Kindererziehung in Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Grundlagen der Psychologie oder Grundlagen der Psychiatrie? Als Klavierlehrerin bin ich sehr einfühlsam. Ich rede mit Kindern, die mir antworten. Wenn ein Kind bedrückt wirkt, versuche ich immer die Ursache rauszufinden, um weiter arbeiten zu können. Jedes Kind ist anders vom Typ her, das berücksichtige ich auch immer. Als Musikpädagogen haben wir uns im unseren Studium einem am Klavier sitzenden Kind gewidmet. Kinder, die neben dem Klavier liegen, haben wir nicht behandelt. Mein Professor hat einen internationalen Ruf und veröffentlichte bis jetzt Dutzende von Büchern, die alle von Kindern handeln, die fähig sind, ein Instrument zu erlernen, sorry, das Andere da ist nicht mein Gebiet. Ich beschäftige mich mit der Kunst und der Erziehung der Pianisten und Zuhörer von morgen. Ist doch eine wichtige Aufgabe?!
Nein, die Mutter war nicht überrascht, daß ihr Kind auf dem Boden liegt. Es liegt da ständig, immer wieder. Ja, ich habe ihr ein Tip gegeben, das Kind einem Psychotherapeuten zu zeigen. Weißt Du, ich arbeite da schon seit 10 Jahren. Als eine der wenigsten. Nette Eltern netter Kinder beklagen sich oft über den Lehrerwechsel. Die tun mir auch leid. Weil das Kind sich an einen Lehrer gewöhnt hat, ihn vielleicht sehr mag, und dieser Lehrer ist dann weg, wie alle, die es irgendwie geschafft haben, eine bessere Stelle zu bekommen. Zum Beispiel als Angestellte an einer Privatschule. Da sollen doch alle froh sein, daß es noch welche gibt, die immer noch da sind, obwohl die ganzen Grundlagen nicht stimmen.
Glaubst Du nicht, daß es angebracht wäre, von einem Lehrer zu erwarten, daß er an Weißmehl und Zucker denkt, erst wenn ihm ermöglicht wird von seiner Hände Arbeit würdevoll zu leben? Bei mir und meinen Kollegen ist immer ein überzogeses Konto im Hinterkopf oder Angst, krank zu werden, wenn ein Schüler gerade hustet und niest, denn man hat die Wahl unbezahlt zu Hause zu bleiben oder krank sich zur Arbeit zu schleppen. Ja, es kann dann schon passieren, daß bei Zucker-Mehl-Gedanken oder Aufzählung von Autismus-Arten wir an unsere Grenzen stoßen. Aber ein Tip, das Kind einem Spezialisten zu zeigen geben wir alle und gerne, denn ein Klavierunterricht hat in einem solchen Falle nun wirklich keinen Sinn, vielleicht Musiktherapie. Aber es ist eine exklusive Therapieform, die auch nur Spezialisten mit einem sauteueren Studium und eigener Privatpraxis für viel Geld durchführen.
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Axel Henrich
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Axel Henrich »

bauplan hat geschrieben:Ich kenne aus meiner Laufbahn sicher mehr Pädagogen und Lehrer als viele Andere hier
Sicher ... ;) , vor allem sind damit die Erfahrungen und Meinungen aller anderen hinfaellig?!
Dieser Eindruck kommt ja nicht von ungefaehr, dass Kinder von Paedagogen schon oftmals "anders" sind. Man lernt die jeweils neuste Methode der Erziehung und wendet sie dann zu Hause in Teilen auch an (z.B. antiautoritaer), die oftmals eingeschraenkte Zeit die ein Paedagoge fuer die eigenen Kinder hat und dann auch die vermeintlich exponierte Stellung der Kinder in der Schule - meine Ellis sind Leher, oder das ist das Kind eines Kollegen.
Es ist also auch voellig ok, dass du einen anderen Eindruck hast, denn du kennst ja aus deiner Laufbahn mehr Lehrer und Paedagogen als viele Andere hier.
bauplan hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:...Für Kinder braucht man gesunden Menschenverstand und kein Studium!
In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres als „den gesunden Menschenverstand“.
:lol:
bauplan hat geschrieben:Welcher ist denn da gemeint? [...]
Deine Aufzaehlungen sind Ansichten und Meinungen, die i.d.T. sehr unterschiedlich sein koennen. Trotzdem wird mit Sicherheit bei Allen der selbe kleinste gemeinsame Nenner vermittelt wie z.B. greif nicht in kochendes Wasser, laufe nicht vor fahrende Autos, huepfe nicht von der Bruecke, etc., das ist gesunder Menschenverstand.
Nein, einen „gesunden Menschenverstand“ gibt es nicht, jeder hat seinen eigenen.
Vlt. mal noch ein anderes Beispiel ...Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass Rauchen, Saufen u.s.w. nicht wirklich gut ist, trotzdem ... ;)

