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Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 15:42
von Berlino10
Admix hat geschrieben:Unterstützen (vor allem finanziell) und der Wunsch des Einverleibens sind halt zwei verschiedene Paar Schuhe ... :twisted:
http://www.heute.de/zdf-politbarometer- ... 18930.html

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich gegen eine stärkere Einmischung der EU in den Machtkampf in der Ukraine aus. Das hat das Politbarometer ergeben. Ebenso klar wird eine finanzielle Unterstützung des Landes abgelehnt.

59 Prozent sind dagegen, dass sich die Europäische Union in der Ukraine, wo es massive Proteste der Opposition gegen den pro-russischen Präsidenten gibt, stärker einmischt (dafür: 36 Prozent; weiß nicht: fünf Prozent). Genauso klar wird eine finanzielle Unterstützung des Landes abgelehnt (60 Prozent). Nur 33 Prozent sind für Finanzhilfen der EU, um damit die Abhängigkeit der Ukraine von Russland zu verringern (weiß nicht: sieben Prozent).

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 17:30
von Tuersteher Ivan
Berlino10 hat geschrieben: Nur 33 Prozent sind für Finanzhilfen der EU, um damit die Abhängigkeit der Ukraine von Russland zu verringern (weiß nicht: sieben Prozent).
"NUR" :shock: ? Ein Drittel der Deutschen. Wahnsinn!!!

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 19:19
von zimdriver
Admix hat geschrieben:Unterstützen (vor allem finanziell) und der Wunsch des Einverleibens sind halt zwei verschiedene Paar Schuhe ... :twisted:
... allen Transatlantikern zum Trotz:
Glaubt wer noch, dass das Engagement Europas und der USA für die Opposition in der Ukraine nur um der Demokratie willen, uneigennützig geschieht?
Die Ukraine wird ganz sicher nicht von Russland "einverleibt".
Die Ukraine wird auch nicht von der EU "einverleibt", so gerne der gemeine Ukrainer dies auch gerne hätte.
Es geht um Einflusssphären, sicherlich. Welche Richtung für die Ukraine selbst, für das ukrainische Volk selbst die bessere ist, kann ich nur vermuten.
Was bliebe übrig, wenn die Ukraine ein Assoziierungsabkommen unterschriebe? Die allmähliche Annäherung an die EU, richtig.
Was heisst das real?
Ich denke, in erster Linie
- ein neuer Absatzmarkt für Europa
- phantastische Möglichkeiten für jene Landwirte, die es in den vergangenen 20 Jahren nicht bis dahin geschafft haben
- Arbeitslosigkeit wegen mangelnder Konkurrenzfähigkeit ukrainischer Industrieproduktion

Die Diskussion um freizügige Rumänen/ Bulgaren läuft ja eben in Europa. Schon vergessen, welche Panik herrschte, als Polen freizügig wurde?
Die EU hat gerade ein Verfahren gegen das Neu- Mitglied Kroatien eröffnet wegen Verletzung der Haushaltsregeln.
Was im Baltikum abgeht, kann jeder sehen, der als Tourist dahin fährt.

Was also erwarten die Ukrainer? Visafrei bis Hawai? Blühende Landschaften? Schade wär's. Ich bin überzeugt, dass die Ukraine wesentlich besser zu einem eurasischen Wirtschaftsraum passen würde, als Gegengewicht zur EU, zu China und zu USA.

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 19:34
von Tuersteher Ivan
zimdriver hat geschrieben:Ich bin überzeugt, dass die Ukraine wesentlich besser zu einem eurasischen Wirtschaftsraum passen würde, als Gegengewicht zur EU, zu China und zu USA.
Mein Traum waere es gar keine "Gegengewichte" zu errichten.

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 19:46
von zimdriver
Da hast du wohl sehr Recht. Nur ganz ohne Allianzen wird es auch im Osten nicht gehen. Spanien oder Polen ohne die EU wären wohl auch nicht ganz so bedeutend ... Deshalb sehe ich die Bildung von Allianzen positiv. Ich wünschte, die Idee der euraischen Union würde nicht von vornherein verteufelt werden, weil sie aus Russland kam.

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 20:11
von Berlino10
Ich denke, viele versprechen sich, europäische Werte wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Rechtssicherheit in der europäischen Ausrichtung besser umsetzen zu können.
Ebenso viele glauben an EU-Wohlstand für die Ukraine ... scheinbar sehen die keine Berichte über Süd-Europa ...

Langfristig mag es erfolgreich sein, die Ukraine Richtung EU zu modernisieren, insbesondere für den Westen, der ohnehin fast nichts zu verlieren hat.
Für die Industrie des Ostens bedeutete es das Aus, Absatzmärkte gibt es keine in der EU.
Der Westen würde auf Kosten des Ostens aufholen.

