, erfoglreiche Letten, Esten . Schweizer usw wurden in RUssland schnell auch mal als "Deutsche" bezeichnet.
Bei Skandinaviern weiß ich es nicht so genau, aber sicherlich auch Österreich und das war damals zeitweise ein Weltreich.
Ob 80% der Wirtschaft in RUssland in deutscher Hand war bezweifele ich, denke aber das in St Petersburg und Moskau so war.
Die Rechnung kann aufgehen, denn was gab es damals noch für bedeutende Wirtschaftszentren? Da wird es bald dünn und man muss die Deutschen nicht mehr so dick säen, um die Statistik passend zu machen. Ist aber eigentlich auch egal, da heutzutage irrelevant.
Da kommen auch jede Menge Investitionen vom Erzfeind, nicht nur McDoof und Cola, im Gas-/Ölgeschäft haben die leider auch noch die Finger drin.

Die Zukunft wird vermutlich den Ostasiaten gehören und die sehe ich schon bis an die Westgrenze vorrücken. Man merkt es nur nicht so, weil die nicht bei jeder Investition und Übernahme ein Mordsspektakel machen.

In Baku, Kiew, Minsk, Archangelsk, Wladiwostok wurde auch noch viel Geld gemacht. Die Akkumulierung von Geld auf ein Zentrum war nicht so massiv wie zur jetzigen Zeit der Oligopole.