Kasachstanreise
- Norbert
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Re: Kasachstanreise
LeonS, ich war sowohl in Kasachstan als auch in Russland viel unterwegs. Auch mit akzentfrei sprechenden Russen. Wir wurden überall freundlich empfangen. Mitten in der kasachischen Steppe wurde ich von Familien zum Tee und dann zum Übernachten eingeladen, kostenlos, weil die einzige Unterkunft im Dorf seit Ewigkeiten geschlossen war.
Insofern solltest Du wirklich ein wenig Deine Erwartungen und Deine Erfahrungen hinterfragen. (Ich würde beispielsweise niemals Geld anbieten, um ein Haus zu sehen. Das ist schlicht eine Idee, auf die nur ein Banker kommen kann.)
Ja, ich kenne auch viele, die hier weg wollen. Aber das sind meist die Leute, die dann auch im anderen Land nicht glücklich werden. Weil Schuld an der Lage ist für Menschen dieses Schlags meist das Umfeld, das Land, was auch immer, ...
Und zum Thema Business in Russland: Mit Talent und der richtigen Ausbildung hast Du in Russland mit 30 eine Position, die Du in Deutschland nur vererbt oder mit doppelte Leistung ab 45 bekommst. (Und das ganz ohne Schmiergeld.)
Insofern solltest Du wirklich ein wenig Deine Erwartungen und Deine Erfahrungen hinterfragen. (Ich würde beispielsweise niemals Geld anbieten, um ein Haus zu sehen. Das ist schlicht eine Idee, auf die nur ein Banker kommen kann.)
Ja, ich kenne auch viele, die hier weg wollen. Aber das sind meist die Leute, die dann auch im anderen Land nicht glücklich werden. Weil Schuld an der Lage ist für Menschen dieses Schlags meist das Umfeld, das Land, was auch immer, ...
Und zum Thema Business in Russland: Mit Talent und der richtigen Ausbildung hast Du in Russland mit 30 eine Position, die Du in Deutschland nur vererbt oder mit doppelte Leistung ab 45 bekommst. (Und das ganz ohne Schmiergeld.)
Re: Kasachstanreise
Eigentlich kann ich Leon ja verstehen. Russland ist nun mal kein Land, in das man sich auf Anhieb verliebt. Sowas braucht Zeit. Meine ersten Wochen in Moskau waren ein graus, bis ich dann endlich die ersten Freundschaften geknüpft und dadurch auch die schönen Seiten Russlands kennengelernt habe. Negatives bemerkt man eben schneller.
Leon, ich bin selbst im Finanzsektor tätig und sehe das etwas anders. Gerade in dieser Branche ist Russland eben kein Nachteil, weil du hier viel schneller Verantwortung übernehmen kannst. Gerade im Investment-Banking haben viele Manager und Top-Shots Russland auf ihrem Lebenslauf stehen. Unterschätze das mal nicht.LeonS hat geschrieben:Auch aus wirtschaftlicher Sicht, ein Russlandbesuch verkauft sich im Lebenslauf schlechter als ein USA- oder Englandbesuch, sachgerecht entlohnt wird man dort auch nicht, als Ausländer dort Geschäfte zu tätigen ist reines Verlustgeschäft. [...] wandere in die USA aus und versuche dort im Bankensektor zu arbeiten. Nach Russland zieht es mich nicht mehr...
Ich kenn auch keinen Banker, der auf so eine Idee kommen würde.Norbert hat geschrieben:Ich würde beispielsweise niemals Geld anbieten, um ein Haus zu sehen. Das ist schlicht eine Idee, auf die nur ein Banker kommen kann.
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LeonS
Re: Kasachstanreise
Wie viele Leute kennst du persönlich, die mehr als 70.000 Rubel im Monat verdienen ? Selbst mit einem МГУ-Diplom (!) wirst du höchstens um wie 125.000 Rubel kommen. Als ich meinen Verwandten daraufhin ansprach (МГУ, экономический факультет) meinte er das Einstiegsgehalt liegt bei 60.000. Für Moskau nicht viel Geld. Mich würde interessieren, in welcher Branche man denn besser entlohnt als im Westen wird, in Russland verdient man fast in jeder Branche deutlich weniger. Deshalb verlassen auch Ärzte, Ingenieure und IT-Spezialisten das Land. Allein seit der Ukraine-Krise setzen sich immer mehr russische Unternehmen in Deutschland ab.Norbert hat geschrieben: Und zum Thema Business in Russland: Mit Talent und der richtigen Ausbildung hast Du in Russland mit 30 eine Position, die Du in Deutschland nur vererbt oder mit doppelte Leistung ab 45 bekommst. (Und das ganz ohne Schmiergeld.)