Hängt sich die Ukraine wie Russland in den 90ern an IWF-Kredite, ist ihre Selbstbestimmung um,
das würde nur zu sozialen Verwerfungen führen, die diese Ausrichtung nicht überleben würde.
Der Westen selbst ist aus Eigennutz rein geopolitisch interessiert und an der Ukraine als Absatzmarkt.
Sie bekommen die Kredite, um West-Waren zu importieren, exportieren können sie nichts,
die Verschuldung steigt und die Abhängigkeit vom Westen.

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 22:46
von GIN
Berlino10 hat geschrieben:Ich denke, viele versprechen sich, europäische Werte wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Rechtssicherheit in der europäischen Ausrichtung besser umsetzen zu können.
Ebenso viele glauben an EU-Wohlstand für die Ukraine ... scheinbar sehen die keine Berichte über Süd-Europa ...

Langfristig mag es erfolgreich sein, die Ukraine Richtung EU zu modernisieren, insbesondere für den Westen, der ohnehin fast nichts zu verlieren hat.
Für die Industrie des Ostens bedeutete es das Aus, Absatzmärkte gibt es keine in der EU.
Der Westen würde auf Kosten des Ostens aufholen.

Hängt sich die Ukraine wie Russland in den 90ern an IWF-Kredite, ist ihre Selbstbestimmung um,
das würde nur zu sozialen Verwerfungen führen, die diese Ausrichtung nicht überleben würde.
Der Westen selbst ist aus Eigennutz rein geopolitisch interessiert und an der Ukraine als Absatzmarkt.
Sie bekommen die Kredite, um West-Waren zu importieren, exportieren können sie nichts,
die Verschuldung steigt und die Abhängigkeit vom Westen.
Ich denke, viele versprechen sich, europäische Werte wie Demokratie, Freiheit, Menschenrechte, Rechtssicherheit in der europäischen Ausrichtung besser umsetzen zu können.
Und hier haben sie wohl auch Recht.
Hängt sich die Ukraine wie Russland in den 90ern an IWF-Kredite, ist ihre Selbstbestimmung um,
das würde nur zu sozialen Verwerfungen führen, die diese Ausrichtung nicht überleben würde.
Ich darf erinnern das die "Orangen" zwischen 2005 und 2009 die Staatsverschuldung in solche Höhen geworfen haben, so dass 2008 der IWF gerufen werden musste nach nur 2 Monate Krise. Die Ukraine war Januar 2009 pleite. Der IWF und die Europäische Entwicklungsbank sendete Geld unter Auflagen wie Gaspreise erhöhen für Endverbraucher, Währung abwerten und Grenzen öffnen für ausländische Waren. Die ehemalige Ministerpräsidentin die diesen Saustall nicht von ihren Vorgängern geerbt hatte musste die Bedingungen teilweise erfüllen. Sie schloss aber auch einen Vertrag mit Russland ab und beendete den Gaskrieg mit Russland 2009. Passte dem ehemaligen Präsidenten nicht. Daraufhin hat der ehemalige Präsident den Geheimdienst beauftragt Ermittlungen gegen die Timoschenko einzuleiten und blockierte wohl aus Trotz die ganzen Vorhaben der Timoschenko. Die Ukraine war zwischen 2009 und 2011 lahmgelegt durch diesen Streit zwischen einer Korrupten Oligarchin und einem neoliberalen Nationalisten.
2011 ist Janukowitsch an die Macht gekommen, der ehemalige Präsident (eine Orange) hat nicht einmal 10% der Stimmen bekommen. Seine neoliberalen und nationalistischen Ideen wurden vom Volk abgestraft.
Kurze Zeit später hat das Bündnis um Janukowitsch auch die Parlamentswahlen gewonnen. Janukowitsch hat immer gesagt das er die Bedingungen des IWF und der Europäischen Entwicklungsbank nicht einhalten wird. Die Zusagen die von der Timoschenko an den IWF und der Europäischen Entwicklungsbank gegeben wurde sind zurückgenommen worden. Deshalb hat er weder die IWF noch die Europäische Entwicklungsbank als Freund. Er denkt auch nicht an Rückzahlung der Hilfen.
Er kann den Menschen keine höheren Strom- und Gaspreise durchgeben. so der Janukowitsch. Die Ukraine ist seit dieser Zeit von weiteren Hilfen abgeschnitten. Der Janukowitsch war gezwungen von Russland Geld zu bekommen und beendete die NATO-Träume einer Timoschenko für sehr viel Geld aus Moskau. Natürlich reicht das Geld für die Schwarzmeerflotte aus Moskau nicht und der Staat musste die Steuern für die Endverbrauchen erhöhen.
Seit 2012 bezieht die Ukraine auch Geld von amerikanischen HFonds zu sehr hohen Zinsen. Mit ein!wenig Googeln findet ihr das schon. Das machen momentan sehr viele Staaten die vom Markt abgeschnitten sind. Diese Schattenbanken gehen also davon aus das die Ukraine irgendwie Geld bekommt. Russland ist wieder gekommen und kauft diesen Schattenbanken ihre Anleihen indirekt ab, stimmt also die momentane Vermutung. Jetzt aber fliesst erst einmal kein Geld aus Moskau und es ist nur eine Frage der Zeit das die Ukraine keine Gasrechnungen mehr zahlen kann und es zum neuen KOnflikt mit Moskau kommt. Den ich denke nach dieser Message aus Moskau (Kein Geld ohne Regierung) wird auch keine Schattenbank mehr Geld an die Ukraine geben. Von der EU erwarten diese Schattenbanken keine Kohle, die sind ja faktisch pleite und mit sich selber beschäftigt.

