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Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 22 Feb 2015, 18:09
von Berlino10
Berlino10 hat geschrieben:
CSB_Wolf hat geschrieben: Läuft so etwas mit gekreuzigten Kinder tatsächlich im Russischem TV ?
Im TV nicht, aber bei vk.com ... passiert das schon mal

Bild

Da wird ein amerikanischer Porno-Star Sasha Grey zur Krankenschwester Саша Серова gemacht, die vom Asow massakriert wurde :lol:

Peinlich peinlich .. für die russischen Propagandisten
Помощь Донбассу | Помощь жертвам карателей

Das lässt der SPIEGEL, SZ, ... nicht ungenutzt über den "Propaganda-Apparat der Separatisten" herzuziehen, auch wenn die private Russische Gruppe nur 990 Mitglieder hat ...
ebenso peinlich peinlich ..
Mittlerweile kam sogar raus, dass die Meldung nicht nur nicht vom "Propaganda-Apparat der Separatisten" kam, sondern überhaupt nicht von "den Separatisten" kam.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Separatisten mit dem Bild von Sasha Grey Propaganda betreiben. Es ist jedoch unklar, wer tatsächlich hinter "Hilfe für Donbass" steckt. Wir haben den Artikel entsprechend geändert.

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 22 Feb 2015, 23:41
von Dietrich
Berlino10 hat geschrieben:Mittlerweile kam sogar raus, dass die Meldung nicht nur nicht vom "Propaganda-Apparat der Separatisten" kam, sondern überhaupt nicht von "den Separatisten" kam.
Es ist jedoch unklar, wer tatsächlich hinter "Hilfe für Donbass" steckt.

Der eklatante Unterschied zwischen "überhaupt nicht von den Separatisten kam" und "es ist jedoch unklar" ist dir schon bewusst, oder?

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 02:03
von Berlino10
Es hat sich herausgestellt, dass es ein einzelner Post in einer vk-Gruppe war, der,
wie bei Facebook-Gruppen oder hier im Forum auch, von jedem x-beliebigem Einzelnen ausgeführt werden kann.
Ungefähr so seriös und relevant, wie wenn Istwestija auf der Titelseite klaupes Kommentare hier dem EU-Propaganda-Apparat zuschreibt.

Es ist ein weiterer Beleg dafür, das transatlantische Kampfblatt SPIEGEL seine Gefechte alleine austragen zu lassen,
als Informationsquelle werde ich das sicher nicht mal mehr mit Vorsicht nutzen ...

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 12:00
von Dietrich
Berlino10 hat geschrieben:Es hat sich herausgestellt, dass es ein einzelner Post in einer vk-Gruppe war, der,
wie bei Facebook-Gruppen oder hier im Forum auch, von jedem x-beliebigem Einzelnen ausgeführt werden kann.
Ungefähr so seriös und relevant, wie wenn Istwestija auf der Titelseite klaupes Kommentare hier dem EU-Propaganda-Apparat zuschreibt.
Es ist ein weiterer Beleg dafür, das transatlantische Kampfblatt SPIEGEL seine Gefechte alleine austragen zu lassen,
als Informationsquelle werde ich das sicher nicht mal mehr mit Vorsicht nutzen ...
Mag ja alles sein, geht aber komplett an meiner Aussage vorbei.
Mal ein Beispiel, damit du es vielleicht kapierst:
Ein Unfall passiert. Meinetwegen Wildunfall oder so. Es findet sich ein Zeuge, der sagt, es sei ein blaues Auto gewesen.
Als sich dann herausstellt, dass der Zeuge doch nichts gesehen hat, heißt es plötzlich
"Ein blaues Auto war es also garantiert nicht!"

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 12:40
von Berlino10
:lol: wer als Journalist, als Nachrichten-Magazin Behauptungen aufstellt, hat zu recherchieren ... Beweise vorzulegen ...
geht es um anti-russische Propaganda, gelten die Basis-Gesetze des Journalismus offenbar nichts mehr.
Diesmal habe ich dem SPIEGEL nochmal geglaubt gehabt, und bin selbst über die Separatisten hergefallen ...
das muss man offensichtlich künftig unterlassen ... SPIEGEL & Co. kann man einfach nichts mehr glauben ...

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 13:27
von Dietrich
Das mit den Recherchen stimmt schon, da gebe ich dir recht.
Was natürlich deine Umkehrlogik "es waren garantiert nicht die Separatisten" trotzdem nicht richtiger macht....

Ansonsten glaubst du am Besten RT und Sputnik und so.... die Recherchieren bestimmt alles ganz genau ;-)

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 14:40
von Berlino10
Warum glaubst du eigentlich, man müsste in einem Krieg, Auseinandersetzung, Politik, sich immer für eine Seite entscheiden?
Zum Glück lebe ich nicht in der Ukraine, wo das vielleicht nötig ist, sich für eine Verbrecherseite zu entscheiden ...

Und die Systemfrage würde ich ja (noch) pro Westen entscheiden ;)
allerdings hatten wir mal ein bessere, freie, unabhängige und gute Presse, RUS wohl nie so richtig,...
das wird man ja noch mal beweinen dürfen ... unseren Abstieg

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 20:13
von klaupe
Berlino10 hat geschrieben: :lol: wer als Journalist, als Nachrichten-Magazin Behauptungen aufstellt, hat zu recherchieren ... Beweise vorzulegen ...
geht es um anti-russische Propaganda, gelten die Basis-Gesetze des Journalismus offenbar nichts mehr.
Ist das nicht ein Bisschen hoch gegriffen?
Vielleicht gilt das in Russland, aber den Lachkrampf will ich mir jetzt sparen.