Abseits von diesem Thema möchte ich mich in einem Punkt korrigieren. Negatives fällt halt mehr auf, vieles war meiner Emotionalität geschuldet, Moskau im Nachhinein finde ich nicht mehr schlimm, seitdem ich in Deutschland lebe. Es ist halt eine andere Kultur, Russen sind anders, anders als Europäer. Der Kulturschock saß wohl zu tief. Wünsche dem Land nichts schlechtes, aber kritisieren darf und muss man.
Leon
- Wladimir30
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Re: Kasachstanreise
Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die deutlich mehr als 70000 Rbl. verdienen, auch ohne MGU Diplom. Und nicht in Moskau. Keine Ahnung, aus welchem Wissen, Halbwissen oder Hörensagen = Gerüchte Deine Kumpels Dir was gesagt haben. 125000 als Obergrenze? Quatsch mit Sosse. Sorry, aber das ist schlicht und einfach falsch.
Einstiegsgehalt ist überall auf der Welt geringer. Die Frage ist, welche Aufstiegschancen man hat. Und die sind in Russland nunmal besser.
Ärzte ist leider wahr, aber in der rapide zunehmenden Zahl von Privatkliniken sieht es auch hier besser aus.
Einstiegsgehalt ist überall auf der Welt geringer. Die Frage ist, welche Aufstiegschancen man hat. Und die sind in Russland nunmal besser.
Ärzte ist leider wahr, aber in der rapide zunehmenden Zahl von Privatkliniken sieht es auch hier besser aus.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
- zimdriver
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Re: Kasachstanreise
So ist es.Wladimir30 hat geschrieben:Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die deutlich mehr als 70000 Rbl. verdienen, auch ohne MGU Diplom. Und nicht in Moskau. Keine Ahnung, aus welchem Wissen, Halbwissen oder Hörensagen = Gerüchte Deine Kumpels Dir was gesagt haben. 125000 als Obergrenze? Quatsch mit Sosse. Sorry, aber das ist schlicht und einfach falsch.
Einstiegsgehalt ist überall auf der Welt geringer. Die Frage ist, welche Aufstiegschancen man hat. Und die sind in Russland nunmal besser.
Ärzte ist leider wahr, aber in der rapide zunehmenden Zahl von Privatkliniken sieht es auch hier besser aus.
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m1009
Re: Kasachstanreise
Frag noch mal....wirst du höchstens um wie 125.000 Rubel kommen.
Nachbar ist Projektleiter bei SIBUR. Arbeitsort Kstovo. Alter 30. Gehalt: 270.000.
Wir haben da noch einen Wochenend Dorf-Raupenfahrer auf einer DT75. Im richtigen Leben hat er einen CAT 325 unterm Hintern. 65 bis 75.Allerdings Vachta.
Mein Lieblingsradladerfahrer aus dem Nachbardorf ist Heimschlaefer. 7 bis 17 Uhr auf Amkador an 6 Tagen der Woche. 50.
Beide haben Abschluss Neunte. Mit Ach und Krach.
Nach Moskau sind es übrigens 500km.
Und, man muss ARBEITEN wollen. "Manager" bei Eldorado oder MTS kann jeder....
- bella_b33
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Re: Kasachstanreise
Ich hätte mindestens aufs Doppelte getippt, bei der Show, die er abziehtm1009 hat geschrieben: Nachbar ist Projektleiter bei SIBUR. Arbeitsort Kstovo. Alter 30. Gehalt: 270.000.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
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m1009
Re: Kasachstanreise
Dazu muesste er nach Norilsk oder noch weiter.
Zzgl. Bonus... wie hoch der ist....
...
Genug scheints zu sein, der neue XC90 schliesslich kostet inzwischen ueber 4Mill.
Zzgl. Bonus... wie hoch der ist....
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- Norbert
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Re: Kasachstanreise
Diplome sind mir als Arbeitgeber vollkommen egal. Was zählt, sind die Ergebnisse, das Verantwortungsbewusstsein, die Zuverlässigkeit. In unserem Team gibt es faktisch niemanden der unter 70.000 Rubel liegt, einige über 125.000 Rubel. In Novosibirsk.LeonS hat geschrieben:Wie viele Leute kennst du persönlich, die mehr als 70.000 Rubel im Monat verdienen ? Selbst mit einem МГУ-Diplom (!) wirst du höchstens um wie 125.000 Rubel kommen.
