Re: Nachdenklichkeiten zu Sanktionen gegen Russland
Verfasst: 24 Mär 2014, 11:54
Natascha, im Interesse eines stabilen Weltgeschehens halte ich es für fatal, wenn Landesgrenzen nach Tagesgeschehen gezogen werden. Bis vor fünf Wochen sprach kein Mensch von einer Loslösung der Krim und seit Freitag ist sie Teil Russlands. So etwas finde ich ein fatales Signal. Nun gibt es schon drei Gebiete rund ums Schwarze Meer (Transnistrien, Krim, Abchasien), welche weltpolitisch in der Schwebe hängen. Und darunter leiden am Ende immer die Bewohner - weil nötige Investitionen und potentielle Touristen ausbleiben.
Ich kann natürlich gut nachvollziehen, dass die Bewohner der Krim diese Entscheidung gefällt haben. Ich halte sie dennoch für verfrüht - was man nun schon an den Fragen Energie- und Wasserversorgung sieht. Dazu gab es auch in den letzten Wochen auf der Krim schon kritische Stimmen, aber sie wurden in allgemeiner Russland-Euphorie ersäuft. Meine Frau - welche ich sicher zu den Patrioten zählen würde - hat mir solche Quellen vorgelesen. Die Antworten waren stets: "Egal, alles wird prima, wenn wir einmal russisch sind!"
Ich bin wirklich kein Freund der aktuellen Entwicklungen in Kiew. Ich sehe die Ukraine kulturell und wirtschaftlich eng mit Russland verbunden. Nur eben geschlossen und nicht nur in Teilen. Schau Dir einfach die in den letzten 50 Jahren gewachsene Infrastruktur an: Wohin gehen die Versorgungswege, Eisenbahnen, Gasleitungen, Wasserleitungen, Warenströme der Krim? Nach Kiew, und nicht nach Moskau.
Wenn nun Polen in Kaliningrad anfängt zu zündeln, wenn die Tataren in Kasan wieder aufwachen, wenn die Tuwiner sich der Reichtümer in ihrem Boden bewusst werden - ziehen wir dann auch jedes Mal die Grenzen innerhalb weniger Wochen neu? Natürlich muss es Möglichkeiten geben, nicht funktionierende Grenzen zu korrigieren - beispielsweise die Autonomiebestrebungen von Schottland. Aber es sollte ein behutsamer und wohl überlegter Prozess sein.
Ich kann natürlich gut nachvollziehen, dass die Bewohner der Krim diese Entscheidung gefällt haben. Ich halte sie dennoch für verfrüht - was man nun schon an den Fragen Energie- und Wasserversorgung sieht. Dazu gab es auch in den letzten Wochen auf der Krim schon kritische Stimmen, aber sie wurden in allgemeiner Russland-Euphorie ersäuft. Meine Frau - welche ich sicher zu den Patrioten zählen würde - hat mir solche Quellen vorgelesen. Die Antworten waren stets: "Egal, alles wird prima, wenn wir einmal russisch sind!"
Ich bin wirklich kein Freund der aktuellen Entwicklungen in Kiew. Ich sehe die Ukraine kulturell und wirtschaftlich eng mit Russland verbunden. Nur eben geschlossen und nicht nur in Teilen. Schau Dir einfach die in den letzten 50 Jahren gewachsene Infrastruktur an: Wohin gehen die Versorgungswege, Eisenbahnen, Gasleitungen, Wasserleitungen, Warenströme der Krim? Nach Kiew, und nicht nach Moskau.
Wenn nun Polen in Kaliningrad anfängt zu zündeln, wenn die Tataren in Kasan wieder aufwachen, wenn die Tuwiner sich der Reichtümer in ihrem Boden bewusst werden - ziehen wir dann auch jedes Mal die Grenzen innerhalb weniger Wochen neu? Natürlich muss es Möglichkeiten geben, nicht funktionierende Grenzen zu korrigieren - beispielsweise die Autonomiebestrebungen von Schottland. Aber es sollte ein behutsamer und wohl überlegter Prozess sein.