Aniki hat geschrieben: 10 Mär 2018, 11:25
Wir haben gerade versucht, die laufenden Nebenkosten für GöGas Wohnung in RU wie gehabt über Visa und dann über Mastercard zu bezahlen. Ohne Erfolg, die Zahlungen gehen nicht mehr durch. Ende 2017 hat das noch geklappt.
Wir haben dann beim Finanzdienstleistet Yandex Dengi, über den das auf der Internetseite des betreffenden ZhEK läuft, gefragt, was das soll. Antwort: Visa und Mastercard, die ausserhalb Russlands und der GUS-Staaten ausgegeben wurden, gelten in RU nicht mehr.
Offenbar protegieren die ihre russische Kreditkarte MIR. Oder es sind Sanktionen.
Weiß jemand mehr? Kann man das umgehen? Ist ja auch eine böse Falle für unwissende Reisende...
Hallo zusammen!
Ich habe mich hier registriert, um auf genau den zitierten Text einzugehen, denn ich kann dazu etwas sagen, was aktuell ist. Ich entschuldige mich gleich einmal für den etwas längeren Text - ich kann es leider nicht kürzer machen.
Ich wohne in Eisenhüttenstadt, zusammen mit ein paar reallife-Freunden. Wir sind Spieler eines onlinegames, dass von russischen Leuten organisiert wird. Wie üblich bei solchen Angelegenheiten, hat auch dieses Angebot einen Shop, in welchem virtuelle Waren angeboten werden. Auch die russischen Anbieter müssen ja die Server finanzieren.
Neben den rein russischen Bezahlmethoden, haben sie über ein Jahr lang für europäische/westliche Kunden unter Anderem auch die Möglichkeit angeboten, über das prepaid-Verfahren "paysafecard" bezahlen zu können. Das hat bis vor 3 Monaten auch einwandfrei funktioniert. Dann verschwand diese Bezahlmethode plötzlich. Die russischen Macher dieses onlinegames haben auf Nachfragen geantwortet, sie selbst hätten die Möglichkeit "paysafecard" NICHT entfernt - die paysafegroup hat von sich aus die Zusammenarbeit beendet.
Mir und meinen Freunden war damit schlagartig die Kaufmöglichkeit genommen. Wir haben dann nach einer Ersatzmöglichkeit gesucht. Ich habe dann gesagt - nachdem ich das VISA-Zeichen gesehen habe, dass ich mir eine VISA-prepaid-Karte anschaffe. VISAprepaid funktioniert im Wesentlichen genau wie eine "normale" VISAcard, mit dem Unterschied, dass man mit dieser Visacard nur soviel Geld ausgeben kann, wie zuvor auf das dazugehörige, extra angelegte VISA-Konto, eingezahlt wurde.
Vor einer Woche habe ich die Karte dann erhalten und habe sie auch schon genutzt. Ich habe mir damit bei Amazon ein Buch gekauft, bei OTTO eine Kaffeemaschine,in einem kleinen österreichischen onlineshop ein Geburtstagsgeschenk und in einen technischen Artikel in einem onlineshop, der in Texas/USA beheimatet ist. Alles kein Problem - funktioniert einwandfrei!
Nun wollte ich auch für mein Spiel beim russischen Anbieter einkaufen - eine kleinigkeit im Wert von 35 €. Der Bezahlvorgang gestaltete sich ganz normal. Eingabe der üblichen Kartendaten usw. Dann den Kaufwillen bestätigen mehrfach. Und dort begann das Problem. Der Vorgang brach immerwieder mit einer unspezifischen Fehlermeldung ab, sinngemäss " Der Vorgang konnte nicht durchgeführt werden, bitte wenden Sie sich an den Support".
Hmm - an den Support gewendet und ein ticket erföffnet.
Die Antwort war nun - jedenfalls für mich - vielsagend. Der Support hat sich den Vorgang angesehen. Mir wurde dann mitgeteilt, dass nicht die russische Seite das Problem ist, sondern dass von deutscher Seite die Zahlungsanweisung NACH Russland abgelehnt wurde.
Ich habe einige private Kontakte nach Russland und einen Kontakt in Smolensk. Dieser Kontakt hat seinen Wohnsitz in Smolensk, er ist Russe, hat ein russisches Bankkonto und von seiner Bank eine russische Visakarte. Ich habe ihn gebeten, für mich einen Test zu machen. Er hat sich für mich in den shop des Spiels eingeloggt und dann einen Testkauf mit seiner russischen Visa gemacht - ging problemlos. Nun - ich schulde ihm jetzt den Gegenwert von 35 €. Ich also zu meiner örtlichen Postbank wo ich Kunde bin,rein und gesagt - ich habe die Kontodaten meines Bekannten - ich möchte eine Auslandsüberweisung machen und brauche Hilfe dabei. Antwort: "Kein Problem - zeigen Sie mal her!" Ich zeige also her. Die Angestellte guckt rauf und sagt, ich solle mal nen Moment warten. Dreht sich um geht zu einer anderen Dame ( offenbar Filialleitung oder Sowas ). Sie zeigt der Das, was ich ihr gegeben habe - die tuscheln und gucken immerwieder zu mir hin. Ich dachte schon, dass gleich nen SWAT-team die Postbankfiliale stürmz oder so. Dann kommt sie zurück, drückt mir den Zettel mit den Kontodaten wieder inne Hand und sagt " Tut mir leid - aus technischen Gründen können wir gerade keine Überweisungen auf russische Konten durchführen" Vonwegen!
Dann bin ich mit meiner Bekannten - die Sparkassenkunde ist - in eine örtliche Sparkassenfiliale rein. Dort haben wir Dasselbe gefragt - wir Brauchen Hilfe bei einer Auslandsüberweisung. Auch dort hiess es "kein Problem" aber bei Ansicht WOHIN die Überweisung gehen soll - auch da hiess es, es wäre "zur Zeit" wegen technischer Probleme nicht möglich.
Das ist alles gelogen in meinen Augen. Gleich zwei verschiedene Geldinstitute, die zwar problemlos Geld von Betrugsopfern nach Botswana, Ruanda, nach Malta und auf den Mars schicken können - aber nicht auf ein russisches Bankkonto??? Ob die "technischen Probleme" vielleicht beseitigt werden können, wenn Nordstream 2 nicht fertiggestellt wird? Ob sie vielleicht beseitigt werden, wenn die EU und Deutschland wieder bissel mehr vor etwas Bestimmtem buckeln und viel viel teures Frackinggas kaufen von "Jemandem"?
Sorry - ich musste meinem Ärger mal etwas Luft verschaffen.