Finanziell wäre ich in Deutschland meine ersten fünf bis zehn Berufsjahre sicherlich besser gefahren. Aber ich hätte niemals diese Erfahrung sammeln können, die ich in Russland sammeln konnte. Ich hätte auch niemals so schnell die Verantwortung bekommen, die ich in Russland hatte. Die Früchte erntet man nicht sofort, aber im Nachhinein habe ich von meinem Berufsstart in Russland auch finanziell profitiert.
Sicher hängt vieles von der Branche ab, aber der größte Teil ist eine Frage des Engagements und natürlich auch der Risikobereitschaft.
Re: Kasachstanreise
Hallo LeonS,
zuerstmal möchte ich anmerken, dass sich die meisten Russen, mit denen ich in Russland Kontakt habe, sich auf russisch deutlich gewählter und mit weniger Mat ausdrücken als du.
Ich habe jetzt hier mit 30 eine Position, die ich in der deutschen Wissenschaft zu dem Stand nie erreicht hätte. Leite ein Forschungsprojekt und arbeite in einem weiteren, im Moment ist ein Labor unter meiner Leitung in Planung. Ich verdiene in Russland in der Wissenschaft genau so viel wie in Deutschland, bezahle hier aber keine Miete. In den USA und Australien verdienen Forscher zwar mehr, aber das ganze Gehalt geht für Miete drauf. Darüber hinaus bietet mir Russland, was kaum ein westliches Land in der Wissenschaft bieten kann: meine Frau und ich können in der selben Stadt, sogar selben Universität arbeiten.
Was USA oder England im Lebenslauf betrifft: nach USA, England oder Australien geht jeder. Was dort passiert, kriegt jeder hinreichend mit, ohne dort gewesen zu sein. Arbeitserfahrung in Russland hingegen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Was liest sich besser im Lebenslauf "ich war in USA wie 1000 andere in meiner Position" oder "ich war in Russland Labor- und Projektleiter"? Im zweiten Fall hast du schon Führungserfahrung gesammelt, im ersten Fall wie alle anderen Schuhe geputzt.
zuerstmal möchte ich anmerken, dass sich die meisten Russen, mit denen ich in Russland Kontakt habe, sich auf russisch deutlich gewählter und mit weniger Mat ausdrücken als du.
Ich arbeite in Russland in der Forschung, also einem im internationalen Vergleich unterfinanzierten Bereich. Gehalt eines promovierten wissenschaftlichen Mitarbeiters mit etwas Berufserfahrung in Nowosibirsk: etwa 6.000 Rubel im Monat. ABER: für dieses Gehalt ist auch kaum eine Leistung gefordert (eine Publikation in 5 Jahren reicht da fast schon aus). Wer Eigeninitiative zeigt, also publiziert und Projektanträge schreibt, konnte ab diesem Jahr beispielsweise Projektfinanzierung vom RFFI von 1.7 Mio Rubel pro Jahr bekommen. Und das ist für junge Wissenschaftler ohne Projektleitererfahrung. Davon kann man sich die 125.000 Rubel im Monat aber locker zahlen. Dazu kommt, dass wer Eigeninitiative zeigt und publiziert, also in der Wissenschaft tatsächlich arbeiten will, selten an nur einem Projekt arbeitet (und dementsprechend von mehreren Projekten bezahlt wird).LeonS hat geschrieben: Wie viele Leute kennst du persönlich, die mehr als 70.000 Rubel im Monat verdienen ? Selbst mit einem МГУ-Diplom (!) wirst du höchstens um wie 125.000 Rubel kommen.
Ich habe jetzt hier mit 30 eine Position, die ich in der deutschen Wissenschaft zu dem Stand nie erreicht hätte. Leite ein Forschungsprojekt und arbeite in einem weiteren, im Moment ist ein Labor unter meiner Leitung in Planung. Ich verdiene in Russland in der Wissenschaft genau so viel wie in Deutschland, bezahle hier aber keine Miete. In den USA und Australien verdienen Forscher zwar mehr, aber das ganze Gehalt geht für Miete drauf. Darüber hinaus bietet mir Russland, was kaum ein westliches Land in der Wissenschaft bieten kann: meine Frau und ich können in der selben Stadt, sogar selben Universität arbeiten.
Was USA oder England im Lebenslauf betrifft: nach USA, England oder Australien geht jeder. Was dort passiert, kriegt jeder hinreichend mit, ohne dort gewesen zu sein. Arbeitserfahrung in Russland hingegen ist ein Alleinstellungsmerkmal. Was liest sich besser im Lebenslauf "ich war in USA wie 1000 andere in meiner Position" oder "ich war in Russland Labor- und Projektleiter"? Im zweiten Fall hast du schon Führungserfahrung gesammelt, im ersten Fall wie alle anderen Schuhe geputzt.