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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von bauplan »

Axel Henrich hat geschrieben: Dieser Eindruck kommt ja nicht von ungefaehr, dass Kinder von Paedagogen schon oftmals "anders" sind.
Das kann man sicher auch von Kindern anderer Berufsgruppen behaupten.
Axel Henrich hat geschrieben: Man lernt die jeweils neuste Methode der Erziehung und wendet sie dann zu Hause in Teilen auch an (z.B. antiautoritaer), die oftmals eingeschraenkte Zeit die ein Paedagoge fuer die eigenen Kinder hat und dann auch die vermeintlich exponierte Stellung der Kinder in der Schule - meine Ellis sind Leher, oder das ist das Kind eines Kollegen.
Da kennst du ja wirklich merkwürdige Pädagogen. Also in dem Umfeld in dem ich in Deutschland gelebt habe, haben wir zwar unsere Kinder „antiautoritär“/unautoritär erzogen, aber keine Versuche mit immer neuen Ideen gemacht und eher mehr Zeit mit den Kindern gehabt und verbracht als „normale“ Menschen.

Und von den 5 Kindern unserer Wohngemeinschaft ist heute einer Anwalt, eine hat eine eigene Praxis für Krankengymnastik, eine macht Wirtschaftsberatung, einer hat gerade seine Professur bekommen und der letzte hat eine Werbeagentur mit 25 Angestellten.

Trotz Babyladen, Kinderladen, 10 Jahre freie Schule ( Schulsystem welches in den endsechzigern des letzten Jahrhunderts entstand und immer noch höchst erfolgreich funktioniert ) in der die Kinder bestimmen konnten, wann sie was lernen wollen und obwohl der „gesunde Menschenverstand“ meiner Eltern damals meinte, es würden nur kiffende Straßenmusikanten die mit Latzhosen durch die Lande ziehen aus den Kindern werden, die die staatlichen und anderen Autoritäten nicht anerkennen, sind sie doch in dieser „tollen“ bürgerlichen Gesellschaft angekommen.

Axel Henrich hat geschrieben: Es ist also auch voellig ok, dass du einen anderen Eindruck hast, denn du kennst ja aus deiner Laufbahn mehr Lehrer und Paedagogen als viele Andere hier.
Wie schon geschrieben, du kennst anscheinend eine etwas merkwürdige Pädagogentruppe. [/quote]
Axel Henrich hat geschrieben: Trotzdem wird mit Sicherheit bei Allen der selbe kleinste gemeinsame Nenner vermittelt wie z.B. greif nicht in kochendes Wasser, laufe nicht vor fahrende Autos, huepfe nicht von der Bruecke, etc., das ist gesunder Menschenverstand.
Solange es bei solchen Nennern bleibt, kann ich das noch gerne mitmachen. Aber wenn dann noch der Satz, „das macht man nicht“ dazu kommt, ist es echt vorbei.

Trotzdem würde ich in den Raum stellen, dass meine Eltern und Großeltern sicher eine andere Definition von „gesunden Menschenverstand“ hatten als ich.
Die Grenze zwischen „gesunden Menschenverstand“ und Anschauung ist sehr schmal.

NaNa hat geschrieben:
Glaubst Du nicht, daß es angebracht wäre, von einem Lehrer zu erwarten, daß er an Weißmehl und Zucker denkt, erst wenn ihm ermöglicht wird von seiner Hände Arbeit würdevoll zu leben?
Da gebe ich dir recht, aber das ist eine andere Diskussion. Gerade weil immer noch gedacht wird für Kindererziehung reicht „gesunder Menschenverstand“ wird zu wenig in Bildung und Ausbildung investiert.
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

bauplan hat geschrieben:...Gerade weil immer noch gedacht wird für Kindererziehung reicht „gesunder Menschenverstand“ wird zu wenig in Bildung und Ausbildung investiert.
Meine Güte! Wie verquer muss man sein, um so zu denken? :shock:

Denken wir den Gedanken doch mal weiter: Allen Eltern wird pauschal die Kompetenz abgesprochen, sich fürsorglich und verantwortungsbewusst um die Entwicklung ihres Nachwucheses zu kümmern.
Satt der Eltern übernehmen externe Institutionen, in denen ausschließlich examinierte "Fachkräfte" Fachkräfte tätig sind, ab der Geburt eines jeden Babys das Sorgerecht und die komplette Pflege-, Erziehungs-, Bildungsverantwortung und legen dabei die ursprünglichsten Instinkte für Liebe, Zuneigung, Nestwärme und Sozialverhalten an.