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 22:57
von Berlino10
http://www.zeit.de/politik/ausland/2014 ... 3#comments

Behauptung:

Putin-Berater ruft zur Niederschlagung der ukrainischen Proteste auf
Ein Vertrauter des russischen Präsidenten fordert harte Schritte gegen die Demonstranten in Kiew. Um das Chaos im Land zu beenden, müsse die Rebellion vernichtet werden.

Wahrheit:
Sergei Glasjew (!), wissenschaftlicher Berater in Wirtschaftsfragen, Putschist gegen Jelzin, Ex-Duma-Abgeordneter der Kommunisten, Rodina:
http://pravosudovs.livejournal.com/18567.html
Можно ли сейчас спрогнозировать дальнейшее развитие ситуации на Украине? В какую сторону качнется маятник?

Это будет зависеть от президента Украины. Он сейчас находится в обстановке ползучего переворота, и поскольку он является гарантом Конституции, безопасности и целостности Украины, то у президента нет выбора. Либо он защищает украинскую государственность и подавляет мятеж, спровоцированный и финансируемый внешними силами, либо он рискует потерять власть, и тогда Украину ждет нарастающий хаос и внутренний конфликт, из которого не видно выхода.

Die weitere Entwicklung hänge vom ukrainischen Präsidenten ab, betonte Glasjew. “Entweder er schützt die ukrainische Staatlichkeit und schlägt die von äußeren Kräften provozierte und finanzierte Meuterei nieder, oder er riskiert, die Macht zu verlieren. In dem Fall erwarten die Ukraine zunehmendes Chaos und innerer Konflikt, dessen Ende nicht in Sicht ist.“

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 23:20
von GIN
Twitter...

Dmitry Rogozin ‏@Rogozin 14 Std.
В Мюнхене госсекретарь США Керри обсудит ситуацию на Украине с боксёром Кличко и певицей Русланой. Цирк. А нацика Тягнибока что ж не взяли?

XAXAXA :lol:





Віталій Кличко @Vitaliy_Klychko

Призываю каждого из вас включиться в защиту мирных людей - организовать патрулирование улиц, чтобы защитить жителей Киева от титушек.


3:22 PM - 31 Jan 2014

So hat es in Syrien auch angefangen

Re: "Demokratischer Aufstand" in der Ukraine

Verfasst: 31 Jan 2014, 23:41
von Berlino10
GIN hat geschrieben: Ich darf erinnern das die "Orangen" zwischen 2005 und 2009 die Staatsverschuldung in solche Höhen geworfen haben, so dass 2008 der IWF gerufen werden musste nach nur 2 Monate Krise.
danke für die Infos.

Hier ein mMn sehr treffender Artikel - Von Stefan Korinth
Der Großteil der deutschen Medienlandschaft berichtet seit Ende November nahezu unverändert oberflächlich und erschreckend einseitig über die Lage in der Ukraine.
Die Bilder gleichen sich. Junge Männer mit Helmen und Sturmhauben posieren vor einer Barrikade in der Kiewer Innenstadt. Die Berichte zu den Bildern bleiben ebenfalls austauschbar. Viele deutsche Journalisten begnügen sich damit, die Lage im Stadtzentrum zu schildern und den Forderungskatalog der Oppositionspolitiker vorzutragen. Darüber hinaus mangelt es dem hiesigen Qualitätsjournalismus zum Thema Ukraine jedoch an Inhalten, Erklärungen, Zusammenhängen – kurz an Recherche. Viele wichtige Fragen werden gar nicht erst gestellt. Nur an persönlichen Meinungen der Korrespondenten mangelt es selten. ....
http://www.nachdenkseiten.de/?p=20542#foot_13