Nach allgemeiner Definition hat der Journalist zu berichten und "Öffentlichkeit herzustellen". Wie er an seine Informationen kommt, ob eigene Recherche vor Ort oder via Agenturen, Berichte, Interviews usw. bleibt ihm überlassen. Er ist nicht einmal verpflichtet, die Wahrheit zu ermitteln, falls das überhaupt möglich wäre.
Der Presserat überwacht die Unabhängigkeit von staatlichen Stellen und einen Ehrenkodex, der z. B. Beleidigungen, Verletzung der Persönlichkeitsrechte und Copyrights/Urheberschutz verfolgt. Selbst kann er nichts ahnden, aber ggf. per Gericht eine Gegendarstellung anordnen lassen. Auch für die Wahrheit ist er nicht zuständig.

So gesehen sind Medien und Journalisten ein breites Feld für Informationen aller Art und politischer Färbung.

Nun sind selbst Blättchen wie der Spiegel eigentlich ziemlich genau, wenn man richtig lesen kann, auch die Details.
Bei einem Interview wird garantiert die Äußerung des Befragten wiedergegeben. Ob die komplett ist, bleibt die Frage und der Befragte darf natürlich seine Meinung haben, die sogar von der allgemeinen Meinung, von den Tatsachen und von der Auffassung des Mediums abweichen.
Wenn z.B. von Schießereien und Zerstörungen im Donbass berichtet wird, sogar mit "Beweisfotos", dann stellt das exakt die Situation an diesen Koordinaten dar. Zwei Straßen weiter können friedlich die Blumen blühen.
Man sollte also nie den Fehler machen, die Zeitschrift als Verbreiter der einzigen Wahrheit darzustellen. Das ist nur der "Pravda" vorbehalten.

Unseriöse Medien schreiben dann schon mal: Donbass in Schutt und Asche und dem Erdboden gleichgemacht. Da stimmt dann allenfalls das Datum und die Fußballergebnisse und das ist auch das Hauptinteresse der Leserschaft einer BLÖD-Zeitung.

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 23 Feb 2015, 21:28
von Berlino10
klaupe hat geschrieben: Nach allgemeiner Definition hat der Journalist zu berichten und "Öffentlichkeit herzustellen". Wie er an seine Informationen kommt, ob eigene Recherche vor Ort oder via Agenturen, Berichte, Interviews usw. bleibt ihm überlassen. Er ist nicht einmal verpflichtet, die Wahrheit zu ermitteln, falls das überhaupt möglich wäre.
presserat.de

Der Pressekodex

Ziffer 2 – Sorgfalt
Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.

Re: Russland in der Ukraine

Verfasst: 24 Feb 2015, 08:31
von klaupe
Berlino10 hat geschrieben:
....Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
Genau da sind wir an dem Punkt gelandet, der kräftig ausgeknautscht wird. Man verschiebt einfach den Schwarzen Peter durch fast schon standardmäßige Ausweichformulierungen in der Art:
"Laut AFP wurde am Montag ....." (jetzt ist AFP der Sündenbock),
"Wie uns aus Kreisen der Separatisten berichtet wurde ...." (da hat sich irgendeine Plaudertasche wichtig gemacht),
"Poroschenko ist der Meinung, dass ...." (auch ihm steht eine meinung zu),
"Aus dem Umfeld von Putin wurde und zugetragen ..." (war der Zuträger bestellt oder nur indiskret?),
"Passanten berichteten ...." (20 Passanten = 20 verschiedene Blickwinkel/Geschichten),
"Gerüchten zufolge ..." (da passt nun alles rein, denn Gerüchte sind extrem flexibel) usw.
Damit wird jede Lüge zur Wahrheit, so lange die Information von AFP, der Separatisten, Poroschenko, Umfeld, Passanten, Gerüchte usw. korrekt wiedergegeben wurde.
Dazu kommen noch die Ungenauigkeiten in Orts- und Zeitangaben.
"Heftige Kämpfe im Donbass ..."; Das betraf zwar nur ein Dorf, aber es liegt nun mal auch im Donbas und "überall im Donbass" kann ich nirgends lesen.
"Unwetter am Wochenende in Brandenburg"; klar, in Finsterwalde war am Samstagabend der Teufel los. Liegt aber auch in Brandenburg und Samstagabend gehört zum Wochenende. Da wird die Einordnung der Dimension dem Leser überlassen und der liegt dann meist total daneben.

Beliebt ist auch die Kunst des Weglassens ("Konzentration"). Aus dem 3-Stunden-Interview mit mir wird nach dem Schnitt ein 5-Minuten-Bericht. Garantiert fehlt dann die Substanz, die ich vermitteln wollte, aber die schlagzeilentauglichen Phrasen bleiben drin -- dennoch: Originaton 'klaupe'

Mit solchen Taschenspielertricks kann man Meldungen manipulieren und aufbauschen und bleibt dennoch immer auf der sicheren ("erhlichen") Seite.

Das Gleiche passiert hier doch täglich: Es werden kleine Passagen zitiert und zerfleddert, ohne die Kernaussage verstanden zu haben. Dann geht es weiter wie mit der "Stillen Post" und jede Diskussion ufert in die falsche Richtung aus.