Oder wie oder was?

Es muss doch bei weitem nicht aus jedem Kind eine überzüchtete Führungspersönlichkeit werden, die so karieregeil ist, wie die von Dir genannten fünf Erfolgstypen.
Wohlweislich verschweigst Du ja auch, was für eine Art Schultyp diese Exemplare durchgemacht haben.
Und dass ein Großteil derer, die seit '68 nichts dazu gelernt haben heute die verschiedensten politisch-radikal(t)en Strömungen und Parteien repräsentieren, scheint Dir entgangen zu sein. siehe z.B. Horst Mahler

Was soll's schon? Derart ideologisierte Debatten bringen doch nichts.
Es ist alles eine Frage, was man unter gesundem Menschenverstand versteht. Im Hinblick auf Erziehung ist das die Absicht und die Fähigkeit, Kindern - in welchem Bezug auch immer man zu ihnen stehen mag - die Grundlagen dafür mit auf den Weg zu geben, sich zu in jeder Hinsicht sozial kompetenten Menschen zu entwickeln.

Und dabei muss man halt in Kauf nehmen, dass Kinder dies eigentlich nur im Wege von sozialen Experimenten lernen können(!).
Es bleibt ihnen schließlich nichts anderes übrig, als permanent zu prüfen, ob das Eis über welches sie gehen müssen auch dick genug ist, um sie zu tragen.

Wer diese dauernden Prüfungen nicht aushält, sollte es meiden, sich mit Kindern zu beschäftigen.

"Pädagogen" haben nun das Problem, aus dem "Rohstoff" Kind etwas formen zu wollen, dass ihren Vorstellungen entspricht - "erschwert" allerdings durch eine Reihe von gesetzlichen Auflagen, die ihren Handlungsspielraum arg einschränken.
Das ist bitter für alle beteiligten.
Aber "mehr Geld für Bildung" wird dieses Problem sicher nicht lösen - jedenfalls nicht, wenn es dabei nur um öffentliche Aufwendungen geht, von denen die Kinder am wenigsten profitieren.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von bauplan »

Zeppelin hat geschrieben: Denken wir den Gedanken doch mal weiter: Allen Eltern wird pauschal die Kompetenz abgesprochen, sich fürsorglich und verantwortungsbewusst um die Entwicklung ihres Nachwucheses zu kümmern.
Allen nicht, aber sicher vielen.
Wenn alle Eltern so einen tollen „gesunden Menschenverstand“ hätten, gäbe es ja wohl nicht so viele Verwahrloste.
Ich habe über 10 Jahre ein Jugendzentrum geleitet, zu anfangs noch Rocker, danach Junkies, danach Junkies und Punks.
Auch etliche Jahre Streetwork.
Erzähl mir da bitte nichts über verantwortungsbewusste Eltern. Da sind die Kandidaten, die bei Oliver Geissen in seinen Shows rumhängen noch Mustereltern gegen.
Zeppelin hat geschrieben: Satt der Eltern übernehmen externe Institutionen, in denen ausschließlich examinierte "Fachkräfte" Fachkräfte tätig sind, ab der Geburt eines jeden Babys das Sorgerecht und die komplette Pflege-, Erziehungs-, Bildungsverantwortung und legen dabei die ursprünglichsten Instinkte für Liebe, Zuneigung, Nestwärme und Sozialverhalten an.
Das ist nun etwas übertrieben. In Skandinavien fährt man jedenfalls ziemlich gut damit, dass die Kinder schon früh in einer fachlichen Betreuung oder auch begleitenden Betreuung sind und auch die Kinder die Möglichkeit haben, sich gegen ihre Eltern, wenn sie verwahrlost werden, wehren können. ( Ombudsprinzip )

Du versuchst es hier etwas zu schwarz/weiss darzustellen, schau dir das skandinavische Modell an.

Zeppelin hat geschrieben: Wohlweislich verschweigst Du ja auch, was für eine Art Schultyp diese Exemplare durchgemacht haben.
Habe ich nicht verschwiegen, ich hatte geschrieben, 10 Jahre freie Schule. Wenn du es noch genauer wissen möchtest, es war die Glocksee-Schule.
Danach logischerweise 3 Jahre bis zum Abi in einer IGS und dann Uni.

Zeppelin hat geschrieben: Und dass ein Großteil derer, die seit '68 nichts dazu gelernt haben heute die verschiedensten politisch-radikal(t)en Strömungen und Parteien repräsentieren, scheint Dir entgangen zu sein. siehe z.B. Horst Mahler
Ich denke wohl eher, dass der Großteil was dazu gelernt hat. Der Großteil der 68er repräsentiert heute die unradikale Politik und das Management.
Leute wie Horst Mahler, Bernd Rabhel und andere Spezialisten sind das eine Extrem, Otto Schili, der rote Schäuble, das Andere.
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Simone
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Simone »

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/632/459275/text/
Diese aktuelle Debatte passt auch zum Thema. Jetzt verlangt auch noch Frau Schavan (Bundesbildungsminsterin), daß Wirtschaftsunternehmen ihre fähigsten Mitarbeiter als Hilfslehrer in die Schule schicken...:roll: Das war leider kein Faschingsscherz, aber bei unserer Politikern sind wir ja schon einiges gewöhnt.
Mysh

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Mysh »

Immer wenn man denkt, die Vorschläge können nicht mehr dämlicher werden... :roll:
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Axel Henrich
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Axel Henrich »

bauplan hat geschrieben:Da kennst du ja wirklich merkwürdige Pädagogen.
Wirklich? Also ich kenne keinen, der nach 8,5 Stunden aufsteht und Heim geht, der abends und am WE keine Arbeiten/Klausuren etc. kontrolliert, von den Ferien und Urlaubssperren ganz zu schweigen und ich moechte nicht mal Maeuschen spielen bei einer Familie, deren Kind abends aus der Ganztagsbetreuung geholt wird - wieviele Eltern haben da wohl noch die Nerven ihre Kinder nach dem Erlebten zu fragen. Auch die Kindererziehung entwickelt sich staendig weiter, die Anwendung dieser Erkenntnisse hat doch nix mit "Versuche mit immer neuen Ideen" zu tun.
in der die Kinder bestimmen konnten, wann sie was lernen wollen
Naja ... in einem bestimmten Rahmen vlt., aber ich weiss nicht, ob man die Kinder mit dieser Einstellung auf das zukuenftige Leben in z.B. "untergeordneter Stelle" entsprechend vorbereitet.
Aber wenn dann noch der Satz, „das macht man nicht“ dazu kommt, ist es echt vorbei.
Ich weiss worauf du hinaus willst. Fuer ein Kind natuerlich kaum ueberzeugend, im Gegenteil, gerade jetzt will die Krabbe sehen was passiert wenn doch ... ;)
Trotzdem würde ich in den Raum stellen, dass meine Eltern und Großeltern sicher eine andere Definition von „gesunden Menschenverstand“ hatten als ich.
Logisch, Man Evolution ... Nimm nur mal die Erkenntnisse im Rahmen "altgedienter" Hausmittel, die heuer lange nicht mehr aktuell sind, wie z.B. Milch bei Vergiftung, oder Jod auf die Wunde, deine grandma hat sicher auch nicht aufgepasst, dass du nicht zu lange vor dem Rechner/Fernseh sitzt ... ;)

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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von bauplan »

Axel Henrich hat geschrieben:....wieviele Eltern haben da wohl noch die Nerven ihre Kinder nach dem Erlebten zu fragen.....
Das sollten sie aber haben.
Warum müssen unter beruflichen Stress ausgerechnet die Kinder leiden. Betrifft ja nicht nur Pädagogen sondern fast alle Berufstätigen.
Da ist dann ein gesellschaftlicher Wandel nötig.
Solange aber Hausmänner/Frauen als geringer angesehen werden als berufstätige, wird sich da nicht viel ändern.
Auch eine Veränderung der Lebensformen ( Mehrgenerationenhaushalt, Wohngemeinschaften etc. ) muss man dann andenken.
Kindererziehung ist mal provokativ gesagt ein Vollzeitjob und wer kann den 2 Vollzeitjobs gleichzeitig und gleichbleibend gut über einen längeren Zeitraum ausfüllen.
Axel Henrich hat geschrieben:
in der die Kinder bestimmen konnten, wann sie was lernen wollen
Naja ... in einem bestimmten Rahmen vlt., aber ich weiss nicht, ob man die Kinder mit dieser Einstellung auf das zukuenftige Leben in z.B. "untergeordneter Stelle" entsprechend vorbereitet.
Die Schule existiert seit über 35 Jahren und ist gegenüber „normalen“ Schulen erfolgreicher.
Axel Henrich hat geschrieben:
Trotzdem würde ich in den Raum stellen, dass meine Eltern und Großeltern sicher eine andere Definition von „gesunden Menschenverstand“ hatten als ich.
Logisch, Man Evolution ... Nimm nur mal die Erkenntnisse im Rahmen "altgedienter" Hausmittel, die heuer lange nicht mehr aktuell sind, wie z.B. Milch bei Vergiftung, oder Jod auf die Wunde, deine grandma hat sicher auch nicht aufgepasst, dass du nicht zu lange vor dem Rechner/Fernseh sitzt ... ;)
Na, da sind wir uns ja einig, nichts anderes meinte ich. Der „gesunde Menschenverstand“ ist keine feste Größe.
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Sibirier »

Also, ich hatte jetzt mal ein wenig Zeit, diesen Thread zu lesen.

Ich finde allein schon den Titel, Kindererziehung in Deutschland abscheulich. Da Naila ja gebürtige Russin ist, möchte ich mal fragen, wie ist die Kindererziehung in Russland, dass ein Teil der russischen Jugendlichen säuft, prügelt, klaut etc. Aber auch hier will ich sagen, Kindererziehung ist nicht nur eine reine Frage der Nationalität. Nur überwiegt vielleicht in der einen Nationalität der eine Charakter mehr als in der anderen.

Schon auch hier mit dem Kommentar, ich bin hochbegabt etc. zu schreiben, hat mich an meinen Professor in Kostenrechnung/Controlling erinnert. Einst jüngster Professor in Westdeutschland, konnte aber den Unterrichtsstoff überhaupt nicht rüberbringen. Wenn man nicht da war, brauchte man nur zu fragen, welche Seiten in seinem Buch er durchgenommen hatte. Schon hatte man den Stoff. Zusätzliche Informationen gab es nicht.

Naila, Du schreibst hier, Du konntest Dich vor Anrufen wegen Unterricht nicht retten. Viele Kinder lieben Dich. Ich will es nicht abstreiten, da ich es nicht weiss. Aber, warum wählst Du Dir nicht Deine Kinder aus? Diesen Vorteil hast Du doch als "selbstständige" Lehrerin. Und wenn Dir dieses nicht schmeckt, wegen keiner sozialen Sicherheit, bewerbe Dich doch in den deutschen Schulen als Musiklehrerin. Dann hast Du auch die soziale Absicherung. Du als hochbegabte wirst doch mit "Handkuss" genommen.

Kindererziehung - das ist m. E. sicherlich die Hauptaufgabe der Eltern. Und jeder, der ein Kind hat, kann sagen, dass man selbst in der Erziehung sicherlich was falsch gemacht hat (rückblickend). Aber als aussenstehende Person kann man sich schon den Respekt verschaffen und braucht nicht die Eltern dazu.

Gerade in Deinem Beruf, weisst Du, dass nicht alle Eltern Klavierunterricht für die Kinder bezahlen können. Daher sind es meistens schon die Gut- und Besserverdienenden. Und die Besserverdienenden meinen halt auch manchmal, dass man die Erziehung der Kinder erkaufen kann. Deswegen soll das Kind Klavier lernen, damit die Klavierlehrerin auch einen Teil der Erziehung übernimmt, weil man ja selbst keine Zeit dafür haben will. In Russland nennt man diese Leute Novirusski.

Neben den Eltern ist auch ganz wichtig, der Umgang der Kinder. Hast Du ein Kind, das nachmittags oder abends mit anderen Kindern/Jugendlichen los geht, für die Alkohol und Drogen "cool" sind, wird Dein Kind dieses meist ebenfalls "cool" finden.

Dies ist meine Meinung dazu. Ich bin kein hochbegabter Mensch habe eine Tochter, aus der m. E. was geworden ist und die Halt auch Respekt vor dem Alter hat. D. h. sie steht auch in der Straßenbahn auf, wenn ein älter oder behinderter Mensch usw. keinen Sitzplatz hat. Übrigens, sie hat ebenfalls Klavier gelernt und die Klavierlehrerin hat sehr gerne mit ihr gelernt..... ;)

Aber muss ich auch sagen, wenn irgend etwas war, hat sich die Klavierlehrerin auch mit uns darüber unterhalten. Sie hat ebenfalls gefragt, wenn dieses oder jenes passiert (wenn z. B. die Tochter mal nicht gelernt hat), was sie dann machen kann. Auch muss ich sagen, es sollte auch die "Materie" zwischen Lehrern und Schülern stimmen. Es gibt heute noch Leute, wo ich zwar Guten Tag und Auf Wiedersehen sage, aber mehr Kontakt möchte ich mit diesen nicht. Das kann ebenfalls zwischen Schülern und Lehrern sein. Und dann sollte man bei Privatunterricht absagen.
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....
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